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DSV-Mannschaftarzt Prof. Dr. Beck beantwortet Fragen zum Coronavirus, Teil 2

Video-Serie
13.04.2020 Kategorie: Verband, Schwimmen, Wasserspringen, Synchronschwimmen, Freiwasser, Wasserball

Zusammen mit Prof. Dr. med. Alexander Beck und der Rough Water& GmbH hat der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) eine dreiteilige Videoreihe zum Coronavirus und dessen Einfluss auf Sportler erstellt. Beck ist nicht nur Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie im Juliusspital Würzburg, er ist auch der leitende Mannschaftsarzt im DSV für das Freiwasserschwimmen. Als solcher gehört der Mediziner auch der DSV-Taskforce an, die für den Verband den Umgang mit der Coronavirus-Pandemie steuert. Für die gelungene Zusammenarbeit möchten wir uns herzlich bedanken.

>>> Das zweite Video findet ihr hier.

Sind Leistungssportler vielleicht weniger anfällig für das Coronavirus?
Prof. Dr. Alexander Beck:
Hierzu gibt es keine wissenschaftlichen Daten. Dadurch, dass Leistungssportler gut trainiert und jünger sind, sich meist gut ernähren und wenig bis keine Nebenerkrankungen haben, glaube ich persönlich:  Sie sind zwar genauso anfällig für das Virus, aber die Sportler werden wesentlich mehr asymptomatische Verläufe oder Verläufe mit nur geringen Krankheitssymptomen haben.

Inwiefern kann eine Sportlerkonstitution während des Krankheitsverlaufs helfen? Gibt es womöglich Unterschiede zwischen Ausdauersportlern (Schwimmern) und Schnellkraftsportlern (Wasserspringer)?
Prof. Dr. Alexander Beck:
Eine Sportlerkonstitution hilft sicher für einen milderen Krankheitsverlauf, wobei auch hier Ausnahmen möglich sind. Einen großen Unterschied zwischen Ausdauersportlern und Schnellkraftsportlern sehe ich nicht, beide sind jung und gut trainiert.

Was bedeutet die plötzlich fehlende Belastung durch Schwimmhallen-Schließungen etc. ganz konkret für Stoffwechsel und Nahrungseinnahme?
Prof. Dr. Alexander Beck:
Hier ist sicher auf eine Anpassung der Ernährung zu achten, sonst kann das Gewicht schnell mal in die Höhe schießen. Wenn man normalerweise durch Hochleistungstraining viele tausend Kalorien verbrennt und das auf einmal wegfällt, dann muss zwingend die Nahrungszufuhr angepasst werden. Aber das kennen die meisten Sportler aus ihrer Sommerpause.

Mit Ulf Tippelt warnte ein Wissenschaftler vom IAT Leipzig nun sogar vor „unwiderruflichen Schäden“ im deutschen Leistungssport, wenn die Perspektive, die Leistungspyramide und der viele Jahre vollzogene Leistungsaufbau durch eine zu lange Pause unterbrochen würden. Was ist Ihre Meinung dazu?
Prof. Dr. Alexander Beck:
Ulf Tippelt sagte: "Alle Sportler benötigen Trainingsbedingungen, damit sie ihr Trainingslevel einigermaßen halten können. Sie können nicht plötzlich ihren hochtrainierten Körper stoppen". Dem ist sicher zuzustimmen. Doch nicht nur im deutschen Leistungssport haben wir dieses Problem, es besteht weltweit. Hier ist es nun Aufgabe der Trainer, für ein alternatives Trainingsprogramm zu sorgen, welches sicher nicht ideal ist, aber zumindest den Athlet*innen die Möglichkeit gibt, sich weiter zu betätigen, um einen zu heftigen plötzlichen Trainingsverlust durch "Nichtstun" zumindest partiell auszugleichen.

