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Neue Ansätze zum Techniktraining im Schwimmen

Der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) bietet seinen besten Schwimmtrainer*innen eine interessante Fortbildung zur Verlängerung der A-Lizenz an der Universität Bielefeld an:
Thema: Neue Ansätze zum Techniktraining im Schwimmen (Aktuelle Technikleitbilder, Vermittlungsmethoden und Trainingsgestaltung des Techniktrainings). Zeitpunkt: 24./25. Juni 2023 Ort: Universität Bielefeld (CITEC-Gebäude)
Anmeldung: Hier online

Über die neue DSV-Kooperation mit der Uni Bielefeld

Als Europameisterin ist Isabel Gose zwar längst in der absoluten Spitze des Beckenschwimmens angekommen, trotzdem bekam die 20-Jährige zu Beginn dieses Jahres noch einmal eine völlig neue, nämlich die wissenschaftliche Sicht auf ihren Sport vermittelt. Als erste Aktive wirkte die Magdeburgerin bei einem neuen Forschungsprojekt mit, für das die Universität Bielefeld mit ihrem Arbeitsbereich „Neurokognition und Bewegung – Biomechanik“ mit dem Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) kooperiert. Gemeinsam wird dabei die Gedächtnisstruktur hinter den Schwimmbewegungen ergründet und ein individuelles mentales Profil dazu erstellt, mit dem dann eine potenzielle Verbesserung der Technik im Wasser aufgezeigt oder sogar initiiert werden kann. „Das von Prof. Dr Thomas Schack und seinem renommierten Team in Bielefeld dafür entwickelte Diagnostik-Tool hat in anderen Sportarten bereits großen Anklang gefunden. Seine Möglichkeiten wollen wir nun unbedingt auch für den Schwimmsport nutzbar machen“, erklärte Dr. Alexander Törpel, Bundestrainer Diagnostik im DSV.
Schon durch das Medium Wasser sind die Trainer*innen im Schwimmen bei der Bewegungsvermittlung bekanntlich vor besondere Herausforderungen gestellt: Instruktionen oder Rückmeldungen während der Ausführung sind akustisch nicht direkt vermittelbar wie bei Sportarten an Land, auch ist die biomechanische Analyse im Pool komplizierter. Hilfe im mentalen Bereich funktioniert dagegen wie anderswo auch, doch erst einmal muss das System dafür nun aufwendig fürs Schwimmen evaluiert und zum Beispiel auch die Technikleitbilder für die vier Schwimmarten (samt Start und Wenden) definiert werden, mitunter auch Ausführungsvarianten für unterschiedliche Streckenlängen und somit Geschwindigkeiten. Anschließend sollen für das Diagnostiksystem dann Trainingsempfehlungen und Handlungsmöglichen für die Schwimmtrainer*innen erarbeitet werden.
Grundlage des Ganzen ist, dass die Planung und Steuerung von Bewegungen vom Gehirn aus reguliert werden und somit mentale Prozesse für motorische Handlungen von besonderer Bedeutung sind. Für jede Bewegung werden im menschlichen Hirn Denkmuster hinterlegt. Training und die Korrektur von Bewegungen können daher auch mental erfolgen. Die mentale Struktur im Gedächtnis bzw. Gehirn kann aber auch als Ausgangspunkt für ein individualisiertes Techniktraining genutzt werden. Das gilt für den Abschlag beim Golf genauso wie für den Schmetterschlag beim Volleyball, den Vollspannstoß im Fußball und den Frontflip auf einem BMX-Rad. Für mehr als 100 Sporttechniken sind die idealen Bewegungsabfolgen in den Bielefelder Datenbanken bereits erfasst. Über eine Software kann für sie per Gedächtnismessung festgestellt werden, wie die Bewegungsabläufe im Gedächtnis gespeichert sind und wie gut die jeweiligen Techniken damit beherrscht werden. Und das soll nun bald auch für die vier Schwimmarten möglich sein.

Die Bewegungsabfolge teilen die Forscher*innen dafür immer in verschiedene Knotenpunkte (einzelne Elemente des technischen Vollzugs) auf, der Golfabschlag beispielweise erhielt 16 Knotenpunkte. Der oder die zu analysierende Spieler*in muss Bilder der idealen Schlagsequenz in einer rund 20-minütigen Sitzung immer wieder in die richtige Reihenfolge bringen. Eine Software zeigt der oder dem Aktiven oder auch dem Coach anschließend auf, wo Schwächen oder Fehler zu erkennen sind, an denen gezielt gearbeitet werden kann. „Durch unsere systematische Abfrage erhält man eine Struktur, die zeigt, welche Knotenpunkte für den oder die Sportler*in zusammengehören und welche weiter voneinander entfernt sind. Man kann so erkennen, ob das eine funktionale Struktur ist oder ob es vielleicht eine ganz andere Vorstellung von der Bewegung gibt. Man sieht so genau, woran man arbeiten kann, um eine bessere Struktur zu erreichen“, erklärt Ludwig Vogel, einer der wissenschaftlichen Mitstreiter Schacks. „Auch lassen sich Lernprozesse sehr gut darstellen. Man kann exakt nachvollziehen, wie sich durch ein Techniktraining die Struktur im Kopf oder die Biomechanik dazu ändert.“

Isabel Gose setzte sich zur Ermittlung der Gedächtnisstruktur ihrer Schwimmbewegung auch schon vor den Computer und verglich immer wieder die gezeigten Knotenpunkte ihrer Bewegungsausführung im Wasser (beim Freistilarmzug sind es zwölf) und entschied, wie gut sie zusammengehören. „Ich musste mich da erst einmal reindenken in die Definitionen, das war anfangs schon ziemlich ungewohnt“, erzählte die Freistilspezialistin. „Aber ich will natürlich jedes Verbesserungspotenzial nutzen und arbeite daher sehr gern hier mit. Ich bin auch schon sehr gespannt, was sich im Vergleich mit anderen Schwimmerinnen an Erkenntnissen dabei ergibt.“

