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DSV-Leistungssportdirektor Kurschilgen: „Weiterentwicklungen sind kein Wunschkonzert“

Sportpolitik
15.01.2020 Kategorie: Schwimmen, Wasserspringen, Synchronschwimmen, Wasserball, Verband

©Jo Kleindl

Seit September 2018 ist Thomas Kurschilgen Leistungssportdirektor im Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV), im Interview spricht der 59-Jährige über erreichte Fortschritte und kommende Aufgaben im Olympiajahr.

Dreht sich in Ihrem ersten Olympiajahr beim DSV bereits alles um die Spiele in Tokio?
Thomas Kurschilgen:
Ja, vieles. Ich bin gerade für einige Tage in Budapest, um mir die wichtigsten EM-Spiele unserer Nationalmannschaften der Männer und Frauen anzuschauen. Ich hoffe, dass es den Männern gelingt, den in 2018 begonnenen Aufschwung fortzuführen und einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Tokio 2020 zu gehen. Eine erfolgreiche Nationalmannschaft in einer Spielsportart wie Wasserball erzielt immer eine außergewöhnliche Identifikationswirkung, nach innen wie nach außen. Dies haben wir bereits bei den zurückliegenden Weltmeisterschaften in Südkorea gesehen. Wasserball der Männer bei Olympia in Tokio würde das Olympiateam der Schwimmer und Wasserspringer des DSV in besonderer Weise komplettieren. Es wäre auch für die Weiterentwicklung der Sportart von immenser Bedeutung. Die Chance zur Qualifikation ist da, wenn das Team an sich glaubt, Olympia keine Sekunde aus dem Blick verliert und wie bei den Turnieren in Berlin und Südkorea mit bedingungsloser Leidenschaft und großem Engagement in jedes Spiel geht. Alle wissen, was auf dem Spiel steht und sind sich ihrer Verantwortung bewusst.

Sie erwarten nach dem Erreichen des WM-Viertelfinals 2019 also weiteren Fortschritt?
Thomas Kurschilgen:
Wir haben seit meinem Amtsantritt viel für Wasserball bewegt. Es konnten zusätzliche Personalstellen an unseren Haupttrainingsstandorten in Berlin und Hannover geschaffen werden Das Nationalteam um Hagen Stamm wurde um qualifiziertes Personal im Betreuerstab erweitert. Mit Peter Röhle als Torwarttrainer und Stefan Bischoff als Trainingswissenschaftler und Athletiktrainer konnten weitere Kompetenzen in alle relevanten Nationalmannschaftsmaßnahmen integriert werden. Darüber hinaus konnten auch die finanziellen Mittel stetig gesteigert werden. Insgesamt stehen dem Wasserball mehr als eine Viertelmillion Euro mehr zur Verfügung als noch im Jahr 2018. Sowohl im Nachwuchsbereich und insbesondere in der Vorbereitung der Männer-Nationalmannschaft auf Japan können alle Planansätze mit den notwendigen Ressourcen und der im Weltmaßstab geforderten Professionalität umgesetzt werden.

Sieht es in den anderen Sportarten eigentlich ähnlich aus?
Thomas Kurschilgen:
Durch unsere sehr guten Ergebnisse in der Potenzialanalyse der unabhängigen PotAS-Kommission über alle fünf olympischen Sportarten hinweg, der mit dem DOSB und BMI im Oktober des letzten Jahres geführten Gespräche und unser insgesamt gutes WM-Ergebnis in Südkorea mit acht Medaillen konnten wir einen hohen sechsstelligen Mittelaufwuchs für den Leistungssport im DSV für 2020 realisieren. Es ist uns eindrucksvoll gelungen, unsere Finanzierungspartner mit unseren Konzepten und Überlegungen zu überzeugen. Mittlerweile liegen wir bei einem Volumen von insgesamt 6,5 Millionen Euro im Leistungssporthaushalt, wovon knapp 2,5 Millionen Euro auf das Leistungssportpersonal entfallen. Alles in allem bin ich geneigt zu sagen, dass sich alle Athleten*innen des DSV in diesem Jahr optimal auf die internationalen Meisterschaftshöhepunkte vorbereiten können. Im Fokus stehen natürlich die Olympischen Spiele.

