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Gutes Abschneiden für den DSV bei der Potenzialanalyse

Sportpolitik
22.11.2019 Kategorie: Verband, Schwimmen, Wasserspringen, Synchronschwimmen, Wasserball

©Jo Kleindl

Über das Potenzialanalysesystem (kurz: PotAS), welches die Vergabe öffentlicher Fördergelder an die Sportverbände im Zuge der Leistungssportreform dank wissenschaftlicher Bewertung künftig transparenter und für das Bundesinnenministerium (BMI) damit auch nachvollziehbarer gestalten soll, wird nach Veröffentlichung eines Zwischenberichts der PotAS-Kommission im deutschen Sport dieser Tage hitzig diskutiert. Denn der Bericht enthält Rankings unter den 26 Sommersportarten, die überraschen. So liegt Badminton dort auf Platz eins, ohne jemals eine Olympiamedaille erbracht zu haben - zuletzt erfolgreiche Verbände wie Rudern finden sich dagegen ganz hinten in der Rangliste wieder.

Der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) bekommt in der als einzige bereits vollständig bewerteten Kategorie „Struktur“ mit Rang sieben und einem Strukturwert von 86,97 Prozent eine sehr gute Bewertung. Im Becken- und Freiwasserschwimmen konnte der Verband gar 94,70 Prozent erreichen und gehört dort zu den besten drei Sportdisziplinen. Wasserball der Männer gehört mit seinem erzielten Strukturwert von 89,77 Prozent zu den besten Spielsportarten. In der Kategorie „Kaderpotenzial/Leistungsentwicklung“ erzielte Wasserspringen den Spitzenwert von 100 Prozent, Becken- und Freiwasserschwimmen 95,84 Prozent. Dies bedeutete Platz eins und zwei im Disziplinenranking. Eine noch höhere Einstufung als Gesamtverband wäre möglich gewesen. Im Synchronschwimmen und Wasserball der Frauen konnten solche Topwerte allerdings nicht realisiert werden.

„Unsere im letzten Jahr begonnenen Anstrengungen im Schwimmen, Wasserspringen und Wasserball mit einer weiteren Professionalisierung der Strukturen und Personalressourcen im Leistungssport haben sich in PotAS bereits ausgewirkt. In Ansätzen haben wir in diesem Jahr im Synchronschwimmen und dem Wasserball der Frauen mit den Veränderungen begonnen,“ kommentiert DSV-Leistungssportdirektor Thomas Kurschilgen das Ergebnis.

Die eingeleiteten Strukturveränderungen mit der neuen Satzung des DSV und der Stellung des Leistungssports innerhalb des Verbandes, die Bündelung der Gesamtverantwortung unter der Führung des Direktor Leistungssports und der für die fünf Sportarten jeweils verantwortlichen Bundestrainer, die Ausweitung des Teammanagements und weitere wichtige Personalentscheidungen haben maßgeblich die Ergebnisse beeinflusst. Hinzu kommt die Gründung einer GmbH mit den Schwerpunkten Vermarktung, Events und Kommunikation. Die konsequente Durchführung von 22 regionalen Zielvereinbarungsgesprächen in Zusammenarbeit mit den Landesschwimmverbänden, deren Nachbereitung und Dokumentation sind ebenso ein Beleg für eine gute strukturelle Arbeit auf Bund-Länder-Ebene. Auch im Bereich des Anti-Dopings ist der Verband gut aufgestellt und erfüllt uneingeschränkt die Anforderungen des BMI. Die guten Bewertungen in der Kategorie Leistungsentwicklung im Schwimmen (95,84 Prozent), Wasserspringen (100 Prozent), aber auch im Wasserball der Männer (88,62 Prozent) zeigen zudem, dass der DSV auch in den Bereichen der Nachwuchsförderung und Trainingssteuerung mehr als solide aufgestellt ist.

Von Talentsichtung und -förderung bis Personalentwicklung, Gesundheitsmanagement, duale Karrieremöglichkeiten oder Good Governance reichen die bewerteten Kriterien. Dies alles musste in einem Online-System hochgeladen und gegenüber der PotAS-Kommission dokumentiert werden. Über 800 Dokumente und Konzepte hat der DSV erarbeitet.

„Allen Mitarbeitern in den PotAS-Arbeitsgruppen des DSV, die über Monate und unter Hochdruck vor und während der Weltmeisterschaften in Südkorea an diesem Projekt mitgearbeitet haben, muss ich Respekt und großen Dank aussprechen. Ohne diese Arbeiten hätten wir für den DSV dieses gute Ergebnis nicht erzielen können“, sagt Kurschilgen.

Dennoch bleibt auch Kritik an den Ergebnissen und dem Verfahren selbst. Acht Verbände mit insgesamt 35 Disziplingruppen konnten in der Kategorie „Kaderpotenzial/Leistungsentwicklung“ den Maximalwert von 100 Prozent erreichen. Dies verwundert bei der Auswertung, sollte doch im Zuge der Neustrukturierung des Leistungssports und der Spitzensportförderung gerade PotAS als ein zentrales Element die Potenziale von Disziplinen und Erfolgschancen detailliert ermitteln.

Von einer potenzialorientierten Einordnung der Sportarten und ihrer jeweiligen Disziplinen kann daher im Sommersport nicht mehr gesprochen werden, denn eine Differenzierung in der Bewertung und somit Verschiebungen im Ranking der Sportarten und Disziplinen der Verbände wird sich nach diesem Zwischenbericht maßgeblich erst durch eine Bewertung der Ergebnisse bei den Olympischen Spiele 2020, den Welt- und Europameisterschaften 2019 und 2018 ergeben.
„Gerade diese rückwärtsgerichtete Betrachtung und Bewertung der Verbände sollte mit der Einrichtung von PotAS verhindert werden und die vorhandenen Fördermittel auf die perspektivreichsten Athleten und die in ihren Strukturen und in ihrer Leistungsentwicklung zukunftsorientierten Disziplinen ausgerichtet werden“ erörtert Kurschilgen.

Durch die geplante Effizienzbetrachtung der Meisterschaftsergebnisse im Verhältnis zu der leistungsstärksten Nation im Weltmaßstab in der Kategorie „Erfolg“ komme es zudem zu einer immensen Benachteiligung der Disziplingruppen, denen ein Wettkampfprogramm mit relativ vielen Wettbewerben zugrunde liegt und die massiv von einer Nation dominiert werden, wie durch die USA in der Leichtathletik und im Schwimmen beispielsweise, oder China im Wasserspringen.

In den im Februar des nächsten Jahres anstehenden Strukturgesprächen mit dem DOSB, dem BMI und weiteren Sportpartnern hofft Kurschilgen, „dass es zu einer angemessenen und realistischen Einordnung der Ergebnisse von PotAS kommt“ und die Verteilung der Fördermittel verstärkt auf der Grundlage der Qualität der eingereichten Strukturpläne, der Konzepte und ausführlichen Finanzierungs- und Planungsunterlagen der Verbände erfolgt. „Es bedarf im Leistungssport stets einer differenzierten und individuellen Betrachtungsweise, um erfolgreich zu sein. Eine Steuerung der Verbände über gleichsam ähnliche Strukturen führt nicht zur Erhöhung der Erfolgswahrscheinlichkeiten“, so Kurschilgen. Zumindest fehlt der Beweis dafür.


>>Download Vorläufiger PotAS-Sommersportbericht 2019