Da der Spitzensport aus methodischer und auch biologischer Sicht heutzutage immer weiter ausgereizt wird, sollten auch solche Feinabstimmungen auf mentaler Ebene nicht ungenutzt bleiben. Der DSV wird die Kompetenz der Bewegungsforscher*innen aus Bielefeld daher im größeren Rahmen nutzen und gleich auch die Grundlage zur flächendeckenden Verfügbarkeit des neuen Systems schaffen. Begleitend werden deswegen Fortbildungen zur Verlängerung der A-Lizenz mit den Themenschwerpunkten „Motorisches Lernen“, „Kognitive Bewegungssteuerung“ und „Mentale Technikprofile im Schwimmen“ an der Universität Bielefeld angeboten. Damit in Sachen Technikverständnis künftig alle auf einem Stand sind: dem neuesten. Hinweis: Dieser Bericht ist zuvor in der März-Ausgabe des DSV-Verbandsmagazin "Swim&More" erschienen. Wer mehr davon lesen will, schließt ein Abo unter dsv-swimandmore.de

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Informationen des DSV-Vorstandes zur Intervention und Aufarbeitung von Fällen sexueller Gewalt

Im Rahmen der Mitgliederversammlungen am 18./19. November in Kassel wurde folgende Informationen übermittelt, die im Sinne der Transparenz nun auch hier noch einmal veröffentlicht werden. Weitere Informationen zum Thema, Leitfäden, Brochüren und alle Ansprechpartner*innen sind auf dem neuen DSV-Webseitenkanal "Schutz vor Gewalt" zu finden: Es ist das erklärte Ziel des DSV-Vorstandes, alle in der ARD-Dokumentation (August 2022) aufgeführten Fälle sexualisierter und sexueller Gewalt systematisch und transparent aufzuarbeiten. „Wir wollen einen Aufarbeitungsprozess führen, wie es ihn im Sport noch nie gegeben hat. Mit diesem Leuchtturmprojekt wollen wir Vorbild werden für den gesamten deutschen Sport und Prozesse und Standards im DSV und in ganz Sportdeutschland nachhaltig verbessern“, betont Vizepräsident Wolfgang Rupieper. Dieser Prozess soll durch eine unabhängige Aufarbeitungskommission durchgeführt werden. Informationen zur Intervention Nach Veröffentlichung der ARD-Dokumentation hat der DSV-Vorstand mit der außerordentlichen Unterstützung der DSV-Präventionsbeauftragten Franka Weber unmittelbare Schritte eingeleitet, hierzu gehören unter anderem: (1)   Kontaktaufnahme zu Jan Hempel am 12.08.2022 mit einem Gesprächs- und Hilfsangebot (2)   Großflächige Abfrage nach Kenntnis und Handlungsumfang im Rahmen der Vorwürfe bei allen Vorständen, Sportdirektoren, Funktionären und hauptamtlichen Bundestrainern des DSV von 1997 an (3)   Persönliche Gespräche mit den Verantwortlichen am Bundesstützpunkt in Dresden (24.08.2022) (4)   Weitere Gespräche mit Zeugen und Betroffenen (5)   Sichtung von Unterlagen zu Werner Lange Über die Inhalte der Gespräche können zum Schutz von Persönlichkeitsrechten keine näheren Angaben gemacht werden. Hierfür bittet der DSV um Verständnis. In der Dokumentation wurde auch der bis vor kurzem amtierende Chef-Bundestrainer Wasserspringen Lutz Buschkow beschuldigt, von den Vorwürfen gewusst und nicht gehandelt zu haben. Nach sorgfältiger Recherche und Auswertung sah sich der DSV-Vorstand am 14.10.2022 gezwungen, den in Rom suspendierten Chefbundestrainer Wasserspringen Lutz Buschkow fristlos zu kündigen. Aufgrund des schwebenden arbeitsrechtlichen Verfahrens und dem Persönlichkeitsschutz werden auch hierzu keine näheren Angaben gemacht. Der Vorstand hat sich natürlich auch den übrigen Sachverhalten aus der ARD-Dokumentation gewidmet und nimmt wie folgt Stellung: Fall 2: Gehackter Chat-Account Der Vorstand hatte keine Kenntnis von diesem Vorwurf. Direkt nach Ausstrahlung der Reportage hat die PSG-Beauftragte Gespräche mit dem/der Betroffenen geführt. Zentrale Themen der Gespräche waren weniger eigene Interventionswünsche des/der Betroffenen, sondern eher eine generelle Weiterentwicklung des Konzepts des DSV. Dies findet statt. Fall 3: Nachwuchstrainer NRW-OSP im Osten Der Vorstand hatte keine Kenntnis von diesem Vorwurf. Die PSG-Beauftragte des Landesschwimmverbandes NRW ist in die Untersuchungen eingebunden. Fall 4: Bayern - 3 Schwimmerinnen Der Vorstand hatte keine Kenntnis von diesem Vorwurf. Der beschuldigte Trainer wurde wegen der Handlungen rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Fall 5: Würzburg - Stefan Lurz Der Fall ist durch den Vorstand und die PSG-Beauftragte des DSV bearbeitet worden. Hinsichtlich der strafrechtlichen Verfehlungen des Stefan Lurz hat der Vorstand sofort nach Kenntnisnahme derselben die Vertragsauflösung eingeleitet und die Trainerlizenz bis auf Weiteres entzogen. Das Vertragsverhältnis wurde anschließend beendet und die Trainerlizenz auf Lebenszeit niedergelegt. Im Sommer dieses Jahres erlangte der DSV Kenntnis darüber, dass Herr Lurz sich noch auf dem Gelände des SV Würzburg 05 aufhalte, jedoch nicht im Schwimmhallen-Bereich. Der DSV sah sich hier damit konfrontiert, keinen weiteren Handlungsspielraum zu haben, da Herr Lurz nicht gegen den gerichtlichen Auflagenbeschluss verstieß, der es im lediglich untersagt eine Tätigkeit am Beckenrand als Trainer, Schwimmlehrer etc. auszuüben. Darüber hinaus hat der DSV keinerlei Befugnis z.B. ein Hausverbot auszusprechen. Auch z.B. eine mögliche Umwidmung des Bundesstützpunktes kann nur durch die dafür zuständigen Stellen geschehen. Das Anstellungsverhältnis von Herrn Lurz beim SV Würzburg wurde mittlerweile aufgekündigt. Der DSV hat hier alle ihm zur Verfügung stehenden strukturellen und auch finanziellen Mittel ausgeschöpft. Fall 6: Fall 6 – Olympische Spiele in Tokio Dieser Vorgang war dem Vorstand bekannt. Er wurde in Zusammenarbeit mit der Präventionsbeauftragten sowie einer externen Beratungsstelle gemäß des Präventionskonzeptes bearbeitet. Auch der Betriebsrat wurde eingeschaltet. Nach übereinstimmender Auffassung der Präventionsbeauftragten sowie der externen Beratungsstelle handelt es sich bei dem Vorfall nicht um sexualisierte Gewalt, sondern um das Schaffen einer sexualisierten Atmosphäre. Der Vorstand hat im Rahmen seiner Möglichkeiten Maßnahmen eingeleitet, um ein Zusammentreffen der Personen zukünftig zu vermeiden. Der Vorgang lag ebenfalls Ombudsstelle und Ethikkommission des DOSB vor, welche die Prüfung eines Verstoßes gegen die Good-Governance-Vereinbarung veranlasst hatte. Ein gemeinsames abschließendes Gespräch hierzu hat zwischen dem DSV und dem DOSB stattgefunden. Alle hier beschriebenen Maßnahmen befinden sich im Bereich der Intervention. Inhaltlich geht es dabei primär um die Fragen, was Opfer von Gewalt wünschen (Vermittlung Therapiemöglichkeiten, Gespräche mit Vereinen, Tätern, Entschädigungen etc.) sowie kurzfristige Maßnahmen wie z.B. personelle Konsequenzen aufgrund von Fehlverhalten. Dieser Themenkomplex wird aktuell von unserer Präventionsbeauftragten Franka Weber betreut, auf Seiten des Vorstandes übernimmt Wolfgang Rupieper diesen Komplex federführend. Informationen zur Aufarbeitung und Prävention
Die Aufarbeitung, die unter anderem dazu dient, wichtige Rückschlüsse für die Prävention zu ziehen, wird der DSV in externe Hände geben. Aktuell führt der DSV Gespräche mit der vom Bundesfamilienministerium angestoßenen Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs sowie Athleten Deutschland e.V., die hier beratend unterstützen. Für diese Unterstützung möchte der DSV sich ausdrücklich bedanken. Der DSV-Vorstand wird in Kürze eine Aufarbeitungskommission berufen, welche mit der Steuerung des gesamten Prozesses betraut wird. Wichtig ist, dass die Personen in dieser Kommission einschlägige psychologische Expertise, einen kriminologischen Hintergrund und auch soziologische Kenntnisse vorweisen und vor allem auch Expertise aus dem Sport haben, um die geeigneten Kanditat*innen. Gespräche mit möglichen Kandidat*innen haben in den letzten Wochen schon stattgefunden. Die Aufarbeitungskommission wird dann das eigentliche Aufarbeitungsteam zusammenstellen, welches die Fälle systematisch aufarbeitet und mit den Ergebnissen die Basis für Handlungsempfehlungen der Kommission legt. Parallel dazu wird verbandsintern bereits an der Weiterentwicklung des Schutzkonzepts und der entsprechenden Präventionsmaßnahmen gearbeitet, um den bereits jetzt gewonnenen Erkenntnissen aus den einzelnen Fällen Rechnung zu tragen. Dazu zählt u.a. eine Vernetzung der Ansprechpersonen der Landesschwimmverbände untereinander, die Qualifizierung des haupt- und ehrenamtlichen Verbandspersonals und die Präzisierung der Rahmenrichtlinien zur Trainer*innenqualifizierung im Hinblick auf den Themenkomplex Schutz vor Gewalt. In regelmäßigen Meilensteingesprächen werden die Kommission und das Aufarbeitungsteam zusammenkommen und in diesem Zusammenhang wird auch die Öffentlichkeit über den Fortgang des Prozesses transparent informiert werden. Die Wahrung von Persönlichkeitsrechten bleibt selbstverständlich bestehen.

