Schwimmabzeichen

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„Flexibilität wird für Olympia 2021 zum Erfolgsfaktor“

Interview
21.12.2020 Kategorie: Verband, Schwimmen

Die Liste der Erfolge von Bernd Berkhahn liest sich wirklich eindrucksvoll. Florian Wellbrock gewann dank ihm Welt- und Europameistertitel in Becken und Freiwasser, Weltrekordlerin Sarah Köhler steht ihrem Freund und Trainingsgruppenkollegen bei den Meriten kaum nach. Franziska Hentkes Erfolge beweisen zudem, dass der Trainer auch das Knowhow für kürzere Distanzen hat. Dazu entwickelt der 49-Jährige am Bundesstützpunkt in Magdeburg hoffnungsvolle Talente wie Lukas Märtens und weist seit zwei Jahren auch als Team-Chef dem Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) insgesamt mit besonderem Teamgeist und im Zusammenspiel mit Bundestrainer-Kollege Hannes Vitense den Weg. Für diese Leistungen wurde Bernd Berkhahn nun vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) zum Trainer des Jahres gekürt. Auch wenn die alljährliche Gala in Baden-Baden diesmal in kleinerem Rahmen als sonst stattfinden musste, ist das eine besondere Auszeichnung. Zur Liste der Preisträger gehören nur die ganz Großen im Sport, beispielsweise Heiner Brand aus dem Handball (2007), Uwe Müßiggang aus dem Biathlon (2010), Ralf Holtmeyer aus dem Rudern (2012) oder Jürgen Wagner aus dem Beachvolleyball (2017).

 

Was sagen Sie zu dieser Ehrung, Herr Berkhahn?

Bernd Berkhahn: Für mich ist diese Auszeichnung eine große Überraschung und macht mich natürlich mächtig stolz. Nachdem 2020 so gut wie keine Wettkämpfe stattfanden, bezieht sich die Entscheidung sicher auch noch ein wenig auf das Jahr 2019, das nach den WM-Erfolgen mit dem Weltrekord von Sarah Köhler über 1500m Freistil auf der 25m-Bahn sehr erfolgreich endete. Bis hierhin haben sich fünf Sportler aus Magdeburg für die Olympischen Spiele empfohlen, wir sind in Hinblick auf Tokio auf einem aussichtsreichen Weg.

 

Der DOSB führt diese Ehrung seit 2006 durch. Erhalten Trainer darüber hinaus genug Wertschätzung in Deutschland? 

Bernd Berkhahn: Das ist ein dauerhaftes gesellschaftliches und politisches Thema in Sportdeutschland, was mich immer wieder beschäftigt hat. Deshalb war ich 2012 auch eines der Gründungsmitglieder des Berufsverbandes der Trainer*innen im Deutschen Sport. Wir haben uns damals mit dem Abschluss unseres Studiums auf die Fahne geschrieben, die Stellung der Trainer*innen in Deutschland zu verbessern. Mit Holger Hasse als Präsident des Verbandes ist ein kompetenter Vertreter unseres Berufstandes in der richtigen Position. Im Deutschen Schwimm-Verband spüre ich in meiner Position als Bundestrainer eine hohe Wertschätzung, die sportliche Leitung gibt mir viel Rückendeckung bei der Umsetzung meiner Pläne.

 

Welche Herausforderungen stellen sich Ihnen aktuell gerade? Wie laufen die Olympiavorbereitungen trotz der Pandemie? 

Bernd Berkhahn: Die Herausforderungen sind derzeit sehr groß. Neben der eingeschränkten Bewegungsfreiheit im alltäglichen Trainingsbetrieb stehen uns nicht die gewohnten Möglichkeiten zur Verfügung, insbesondere Höhentrainingslager und Wettkämpfe. In meiner Trainerlaufbahn musste ich noch nie so häufig eine Planung bis zu einem Wettkampfhöhepunkt anpassen und verändern. Es ist eine große Flexibilität und Variabilität von allen Sportler*innen und Trainer*innen gefragt, was zu einem Erfolgsfaktor in Hinblick auf die Olympiaergebnisse wird.

