„Einige sind noch nicht da, wo sie sein sollten“

05.06.2011 Schwimmen

Mit gemischten Gefühlen schaute Bundestrainer Dirk Lange am Ende des vorletzten Tages der 123. Deutschen Meisterschaften in Berlin auf die Bilanz der DSVAthleten. Während einige der etablierten DSV-Aktiven überraschend an der Norm für die Weltmeisterschaft in Shanghai (16. bis 31. Juli) scheiterten, gab es auf der anderen Seite eine Vielzahl an verblüffend starken Leistungen. Für den Paukenschlag des Tages sorgte Marco Di Carli. Der „Rückkehrer“ schlug einen Tag nach den 50 m Freistil auch über die 100 m Freistil als Erster an – und das in 48,24 Sekunden mit neuem deutschen Rekord, Weltranglistenplatz eins und der Qualifikation für Shanghai. Bundestrainer Dirk Lange: „Vor allem diejenigen, die die Norm unbedingt erfüllen mussten, um sich den Platz im Team für Shanghai zu sichern, haben hier Gas gegeben. So wie Marco. Bei ihm sieht man, was möglich ist, wenn man seinen Zielen alles unterordnet.“

Kritisch hingegen beäugte der Bundestrainer die Leistungen einiger Athleten, mit deren Qualifikation für Shanghai allgemein gerechnet worden war. Unter anderem hatten sich Paul Biedermann (400 m Freistil) und Britta Steffen (100 m Freistil) an der Norm die Zähne ausgebissen. Lange: „Unabhängig von Britta und Paul: Ich habe den Eindruck, dass einige körperlich und geistig noch nicht da sind, wo sie eigentlich sein sollten.“ Bis zur WM möchte Lange dieses Defizit durch „gezielte Maßnahmen aufholen. Denn dass es Nachholbedarf gibt, war unschwer zu erkennen.“ Dabei legte der Bundestrainer wert darauf, keinem Athleten einen Freifahrtschein ausstellen zu wollen. „Wir werden uns in Ruhe anschauen, wen wir trotz verpasster Qualifikation nominieren. Es sind immerhin noch vier Wochen bis zur endgültigen Nominierung. Bis dahin liegt viel Arbeit vor uns.“

Der Direktor Leistungssport, Lutz Buschkow, ergänzte im Rahmen der Abschluss- Pressekonferenz des DSV: „Sicher muss man kritisch betrachten, dass insbesondere die Frauen sich mit der Erfüllung der Normen schwer getan haben. Sehr erfreulich finde ich aber, dass viele Athleten sich den zugegeben harten Anforderungen gestellt und diese Herausforderung positiv angenommen haben. Das macht mich sehr zuversichtlich für die WM.“ Immerhin, so konnte Bundestrainer Lange feststellen, habe man auf 19 Strecken 14 Athleten unter den Top Ten weltweit. „Und das, nachdem schon alle anderen Nationen ihre Qualifikationswettkämpfe absolviert haben.“ Auch bei den Staffeln sieht der Bundestrainer die Nationalmannschaft auf einem guten Weg: „Wir werden in der Breite langsam besser. Weltspitze ist das noch nicht, aber wir sind zumindest mal wieder mit den 4x100 m Freistil bei den Männern und den 4x200 m Freistil bei den Frauen bei einer WM vertreten.“

(DSV-Pressemitteilung vom 05. Juni 2011, MK)

 
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