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Leonie Beck wird Europameisterin über 10km

Am letzten Tag der diesjährigen Europameisterschaften in Italien ging es für die Freiwasserschwimmer*innen in Lido di Ostia (ITA) über die olympische Zehn-Kilometer-Distanz um die Medaillen. In einem spektakulären Finish gewann Leonie Beck (SV Würzburg 05) in 2:01:13,04 Stunden Gold für Deutschland, und das, obwohl sie sich kurz vor der Zielgeraden noch zu verschwimmen drohte. Es war der erste deutsche Titel auf dieser Strecke seit Angela Maurers Erfolg 2006 in Budapest (HUN). Silber ging an die Italienerin Ginevra Taddeucci (2:01:15,2), die Bronzemedaille holte Angelica André (POR/2:01:16,4), die sich auf den letzten Metern noch an der in Magdeburg trainierenden Niederländerin Sharon van Rouwendaal (2:01:16,6) vorbeischob.

“Europameisterin ist was ganz Besonderes. Das ist auch meine erste Goldmedaille im Einzel”, strahlte Leonie Beck. “Es war ziemlich hart, es war ziemlich wellig. Es war glaube ich eins der Top-drei welligsten Rennen, die ich jemals gemacht habe. Ich habe am Anfang wieder die Gruppe verloren und musste wieder aufholen, aber an sich war es echt cool und es hat mir Spaß gemacht.”

Die beiden deutschen Starterinnen Beck und Lea Boy (SV Würzburg 05) hielten sich von Anfang an am Ende der Spitzengruppe auf, bis sich Beck dann in der letzten Runde Schritt für Schritt nach vorne kämpfte. “Die letzten 200 Meter hab ich nur noch gedacht: Ich will das gewinnen”, so die 25-Jährige. Für Beck ist der Sieg fast ein Heimspiel, denn seit knapp einem Jahr lebt und trainiert sie in Italien. Bei den Weltmeisterschaften in Budapest hatte sie vor knapp zwei Monaten bereits die Silbermedaille gewonnen, jetzt freut sie sich über den Platz ganz oben auf dem Treppchen. Lea Boy erreichte auf der olympischen Distanz Rang 13 (2:04:44,3).

Bundestrainer Constantin Depmeyer lobte: “Es war von Leonie ein sehr, sehr starkes Rennen, progressiv geschwommen und hinten raus nicht zu schlagen. Mein Glückwunsch gilt zunächst allen, die heute bei den Bedingungen durchgekommen sind, ein gutes Rennen gemacht haben und natürlich vor allem Leonie für ihren überragenden Sieg.”

