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Schwimmen 19.8

Masters-WM Budapest 2017
20.08.2017 Kategorie: Masterssport, Masterssport - Internationales WM, Masterssport - Schwimmen, Masterssport - Internationales

Wir sind nun schon alte Hasen auf Budapests Straßen und geben alten Mütterchen gern Auskunft, wie sie zu dem einen oder anderen Bad kommen. Nur lange warten müssen wir auf unseren Bus – es ist ja Samstag!

Die Brustschwimmer sind gefragt; die ganz Jungen und die ganz Reifen schwimmen im Dunabebad und endlich kriege ich auch zwei der besten Brustschwimmer Deutschland vor meinen Kuli und Zettel. Nicole Heidmann, AK 35, TV Meppen ist die eine und das männlich Pedant dazu ist Hans Reichelt.

Nicole schwamm hier schon zwei Europarekorde: Über 100 und 200 m Brust und der dritte – so hofft sie – fällt morgen über 50 m Brust. Nicole beherrscht seit Jahren die Brustschwimmszene in Deutschland und auch in Europa und auch in der Welt. Denn aus Montreal hat sie ja auch schon Gold mitgebracht! Für diese Ergebnisse trainiert die stellv. Filialleiterin einer Sparkasse hart. 3 x in der Woche Schwimmtraining, dazu Kraft und dazu Pilates! Da sollte man doch meinen, ihre Zeit ist ausgelastet. Nein, sie steht auch noch 2 – 3 Mal in der Woche am Beckenrand und trainiert eine Kindergruppe. In Deutschland haben ja immer mehr und mehr Eltern das Sagen; aber was Nicole sagt, ist Gesetz! Klar, wenn man von einer Weltmeisterin trainiert wird! Der erste Glückwunsch den sie heute bekam, wurde von der Mutti eines ihrer Schwimmkinder gesendet!

Die Siegerehrung der Männer dauert noch und so habe ich noch Zeit, mich mit Hans Reichelt, AK 80, von den Wasserfreunden München zu unterhalten. Da könnte ich doch glatt weg Stunden zu hören. Ich bin in Halle geboren, dort groß geworden, dort gearbeitet, dort Rentner geworden und bestimmt werde ich auch in der Stadt an der Saale sterben. Bei Hans klingt das ganz anders:

Geboren wurde er in Mailand, weil sein Vater zu dieser Zeit bei einer Filiale von Carl Zeiss Jena dort tätig war. Kurz vor Kriegsende empfahl man den Deutschen „ Heim ins Reich“  zu gehen.  Also packten seine Eltern die Sachen und gingen zuerst nach Freiburg und dann wieder nach Jena. Er und seine 3 Geschwister machten dort Abitur und zogen dann gen Westen. Hans studierte in Heidelberg Volkswirtschaftslehre (der heutigen BWL etwa entsprechend), und schwamm für Nikar Heidelberg. In München legte er sein Diplom ab, ging für ein Jahr an die Universität Bologna, lernte dort seine Frau kennen.Er promovierte in Wien und ging dann nach Kenia und Uganda, wo auch die ersten beiden Kinder geboren wurden. Aber noch nicht genug: Ab 1970 – 1987 lebte und arbeitete er in Washington D.C. bei der Weltbank; verbrachte zwischendurch mal wieder 4 Jahre in Afrika. Ab 1987 war das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit in Bonn sein Domizil und nach der Wende ging es nach München, wo er heute noch lebt.

Als Masterschwimmer startete er seine Karriere in Washington; gehörte dort immer den TOP 10 an. Bei der WM in Riccione ging es dann aber richtig los. Auf Mallorca erkämpfte er seine erste internationale Medaille, war in Jalta erfolgreich. Und bei den Deutschen Meisterschaften steht er sowieso immer auf dem Treppchen, meist auch ganz oben. Nach der EM in London hat er nicht nur geschimpft, sondern im feinsten Englisch an die LEN einen bitterbösen Brief ob der Zustände dort geschrieben.

Das war für mich interessant! Von diesen vielen Fakten eines einzigen Lebens beeindruckt, nehme ich erst einmal wieder meinen Gang durch die Wettkampfstätte auf. Beim Arena – Shop ist großes Gedränge, hängt doch ein großes Schild an der Tür: Alles – 50%! Es ist ein relativ kleiner Laden und ich verstehe nicht, warum seit Jahren die Angebote der Sportartikelfirmen bei den Masterswettkämpfen immer so mager ausfallen! Kennen diese Manager die Kauffreudigkeit und – kraft der Masters nicht! So manch einer kauft mal schnell 10 Schwimmbrillen, die T-Shirts gehen n Mengen über den Ladentisch.

Hans Jürgen Müller ist immer noch traurig nicht am gestrigen get togehter teilgenommen zu haben. Er ist mit dem Auto in Budapest. Als er gestern früh von der Schwimmhalle ins Hotel fahren wollte hat ihn die Polizei angehalten und darauf verwiesen, dass es an einem seiner Reifen eine dicke Beule herrscht. Irgendwann wäre diese Beule geplatzt. Also: Hin zur Autoreparatur. Mittags nachgefragt – noch nichts; Nachmittags nachgefragt – noch nichts. Erst 18.00 Uhr hatte sein Auto einen neuen Reifen!

