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Statement zu Doping-Präventionsmaßnahmen im DSV | Kassel (dsv) Die immer noch unbefriedigende Entwicklung bei der Dopingbekämpfung in fast allen Sportarten bedeutet auch für den Deutschen Schwimm-Verband eine ständige Herausforderung, obwohl im mitgliederstarken deutschen Schwimmsport in den letzten Jahren praktisch keine Dopingfälle mehr vorgekommen sind. Hierzu dürften vor allem zwei Gründe beigetragen haben:Erstens ist das Netz der Kontrollen in Zusammenarbeit mit der NADA, FINA und WADA engmaschiger geworden. Einzelne Landesverbände führen sogar zusätzliche Wettkampfkontrollen auf eigene Kosten durch. Genau so wichtig aus Sicht des DSV sind zweitens intensive Doping-Präventionsmaßnahmen. Hierzu zählt in erster Linie die Aufklärung über die Dopingproblematik.
Den Athleten/innen – insbesondere den Kaderangehörigen – werden im Zuge der Berufung oder nach Bedarf geeignete Aufklärungsbroschüren, aufgelegt z. B. von der NADA oder dem Zentrum für Dopingprävention Heidelberg, zugesandt. Auch Trainer, Mannschaftsbetreuer, Ärzte und Physiotherapeuten werden in den Verteiler einbezogen.
Besonderen Wert legen wir auf die jugendgemäß aufbereiteten Aufklärungsschriften für die C/D-Kader und andere jugendliche Schwimmer/innen. Für diesen Personenkreis ist auch die Broschüre über den Ablauf einer Dopingkontrolle sowie Rechte und Pflichten einer Testperson von besonderer Bedeutung. Wir sind überzeugt, dass auch die Einbeziehung von jüngeren Jugendlichen in unser Testprogramm eine immer wieder bestätigte Sensibilisierung für den sorgsamen Umgang mit Medikamenten bewirkt. (Die in früheren Jahren von der Schwimmjugend entwickelten Flyer mit den entsprechenden regelmäßigen Neuauflagen werden im Interesse einer Vereinheitlichung der Antidoping-Information nicht mehr aufgelegt.)
Zunehmende Bedeutung erlangt das Internet mit seinen vielfältigen Angeboten an Antidoping-Informationen von u. a. NADA, WADA, FINA sowie verschiedenen Institutionen wie beispielsweise die Labore für Dopinganalytik in Köln und Kreischa oder des Heidelberger Zentrums für Dopingprävention.
Wie viele Fachverbände, so hat auch der DSV eine entsprechende Internetseite, die eine breite Grundinformation enthält. Die Verlinkung zu den oben genannten Internetseiten sichert die Abklärung von Detailfragen ab. Eine mehr verbandsspezifische Ausrichtung ist dennoch in der Planphase.
In der DSV-Verbandszeitschrift „Swim & more“ wird zusätzlich von Zeit zu Zeit hingewiesen auf einschlägige Literatur und die Möglichkeit der Überprüfung des eigenen Wissensstandes durch Teilnahme an verschiedenen Antidoping-Quiz-Programmen. Darüber hinaus sind wir der Meinung, dass mit der Unterschrift unter die Antidoping-Verpflichtungserklärung Aktive und Funktionäre zusätzlich sensibilisiert werden im Kampf gegen Doping-Praktiken.
Bezüglich verbotener Medikamente und Methoden verweisen wir auf die jährlich aktualisierte Liste der WADA/FINA im Internet, versenden darüber hinaus an neue Kaderangehörige und andere Interessenten die sehr hilfreiche „Beispielliste zulässiger Medikamente“ (gegliedert nach verschiedenen häufigen Erkrankungen) der NADA. Auch entsprechende Kärtchen mit medikamentösen Kurzinformationen werden verschickt.
Für generelle oder individuelle Antidoping-Fragen und Hinweisen zu Info-Material stehen zusätzlich die Geschäftsstelle (Referat Antidoping), der Antidopingbeauftragte sowie die Mitglieder der Medizinischen Kommission beratend zur Verfügung.
Auch in der verbandseigenen Aus- und Fortbildung von Übungsleitern und Trainern wird verstärkt bei entsprechenden Lehrgängen die Dopingproblematik einbezogen.
Eine weitere präventive Maßnahme ist das sehr aufwändige und kostenintensive Projekt zur Erstellung einer Datenbank mit Werten von Gesamthämoglobin und anderen Blutparametern in Zusammenarbeit mit der Universität Bayreuth (Prof. Schmidt), an der sich die allermeisten DSV-A-Kaderangehörigen freiwillig seit mehr als 2 Jahren für immer neue Messungen zur Verfügung stellen und somit einen beispielhaften Beitrag zum Kampf gegen Blutdoping leisten.
Abschließend ist festzustellen, dass nur durch ein Bündel von Antidoping-Maßnahmen, das ständig anzupassen und zu ergänzen ist, signifikante Fortschritte in der Bekämpfung des Dopingübels zu erzielen sind. Für den DSV hat diese Herausforderung hohe Priorität. Prof. Dr. Eide Lübs
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