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Wellbrock & Muffels: Eiskalte EM-Duelle mit den Toprivalen

Freiwasserschwimmen
07.05.2021 Kategorie: Verband, Schwimmen, Freiwasser

@pricture-alliance/Ronny Hartmann

Rund 1.500 Aktive werden in Budapest erwartet, wenn unter aufwändigen Hygienevorkehrungen vom 10. - 23. Mai die Europameisterschaften mit Entscheidungen im Schwimmen, Freiwasserschwimmen, Wasserspringen und Synchronschwimmen stattfinden. Der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) schickt dabei ein schlagkräftiges Team mit insgesamt 45 Aktiven an den Start. 


„Wir gehen diese EM mit großem Ernst an, auch wenn es in einem Olympiajahr noch einen wichtigeren Höhepunkt gibt“, sagte Leistungssportdirektor Lutz Buschkow. „Dieses internationale Kräftemessen ist eine wichtige Standortbestimmung für unsere Athlet*innen und Trainer*innen, so viele hochkarätige Wettkampfalternativen gibt es ja derzeit nicht.“


Das gilt auch und besonders für Schwimmer Florian Wellbrock. Nach zwei Jahresweltbestzeiten im 50m-Becken im April tritt der Doppelweltmeister gemeinsam mit seinem Magdeburger Trainingskollegen und WM-Dritten Rob Muffels im kristallklaren Lupa-See erstmals in dieser Olympiasaison in zwei Freiwasserrennen an, womöglich bleiben es für Wellbrock sogar die einzigen Open-Water-Tests vor dem Saisonhöhepunkt in Japan (23. Juli - 08. August). Bundestrainer Bernd Berkhahn erwartet bei deutlich kühleren Bedingungen (nahe der Mindestwassertemperatur von 16 Grad) als später in Tokio aufschlussreiche Duelle über 5 und 10km mit dem WM-Zweiten und Weltcup-Führenden Marc-Antoine Olivier aus Frankreich und dem Italiener Gregorio Paltrinieri. „Ich bin sehr gespannt auf die Form bei Florian nach den starken Beckenwettbewerben“, sagte Berkhahn. „Und auch für Rob ist es wichtig, dass er nach vielen Monaten mal wieder im Wettkampfpulk schwimmen kann.“

EM-Rennen ohne Wunram und Köhler 

Bei den Frauen tragen Leonie Beck und Lea Boy im Freiwasser ebenfalls Medaillenhoffnungen, mit Finnia Wunrammusste die zweite deutsche Olympiastarterin neben Beck ihre EM-Teilnahme wegen Krankheit dagegen kurzfristig absagen. Auch Sarah Köhler wird entgegen ursprünglicher Planungen nicht nach Ungarn reisen. Um dort neben dem Teamevent wie gewünscht auch ein Einzelrennen bei der EM bestreiten zu können, wäre aus Gründen der Gleichbehandlung und Fairness innerhalb des DSV-Kaders ein internes Ausschwimmen nötig geworden - Köhler entschied sich mit ihrem Trainer gegen diesen zusätzlichen Aufwand und konzentriert sich nun lieber voll auf das Beckenschwimmen bei Olympia. 


Beim Beckenschwimmen in der zweiten EM-Woche sind mit Marco Koch und Lucas Matzerath zwei qualifizierte Olympiastarter in Budapest dabei, alle anderen konzentrieren sich nach der nationalen Qualifikation im April erst einmal wieder auf das Training zur Olympiavorbereitung. „Ein so erfolgreicher Athlet wie Marco Koch tritt bei einer EM natürlich immer mit Ambitionen an, aber auch andere in unserem Team sollen in den Finals durchaus eine Rolle spielen“, sagte Bundestrainer Hannes Vitense. Er meint damit nicht nur erfahrenere Kräfte wie Jessica SteigerRamon Klenz oder Marek Ulrich, sondern auch Talente wie Angelina KöhlerKim Herkle und Zoe Vogelmann. „Es ist wichtig, dass unsere jungen Leute mit Blick auf die Olympischen Spiele 2024 in Paris diese internationale Erfahrung sammeln.“