Nachdem gestern Nachmittag das 25-Kilometer-Rennen wegen heftiger Winde und starkem Wellengang im Tyrrhenischen Meer nach gut zehn Runden abgebrochen werden musste, hatte sich die Wetterlage heute wieder etwas beruhigt. Dass die Bedingungen aber trotzdem sehr hart waren, zeigte unter anderem die hohe Anzahl an Aktiven, die auf dieser Strecke aufgeben mussten. Bereits nach knapp der Hälfte der Strecke hatten vier Aktive, zwei Männer und zwei Frauen, das Rennen beendet. Unter ihnen auch die deutsche Starterin Jeannette Spiwoks (SG Essen).

Oliver Klemet auf Platz fünf vor Rasovszky und Paltrinieri

Bei den Männern verpasste Top-Favorit Gregorio Paltrinieri (ITA) überraschend einen Podestplatz, für den 5km-Europameister wurde es am Ende nur Platz sieben (1:51:12,7 Stunden). Die Italiener*innen konnten trotzdem über einen Heimsieg jubeln, denn als Erster kam Domenico Acerenza nach 1:50:33,6 ins Ziel, vor den beiden Franzosen Marc-Antoine Olivier (1:50:37,3) und Logan Fontaine (1:50:39,1). Dagegen ging der junge Ungar David Betlehem, der das Feld über weite Strecken mit großem Vorsprung angeführt hatte, am Ende als Neunter (1:52:09,8) genau wie Paltrinieri leer aus.

Bester Deutscher wurde in 1:51:04,8 Oliver Klemet (SG Frankfurt), der als Fünfter noch vor dem Olympia-Zweitem Kristóf Rasovszky (1:51:04,9) und Paltrinieri anschlug. Ben Langner (SC Magdeburg) belegte in 1:58:37,4 Rang 16. Olympiasieger Florian Wellbrock (SC Magdeburg) hatte bei dieser EM wegen Trainingsausfalls nach einer Coronavirus-Infektion und anhaltender leichter Erkältung auf einen Start im Freiwasser verzichtet.

DSV-Staffel zu Abschluss der Freiwasserwettbewerbe auf Rang fünf

Ohne deutsche Medaille endete dagegen die abschließende Staffel über 4x1,25km, stattdessen wurde das Rennen zu einer Machtdemonstration des italienischen Teams. Zum Abschluss der Freiwasserwettkämpfe in Lido di Ostia übernahmen sie bereits nach der ersten Runde die Führung und ließen den anderen Teams keine Chance.

Auch als Ungarn in der letzten Runde noch einmal stark aufkamen und zwischenzeitlich sogar die Führung zu übernehmen schien, ließ sich Italien den Sieg vor heimischem Publikum nicht mehr nehmen. In einem spannenden Finish zwischen den beiden führenden Nationen konnte sich schlussendlich der italienische Schlussschwimmer Domenico Acerenza unter tobendem Applaus der Zuschauer*innen am Strand klar gegen Kristóf Rasovszky (HUN) durchsetzen und sicherte in 59:43,1 Minuten die Goldmedaille für sein Land. Ungarn holte Silber in 59:53,9, Bronze ging nach Frankreich (1:00:08,3). Für das deutsche Team starteten Lea Boy, Leonie Beck (beide SV Würzburg 05), Linus Schwedler (SC Magdeburg) und Oliver Klemet (SG Frankfurt). Die am Sonntagmorgen frisch gekürte 10km-Europameistern Leonie Beck hatte sich in der zweiten Runde bis auf Platz zwei nach vorne gekämpft, diesen Vorsprung konnten die Männer in den letzten beiden Runden jedoch nicht mehr halten - am Ende belegte das Team nach 1:00:43,8 Stunden Rang fünf. Die deutsche Staffel war vor knapp zwei Monaten in Budapest (HUN) zum Weltmeistertitel geschwommen, dort jedoch mit Olympiasieger Florian Wellbrock als Schlusschwimmer.

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Larus Thiel mit Altersklassenrekord zum dritten Titel bei der DJM

Für Schwimmtalent Larus Thiel sind es die ersten Deutschen Jahrgangsmeisterschaften, doch der 13-Jährige von der SG Bayer sorgt in der Berliner SSE gleich für Aufsehen. Über 50m Schmetterling gewann er am Mittwoch bereits seinen dritten Titel, nachdem er sich beim Auftakt am Dienstag bereits zwei Goldmedaillen in anderen Stilarten gesichert hatte (50m Brust und 100m Freistil). Beim Triumph über 50m Schmetterling am Mittwoch verbesserte Thiel sogar seinen eigenen Altersklassenrekord noch einmal um fünf Hundertstel auf 25,81 Sekunden und hatte dabei erheblichen Vorsprung. “Ich bin komplett fassungslos und hätte nicht gedacht, dass ich die Zeit dieses Jahr nochmal unterbiete”, sagte Thiel. “ Das ist das Beste, was man kriegen kann. Drei Starts, drei Titel - was will man mehr.”

Das können aber auch noch andere Medaillenhamster sagen. So verteidigte Lisa-Marie Finger (SG Neukölln Berlin) in 27,26 Sekunden ihren Titel über 50m Schmetterling im Jahrgang 2005 und holte sich ebenfalls den dritten Sieg. Nach ihrem Sieg über 50m Schmetterling (28,39) und nur kurzer Pause holte sich Alina Baievych (TB 1888 Erlangen) mit dem Erfolg über 100m Rücken (1:05,56 Minuten) ihr drittes Gold im jüngsten Jahrgang 2009. Die Schmetterlingsspezialistin zeigte der Konkurrenz dabei eindrucksvoll, wie viel Zeit mit guten Kicks nach Start und Wende gutzumachen ist. 

Die gleiche Kombination wie Baievych schaffte am Mittwoch auch Kaii Liam Winkler, nachdem er über 100m Rücken den frischgebackenen Altersklassenrekordler Vincent Passek (schwamm im April 56,12) auf den letzten Metern niederrang und 17 Hundertstel hinter sich ließ. Der in den USA lebende Sprinter aus dem Jahrgang 2006 kommt nach dem Auftaktsieg über 100m Freistil am Dienstag und dem Sieg über 50m Schmetterling (24,49) am Mittwoch so ebenfalls bereits auf drei Titel.