 

Die gewohnten Höhentrainingslager im Ausland sind nicht möglich derzeit, wie kann das kompensiert werden? 

Bernd Berkhahn: Wir erhöhen phasenweise die Trainingslast und -dichte im Heimtraining. Dazu verwenden wir auch das normobare Höhentraining, der DSV hat dafür ein Programm für alle Stützpunkte gestartet. Hierbei werden die Sportler*innen über Schlauch und Maske mit einem Höhengenerator verbunden, der der Umgebungsluft Sauerstoff entzieht. Dieses sauerstoffreduzierte Luftgemisch wird durch den Schlauch zum dem Aktiven transportiert. Derzeit können wir die Lösung lediglich im Landtraining einsetzen. Dadurch ist der Anteil unseres Landtrainings deutlich gestiegen. Der Vorteil ist, dass wir die Höhen- und Trainingsbelastung individuell steuern können, da jeder über einen eigenen Generator versorgt wird. Was fehlt, ist der hydrostatische Druck der natürlichen Höhe, der weitere Anpassungseffekte auf den Organismus hat.

 

Die geänderten Normkriterien für Tokio 2021 sollen noch vor dem Jahreswechsel veröffentlicht werden, vermutlich geht der Kampf um die Olympiaticketes frühestens im April weiter. Wie ist das für die Aktiven einzuordnen?

Bernd Berkhahn: Wir sind froh, dass wir im DSV bereits einige Sportler*innen nach ihren WM-Erfolgen 2019 oder Normerfüllungen im Frühjahr 2020 Sicherheit für die Teilnahme an den Olympischen Spielen geben können. Damit können sie sich langfristig auf die Spiele vorbereiten. Alle anderen Einzel- und Staffelbesetzungen sollten dann im April entschieden werden. Bis dahin werden wir alles tun, dass sich unsere Athlet*innen unter schwierigen Pandemie-Bedingungen optimal auf die Qualifikationswettkämpfe vorbereiten können. Auf dem Weg dorthin führen wir unsere komplexe Leistungsdiagnostik in den Diagnosezentren in Hamburg, Leipzig und Heidelberg durch und werden auch ein Trainingslager und ein Höhentrainingslager in diesem Vorbereitungszeitraum angehen.

 

Mit Isabel Gose war eines der größten deutschen Talente im April nach Magdeburg gezogen. Wie verläuft die Entwicklung in der neuen Trainingsgruppe?

Bernd Berkhahn: Isabel hat eine optimale schwimmsportliche Entwicklung zurückgelegt. Sowohl ihre Einsätze bei den Jugendeuropameisterschaften (Gold) als auch ihre ersten Wettkämpfe auf der großen internationalen Bühne waren sehr vielversprechend (Silber bei der Kurzbahn-EM im Dezember 2019, d.Red.). In Magdeburg ist sie gut angekommen und in die Gruppe fest integriert, das Training und das Trainingsmanagement sind immer noch sehr intensiv für sie. Im Training der Damen gibt sie allerdings bereits den Ton bei den geschwindigkeitsorientierten Serien an. Davon profitiert zum Beispiel auch Sarah Köhler sehr. Für Isabel gilt es nun, sich für eine oder zwei Einzeldisziplinen für die Olympischen Spiele zu qualifizieren. Über die 400m Freistil konnte sie im Juli bereits die Olympianorm deutlich unterbieten. Allerdings kann diese Leistung leider nicht zur Qualifikation herangezogen werden, weil sie weder im Qualifikationszeitraum noch bei einem von der FINA anerkannten Wettkampf geschwommen wurde. Außerdem möchte sie natürlich wieder ein Teil der starken DSV-Staffeln sein. Sie ist dabei auf einem guten Weg.

 

Ihre Topstars Sarah Köhler und Florian Wellbrock zogen in der Pandemiezeit zusammen und haben sich zuletzt sogar verlobt – was bedeutet das für den Trainer? 

Bernd Berkhahn: Ich habe mich sehr für die beiden gefreut, als sie es mir mitgeteilt haben. Beide vereinbaren das Private wunderbar mit dem Profisport, daher wird die Verlobung nichts an unserer Zusammenarbeit ändern.