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High Diving: Als Mutter verzichtet Anna Bader auf die "risikoreichsten Stunts"

Schwimm-WM 2017, Budapest
27.07.2017 Kategorie: Schwimm-WM, Verband, Wasserspringen

Anna Bader bei der WM in Kazan vor zwei Jahren (Foto: Picture Alliance)

Die Weltmeisterschaften in Budapest könnten kaum spektakulärer enden. High Diving steht ab morgen bis zum Sonntag auf dem Programm! Anna Bader wird sich dann schon zum dritten Mal bei einer WM aus 20m in die Tiefe stürzen. Diesmal schaut auch ihre kleine Tochter zu. Mit Iris Schmidbauer hat der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) erstmals eine zweite WM-Teilnehmerin in dieser Extremsportart am Start.

Bei ihrer spektakulären Flugshow hat Anna diesmal einen ganz besonderen Zuschauer. Töchterchen Roxana ist auf Omas Arm, wenn sich die Klippenspringerin in Budapest aus 20 Metern in die Tiefe stürzt. "Es ist schön, wenn ich sie von oben sehe und winken kann", sagt die 33-Jährige vor ihrem dritten WM-Start im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID): "Aber für sie sind Sachen, die auf dem Boden liegen, interessanter."

Zehn Monate ist Roxana alt, sie hat das Leben der Extremsportlerin "auf den Kopf gestellt". Für sie hat Anna eineinhalb Jahre Pause mit ihrem gefährlichen Sport gemacht - aber nicht aufgehört. "Ich war nie besonders draufgängerisch", sagt die WM-Dritte von 2013, "ich habe schon immer gut auf mich aufgepasst."

Einen "normalen" Beruf hat Anna mittlerweile auch. Ihr Referendariat ist beendet, sie könnte als Lehrerin für Englisch und Erdkunde arbeiten. Doch noch will sie nicht auf die waghalsigen Sprünge bei bis zu 90 km/h verzichten. Weil ihr polnischer Lebensgefährte Kris Kolanus ebenfalls WM-High-Diver ist, ist ihr Töchterchen immer dabei.

"Wir haben sie von Anfang an mitgenommen - ins Schwimmbad, in die Turnhalle", erzählt Anna. Auch bei den Wettbewerben fehlt sie nicht. "Sie kennt alle Springer - und hat ganz viele Onkel und Tanten." Am Freitag (12.30 Uhr) beim ersten WM-Durchgang, wenn Bader mit ihren zehn Konkurrentinnen den Kampf um die Medaillen beginnt, passt ihre Mutter auf die Kleine auf. Angelika Kern, als Turnerin 1968 und 1972 bei Olympia, war schon bei den ersten beiden WM-Auftritten dabei - vor vier Jahren in Barcelona, als ihre Tochter bei der Premiere Bronze gewann, und 2015 in Kasan, als sie Siebte wurde.

Ein wenig spekuliert Anna auch diesmal auf Edelmetall. "Aber es wird sehr, sehr schwer, denn ich verzichte auf die risikoreichsten Stunts." Die Kulisse für die akrobatische Flugshow ist spektakulär: Am Batthyany-Platz mitten in Budapest vor dem Parlament und dem Burgberg stürzen sich die Klippenspringer allerdings nicht in die Donau, sondern in ein rundes Becken - sechs Meter tief und 15 Meter breit. "Ich wäre lieber in die Donau gesprungen", sagt die junge Mutter.

Erstmals ist die 33-Jährige nicht die einzige Deutsche bei der WM. Die elf Jahre jüngere Iris Schmidbauer gibt ihr Debüt. Die Wahl-Engländerin aus Pähl am Ammersee, die in Plymouth studiert und trainiert, will "eigentlich nur sicher runterspringen und mich nicht verletzen. Wenn es auch noch schön und elegant aussieht, habe ich alles erreicht".

Seit drei Jahren nimmt sie an internationalen Wettkämpfen teil, "aufs Podium kann ich es vielleicht bei der nächsten WM schaffen, ich habe ja noch Zeit genug". Wie Iris zum High Diving gekommen ist und wie es ihr als Newcomerin bei ihrem ersten High Diving World Cup ergangen ist, kann hier nachgelesen werden:

» Auszug von zu Hause mit 16 für den Traum vom High Diving (19.01.2017)
» „Verletze dich nicht! Komm wieder gesund nach Hause!“ (05.05.2017)

 

» WM-Info-Ecke: Berichte, Ergebnisse, Fotos
» WM 2017: Startlisten/Ergebnisse High Diving
» Der WM-Fahrplan

 

(SID/LE)

 

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