Schwimmabzeichen

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Ekelfrei im freien Wasser


19.07.2011 Kategorie: Schwimmen, Freiwasser

Der Sprung ins warme Wasser brachte Thomas Lurz Gewissheit: Diesmal gibt es nichts zu mäkeln. Keine toten Tiere, ja nicht einmal lebende sind dem Freiwasserschwimmer bei seiner Proberunde am Montag auf dem WM-Parcours in Jinshan City Beach begegnet. Das ist eher ungewöhnlich. Gute Voraussetzungen also für seinen Kampf am Dienstag um den zehnten Weltmeistertitel. Thomas Lurz' Skepsis kommt nicht von ungefähr. "Wir haben da schon einiges erlebt", sagt der seit Jahren weltbeste Freiwasserschwimmer. Ratten, Schildkröten und sogar Haie kreuzten in den Meeren und Flüssen der Welt schon seinen Weg. "In Kopenhagen bin ich auch schon über versenkte Fahrräder und Verkehrsschilder geschwommen", erzählt Thomas Lurz. Auch im Umschwimmen von Haus- und Industriemüll ist Lurz mittlerweile perfekt.

Manchmal ist die Brühe so trübe, dass man gar nicht sieht, worin man schwimmt. "In unserer Disziplin musst du völlig schmerzfrei sein", sagt der 31-Jährige aus Würzburg. Der Ekel schwimmt mit. Und für ihn ist das Alltag. Die Chinesen jedoch haben sich bei der Planung ihrer WM nicht lumpen lassen. Postkartenidylle verspricht der Veranstalter. "Wunderbare Aussicht mit goldenem Strand und blauem Wasser", so steht es auf den Werbeplakaten und in den Broschüren für die Freiwasser-Wettbewerbe dieser Schwimm-Weltmeisterschaften. 90 Autominuten von der brodelnden Großstadt Schanghai entfernt liegt dieses Jinshan City Beach. Eine Erholungsanlage für betuchte Einheimische am ostchinesischen Meer. "Nun ja, kristallklar ist das Wasser nicht", sagt Thomas Lurz. Aber es erscheint auf dem ersten Blick sauber. Dafür sorgt ein Schutzwall, der einige hundert Meter vom Strand im Meer aufgeschüttet wurde. "Eine Art Filter", erklärt Stefan Lurz, der Bruder des Champions und sogleich Cheftrainer der deutschen Mannschaft.

Er hat die Anlage gerade inspiziert. Das Wasser dahinter hätte er seinen Schwimmern nicht so gern zugemutet. Aus der Ferne schimmert es dunkelbraun. Ob die Farbe etwas mit dem nahe gelegenen Chemiepark zu tun hat, weiß der verantwortliche Trainer nicht. Auch nicht, ob der Weltverband Fina die Wasserqualität wie versprochen überprüfen ließ.

Greg Towle schon. Der australische Cheftrainer ist in der Technischen Kommission des Weltverbands und gehörte auch der Ermittlungsgruppe an, die nach dem tragischen Tod des US-amerikanischen Freiwasserschwimmers Francis Crippen im vergangenen Herbst Ursachenforschung betrieb. "Es sind keine Tests gemacht worden." Doch auch er hält wie die Lurz-Brüder das Wasser, in dem am Dienstag von den frühen Morgenstunden an um WM-Medaillen gekämpft wird, für unbedenklich.

Crippens Tod ist bei der Weltmeisterschaft noch allgegenwärtig, und er hat einige Veränderungen bewirkt. Beim Weltcup am 23. Oktober war er vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate ein Opfer der extremen Bedingungen geworden. In der Mittagsglut erlitt der 26 Jahre alte Athlet völlig erschöpft einen Hitzschlag und ertrank - nur 300 Meter vor dem rettenden Ufer entfernt - in dem auf über 30 Grad aufgeheizten Wasser an der letzten Boje. Niemand hatte den Todeskampf des exzellenten Schwimmers bemerkt. Auch Lurz nicht, der den Wettkampf gewann. Erst zwei Stunden später bargen Taucher bei der von Crippens Teamkollegen ausgelösten Suchaktion den leblosen Körper des Sportlers. Dass dies passieren konnte, schreiben die Athleten um Lurz der Hitze zu und der späten Startzeit des Wettkampfs. "Kein Mensch läuft in der Mittagsglut einen Marathon. Doch wir sollen da schwimmen", klagt Thomas Lurz.

Zum gleichen Ergebnis kam Towles Untersuchungskommission. Deshalb wurden die WM-Entscheidungen auch allesamt in die Morgenstunden verlegt. "Da ist das Wasser noch ein Grad kälter, das macht viel aus", sagt Stefan Lurz. Er hielt am Montag das Thermometer ins Wasser: 28 Grad. "Das ist noch vertretbar, obwohl es dennoch ganz schwierige Bedingungen sind." 16 bis 31 Grad schreibt das Wettkampfreglement vor. "Wir plädieren für eine Eingrenzung von 18 bis 28 Grad", sagt Thomas Lurz.

Ein Sicherheitsproblem wie bei dem Weltcup, der so tragisch endete, wird es nicht wieder geben, darin sind sich alle einig. Nach Crippens Tod wurde bei allen großen Wettkämpfen die Anzahl der Sicherheitsboote erhöht.

Selbst Taucher unter den Bojen und Hubschrauber aus der Luft kamen zuletzt zum Einsatz.    

Los geht’s am heutigen Dienstag, 19. Juli, mit der Entscheidung über die olympische 10-km-Distanz bei den Frauen mit Angela Maurer (Mainz) und Isabell Donath (Erfurt). Einen Tag später sind Thomas Lurz (Würzburg) und Andreas Waschburger (Saarbrücken) auf gleicher Distanz gefordert.

(Kölner Stadt-Anzeiger vom 19. Juli 2011, MK)

 

 

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