Wolfram trotz Verletzung Achter und Klein Zehnter im abschließenden Finale vom Turm

14.08.2012 Verband, Wasserspringen

Wolfram trotz Verletzung Achter und Klein Zehnter im abschließenden Finale vom Turm Erstmals seit 24 Jahren blieben die deutschen Wasserspringer bei Olympia ohne Medaillen.

Bei der spektakulären Flugshow im Kampf um die letzten Medaillen der Wasserspringer war Sascha Klein nur staunender Zuschauer. "Es war echt Wahnsinn", sagte der WM-Dritte nach dem hochspannenden Finale vom Turm, bei dem die drei Führenden vor dem letzten Durchgang nur 0,15 Punkte auseinander gelegen hatten: "Das war ziemlich krass." Für ein Kuriosum sorgte im letzten Wassersprung-Finale im Aquatics Centre Teenie-Star Daley. Nach seinem ersten Sprung kletterte er kopfschüttelnd aus dem Becken und legte Protest ein, weil er von den Blitzlichtern fotografierender Fans gestört worden war. Der 18-Jährige durfte noch mal springen und bekam prompt 16,20 Punkte mehr.

Mit einer fehlerlosen Serie setzte sich der Weltmeister von 2009 dann vor dem Schlusssprung unter dem Jubel der 17.000 Zuschauer sogar an die Spitze. Dann musste er aber doch mit Bronze zufrieden sein, weil er im letzten Durchgang den niedrigsten Schwierigkeitsgrad hatte. Da half auch die insgesamt siebte Höchstnote 10,0 aller Springer im Finale nichts.

Seine Landsleute feierten Daley dennoch wie einen Olympiasieger - und er selbst fühlte sich auch so: "Die Bronzemedaille ist für mich eine Goldmedaille", sagte er und blickte schon vier Jahre voraus: "Ich hoffe, in Rio kann ich die Farbe ändern." Als sich der Amerikaner David Boudia (568,65), schon Bronzemedaillengewinner im Synchronspringen, knapp vor dem chinesischen Weltmeister und Topfavoriten Qiu Bo (566,85) und dem umjubelten Lokalmatador Tom Daley (556,95) Gold holte, hatte Klein längst die letzten deutschen Medaillenhoffnungen begraben. Erstmals seit 24 Jahren reisten die Wasserspringer ohne Edelmetall nach Hause. Fehler in den ersten drei Sprüngen warfen den Synchron-Olympiazweiten von Peking schon zur Halbzeit aussichtslos zurück. "Die ersten drei Sprünge waren ein bisschen daneben", gab der 26-Jährige zu, der am Ende abgeschlagen auf Rang zehn (496,30) landete.

Als die ersten Drei die Medaillen entgegennahmen, war Olympia-Debütant Martin Wolfram auf dem Weg ins Krankenhaus. Er hatte sich bei seinem vierten Sprung die rechte Schulter ausgekugelt. "Sie ist wieder reingesprungen", berichtete Bundestrainer Lutz Buschkow, "er hat unheimlich gekämpft." Eine Kernspintomografie am Sonntag ergab eine Luxation und den Verdacht auf mögliche weitere Verletzungen.

Nach starkem Beginn und Platz eins nach dem ersten Sprung hatte der Dresdner den dreieinhalbfachen Rückwärtssalto im vierten Durchgang verpatzt. Am Ende quälte er sich mit schmerzverzerrtem Gesicht als Achter aus dem Becken. Der 20-Jährige aus Dresden, der im Finale mit 506,65 Punkten die zweitbeste Leistung seiner Karriere erzielt hatte, muss auf die Rückreise mit der MS Deutschland verzichten. "Er fliegt am Montag zurück", sagte Fornoff. Die Verletzung hatte Wolfram bereits beim vierten von sechs Sprüngen erlitten. "Das passt zu diesen Olympischen Spielen. Wir haben nicht das Quäntchen Glück gehabt", sagte Bundestrainer Lutz Buschkow und zog Bilanz: "Im Einzel hatten wir mehr Finalplatzierungen als vor vier Jahren. Im Synchron ist es uns nicht gelungen, die Medaillen zu holen." Vor allem das Duo Klein und Patrick Hausding hatte Anfang der Woche mit Platz sieben vom Turm enttäuscht. SID tl ab

 
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