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Kommende Events

Ab ins Schwimmbad

Heute: DSV Leistungssportdirektor Thomas Kurschilgen vor der WM in Korea

DSV Call Room
11.07.2019 Kategorie: Verband, Schwimmen, Wasserspringen, Synchronschwimmen, Freiwasser, Masterssport, Wasserball, Breiten-, Freizeit- & Gesundheitssport

Call Room: Herr Kurschilgen, Sie sind bereits bei den Schwimmern im Vorbereitungs-Trainingslager von Kumamoto in Japan. Wie ist die Stimmung bei Ihnen?
 
Kurschilgen: Das Team ist heute angekommen und mit einem großen Welcome-Dinner vom Bürgermeister der Stadt Kumamoto mit allen Ehren empfangen worden. Die Laune war nach einer langen Reise gut, alle sind in Erwartung des Saisonhöhepunktes angespannt natürlich, aber sehr aufgeräumt und fröhlich.
 
Call Room: Die deutschen Medien, besonders die Nachrichtenagenturen titeln bereits vor Beginn der WM mit Negativschlagzeilen, beeinflusst das vielleicht die Stimmung?
 
(Korrektur): Kurschilgen: Nein. Und ganz ehrlich? Die Aktiven sind schon sehr verwundert. Da suggeriert eine Agentur aktuelle Probleme, obwohl eine Schwimmerin mit dem „ziemlichen Chaos beim DSV“ die Zeit bis 2018 gemeint hatte. Die Aktiven, mit denen ich persönlich gesprochen habe, sind derzeit sehr zufrieden mit der Vorbereitung in Kumamoto und damit auch mit den von uns getroffenen Entscheidungen und Maßnahmen. Ich spüre eine echte Aufbruchsstimmung, alle wollen nach vorne schauen und nicht mehr zurück.
 
Call Room: Aber die Medien fragen ja dennoch nach der Führungslosigkeit des DSV, nach dem Rücktritt des damaligen Chef-Bundestrainers oder nach nicht gegebenen Zielvorgaben.
 
Kurschilgen: Also, ich möchte da zweigeteilt antworten: Zum einen gibt es keine Führungslosigkeit im DSV, wir haben einen handlungsfähigen Vorstand nach BGB. Das Präsidentenamt ist nicht besetzt. Aber gerade deswegen gibt es ja die gesetzliche Lösung, dass dann andere handeln und dies meine Vorstandskollegen mit mir tun. Insofern fehlt uns zwar auf der ehrenamtlichen Ebene eine präsidiale Spitze, aber alle Dinge werden nach Satzung und Notwendigkeit absolut sowohl im Hauptamt als auch im Ehrenamt mit der notwendigen Professionalität erledigt. Es gibt also keine Führungslosigkeit und schon gar kein Führungschaos, nur weil ein Posten vorübergehend nicht besetzt ist.
 
Call Room: Und der zweite Teil Ihrer Antwort?
 
Kurschilgen: Nach dem nicht ganz überraschenden Rücktritt des damaligen Chef-Bundestrainers standen wir vor der Herausforderung, schnell und zügig eine kompetente Lösung für die Nationalmannschaft zu finden. Wir haben mit Bernd Berkhahn und Hannes Vitense als Tandem einen sehr tragfähigen Ansatz mit klar definierten Verantwortlichkeiten gefunden. Ich würde mir daher wünschen, dass außenstehende Experten die Entwicklung weniger populistisch, sondern in der gebotenen Differenziertheit betrachten. Im Übrigen wird diese Lösung von allen Seiten getragen.
 
In der Entwicklung einer Individualsportart wie dem Schwimmen müssen zudem die Ansprüche zwischen Individualität und Zusammenarbeit im Team auf der Trainer- und Athletenebene erkannt und daraus geeignete Lösungen im Sinne einer optimalen Leistungsentwicklung unserer Spitzenathleten gefunden werden. Individualität und Konzentration stellen für mich keinen Widerspruch dar, sondern müssen synergetisch miteinander verbunden werden.
 
Call Room: Und zu den Zielen, wie sehen die für Korea aus?

Kurschilgen: Im Beckenschwimmen wollen wir in den olympischen Staffeln im nächsten Jahr bei den Olympischen Spielen in Tokio dabei sein, dazu ist hier bei der WM eine Platzierung unter den besten 12 Teams jeweils notwendig. In den Einzeldisziplinen werden unsere Leistungsträger die Benchmarks für das Team setzen und die jüngeren Athleten mitziehen. Beispielsweise weiß ein Florian Wellbrock, als einer der TOP-3-Athleten in der Weltbestenliste über 800m und 1500m, dass er zu den Hoffnungsträgern im deutschen Team gehört. Ähnlich verhält es sich mit Philip Heintz, Franziska Hentke oder Marko Koch. Eine Medaillenprognose wird es dennoch nicht geben. Leistung können Sie steuern, aber nicht den Medaillengewinn. Das ist eine der Paradoxien des Spitzensports. Überhaupt ist die Aussagefähigkeit eines Medaillenspiegels überaus kritisch zu hinterfragen. Wir wollen unseren Athleten klarmachen, dass sie sich mit höchstem Risiko und Einsatz dem Wettbewerb stellen, ihr absolutes Leistungsvermögen realisieren und damit die Chance auf einen Finalplatz oder gar eine Medaille wahren. Und wenn nach einer neuen persönlichen Bestzeit keine Medaille geholt werden konnte, weil andere schneller waren, dann hat der Aktive ja doch erst einmal das Beste aus sich herausgeholt. Das sind die Maßstäbe, die für mich zählen.

