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Weltverband FINA sagt die Olympia-Qualifikation in Tokio ab

Wasserspringen
02.04.2021 Kategorie: Verband, Wasserspringen

Der vom 18. bis 23. April geplante Weltcup im Wasserspringen in der Olympiastadt Tokio wurde vom Weltverband FINA abgesagt. In einem Schreiben an die nationalen Mitgliedsverbände hieß es laut BBC am Donnerstag, die von den Organisatoren geplanten Vorsichtsmaßnahmen im Umgang mit dem Coronavirus würden „die Sicherheit der Athlet*innen nicht angemessen gewährleisten“. Auch wurde namentlich die japanische Regierung kritisiert, die laut FINA-Meinung „nicht alle notwendigen Maßnahmen ergriffen hat, um einen erfolgreichen und fairen Wettbewerb zu gewährleisten“.

So wären bislang in vielen Botschaften Japans die notwendigen Visa nicht ausgestellt worden. Das Bestehen auf einer dreitägigen Quarantäne vor der Veranstaltung würde zudem späte Änderungen der vorgebuchten Reisen erfordern, und damit auch zusätzliche Kosten. Mehrere Nationen hätten ihr Fernbleiben daher schon längst angekündigt.

Die Weltcup-Veranstaltung im neu erbauten Tokyo Aquatic Centre sollte die finale Qualifikation für die Olympischen Spiele (23. Juli - 08. August) darstellen und wurde vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) auch bereits als offizieller Testlauf für die Durchführung eines Großevents unter Coronabedingungen deklariert. Auch wenn die FINA („Wir bedauern diese Situation aufrichtig“) nun einen neuen Ort für eine Austragung zu einem späteren Zeitpunkt finden will, dürfte diese Wendung ein sportpolitisches Beben auslösen. Zumal nur eine Woche später ja dann auch die Olympia-Qualifikation im Synchronschwimmen in Tokio stattfinden soll.

"Die Kurzfristigkeit der Absage ist natürlich enttäuschend, bei allem Verständnis für die schwierige Gesamtsituation“, sagte Chef-Bundestrainer Lutz Buschkow. „Aber hier werden die Funktionsträger*innen in den jeweiligen Institutionen ihrer Verantwortung nicht gerecht. Einen neuen Ort für eine Veranstaltung mit bis zu 500 Personen zu finden, dürfte kurzfristig nicht so leicht sein. Und auch vom IOC würde ich möglichst bald hören, wie es denn ohne die eigentlich zugesicherten olympischen Testwettkämpfe weitergehen soll.“

Für das Team des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V (DSV) hat Buschkow (wieder einmal) schnell umgeplant. Nach der zuvor bereits erfolgten Absage des ursprünglich gebuchten Akklimatisierungscamps in Fuji (JPN) sollte nächste Woche in Dresden trainiert werden, und zwar nachts für eine bessere Zeitanpassung. Nun müssen alle Absprachen mit Bad und Hotel auch hier wieder revidiert werden. „Unsere Sportler*innen gehen so professionell wie möglich mit dieser schwierigen Situation um. Wir werden nun anstelle des Weltcups einen Wettkampf im heimischen Umfeld durchführen, um die Spannung möglichst hochzuhalten und dann die Vorbereitung auf die Europameisterschaften in Budapest fortsetzen.“ Die kontinentalen Titelkämpfen sind für 10. - 16. Mai in Ungarns Hauptstadt geplant. Bislang muss man aktuell wohl sagen.