Leo Leverkus will fünf Titel – mindestens

Auch Leo Leverkus (SGR Karlsruhe/Jahrgangs 2008) machte am zweiten Wettkampftag dort weiter, wo er am ersten Tag aufgehört hatte. Nach seinen beiden Titeln am Dienstag über 1500m Freistil und 200m Schmetterling schnappte sich der 14-Jährige in 8:36,21 Minuten auch den Sieg über 800m Freistil. Im vergangenen Jahr hatte Leverkus die DJM insgesamt mit fünf Titeln abgeschlossen und ist nun wohl auf dem besten Weg, dieses Ergebnis zu wiederholen - mindestens. “Ich versuche auf jeden Fall die Strecken, auf denen ich im letzten Jahr gewonnen habe, zu verteidigen. Und dann mal schauen, wo es mit den übrigen Strecken hingeht, ich habe auf jeden Fall noch ein paar Starts”, sagte Leverkus. Und man glaubt ihm sofort, wenn er über seinen künftigen Ziele spricht: “Mein großes Ziel ist natürlich, irgendwann eine Olympiateilnahme und vielleicht sogar etwas zu gewinnen.”

Als Entwicklungsschritt zu den größten Meriten warten nach einer erfolgreichen DJM meist internationale Nachwuchs-Titelkämpfe. Da passt es bestens, dass sich Anna Maria Börstler (SC Magdeburg) für das Highlight des Tages und mit 1:02,58 Minuten (wie bereits im Vorlauf mit 1:02,85) unter der Norm für die Europameisterschaften der Junior*innen in Otopeni (ROM/05. - 10. Juli) blieb. “Ich hätte nicht damit gerechnet, dass ich jetzt schon so schnell schwimme. Das ist einfach nur Wahnsinn”, jubelte die 16-Jährige . Auch ihr Trainer  Stefan Döbler freute sich:  “DIe Qualifikation für den EInzelstart gibt Schwung für die weitere Vorbereitung.”

Auch andere aus dem JEM-Kader wussten zu überzeugen. So holte sich Julia Barth (TB 1888 Erlangen) nicht nur erwartungsgemäß wieder den Titel über 400m Freistil im Jahrgang 2006, sondern glänzte mit neuer persönlicher Bestzeit (4:15,60).  Maya Werner als Siegerin im Jahrgang 2005 blieb in 4:16,40 Minuten nun auch unter der JEM-Norm und sicherte sich so ihren zweiten Einzelstart. Unter der Normzeit blieb in 4:17,31 Minuten auch Julia Ackermann (SC Chemnitz/2007. Die Sächsin wird nun aber beim  European Youth Olympic Festival (EYOF) Ende Juli in der Slowakei starten, da der DSV die internationalen Saisonhöhepunkte  in diesem Jahr wieder strenger nach Jahrgängen besetzt. “Julia entwickelt sich prima, mit solchen Zeiten ist sicher auch eine vordere Platzierung im EYOF-Finale möglich”, lobte Nachwuchs-Bundestrainer Carsten Gooßes. Die Sportlerin selbst sagte: “Im Vorlauf war ich etwas enttäuscht von mir, dass es dann im Finale so gut läuft, das hätte ich nicht erwartet. Ich wollte aber von Anfang an zeigen, dass ich das Rennen dominieren möchte und wollte da auch gar nichts anbrennen lassen.” Das gelang eindrucksvoll.

Auch Diego Alfons Heinze (SC Wiesbaden/2007) und Arne Schubert (SC Magdeburg/2006) konnten sich nach ihrer  Goldmedaille über 1500m Freistil am Mittwoch nun auch noch jeweils den Titel über die 800m sichern. Beide stellten damit vor ihrem Start in der kommenden Woche bei der JEM im Freiwasser in Sétubal (POR/03. - 05. Juni) ihre derzeit gute Form unter Beweis. 

Magdeburg verteidigt die Führung in der „Team Challenge powered by aquafeel“

In der „Team Challenge powered by aquafeel“ führt auch nach dem zweiten Wettkampf weiterhin der SC Magdeburg, der im Vorjahr auch schon die Premiere dieses Mannschaftswettbewerbs im Rahmen der Deutschen Jahrgangsmeisterschaften für sich entscheiden konnte. Mit 175 Punkten behaupten die Magdeburger ihre Spitzenposition vor der SSG Leipzig mit 160 und der SG Essen mit 155 Punkten – die Top drei ist damit unverändert. Als Vierter folgt die SSG Saar Max Ritter (118), neuer Fünfter ist knapp dahinter jetzt der SC Chemnitz von 1892 (116). Mit Unterstützung von aquafeel als Pool-Partner des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) werden die erfolgreichsten Teams der DJM auch diesmal wieder mit Prämien im Gesamtwert von 5.900 Euro belohnt.

Ebenfalls geehrt werden am Ende der Veranstaltung die punktbesten Leistungen in beiden Geschlechtern nach der FINA-Punktetabelle. Nach dem zweiten Tag liegt dort in der weiblichen Jugend momentan Julia Barth (TB 1888 Erlangen) in Führung, deren Zeit von 4:15,60 über 400m Freistil 791 Punkte wert ist, gefolgt von Lisa-Marie Finger (SG Neukölln/ 100m Freistil in 56,05 Sekunden für 785 Punkte) und Maya Werner (SV Nikar Heidelberg/400m Freistil in 4:16,40 für 784 Punkte). In der männlichen Jugend führt aktuell Kaii Liam Winkler (Eagle Aquatics) – seine Siegerzeit von 49,92 über 100m Freistil bedeuten 829 Punkte für ihn. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Arne Schubert (SC Magdeburg/1500m Freistil in 15:27,29 für 828 Punkte) und Eric Mühlenbeck (Bitterfelder SV/1500m Freistil in 15:32,21 für 815 Punkte.