Der neue Olympiatermin steht, alles andere ist aber noch ziemlich unklar: Was und wie soll man da gerade überhaupt am besten trainieren?
Prof. Dr. Alexander Beck:
Diese Antwort müssen die Trainer geben, dafür ist der Mediziner der falsche Ansprechpartner. Aber zumindest aus medizinischer Sicht weiß man aus dem Jugendsport, als Athleten, welche sich noch in der körperlichen Entwicklung befinden, dass es sinnvoll ist, neben der Hauptsportart mindestens eine Nebensportart zu betreiben. Das soll verhindern, dass in der Wachstumsphase sich die Muskelgruppen ungleich entwickeln. Also warum nicht auch mal in der Zeit, wo ein Training in der Hauptsportart gerade nicht oder nur ungenügend möglich ist, mal eine andere Sportart ansetzen, um zumindest fit zu bleiben!

Ironman-Triathlon-Siegerin Anne Haug erklärte gerade, dass man Schwimm-Training nicht simulieren kann. Sehen Sie das genauso?
Prof. Dr. Alexander Beck:
Schwimmen ist sicher sehr schwierig zu simulieren, hier kursieren im Netz schon viele lustige Videos, wie es Sportlerinnen und Sportler versucht haben zu simulieren. Hauptproblem ist aber das Wassergefühl und das ist nicht simulierbar.

Seilzugtraining? Radfahren? Ruderergometer? Jogging? Welche Ausdauersportarten sind als Trainingsersatz für Schwimmer jetzt besonders zu empfehlen – und welche womöglich nicht?
Prof. Dr. Alexander Beck:
Hier muss sicher zwischen Sprintern und Langstreckenschwimmern unterschieden werden. Die Langstreckensportler sollten sich eher auf ein Ausdauertraining konzentrieren und 50m-Freistilsprinter wird eher mehr Krafttraining machen. Aber auch hier ist der Trainer derjenige Ansprechpartner, der das für den individuellen Sportler festlegen sollte.

Besteht durch ausgeweitetes Krafttraining eine erhöhte Verletzungsgefahr?
Prof. Dr. Alexander Beck:
Immer, wenn man akut etwas macht, was der Körper nicht kennt, dann besteht auch eine erhöhte Verletzungsgefahr. Auch hier gilt: Alles mit Maß. Sprich: Wer bisher gerade mal mit 5 kg-Hanteln gearbeitet hat, sollte nicht gleich den Sprung auf 50kg wagen, denn das kann schnell schief gehen.

Wenn ich für einen besseren Abdruck bei Start und Wenden vermehrt Beinkraft trainiere, wie lange muss ich da üben, bis die Muskulatur nachhaltig anwächst?
Prof. Dr. Alexander Beck:
Das lässt sich so pauschal nicht beantworten, denn es ist von diversen Faktoren abhängig, wie zum Beispiel: Habe ich das schon oft und intensiv trainiert oder bisher nur marginal oder gar nicht, sprich bin ich erst am Anfang oder ist mein Training die letzten Jahre schon weitgehend ausgereizt.

Welche Rolle spielt der Kopf und damit Motivation zur Bewältigung der Situation?
Prof. Dr. Alexander Beck:
Wir sehen bei der gesamten Bevölkerung eine große Verunsicherung. Dies ist aber auch verständlich, denn eine solche Situation haben die meisten noch niemals erlebt, denn die Einschränkungen sind immens.
Mein persönlicher Rat in dieser Zeit: Bleibt gesund, munter und zuversichtlich, denn Optimismus mag dieses Virus nämlich gar nicht.

Wozu kann man die unerwartete Wettkampfpause aus medizinischer Sicht noch nutzen?
Prof. Dr. Alexander Beck:
Man kann die Zeit nutzen, Arbeiten, die man immer geschoben hat, jetzt in aller Ruhe anzugehen und wegzuschaffen. Die Ausrede: „Jetzt muss ich aber zum Training“, die zählt nicht mehr! Man macht sich einen Plan, was man schon lange hätte tun müssen und arbeitet es konsequent weg. Denn das Virus und die Ausgangsbeschränkungen entschleunigen auch unser Leben. Damit hat man - wenn alles vorbei ist - wieder einen freien Kopf und der Druck: „Und dies und jenes müsste ich auch noch machen…“ fällt dann weg und man kann wieder viel befreiter trainieren.