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DSV-Präsident Troll fordert von der Politik mehr Vertrauen in den Sport

Interview
06.01.2021 Kategorie: Verband

©privat

Im November wurde Marco Troll (59) zum Präsidenten des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) gewählt. Der Polizei-Beamte aus Freiburg sorgt sich, weil die fast 600.000 Mitglieder seines Verbandes ihren Sport während der andauernden Corona-Pandemie fortwährend nicht ausüben können. Er fordert mehr Berücksichtigung durch die Politik. Es gelte, für die Menschen Perspektiven zu schaffen und Wege zu finden, mit dem Virus zu leben.

Herr Troll, mit welchen Vorsätzen starten Sie als DSV-Präsident in das Jahr 2021?
Marco Troll: Natürlich möchte ich dem Vertrauen nach meiner Wahl gerecht werden und die vorab formulierten Aufgaben wie den verstärkten Ausbau des Breitensports als zweite tragende Säule des Verbandes auch umgehend umsetzen. Zuallererst gilt es jedoch, die anhaltende Pandemie-Situation zu meistern. Wie sehr Corona bremst, spüre ich ja bereits im Privaten. Normalerweise trainiere ich selber zwei-, dreimal pro Woche im Wasser, daran ist derzeit leider nicht zu denken. Hier gilt es, den nötigen Ausgleich zu schaffen, um gesund zu bleiben. Vor allem wegen der Verantwortung gegenüber unseren Vereinen wollen wir uns als Dachverband nun noch verstärkter für eine verantwortungsvolle Öffnung der Bäder einsetzen.

Warum? 
Marco Troll: Der massenhafte Ansturm auf die Skigebiete rund um den Jahreswechsel zeigte doch gerade, wie sehr die Menschen nach Bewegung und Ablenkung gieren. Niemand lässt sich monatelang einfach einsperren, die Menschen brauchen den Sport. Zumal wir durch die zahlreichen Hygienekonzepte gezeigt haben, dass wir mit dem strukturierten Ausbildungs- und Trainingsbetrieb unserer Vereine die Ansteckungsgefahr so gering wie möglich halten können. Die Politik sollte endlich mehr diejenigen einbinden, die Verantwortung übernehmen wollen. Der Sport ist ja bekannt für verlässliche Organisation und Disziplin, er hat deswegen mehr Vertrauen verdient. Der Sport muss als Teil der Lösung gesehen werden, nicht als Teil des Problems. 

Warum ist das nicht längst der Fall?
Marco Troll: Das fragen wir uns auch. Verkürzt stellt sich der von unseren Landesverbänden und ihren Vereinen zusammengetragene Stand des Wissenschaft wie folgt dar: Durch die Chlorzugabe ist das Virus im Wasser verlässlich deaktiviert, die Wasseraufbereitung in deutschen Bädern ist zudem durch hohe Vorgaben gesichert. Die Feuchtigkeit der Raumluft von 40 bis 60 Prozent und auch die Wärme bieten dem Virus kaum Überlebenschancen. Mit Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln bei An- und Abreise besteht also ein sehr geringes Risiko. Vor allem werden durch unsere Vereine aber sehr gut kontrollierte Angebote gemacht, was vor allem in den älteren Jugendgruppen einen wichtigen Beitrag leisten würde. In diesem Alter werden ansonsten ja schnell auch mal Alternativen im unkontrollierbaren Bereich genutzt. Insofern haben können wir in unseren Bädern in dieser schwierigen Zeit eine echte Hilfestellung geben.

Und wie sieht es mit der Schwimmausbildung aus?
Marco Troll: Da ohnehin schon zu wenige Grundschüler*innen Schwimmen lernen und nun in einem Jahrgang fast gar keine Schwimmlernkurse mehr stattfinden können, wird es für die Kinder insgesamt dramatisch. Denn unter bisherigen Rahmenbedingungen wird der gerade anwachsende Ausbildungsstau viel zu lange Zeit nicht aufzulösen sein. Angesichts der Mitgliederstruktur stellt sich da fast schon die Frage der Generationengerechtigkeit. Wir haben als DSV ja rund 60.000 Mitglieder bis sechs Jahre, rund 220.000 sind 7 bis 14 Jahre alt. Die meisten dieser Kinder dürfen sich nun nicht im Wasser bewegen, je nach Stand ihrer Schwimmausbildung sind sie deswegen auch künftig einem erhöhten Unfall- oder gar Sterberisiko ausgesetzt. Die Politik sollte nicht ignorieren, dass Schwimmen hier über den Sport hinaus auch ein Kulturgut ist, das insbesondere zur Gesund- und Lebenserhaltung dient. Unsere Gesellschaft sollte hier nicht weniger konsequent für Schutz sorgen als in anderen Bereichen. Unsere Kinder und Jugendlichen brauchen eine Perspektive und sie brauchen Ziele. Nur so können auch langfristige Störungen verhindert werden. Wir hoffen alle, dass mit der Impfung endlich Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist, doch es wird noch eine Weile dauern, bis wir zurück in die Normalität finden können. Bis dahin müssen wir durchhalten, uns weiter solidarisch zeigen und gemeinsam Wege finden, um mit dem Virus zu leben.