Man kann also von einem tragfähigen Fundament im Leistungssport sprechen.
Thomas Kurschilgen:
Sicherlich gibt es weitere Bedarfe innerhalb des Leistungssports. Wir müssen das Leistungssportpersonal im hauptberuflichen Trainerbereich weiter ausbauen, unser Lehrgangssystem im Nachwuchsbereich in einigen Sportarten deutlich besser strukturieren und wir müssen die trainingswissenschaftliche Betreuung in den unterschiedlichsten Bereichen sowohl im täglichen Training als auch in den Nationalmannschaftsmaßnahmen nachhaltig erweitern. Hinzu kommen weitere Überlegungen, unser Gesundheitsmanagement und die Psychologie stärker als bisher als essenzielle Bausteine für eine langfristige und erfolgreiche Athletenentwicklung zu integrieren. Neben einem hochqualifizierten Trainerstab werden ebenso hochqualifizierte Kompetenzteams im ganzjährigen Einsatz für die DSV-Nationalmannschaften benötigt.

Und das ist in naher Zukunft alles tatsächlich umzusetzen?
Thomas Kurschilgen:
Es lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorhersagen, ob uns im kommenden Olympiazyklus mehr Mittel zur Verfügung stehen. Im Februar stehen die Strukturgespräche mit dem DOSB, dem BMI, den Ländervertretern und weiteren Partnern des Sports in Frankfurt an. Im Übrigen: Der DSV ist der einzige olympische Verband, der nicht nur an einem Tag die Gespräche führt. Für uns und unsere fünf olympischen Sportarten sind insgesamt drei Tage vorgesehen. Das zeigt, wie komplex der DSV als Spitzenverband aufgestellt ist. Wir werden auf diese Gespräche aber gut vorbereitet sein. Die Bundestrainer in den jeweiligen Sportarten, das Teammanagement und die Leistungssportreferenten haben hervorragende Arbeit gearbeitet. Wir werden unseren Partnern sehr detaillierte Finanzpläne und Analysen vorlegen können. Zudem haben wir für jede Sportart sehr umfangreiche Strukturpläne erarbeitet. Hier stellen wir sehr ausführlich dar, in welchen Strukturen wir in den kommenden vier Jahre arbeiten möchten. Nicht umsonst füllen diese Papiere für jede einzelne olympische Sportart mehr als 50 Seiten. Ich bin daher optimistisch und rechne mit weiteren Zuwächsen.

Dann müssen aber auch dringend Medaillen bei Olympia realisiert werden, oder?
Thomas Kurschilgen:
Medaillen stellen nicht die alleinige Messgröße für die individuelle Leistung unserer Athleten*innen dar. Wir sollten den Wert sportlicher Leistungen nicht auf Medaillen reduzieren. Die Spitzensportreform hat sich zu Beginn sehr stark auf die Medaillen fokussiert. Ich erinnere an die Aussage des ehemaligen Bundeinnenministers Thomas de Maiziere, der vom Deutschen Spitzensport 30 Prozent mehr Medaillen gefordert hat. Als Spitzenverbandsvertreter wehre ich mich gegen diese Medaillenfixierung. Ich kann beispielsweise Sportarten mit 20 oder 30 Teilnehmerländern, die aufgrund ihrer infrastrukturellen Voraussetzungen beschränkte Zugangsmöglichkeiten für junge Sportlerinnen und Sportler haben, nicht mit einer Sportart wie Schwimmen vergleichen, die über 160 Teilnehmerländer im Weltmaßstab hat. Je größer sich die Konkurrenz- und Wettbewerbsdichte darstellt, umso höher sind Leistungen bewerten, die nicht zu einer Medaille führen. Dann muss ich das Medaillenthema noch im Kontext der Dopingproblematik sehen. Es zeigt sich doch immer mehr, dass Doping ein Problem des Leistungssports insgesamt darstellt und kein isoliertes Problem der Leichtathletik oder des Gewichthebens ist. Es ist systemimmanent in unterschiedlicher Ausprägung. Wir und unsere Dachorganisationen müssen das Thema viel offensiver angehen. In Deutschland sind die Strukturen mittlerweile beispielhaft. Es geht darum, dieses Niveau flächendeckend zu realisieren. Neben einer sportlichen Qualifikation zu einer internationalen Meisterschaft muss es zukünftig auch Mindeststandards im Dopingkontrollsystem geben - und wenn dieses nicht vorhanden ist, dürfen aus meiner Sicht Athleten*innen aus diesen Ländern nicht starten.

