Schwimmabzeichen

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Ab ins Schwimmbad

DSV-Vizepräsident Hein fordert Umdenken der Politiker bei der Schwimmbad-Finanzierung

Sportpolitik
21.01.2020 Kategorie: Verband, Schwimmen, Masterssport, Wasserball

©Niklas Kappler

Herr Hein, am vergangenen Mittwoch vertraten Sie den DSV als Sachverständiger bei einer Anhörung im Sportausschuss des Bundestages, in der es um die Bäder-Infrastruktur in Deutschland ging. Haben die Politiker das Problem jetzt erst einmal erkannt?
Wolfgang Hein:
Mein Eindruck ist, dass die Politik das Problem der mangelnden Schwimmfähigkeit von Kindern und den Zusammenhang mit immer weniger geeigneten und nicht mehr wohnortnahen Schwimmbädern jetzt für sich entdeckt hat. Bei Frank Steffel (CDU) oder Dagmar Freitag (SPD) war spürbar, dass das Schwimmen bei ihnen Emotionen und Erinnerungen an die Jugend weckt. Besonders tief im Thema war André Hahn (Linke), der vom zuständigen Ministerium mehr Aktivität erwartet. Mir wurde aber auch bewusst, dass wir als DSV und auch die Vereine vor Ort häufiger Gespräche mit den zuständigen Politikern führen müssen, um den gesellschaftlichen Mehrwert des Schwimmens stärker zu verdeutlichen.

Wann ist denn mit Abhilfe zu rechnen, damit Deutschland nicht zum Nichtschwimmerland wird, wie es Achim Haag als Präsident der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) formulierte?
Wolfgang Hein:
Was die finanzielle Unterstützung der Schwimmbad-Infrastruktur anbetrifft, hat Staatssekretär Stephan Meyer die Aussagen des Innenministers von Anfang Dezember wiederholt: Der Bund will 2021 wieder einen „Goldenen Plan“ als Masterplan aufleben lassen, angelehnt an das namensgleiche und sehr erfolgreiche Programm in den 1960er-Jahren. Die Auswirkungen eines solchen bundesweiten Programms wird man erst in fünf bis acht Jahren spüren. Für den DSV habe ich deutlich gemacht, dass es nicht bei einem einmaligen Programm bleiben darf. Vielmehr müssen die Kommunen in die Lage versetzt und verpflichtet werden, die Schwimmausbildung für jedes Kind dauerhaft sicherstellen zu können.
 
Was sind für Sie als DSV-Vertreter die wichtigsten Punkte in der Diskussion, die ja auch von DLRG, Deutschem Städtetag und anderen Institutionen mitgeführt wird und deswegen durchaus vielstimmig ist.
Wolfgang Hein:
Wir brauchen ausreichend Wasserflächen für unsere Vereine und alle Disziplinen, und das nicht erst nach 20 Uhr. Ich hoffe, dass unser Appell zum Erhalt oder Neubau von Hallenbädern, die dem Schul- und Vereinssport dienen und die Nähe zu Schulen berücksichtigt, angemessen wahrgenommen wurde. Wir benötigen für unsere Aufgaben keine neuen Spaßbäder, sondern funktionsgerechte Bäder mit optimierter Organisation, die deutlich günstiger gebaut werden könnten, als es derzeit üblich ist. Der DSV sieht das so: Bäder, die günstiger erstellt und betrieben werden können, ermöglichen den Kommunen und Badbetreibern auch günstigere Preise für die Vereinszeiten. Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von Bädern, die aus der Not heraus durch Vereine betrieben werden und damit deutlich günstigere Betriebskosten ermöglichen. Bäder, die durch Vereine betrieben werden, müssen auch Zugang zur Förderung auf Bundes- und auch auf der Landesebene erhalten. Zudem sind Bäder wohnortnah und an den Schulstandorten orientiert zu bauen. Warum kann für die Schwimmausbildung nicht auch an jeder mehrzügigen Grundschule ein Lehrschwimmbecken verpflichtend sein? Deren Unterhaltskosten in Höhe von 30.000 bis 50.000 Euro sollte der Gesellschaft die Schwimmfähigkeit seiner Kinder wert sein.
 
Was wird der DSV tun? Sollte der Verband mit seinen mehr als einer halben Million Mitgliedern noch aktiver werden?
Wolfgang Hein:
Der DSV ist durch meine Person bereits in den wichtigen Organisationen vertreten, die sich für eine ausgewogene Schwimmbäder-Infrastruktur einsetzen. In der „Bäderallianz“ beraten wir unter anderem mit der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen, den Sporttauchern, der Internationalen Akademie für Sport- und Freizeiteinrichtungen und verschiedenen Rettungsorganisationen erfolgreich zusammen. Hier ist auch die Idee mit der Petition entstanden, die dank 120.000 Unterschriften wohl erst zu dieser öffentlichen Sitzung im Bundestag geführt hat. Prof. Dr. Lutz Thieme hat vom Bundesinstitut für Sportwissenschaften mit unserer Unterstützung nun einen Forschungsauftrag erhalten, der sich mit der Erfassung der vorhandenen Bäderinfrastruktur und deren Zustand auseinandersetzt. Ich bin überzeugt davon, dass diese validen Daten der Politik auf der kommunalen, der Landes- und der Bundesebene die Argumente für Investitionen in eine ausgewogenen Bäder-Infrastruktur in Deutschland liefern werden. Der DSV ist mit einem Sitz im Beirat Bäderleben vertreten. Die Mitglieder der DSV-Kommission für Sportstätten und Umwelt beraten seit mehr als zwei Jahrzehnten Vereine und Kommunen in Fragen des Bädererhalts und auch der Bäderfortentwicklung und verfügen über ein sehr breites Spektrum an Bau-, Organisations- und Rechtsfragen.

Aber was kann man außerhalb dieser Gremien noch tun?
Wolfgang Hein:
Zur Bedeutung des Schwimmens und daher auch einer qualifizierten Schwimmausbildung müssen die Vereine und Landesverbände stärker und selbstbewusster vor Ort und auch bundesweit auftreten. Keine andere Organisation bietet eine so qualifizierte Schwimmausbildung zu sehr sozialen Preisen an, wie es die Vereine im DSV tun. Diese Qualität muss wesentlich aktiver an die Badbetreiber und Kommunalpolitiker transportiert werden, damit die Vereine vor Ort nicht immer weniger und teurere Schwimmzeiten erhalten, sondern immer mehr und preiswerter die Bäder nutzen dürfen. Schwimmen ist die einzige Sportart, die vom Lebensbeginn an bis ins hohe Alter möglich ist und der Gesundheit dient.


Die Zusammenfassung der Expertenanhörung im Bundestag finden Sie hier