(Ergänzung): Call Room: Von derselben Nachrichtenagentur wird Ihnen und dem DSV Konzeptlosigkeit vorgeworfen. Haben Sie wirklich kein Konzept?
 
Kurschilgen: Eines mal ganz deutlich vorweg: Wer gut recherchiert, kann auch später besser kommentieren. Hier wird mittlerweile eine unfaire einseitige Stimmung gegen uns gemacht – und dies übrigens nur von einer Redaktion, die allerdings als Agentur Multiplikatorenwert hat. Unseriös finde ich es in diesem Zusammenhang, auch, dass von derselben Agentur die reichlich an uns gestellten und von uns beantworteten Fragen dann nicht veröffentlicht wurden.
 
Zur eigentlichen Frage: Natürlich gibt es effiziente Konzepte: Es gibt eine Mittel- und eine Langfriststrategie, es gibt beispielsweise für die Jahresplanung eine methodische Grundkonzeption ausgerichtet auf eine Höhenkette mit gemeinsamen Trainingslagern der Nationalmannschaft, der Integration unserer Kompetenzteams (Gesundheitsmanagement, Psychologie, Trainingswissenschaft) in diese Maßnahmen und eine klare Wettkampfstruktur, die in einer gemeinsame zentralen Vorbereitung der Nationalmannschaft in Kumamoto endet. Es gibt aber richtigerweise ebenso ergänzend individualisierte Konzepte die es Athleten wie Florian Wellbrock erst ermöglichen sich in die absolute Weltklasse zu entwickeln. Dies wurde im Übrigen mit dem DOSB und BMI intensiv abgestimmt. Ohne diese Konzepte hätten wir in diesem Jahre keinen Mittelaufwuchs für die Höhentrainingslager bekommen und müssten die zentrale vorbereitende Maßnahme in Japan aus Drittmitteln finanzieren.
 
Call Room: Wie sieht es in den anderen Sportarten des DSV für Korea aus?
 
Kurschilgen: Nehmen wir die Wasserballer. Sie sind wieder bei einer WM dabei. Hier haben wir eine Mischung aus erfahrenen Spielern und jüngeren Spielern, die wir bereits für die Olympiade von 2021 bis 2024 aufbauen wollen. Hier hat das Team eine Top 8-Platzierung vor Augen. Mit unserem Bundestrainer Hagen Stamm haben wir auf jeden Fall einen alten Hasen an Bord, der die Mannschaft mit seinem Trainerteam vor Ort emotional und auch taktisch gut einstellen wird.
Auch die Wasserspringer erleben gerade einen Umbruch. Hier ist natürlich auch viel von der Tagesform abhängig. Mit Lutz Buschkow haben wir einen absoluten Wassersprung-Experten und zudem noch ein großes Trainerteam vor Ort. Auch hier liegt der Fokus auf die begehrten Quotenplätze für die Direktqualifikation zu den Olympischen Spielen. Außerdem waren die Wasserspringer in den zurückliegenden Jahren immer wieder für eine positive Überraschung gut.
Im Synchronschwimmen freut es mich, dass wir mit einem Duett am Start und deutsche Farben auch in dieser Sportart vertreten sind.
Und im Freiwasserschwimmen stehen ebenfalls die Olympiaqualifikationen mit den 10km im Fokus, aber auf dieser Strecke im offenen Wasser kann vieles passieren. Wir haben Athletinnen und Athleten, die je nach Rennverlauf vorne mit eingreifen können. Stefan Lurz ist als zuständiger Bundestrainer auch hier lange genug dabei, um die Athleten geneinsam mit Bernd Berkhahn optimal einzustellen.
 
Call Room: Noch einmal zurück zu den Medien. Wie würden Sie derzeit die Zusammenarbeit beschreiben?
 
Kurschilgen: Wir bekommen tatsächlich reichlich Medienanfragen und arbeiten hier auch wirklich mit Profis und Kennern der Szene zusammen. Dass die Journalisten das Haar im Schwimmbecken suchen, ist durchaus ihr gutes Recht. Aber auch wir müssen immer mehr den Hang zu tendenziöser Berichterstattung erfahren, wie man das von anderen Situationen auch schon her kennt. Das heißt, die Journalisten haben das Informationsziel, einen „Skandal“ oder „das Chaos“ zu entdecken und recherchieren und fragen so lange bei unterschiedlichen kompetenten und weniger kompetenten Stellen nach, bis sie die für sie passende Antwort gefunden haben. Häufig losgelöst vom Kontext der ursprünglichen Frage. Nicht, dass wir uns da falsch verstehen, wenn etwas nicht stimmt, dann muss darüber auch gesprochen werden. Aber zum Produzieren von sehr subjektiven Negativschlagzeilen einiger Journalisten können und wollen wir uns nicht mehr hergeben. Wir wollen professionell miteinander zusammenarbeiten und wir werden uns in Gwangju auch mit ihnen regelmäßig treffen.