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Deutschlands bester Wasserspringer Patrick Hausding beendet seine Karriere

Die Liste seiner Erfolge ist so lang, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Viermal startete Wasserspringer Patrick Hausding bei Olympia, dreimal stand er beim weltgrößten Sportereignis auf dem Treppchen. 2008 in Peking (CHN) gewann er im Turm-Synchronspringen mit Sascha Klein die Silbermedaille, 2021 in Tokio (JPN) dann Bronze im 3m-Synchronspringen an der Seite von Lars Rüdiger, nachdem er dort bei der Eröffnungsfeier auch schon die deutsche Fahne getragen hatte. 2016 holte er auch im Einzelwettbewerb vom 3m-Brett Bronze – es war das erste deutsche Edelmetall im Einzel vom Brett nach 104 Jahren. 2013 wurde er zusammen mit Klein außerdem Weltmeister. Mit insgesamt 15 Titeln ist der Berliner zudem Rekord-Europameister, wobei die EM 2014 in seiner Heimatstadt mit gleich drei Goldmedaillen und die Auflage von 2010 in Budapest (HUN) herausstechen, bei der er als erster Springer in allen fünf Disziplinen eine Medaille gewinnen konnte. Von unzähligen Deutschen Meistertiteln ganz zu schweigen.

Mit dieser eindrucksvollen Karriere ist jetzt Schluss. Nachdem der 33-Jährige schon in den vergangenen Monaten nicht mehr an Lehrgängen der Nationalmannschaft teilgenommen hatte, erklärte er am Mittwoch nun auch offiziell seinen Rücktritt vom Wasserspringen. An den heute begonnenen Internationalen Deutschen Meisterschaften vom 04. – 08. Mai in Berlin nimmt er schon nicht mehr teil.

„Ich hatte immer gesagt, dass Tokio meine letzten Olympischen Spiele werden. Und ich hatte damals schon im Kopf, dass es wahrscheinlich auch mein letzter Wettkampf überhaupt sein wird“, sagt Patrick Hausding. „Ich bin jetzt 33 Jahre alt, mein Körper hat viel mitgemacht. Ich habe gemerkt, dass es in den vergangenen Jahren immer länger gedauert hat, um in Topform zu kommen, dass der Aufwand dafür immer größer geworden ist. Das ist nicht nur körperlich sehr anstrengend, sondern auch für den Kopf, weil die Fortschritte sehr langsam kamen und man bis auf ein paar Monate vor dem Saisonhöhepunkt einfach nicht mehr die Qualität erreicht hat, die man von sich von früher gewohnt war. Wenn man einmal ganz oben war, setzt man sich das immer wieder als Ziel, weil man weiß, dass man es kann und dass es möglich ist. Meine eigenen Ansprüche sind immer sehr hoch gewesen. Aber ich brauche auch niemandem mehr etwas zu beweisen.“

Nach dem Ende seiner aktiven Zeit will sich Hausding nun auf sein Studium – Englisch und Sport auf Lehramt – konzentrieren und zudem mehr Zeit mit seiner Familie verbringen. „Er war ein Ausnahmeathlet, der das Wasserspringen in den vergangenen 15 Jahren nicht nur in Deutschland und Europa, sondern weltweit geprägt hat. Ihm fehlt eigentlich nur der Olympiasieg, aber der wird meiner Meinung nach dadurch kompensiert, dass er bei vier Olympischen Spielen immer im Finale war und dabei insgesamt drei olympische Medaillen gewonnen hat, was eine herausragende Leistung ist. Es gibt kaum eine*n andere*n Athlet*in, der oder die mit dieser Konstanz in der Weltspitze mitgemischt hat“, blickt Lutz Buschkow, Chefbundestrainer Wasserspringen im Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV), auf die eindrucksvolle Karriere seines Vorzeigespringers zurück.

Auch das DSV-Verbandsmagazin Swim&More würdigt in der aktuellen Ausgabe mit einer großen Coverstory noch einmal ausführlich den Werdegang von Deutschlands „Mister Wasserspringen“. Wer bis zum 06. Mai ein Abonnement für nur 59€/Jahr inkl. Versand abschließt, bekommt die Mai-Ausgabe bequem nach Hause geliefert. Alle Infos zum Abo unter www.dsv-swimandmore.de.

Olympiateilnehmer Martin Wolfram wechselt auf die Trainerseite

Auch der Name von Martin Wolfram fehlt in den Startlisten der laufenden Deutschen Meisterschaften, auch er hat seine Karriere in dieser Woche offiziell beendet. Der Dresdner gehörte in den vergangenen Jahren ebenfalls zu den besten Wasserspringern in Deutschland, trotz wiederkehrender starker Schulterprobleme und mehrerer Operationen kämpfte er sich immer wieder an die Spitze zurück und meisterte dabei sogar erfolgreich den Umstieg vom Turm auf das Brett. Dreimal war der 30-Jährige bei Olympia dabei und landete 2012 (Achter vom Turm), 2016 (Fünfter vom Turm) und 2021 (Siebter vom 3m-Brett) stets unter den besten Acht. 2015 wurde Wolfram zudem Europameister vom Turm, 2013 holte er EM-Silber vom 1m-Brett, im vergangenen Jahr wurde er dann noch einmal Weltcupsieger und EM-Dritter vom 3m-Brett. „Er hat eigentlich immer Finalplätze erreicht und damit dokumentiert, dass er zur absoluten Weltspitze im Turm- und Kunstspringen gehört“, lobt Chef-Bundestrainer Lutz Buschkow. „Mit seinem Kampfgeist und seinem Einsatz für den Verband war er stets ein großes Vorbild.“

Der Rücktritt vom aktiven Leistungssport sei keine leichte Entscheidung gewesen, sagt Martin Wolfram. Niemals habe er geglaubt, dass er nach dem Wechsel aufs Brett noch einmal so erfolgreich werden könnte wie im vergangenen Jahr mit EM-Bronze und dem Sieg beim Weltcup. „Das war wahrscheinlich das beste Jahr meiner Karriere, mit dem siebten Platz bei Olympia als Sahnehäubchen. Darauf bin ich unheimlich stolz, dass mir das noch einmal gelungen ist“, sagt er. Gleichzeitig habe er danach gemerkt, dass er – auch bedingt durch die Doppelbelastung als Trainer in Dresden – nicht mehr an diese Leistungen würde anknüpfen können. „Dann habe ich mir die Frage gestellt, ob ich das möchte und für mich entschieden, dass das nicht mein eigener Leistungsanspruch ist. Ich möchte als ein Springer in Erinnerung bleiben, der bis zuletzt starke Leistungen gezeigt hat, deswegen wird meine Reise im Wasserspringen an dieser Stelle enden.“

