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18. WM in Gwangju/Südkorea - Schwimmen Tag 7

Masters-WM Gwangju 2019
19.08.2019 Kategorie: Masterssport - Internationales WM, Masterssport

Für Schwimmen berichtet Isolde König

Sonntag, 18.08.2019

Aufbruchsstimmung in Gwangju. So ein letzter Tag hat immer ein besonderes Flair. Überall stehen Koffer herum; an den Verkaufsständen schleudert man die letzten Sachen zu halben Preisen heraus; das „DNS“ an der Anzeigetafel erscheint immer häufiger; überall wird geherzt und geküsst, Badekappen und T-Shirts getauscht...

Bei vielen geht es gleich von der Schwimmhalle zum Flugplatz und nach Hause. Einige bleiben noch ein paar Tage und die 60 Menschen der Gruppe Westphal steigen morgen in den Bus zu einer einwöchigen Rundreise. Das ist in diesem Land einfach spannend. Erster Stopp wird Busan sein, in dem man also nur von 09.00 – 18.00 Uhr im Meer baden darf.

Eine sehr aufregende Weiterfahrt hat aber auch Heiko Boknecht aus Quakenbrück. Er wird vier Tage in Vietnam bleiben und dann noch vier Tage nach Hongkong weiterfliegen!!! Die politische Lage ist dort ja mehr als angespannt. Deshalb hat er auch eine App-Verbindung zum Auswärtigen Amt, um in einer noch schärferen Krisensituation handeln zu können. Wünschen wir ihm, dass alles gut geht und dass wir uns beim nächsten Wettkampf alle gesund wiedersehen.

Um eine Ergänzung bittet er noch: Christian Schäfer aus Quakenbrück wurde über 800 m Freistil Zweiter.

Nils Rix sitzt auf der Tribüne.  Als Jugendlicher hatte er bei den NDJM einen dritten Platz geholt und konnte hier über 800 m Fünfter werden. Er durfte jahrelang nicht Schwimmen trainieren, weil er ein Loch im Ohr hatte. Er arbeitet jetzt als Heilerziehungspfleger, ein anstrengender Beruf, der viel Kraft braucht.

Südkorea hat er sich komplett anders vorgestellt, schwärmt aber, wie alle anderen auch, von der Höflichkeit der Menschen und von der tollen Organisation. Ihn zieht es noch zur Vulkaninsel Jeju und natürlich auch nach Busan. In einer Woche macht er sich dann auch auf den Heimweg.

 

In einer kurzen Snack-Pause sitzen wir im Freien zu viert an einem Tisch und obwohl noch andere Tische frei sind, setzt sich ein Mann zu uns. Er zückt sein Smartphone, hämmert darauf herum und es erscheint „Guten Appetit“, worauf hin ich mich mit meinen Russischkenntnissen bei ihm bedanke! Ihm fallen fast die Augen aus dem Kopf. Er kommt aus der Ukraine, aus Kiew und wir plauschen recht angeregt. Warum niemand mehr Russisch lernt frage ich ihn? Seine Antwort: Französisch, Englisch, Deutsch – alles Mögliche, nur eben nicht Russisch. Was kann aber eine Sprache für das Regime! Es ist doch schön, sich mit fremden Menschen unterhalten zu können!?

 

 

Heute stehen noch die 50 m Rücken, die 400 m Freistil und die 50m Brust im Programm.

Da rasselt es schon wieder mit den Medaillen!

Im Keller finde ich endlich den Mann, den ich schon seit Tagen suche:

Torsten Kaiser. Nein, nicht weil er Kaiser heißt. Ich hatte als Klassenlehrerin in der Sportschule Halle oft das Vergnügen, mit meinen Jungs zum Wettkampf zu fahren. Und jener Torsten Kaiser aus Dresden gehörte in die gleiche AK wie Tino Weber aus Halle (6. der OS in Barcelona über 200 m Rücken; 4. Platz mit der Lagenstaffel) und sie duellierten sich jahrelang. Nun treffe ich also Torsten wieder, der inzwischen für die SG Rhein-Erft Köln schwimmt und dort auch lebt. Studiert hat er in Köln BWL und arbeitet nun als selbständiger Unternehmensberater. Neben all den Sachen die ich nun schon oft als positiv genannt bekommen habe, schildert er eine rasante Taxifahrt, bei der der Fahrer mit 100 Sachen durch die Stadt fuhr und so nebenbei eine ihn sehr interessierende Kochsendung anschaute. Zum ersten Mal höre ich auch etwas Positives vom Athletendorf:

Es ist einfach toll mit Sportlern aus aller Herren Länder beim Frühstück und besonders beim Abendessen zusammen zu sein und zu reden. Außerdem ist die Verpflegung super.

 

Auch auf die Siegerehrung warten Ria, ihr Sohn Karl und ihr Mann Niels  Hennebach – Hoedt aus Leipzig. Ria ist ursprünglich aus Merseburg und sie war die Ärztin, die bei der DKBM in Hannover erste Hilfe geleistet hat.

Nun ist sie mit ihrer ganzen Familie vor Ort. Gestern wollte man sie über 100 m Rücken disqualifizieren. Aber ihrem Einspruch ist stattgegeben worden und so erhielt sie die Medaille für den 4. Platz. Ihr Mann Niels-Torsten Hoedt, auch Arzt, wird über 50 m Brust in der AK 50 13. Besser macht es ihr Sohn Karl. Er wird Zweiter über 50 m Rücken, nachdem er schon über 50 m Freistil Silber holte. Karl ist aus dem schönen Leipzig in die weite Welt gezogen und hat auf Hawaii sein Domizil aufgeschlagen. Erst das Abitur, dann Studium. Damit ist er fertig und will auf alle Fälle noch ein Jahr dort arbeiten, wo andere Urlaub machen.

 

 

 

Was noch so auffiel:

-          Gwangju ist eine Stadt mit wenig Grün und noch weniger Blumen. In Anbetracht des Klimas hier - sehr warm und immer feucht - müsste es doch überall blühen – tut es aber nicht.

-    Wir hatten ein wunderschönes Hotel in dem man versuchte, alles möglich zu machen, was ging.  Aber ein Frühstück um 06.00 Uhr ist auch in deutschen Hotels nicht möglich.

Wir hatten ein Bad mit Whirlpool, Regendusche und wir hatten wunderschöne Schlafkimono und natürlich auch Schlappen. Das Beste in den Zimmern war der Trockenschrank. So konnte man seine verschwitzten Sachen abends waschen, ließ sie im Schrank trocken pusten und konnte sie am Morgen – fast glatt – wieder anziehen

-    Unsere ältesten „Mädels“ holten viele Medaillen und zeigten beeindruckende Leistungen. So auch Waltraud Monstadt (AK 70, Dritte über 200 m Brust) und Maren Piskora (AK 85, Weltmeisterin über 200 m Brust)

-         Wir wurden immer gut bewacht und manchmal waren die Absperrungen schon ein wenig lästig. Statt die wenigen Meter zwischen Wettkampfstätte und Keller zur Siegerehrung zurück zu legen, durfte man immer mal wieder hinaus an die frische Luft zu den 38° und mehr und brauchte für diesen Weg so an die 6 ´.

-          Die Koreaner gehen zusammen essen, teilen die vielen Speisen, grillen sie oder essen sie auch mal roh und sie bezahlen dann brav an der Kasse zusammen bzw. einer für alle. Und das funktioniert!  Wenn man das Essen bestellen will, benutzt man die am Tisch angebrachte Klingel und die Kellner erscheinen im Laufschritt.

-          Es gibt in dieser Stadt etwa 2,50 m breite Fahrradwege. An einem ganzen Tag sah ich 4 – in Worten Vier – Fahrradfahrer!!!