Die 200 m Schmetterling waren auch mal meine Lieblingsstrecke und so ziehe ich wieder in die Halle. Eine Mörderstrecke die sich aber trotzdem einige Leute antun in der Hoffnung, eine Medaille zu erhaschen. Wenn man dann aber sieht, das ein Schwimmer 75 m hinter dem Vorletzten ankommt – wo ist da der Sinn, sich so etwas anzutun. Hochachtung und großer Applaus brandet auf, als ein einarmiger Schwimmer in der AK 75 in einem guten Mittelfeld die 200 m beendet. Und dann kommt meine AK. Marcela aus Cannstadt schwimmt einen neuen Europarekord. Das ist aber kein Deutscher Rekord, weil sie einen tschechischen Pass hat. Es ist aber auch kein tschechischer Rekord, weil sie für einen deutschen Verein startet!!!!??? Noch Fragen???

Sabine Morche-Bloch nimmt auch diese Strecke in Angriff. Sie ist ja im DSV – Masters unsere Rekordsachbearbeiterin und hat immer Schwierigkeiten, die Weltrekordurkunden recht bald zu erhalten. Da packt sie die Gelegenheit am Schopf und noch im nassen Badeanzug dringt sie in das Allerheiligste der FINA vor, um mit Walt Reid, dem Rekord – und Bestenlisten - Sachbearbeiter zu sprechen. Großes Lob für Sabine von ihm! Sie ist eine von wenigen, die die Anträge ordnungsgemäß und mit dem entsprechenden Vordruck einreicht. Und wenn morgen am letzten Tag ich darüber berichten kann, wie viele Rekorde von deutschen Schwimmern erzielt wurden dann deshalb, weil sie auch diese Zeit in Budapest nutzt, ihre Dateien auf den aktuellen Stand zu bringen. Danke, Sabine!!!

Wieder Siegerehrungen. Besonders applaudiert man einem ungarischen Schwimmer. Er ist mit 97 (!!!) Jahren der älteste Teilnehmer. Und auch einer Schwimmerin der AK 35 spendet man viel Applaus. Sie legte die 100 m Rücken in 1:01, zurück!!!! Masterssport ist Hochleisstungssport!!!

Da fehlt mir hete noch ein Gespräch mit Teilnehmern ohne Ambitionen auf Titel aber dem Willen hier Bestleistungen zu erzielen. Es sind Andreas Hüsing und Ulrich Fortmann, beide AK 50, vom Oldenburger SV. Sie sind mit sich und der Welt im Reinen; Bestzeiten, Begeisterung für die Sportstätten, die ständigen Trainingsmöglichkeiten, die freien Fahrten, die Verbindung von Sport und Touristik, das ganze Ambiente – alles toll. Ein kleiner Wermutstropfen fällt dem Geschäftsführer einer Spedition und dem Stadtplaner in ihr Glück: Sie sind ohne ihre Familien hier, weil diese (Kinder, Frau) in die Schule gehen müssen. 

Or dem Abendessen ist noch ein wenig Zeit. Mit Karin setze ich mit in eines dieser Boote und wir fahren bis zum Parlament. Morgen ist ja in Ungarn Nationalfeiertag und vor dem Parlament üben die Truppen der Armee. Ein Weilchen schauen wir zu, gehen am Denkmal der im Kampf um Budapest gefallenen Sowjetsoldaten vorbei und kommen zu einer öffentlichen Protestaktion gegen den ungarischen Präsidenten.

Das Abendessen nehmen wir in einer schönen Gaststätte am Fuße des Schlosses ein und so komme ich auch mal in den Genuss, Budapest in der Nacht zu sehen; eine Traumkulisse! Sonst sitze ich um diese Zeit ja am Computer und schreibe...

Den heutigen Siegern herzlichen Glückwunsch:

Ergebnisse 19.08.2017
200 m B Frauen
1. Platz Elsbeth Flick Bergneustädter SV AK 75
1. Platz Nicole Heidmann TV Meppen AK 35
1. Platz Juia Damman SV Würzburg AK 25
200 m B Männer
3. Platz Hans Reichelt Wasserfreunde München AK 75
3. Platz Wolfgang Best SG Böhmetal AK 65
2.Platz Peter Kauch SG Gladbeck AK 60
100 m R Frauen
2.Platz Andrea Kutz Berliner TSC AK 45
100 m R Männer
2.Platz Gerhard Hole SSF Bonn AK 80
200 m Sch Frauen
1. Platz Marcella Neumeister SV Cannstatt AK 65
3. Platz Gabriele Brkowski SV Hagen AK 55
1. Platz Sabine Reibel-Oberle SSV Lahr AK 50
3. Platz Ursula Schrock SSV Lahr AK 50
2.Platz Claudia Thielemann SG Bayer AK 45
1. Platz Maren Spietzack ST Heddos AK 25
2.Platz Anna Spietzack ST Heddos AK 25
1. Platz Jennifer Thater SG Dortmund AK 25
200 m Sch Männer
3. Platz Alfred Seeger TSV Lindau AK 75
3. Platz Horst Lehmann Schöneberg Berlin AK 70
3. Platz Peter Hoberg SV Mannheim AK 60
2.Platz Jochen Hanz SG Neukölln Berlin AK 40

 

 

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