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So reagiert der DSV auf den „Spiegel“-Bericht über sexuelle Gewalt

Stellungnahme
19.02.2021 Kategorie: Verband

In einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ werden schwerwiegende Verdächtigungen des sexuellen Missbrauchs in der Vergangenheit innerhalb des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) erhoben. Hierzu nehmen wir wie folgt Stellung:

Der Deutsche Schwimm-Verband e.V. verurteilt jegliche Form von Missbrauch und Gewalt, gleich, ob körperlicher, seelischer oder sexueller Art. Als Teil des organisierten Sports tragen wir eine hohe Verantwortung für das Wohlergehen aller Engagierten, Aktiven, Eltern, Kinder und Jugendlichen. Es gehört zu unseren Aufgaben, für den Schutz insbesondere von jungen Menschen mit und ohne Behinderung beizutragen und jegliche Form von Gewalt zu vermeiden. Die Prävention, Intervention und Aufarbeitung von Fällen sexualisierter Gewalt bilden eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der wir uns im Rahmen unserer Möglichkeiten bestmöglich annehmen. Ziel ist deshalb, Strukturen zu schaffen, die die Persönlichkeitsentwicklung, vor allem von Mädchen und Jungen, stärken. Sie sollen keine Gewalt und Diskriminierung erleben, sondern im Sport Unterstützung und Schutz durch die Verantwortlichen erfahren. Wir werden daher alle uns zur Verfügung stehenden Mittel ausschöpfen, um die vorgetragenen Verdächtigungen vollumfänglich aufzuklären.

Jeder Fall von sexualisierter Gewalt ist ein Fall zu viel. Der DSV reagiert unmittelbar und vollumfassend auf Verdachtsfälle. 

Unsere oberste Priorität ist die Sicherheit aller Beteiligten. Nachdem der amtierende Vorstand sowie die seit April 2020 berufene Beauftragte für Prävention sexueller Gewalt von dem Nachrichtenmagazin mit den bis dato in seinen Einzelheiten unbekannten Verdächtigungen konfrontiert wurden, sind unverzüglich folgende Schritte eingeleitet worden:

  • Der/die Verdächtige wurde gemäß unserer Handlungsrichtlinien bei Verdachtsfällen mit sofortiger Wirkung beurlaubt, ohne hiermit eine Vorverurteilung durchzuführen
  • Über Franka Weber (DSV-Beauftragte für Prävention sexualisierter Gewalt) wurde Kontakt zu einem in der Journalisten-Anfrage aufgeführten mutmaßlichen Opfer hergestellt und sowohl ein Gesprächsangebot unterbreitet, als auch direkte Hilfe durch des DSV angeboten
  • Die für den amtierenden Vorstand neuen Informationen wurden umgehend der Staatsanwaltschaft übergeben
  • Es wurden und werden intern massive Anstrengungen unternommen, um sich ein Bild über die bisher nachvollziehbaren Vorgänge zu verschaffen. Mitunter sind handelnde Personen inzwischen aus dem DSV ausgeschieden
  • Eine Stellungnahme zur Presseanfrage wurde verfasst und am 17. Februar versendet

Wir unterstützen die vollumfängliche Aufklärung möglicher Fälle im Bereich sexualisierter Gewalt.

Das Thema Aufarbeitung ist in diesem Bereich von großer Bedeutung, denn Schweigen schützt die Falschen. Der DSV hat es sich zum Ziel gesetzt, eine Kultur des Hinsehens zu schaffen, die Betroffene dazu ermutigt, über ihre Situation zu sprechen, potenzielle Täter*innen abschreckt und somit alle Akteure im Sport vor sexualisierter Gewalt schützt.

Wir bitten jede*n, dem/der Informationen oder Hinweise vorliegen, die uns bei der Aufklärung eines Falls helfen können, dringend Kontakt zum DSV aufzunehmen. Die Ansprechpartnerin ist Franka Weber (weber@dsv.de).

Sollte es tatsächlich in der Vergangenheit Fälle gegeben haben, ist es unsere oberste Priorität, aktuelle und zukünftige Sportler*innen zu schützen. In der „Spiegel“-Anfrage wurden weitere mögliche Opfer ohne Namensnennung aufgeführt, die uns bisher nicht bekannt sind. Die Redaktion wurde daher gebeten, ihre Gesprächspartner*innen dazu zu ermutigen, sich unverzüglich mit uns oder der zuständigen Staatsanwaltschaft in Verbindung zu setzen, um die Aufarbeitung zu unterstützen.

>> Das DSV-Konzept zur Prävention sexueller Gewalt