Mittlerweile hat Wolfram erfolgreich seinen Trainerschein absolviert, seit vergangenen Herbst betreut er beim Dresdner SC 1898 gemeinsam mit Rainer Punzel die dortige B-Jugend, die er aktuell auf die Deutschen Jugendmeisterschaften vom 25. – 29. Mai in Dresden vorbereitet. „Diese acht jungen Sportler*innen in meiner Trainingsgruppe haben meine Leidenschaft fürs Wasserspringen noch einmal auf ganz neue Weise entfacht. Ich hoffe, dass ich ihnen mit meiner Erfahrung helfen kann, auf dass sie in Zukunft ähnliche oder sogar noch größere Erfolge als ich feiern können. Und auch wenn ich nicht mehr selbst aktiv auf dem Brett stehe, bin ich trotzdem nicht traurig, weil ich immer noch ein Teil dieses Sports sein kann“, sagt Wolfram. Parallel dazu hat er ein Fernstudium an der Kölner Trainerakademie zum Diplomsportlehrer aufgenommen. „Es freut mich sehr, dass wir einen so erfolgreichen Sportler für den Trainerberuf gewinnen konnten“, sagt Buschkow.

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DM 2021: Angelina Köhler besiegt den Coronafrust

Zu Beginn der Deutschen Meisterschaften im Schwimmen in Berlin im Rahmen von „DIE FINALS 2021“ konnte Angelina Köhler einen versöhnlichen Triumph gegen das Coronavirus feiern. Die 20-Jährige von Hannover 96 sicherte sich am Donnerstag in 58,42 Sekunden den Titel über 100m Schmetterling, nachdem eine Coronainfektion im April die Olympiaqualifikation für Tokio (JPN) noch verhindert hatte.

„Endlich bin ich Deutsche Meisterin geworden, das war schon seit langem mein Ziel und bedeutet sehr, sehr viel für mich“, sagte Köhler, die in Berlin sogar Tokio-Starterin Lisa Höpink (SG Essen/58,68) hinter sich ließ. „Bei Olympia drücke ich aber die Daumen für Lisa. Der Support ist ganz klar da, ich freue mich sehr für Lisa, dass sie das geschafft hat. Sie war superschnell bei der Olympiaqualifikation und hat es verdient, dass sie in der Lagenstaffel schwimmen darf“, betonte Köhler. Höpink selbst erklärte nach dem Rennen: „Ich bin zufrieden mit meiner Zeit, bei mir ist ja gerade alles nur auf Tokio ausgerichtet. Und ich habe mit Angelina ein tolles Verhältnis und ich hätte sie gern auch im Olympiateam dabeigehabt.“

Bei den Männern ging der Meistertitel in dieser Disziplin an Ramon Klenz (SG Neukölln), der in 52,88 Sekunden vor Björn Kammann (AMTV-FTV Hamburg/52,97) anschlug. „Ich freue mich auf jeden Fall über diesen Erfolg“, sagte der Sportsoldat, dessen Tokio-Traum nach einer Coronainfektion und einem Autounfall im April ebenfalls geplatzt war. „Die letzten Wochen mit Olympiaqualifikation und EM waren anstrengend. Die Wettkampfphase hat mir gezeigt, dass ich noch ein bisschen was zu tun habe – aber ich bin super motiviert für die nächsten Jahre.“

>> Alle Ergebnisse und Zeitpläne der Schwimm-DM

Für die größte Überraschung des Tages sorgte Timo Sorgius. Der 18-Jährige von der SSG Leipzig siegte über 200m Rücken in 2:00,76 Minuten. Hier war Christian Diener (Potsdamer SV) haushoher Favorit gewesen, doch an seinem 28. Geburtstag wurde der Olympiastarter überraschend nur Fünfter (2:02,78). Grund dafür war sein heftiges Wettkampfprogramm, nur acht Minuten vorher hatte der Feuerwehrmann auch das Finale über 100m Schmetterling bestritten. „Da hatte mein Trainer ein besonderes Geschenk für mich, der Tank war jedenfalls plötzlich leer“, sagte Diener anschließend mit einem Augenzwinkern. „Aber Wettkampfhärte ist mit Blick auf Olympia nun mal auch ein wichtiges Thema.“

Sehr belastbar ist Zoe Vogelmann (SV Nikar Heidelberg). Beim Sieg über 400m Lagen mit einer Zeit von 4:41,32 Minuten zeigte die 17-Jährige, dass Finalplatz sieben bei der EM in Budapest (HUN) kein Zufall war und von ihr auch in Zukunft noch einiges erwartet werden darf. „Endlich hat es hingehauen und ich bin Meisterin über 400m Lagen, das ist einfach nur ein cooles Gefühl. Das sind Motivation und Emotion pur. Ich bin einfach froh, dass ich hier nochmal zeigen konnte, was ich draufhabe“, sagte Vogelmann.

Bei den Männern setzte sich Danny Schmidt über 400m Lagen in 4:19,02 Minuten durch. Der 20-Jährige von der SG Frankfurt war im Vorjahr in die Trainingsgruppe von Bundestrainer Bernd Berkhahn gewechselt. „Das ist mein erster Meistertitel, das war mein Ziel. Ich freue mich sehr darüber“, sagte Schmidt. „In Magdeburg habe ich mir von Florian Wellbrock ein paar Techniksachen beim Kraulen abgucken können. Und auch mit Marius Zobel und Lukas Märtens battle ich mich jeden Tag im Training. In Magdeburg sind alle hochmotiviert und pushen sich gegenseitig, jeder geht mit 100 Prozent ins Training. Es macht Spaß, dort zu trainieren. Ich hoffe, dass ich mich so noch weiter verbessere.“

Einen großen Schritt nach vorn vollzog auch Leonie Märtens, beim Sieg über 1500m Freistil (16:34,15 Minuten) verbesserte die 17-Jährige vom SC Magdeburg ihre Bestzeit um über zehn Sekunden. Leonie ist die Schwester von Lukas Märtens, der sich als Aufsteiger des Jahres mit gerade einmal 19 Jahren zuletzt für drei olympische Einzelrennen qualifiziert hatte. „Für 2024 ist geplant, dass mein Bruder und ich zusammen zu Olympia fahren. Das wäre cool, wenn das klappt, meine ganze Familie würde mitfiebern. Mein Vorbild ist aber hauptsächlich Sarah Köhler. Ich sehe sie immer beim Training und denke: Wow, da, wo sie ist, will ich auch hin. Nach der Saison wechsele ich dann in ihre Trainingsgruppe.“

