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Rainer Hoppe optimistisch: „Die ersten Probeflüge sind erfolgreich absolviert!“

Wasserballwart im Interview
20.10.2017 Kategorie: Wasserball, Verband

Rainer Hoppe kann nach 11 Monaten Amtszeit ein positives Zwischenfazit ziehen (Swim & More)

Seit Anfang November 2016 ist Rainer Hoppe (55/Uerdingen) Vorsitzender der fachsparte Wasserball im DSV. Der Immer-Noch-Rekordtorschütze der Bundesliga (1979-1990 1324 Treffer), 142-fache DSV-Nationalspieler und 1984 Olympia-Dritte, hatte bei seiner Wahl nach verpasster Rio-Teilnahme einen Sisyphus-Berg von Arbeit vor sich. Der energische, kreative, umtriebige und eloquente Antreiber trat sein Ehrenamt mit einem schönen Vergleich an: „Wenn Wasserball ein Flugzeug wäre, wurde aktuell kein Passagier einsteigen“, sagte er dem Autor vor einem knappen Jahr. Und setzte fort: „Wir müssen zunächst die Maschine flugfähig machen. Wenn das passiert ist, können wir wieder einen geregelten Flugbetrieb bieten. Dann werden wir sehen, wo wir landen.“ Im Interview mit Swim & More (Ausgabe Oktober 2017) zieht er ein Zwischenfazit.

Herr Hoppe, hat der deutsche Wasserball nach dem Absturz schon wieder abgehoben?

RH: Wir haben immerhin die ersten Probeflüge absolviert, die zwar keine Gipfelstürme waren, was auch keiner erwarten konnte, aber trotzdem nicht ohne Erfolg. Mit stark verjüngtem Team haben wir in der Weltliga Siege und achtbare Resultate erzielt, in insgesamt sieben Partien sechsmal gewonnen, beim Benu-Cup in Budapest mit respektabler Leistung gegen Rekordolympiasieger Ungarn verloren.

Muss man sich nicht vor Kulissenschieberei und einem geschönten Bild hüten, weil die Gegner oft nicht mit ihren besten Formationen antraten?

RH: Denkste, das war eben nicht der Fall. Gegen die Ungarn mit ihrer Bestbesetzung haben wir mit 9:15 verloren, nachdem es nach drei Vierteln noch 8:9 aus unserer Sicht stand. Die WM-Teilnehmer von Budapest, Frankreich und Kanada, wurden geschlagen. Das ist kein Anlass zur Euphorie, aber man muss sich auch nicht dafür schämen. Der eingeschlagene Weg ist gut und richtig, wir wollen ihn konsequent weitergehen.

Dass der deutsche Wasserball – wie auch der deutsche Spitzensport insgesamt – Veränderungen braucht, war nach Olympia 2016 unübersehbar. Die DSV-Auswahl fehlte danach auch bei der WM im Sommer 2017 in Budapest. Wie ist jetzt – Stand Oktober 2017 - der Status Quo der einstigen Erfolgsdisziplin der 80er Jahre?

RH: Die eingangs geschilderten kurzfristigen Erfolge machen Mut, aber sie können nur ein Anfang sein. Jetzt kommt es darauf an, Talente weiterzuentwickeln, die das mittel- und langfristig tragen sollen. Dafür gilt es Strukturen zu schaffen. Wenn wir das schneller schaffen, als mit dem eigentlichen Zielpunkt 2024 formuliert, wäre das natürlich nur zu begrüßen. Klar ist aber auch, dass viele Baustellen noch nicht geschlossen sind.

Ein Teil der Reformen ist nach Ihrem Zwischenresümee nicht nur vereinbart, sondern zum Teil bereits umgesetzt. Welche sind das?

RH: Nach den absolvierten Gesprächen ist die Finanzierung für den Wasserball bis 2018 und die Konsolidierung darüber hinaus gesichert. Männer-Wasserball wird in der zweiten, Frauen-Wasserball in der dritten Förderstufe bis 2020 unterstützt. Außerdem sind unsere Strukturvorschläge mit drei Stützpunkten (Berlin, Hannover, Duisburg) akzeptiert worden. Es steht die Gründung eines Fördervereins bevor, der auch verstärkte und zielgerichtete Vermarktungsanstrengungen voranbringen kann und soll.

In Vorschlägen des sogenannten Kernkompetenz-Teams, des Fachausschusses und auch des von Guido Reibel geführten DWL-Ligaausschusses ist von weiteren Dingen die Rede …

RH: Genau, da geht es um die Altersklassenreform, die Umwidmung der U17- in eine U18-Bundesliga, die Übernahme der Stützpunkt-Steuerung und ihrer Trainer durch den DSV, das Doppelstartrecht für deutsche U23-Potenzialspieler, wie es zwischen Spandau 04 und dem OSC Potsdam sowie Waspo und den White Sharks Hannover praktiziert werden soll, die durch Spielplanreformen vollzogene stringente Trennung von A- und B-Gruppe der DWL und die neue Form der Finalturniere im Deutschen Pokal und Supercup. Wie ich finde, ist dies für die Kürze der Zeit von noch nicht einmal einem Jahr ein beachtliches Pensum, was da abgearbeitet wurde.

Schlüsselfrage der gesamten Wasserball-Zukunft bleibt der Nachwuchs. Nicht überall in den Klubs schien der zuletzt auf Augenhöhe mit ersehntem kurzfristigem Erfolg beachtet zu werden. Wie soll dem beigekommen werden?

RH: Nicht nur im Wasserball gibt es auf der Top-Ebene zwei Wege zur Spitze. Entweder man kauft teure Stars im Ausland, oder man setzt dieses Geld gezielt für den Nachwuchs ein. Das Letztere zumindest nicht zugunsten des Ersten unter den Tisch fallen zu lassen, ist Ziel der von Guido Reibel geführten Deutschen Wasserball-Liga (DWL) und deren Nachwuchszertifizierung. Das findet meine volle Unterstützung. Ich habe mir das Modell bei einem Besuch bei Andreas Thiel, einst als Handball-Torwart-“Hexer“ bekannt und heute Justitiar der HBL, erläutern lassen. Sowas, konsequent umgesetzt, ist auch bei uns vonnöten. Die DWL ist dabei, sich aus dem DSV auszugründen und Außerordentliches Mitglied zu werden. Für die Durchsetzung des hier gerade beschriebenen Anliegens kann das nur förderlich sein.

Im Endeffekt steht und fällt Wasserball in seinem Status und in der öffentlichen Präsentation mit dem Erfolg der Auswahlteams. In einem Interview bei Amtsantritt haben Sie gesagt, sie seien „superoptimistisch“. Sind Sie es immer noch?

RH: Ja, durchaus. Warum auch nicht? Das heißt ja nicht, dass ich realitätsblind bin. Sicher sind Serbien, Kroatien, Ungarn noch außer Reichweite, aber an denen, die dahinter kommen, an der zweiten Garde, sind wir dran. Wir haben viel ausprobiert und überwiegend positive Erfahrungen gemacht. Im Nachwuchs ist in früheren Jahren sicher personell und inhaltlich einiges vernachlässigt worden. Ich habe jetzt aber eine Reihe williger, motivierter Leute vorgefunden, die absolut leistungsbereit sind. Die wollen ihr Potenzial bei der kommenden WM und bei den Olympischen Spielen – wenn es geht schon 2020 in Tokio, auf jeden Fall aber 2024 in Paris – zeigen.

» Download Interview (PDF)

 

(Das Interview führte für » swim&more Klaus Weise)

 

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