Schwimmabzeichen

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Hier finden Sie eine Übersicht der vom Deutschen Schwimm-Verband (DSV) angebotenen offiziellen Schwimmabzeichen, wie zum Beispiel dem Frühschwimmer-Abzeichen "Seepferdchen", sowie deren Leistungsanforderungen.

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Ab ins Schwimmbad

Energie-Lockdown für den Sport muss verhindert werden

Sportpolitik
15.07.2022 Kategorie: Verband

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) warnen eindringlich davor, in der sich abzeichnenden Energiekrise die Fehler aus der Corona-Pandemie zu wiederholen und Schwimmbäder und weitere Sportstätten erneut zu schließen. „Der vereinsbasierte und gemeinwohlorientierte Sport ist wesentlich mehr als eine Freizeitaktivität. Er ist unverzichtbarer Teil der sozialen Daseinsvorsorge und erfüllt wichtige soziale und gesundheitsfördernde Funktionen für die Gesellschaft. Dies muss bei allen Entscheidungen zur Gas- und Wärmeversorgung berücksichtigt werden“, sagt der DOSB-Vorstandsvorsitzende Torsten Burmester.

Das gelte insbesondere auch für den Schwimmsport, betont DSV-Präsident Marco Troll. „Schwimmen ist mehr als bloß Freizeitbeschäftigung, es ist ein Kulturgut. Schwimmen lernen rettet leben. Aber schon in den vergangenen beiden Corona-Jahren haben in Deutschland aufgrund geschlossener Schwimmhallen viele Kinder nicht mehr ordentlich schwimmen gelernt. Ein Energie-Lockdown würde diese Situation jetzt noch weiter verschärfen und einer ganzen Generation von Kindern die Chance rauben, schwimmen zu lernen und den Lebensraum Wasser ohne Gefahr für Leib und Leben zu nutzen.“

Der DSV hat sich mit dieser für den deutschen Schwimmsport existenziell wichtigen Thematik intensiv beschäftigt. Der DSV fordert gemeinsam mit dem DOSB die Verantwortlichen in Bund, Ländern und Kommunen auf, für das Schwimmen lernen geeignete Bäder bzw. Wasserflächen so lange wie möglich geöffnet zu halten. Sie stimmen der Empfehlung des Deutschen Städtetages keinesfalls zu, kurzfristig Hallenbäder (nicht Spaßbäder) zu schließen – was drastische Folgen für die Sicherheit und Lebensqualität der Bürger*innen, insbesondere für Kinder und Jugendliche, in Kauf nimmt. „Rund 60 Prozent der Zehnjährigen sind keine sicheren Schwimmer*innen“, sagt Michaela Röhrbein, DOSB-Vorstand Sportentwicklung.

In einem gemeinsamen Brief mit der DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft) hat sich der DSV erst kürzlich auch direkt an die Bundesnetzagentur gewandt und die Wichtigkeit des Schwimmsports für die gesamte Gesellschaft deutlich gemacht.

>> Brief an Bundesnetzagentur

Laut dem Expert*innenrat der Bundesregierung zu COVID-19 muss „die Sicherung der sozialen Teilhabe durch […] sportliche und kulturelle Aktivitäten weiterhin höchste Priorität genießen“. Diese Bewertung muss auch auf die Energiekrise übertragen werden.

Finanzielle Belastung der Sportvereine durch Preissteigerungen

Die deutschen Sportvereine werden von der aktuellen Krise nach der Coronavirus-Pandemie erneut auch finanziell getroffen. Neben Entlastungen für Privatpersonen und Unternehmen bedarf es auch direkter finanzielle Hilfen für Sportvereine. Beitragserhöhungen sind keine Option, da die Vereinsmitglieder auch privat massiv von den Preissteigerungen betroffen sind. Bund und Länder dürfen die Kommunen mit den Energiepreissteigerungen nicht allein lassen.

Sportstätten langfristig unabhängig von fossilen Brennstoffen machen

Langfristig gilt es, die Sportstätten von fossilen Energien unabhängig zu machen. Mit umfassenden energetischen Beratungen (Ökochecks/Energiechecks), darauf basierenden Investitionen und zusätzlichen Förderlinien (Investitionszuschüsse/zinslose Darlehen) kann die Umrüstung auf regenerative Energieträger vorangetrieben werden. Ein Beispiel: Die Dachflächen von rund 39.000 deutschen Sport- und Tennishallen bieten ein großes Potenzial für Kommunen und Sportvereine, Sportanlagen so schnell wie möglich weitgehend mit regenerativer Solarenergie zu versorgen. 

Gleichzeitig sieht sich der gemeinwohlorientierte Sport unter dem Dach des DOSB auch selbst in der Verantwortung, Energie- und Gasverbräuche zu reduzieren. In Abstimmung mit der Bäderallianz wird ein Drei-Stufen-Plan für den Betrieb der überwiegend gasbetriebenen Bäder für den Fall einer Gasnotlage, insbesondere für Schulen und Vereine, vorgeschlagen:

Stufe 1: Abschaltung der hochtemperierten Außenbecken, und ggf. zusätzlich Freibäder unbeheizt bis zum Saisonende weiter betreiben

Stufe 2: Alle freizeitaffinen Becken und Saunen (alles außer Sportbecken und Lehrschwimmbecken) außer Betrieb nehmen

Stufe 3: Wassertemperatur in den verbleibenden Sport-/Lehrschwimmbecken auf 26 Grad absenken

Der DSV-Vorstand hat sich auf seiner letzten Sitzung am 13. Juli 2022 mit den Positionspapieren von DOSB und Bäderallianz inhaltlich auseinandergesetzt und befürwortet diese ausdrücklich. Das Positionspapier der Bäderallianz ist im fachlichen Austausch mit Wolfgang Hein entstanden, der die DSV-Position in diesem Gremium vertreten hat.

>> Positionspapier DOSB

>> Positionspapier Bäderallianz

Fakten zur Situation der deutschen Sportstätten:

In Deutschland existieren etwa 230.000 Sportstätten, darunter 9.340 Bäder. Insgesamt übernehmen für etwa zwei Drittel der Sportstätten Kommunen die Trägerschaft, bei dem verbleibenden Drittel sind Sportvereine die Eigentümer. Der Sanierungsstau bei den Investitionen für Sportstätten verursacht vor allem beim Thema Energie negative Folgen: Da viele Sportstätten im Zuge der „Goldenen Pläne“ gebaut wurden und seither nicht mehr großflächig saniert wurden, dominieren bei der Wärmeversorgung vor allem fossile Energieträger wie Ölheizungen, Gasheizungen oder sogar Nachtspeicheröfen. Die Verwendung von regenerativen Energiequellen zur Wärmeversorgung stellt die Ausnahme dar. Das gleiche gilt für die regenerative Energieversorgung durch Photovoltaik-Anlagen (PV). Die unzureichende Gesetzeslage zur Finanzierung und zum Betrieb von PV-Anlagen schreckt viele Sportvereine vor diesem Investment ab.

Schwimmbäder sind besonders betroffen. Mehr als 90 Prozent der Schwimmbäder werden aktuell mit Gas beheizt. Das Schwimmbad ist diejenige Sportanlage, die den höchsten Energiebedarf aufweist. Sie werden fast ausschließlich durch Kommunen oder private Betreiber betrieben. Nur wenige Sportvereine besitzen ein vereinseigenes Schwimmbad.