-          Wie in Deutschland geht das Nachtleben der Jugend auch hier nicht vor 22.00 Uhr los. Gegen 24.00 Uhr ist vor unserem Hotel eine riesiger Taxistau, weil wir in einer gut von Lokalitäten umgebenen Straße wohnen. Wenn man dann so gegen 07.00 Uhr früh wieder aus dem Fenster schaut, sind die Taxis schon wieder da, um die letzten nach Hause zu fahren.

Allen Medaillengewinnern von heute,  herzlichen Glückwunsch!

Ergebnisse Sonntag, 18.08.2019

50 m Rücken

Männer

Gold

Itze Ilgen

TSV Lindau

AK 85

Bernd Horstmann

WaSpo Nordhorn

AK 75

Torsten Kaiser

SG Rhein-Erft Köln

AK 50

Silber

Karl-Richard Hennebach

PSV Leipzig

AK 25

Bronze

Lars Kalenka

SV Nikar Heidelberg

AK 45

Frauen

Gold

Ursula Meyer-Tonndorf

Düsseldorfer SC

AK 80

Silber

Ingrid Keusch-Renner

SV Blau-Weiß Bochum

AK 85

Susan Przywara

SCW Eschborn

AK 35

Bronze

Waltraud Monstadt

SV Blau-Weiß Bochum

AK 75

Lara Kaufman

SG Ruhr

AK 25

 

400 m Freistil

Männer

Gold

Werner Schnabel

USV TU Dresden

AK80

Silber

Rainer Fritsche

Berliner TSC

AK 65

Lars Kalenka

SV Nikar Heidelberg

AK 45

Bronze

Michael Prüfert

SG Dortmund

AK 55

Frauen

Gold

Susanna Reibel-Oberle

SSV Lahr

AK 55

Claudia Thielemann

SV Bayer Wuppertal

AK 50

Carla Beckmann

Wfr. Bielefeld

AK 35

Silber

Helga Reich

SC Wiking Herne

AK 80

Anne Kreisel

SG Neuss

AK 75

Ina Ziegler

Berliner TSC

AK 50

Annett von Rekowski

SG Bayer

AK 45

Bronze

Gisela Petri

Mainzer SV

AK 80

Dietlind Weise

TG Kitzingen

AK 70

Christina Tapken

TSC Quakenbrück

AK 25

 

 

 

 

50 m Brust

Männer

Gold

Marcel Hassemeier

Swim-Team Hamm

AK 25

Bronze

Günter Schmeisser

STV Limbach-Oberfrohna

AK 75

Frauen

Gold

Ingrid Keusch-Renner

SV Blau-Weiß Bochum

AK 85

Ulrike Urbaniak

TG Schötmar

AK 65

Silber

Dietlind Weise

TG Kitzingen

AK 70

Katharina Nuyen

TPSK Köln

AK 30

Judith Hermeler

SG Ruhr

AK 25

Bronze

Cornelia Neubert

SGS Hannover

AK 65

 

Und hier die Rekorde:

Europarekorde schwammen Susanne Reibel-Oberle über 800 m F, 400 m L, 200 m L;

und

Michael Prüfert über 800 m Freistil.

Deutsche Rekorde verbesserte Claudia Thielemann über 400 m L und 200 m L.

Zum Schluss:

Es waren überirdisch gut organisierte Weltmeisterschaften. Es gab tolle Medaillen, fantastische Urkunden, eine grandiose Siegerehrung bis Platz 6. Es gab immer freundliche und hilfsbereite Koreaner.

Allen Weltmeistern, allen Medaillengewinnern, allen Teilnehmern herzlichen Glückwunsch auch im Namen der Vorsitzenden Ulrike Urbaniak. Allen, die sich über die Berichte geäußert haben auch ein besonderes Dankeschön.

Und wenn noch Fehler in den Ergebnissen sind, schreibt es einfach. Um Mitternacht, wenn diese Berichte geschrieben werden / wurden – passiert so etwas. Kommt gut nach Hause, bleibt gesund und wir sehen uns!!!    

Ulrike Urbaniak, Chefin der deutschen Masters und selbst dreifache Goldmedaillengewinnerin und Isolde König, Berichterstatterin für Schwimmen aus Gwanjgu.

 

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