Aber Medaillen bleiben letztlich trotzdem als wichtiges Ziel, oder?
Thomas Kurschilgen:
Um konkret zu sein: Nach zwei medaillenlosen Olympischen Spielen im Beckenschwimmen wollen wir uns in 2020 von diesem Rucksack befreien. Aber ich bitte darum, uns im Ergebnis stets als Gesamtverband zu betrachten. Andere Verbände differenzieren ihre Leistungen auch nicht in einzelne Disziplingruppen und Sportarten.

Der Leistungssport im DSV scheint finanziell und in seinen Strukturen inzwischen aber gut aufgestellt zu sein, oder?
Thomas Kurschilgen:
Innerhalb der einzelnen Sportarten bedarf es weiterer struktureller Veränderungen, dies deutete ich bereits an. Innerhalb des Verbandes ist der Leistungssport seit der Satzungsreform in seiner Konstruktion gut aufgestellt: Der Direktor Leistungssport wurde als besonderer Vertreter nach § 30 GBG bestellt. Somit trägt er die Verantwortung für alle übergeordneten leistungssportlichen Prozesse. Die für die jeweiligen olympischen Sportarten zuständigen Bundestrainer haben die fachliche Kompetenz. Alle sportfachlichen Entscheidungen im Leistungssport wurden im Rahmen der neuen Satzung und der Ordnungen des DSV in die Hauptamtlichkeit verlagert. Ich bin meinem Vorstand sehr dankbar, dass er diese notwendige Professionalisierung des Leistungssports in allen Schritten von Anfang konsequent unterstützt hat.

Also gibt es keine Wünsche mehr?
Thomas Kurschilgen:
Weiterentwicklungen sind kein Wunschkonzert. Ich denke, dass die weitere Professionalisierung der Spitzenverbände nicht an einer hauptberuflichen Vorstandsstruktur vorbeikommt. Es gibt immer weniger Frauen und Männer, die beruflich und familiär so wenig belastet sind, dass sie eine Führungsaufgabe in einem großen Spitzenverband ehrenamtlich leisten und ausfüllen können. Der Schwimm-Verband sollte nicht nur im Leistungssport adäquat aufgestellt sein. Themen wie Integration, Gesundheit, Sportentwicklung und Bildung sind relevante Felder, die im DSV gestaltet werden sollten. Ihre Verlagerung in einen hauptamtlichen Vorstand, der zudem die gesamte wirtschaftliche Verantwortung trägt, ist mittelfristig unumgänglich. Die Anforderungen an den DSV werden stetig steigen, was weitere strukturelle Veränderungen notwendig macht. Zudem stehen wir vor der großen Herausforderung, die Effizienz und Qualität der Arbeit des DSV und damit die Legitimation gegenüber unseren Mitgliedern zu stärken und mit unseren Potenzialen deutlicher als bisher kontinuierlich in die Gesellschaft hineinzuwirken. Ich wäre bereit an diesem Prozess, den ich vielleicht in seiner Umsetzung als Führungskraft des DSV nicht mehr miterlebe, aktiv mitzuarbeiten und den DSV als einen modernen Spitzenverband aufzustellen. Dies unter der Voraussetzung, dass die Mitglieder diesen Strategieansatz mitttragen.

 

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