13-Jährige bricht Jahrgangsrekord von Franziska van Almsick

In der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE) wussten aber auch noch andere Talente zu glänzen. So verbesserte Yara-Fay Riefstahl (SC Chemnitz) als Vorlauf-Neunte über 100m Schmetterling in 1:01,94 Minuten den 30 Jahre alten Altersklassenrekord für 13-Jährige einer gewissen Franziska van Almsick. Die drei Jahre ältere Lisa-Marie Finger (SG Neukölln) erfüllte in 1:00,97 zudem die Norm auf dieser Strecke für die Junioren-Europameisterschaften in Rom (ITA/06. - 11. Juli), ebenso wie Lara Seifert (SC Chemnitz) über 400m Lagen (4:49,94 Minuten) und Kirill Lammert (SC Delphin Lübeck) über 100m Schmetterling (53,98 Sekunden). Als Zweiter über 400m Lagen (4:19,77) stellte Cedric Büssing (SG Dortmund) zudem einen Altersklassenrekord für 18-Jährige auf.

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Wellbrocks Stärke, der siebte Staffelstreich und Tränen für Klenz

Viele Olympiatickets und noch mehr Topzeiten: Die Athlet*innen des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) zeigten bei der DSV Olympiaqualifikation Beckenschwimmen auch am Samstag Weltklasseleistungen in Serie.

Das Prunkstück im Wettkampfprogramm sind aus deutscher Sicht derzeit die 400m Freistil. Hier kraulte Doppelweltmeister Florian Wellbrock (SC Magdeburg) mit 3:44,36 Minuten bis auf eine Hundertstelsekunde an seine Weltjahresbestleistung aus der Vorwoche heran. Dahinter konnten Lukas Märtens (SC Magdeburg/3:44,86) und Henning Mühlleitner (Neckarsulmer Sport-Union/3:45,36) ihre ebenso alten Bestzeiten sogar noch einmal steigern, allesamt blieben wieder unter der Normzeit für die Spiele in Tokio (23. Juli - 08. August). „Letzte Woche in Eindhoven war ich mehr oder weniger alleine im Becken und bin mein eigenes Ding geschwommen. Heute hatte ich die beiden Jungs neben mir, da hat man sich nochmal schön nach vorne gepeitscht. Bei einer guten Konkurrenz kommt auch ein entsprechendes Ergebnis heraus“, sagte Mühlleitner. Und denkt längst darüber nach, in der Olympiavorbereitung nun auch öfter mit den beiden Rivalen zusammen zu trainieren.

Und vielleicht darf Mühlleitner über 400m dann sogar in Tokio starten. Denn laut Wellbrock gibt es die Tendenz, dass er diese Strecke dort weglässt, um sich nicht zu verzetteln. „Das werden wir vielleicht schon Sonntag entscheiden. Florians Hauptstrecken sind die 1500m und die 10km, diesmal nehmen wir schon die 800m dazu, auch fokussiert, nicht so wie bei der WM 2019. Diese Ziele verfolgen wir weiter, die schnelle 400m-Zeit ist einfach nur eine perfekte Grundlage für alles andere“, sagte Bundestrainer Bernd Berkhahn. Wellbrock selber dachte auch schon über andere Effekte einer solchen Entscheidung nach: „Es sind keine ausländischen Zuschauer*innen in Japan erlaubt, deswegen habe ich Interesse, das deutsche Team groß zu halten und dass viel Stimmung vom Team Deutschland auf der Tribüne gemacht wird. Und ich gönne es Lukas und Hennig auch. Wenn ich meinen Start nicht wahrnehme, haben die beiden es verdient zu starten, sie waren auch klar unter der Norm.“

Magdeburger Doppelsieg und eine weitere Norm für Sarah Köhler

Auch bei den Frauen feierte Berkhahns Trainingsgruppe über 400m Freistil einen Doppelsieg. Isabel Gose siegte hier in 4:05,19 Minuten und konnte damit ihre Bestleistung aus der Vorwoche und den von ihr selbst gehaltenen Altersklassenrekord für 19-Jährige noch einmal um fast eine Sekunde verbessern. Und Langstreckenspezialistin Sarah Köhler (SG Frankfurt) erfüllte als Zweite (4:05,99) ebenfalls eine weitere Olympianorm neben den 800m und 1500m, unter drei Einzelstarts bei Olympia machen sie es bei Berkhahn also nicht mehr. „Ich bin schon stolz, dass unsere Gruppe so groß im Team vertreten ist“, meinte Köhler.

Auch Leonie Kullmann (SG Neukölln) hat bereits die Norm erfüllt und konnte diese erneut bestätigen mit 4:06,25, sie muss nun allerdings abwarten, wie sich die vielfach qualifizierten Köhler und Gose entscheiden, ob es mit dem Einzelstart wirklich klappt, in der Staffel ist sie aber in Tokio auf jeden Fall dabei.

Damian Wierling führt die 4x100m-Freistilstaffel nach Tokio

Noch enger, und das gleich in doppelter Hinsicht, ging es im Kampf um die Olympia-Plätze über 100m Freistil der Männer zu – beide Male mit positivem Ausgang. Denn Damian Wierling (SG Essen) unterbot als Sieger mit 48,48 Sekunden um zwei Hundertstel die Einzelnorm. „Es ist so schön, dass ich es jetzt geschafft habe. Und ich glaube, dass noch mehr in mir habe, um bei den Spielen noch eine Schippe draufzulegen. Vielleicht kann ich mir dort den deutschen Rekord holen“, sagte er. Seit fünf Jahren war der 25-Jährige nicht mehr so schnell, der Druck sei daher spürbar gewesen. „Ich habe alle in meinem Team am Vorabend verrückt gemacht“, sagte Wierling am Samstagnachmittag dann aber lachend.

Hinter ihm zogen auch die Kollegen mit und sicherten auch der siebten und damit letztmöglichen DSV-Staffel das Ticket für die Sommerspiele. Dank Marius Kusch (SG Essen/48,91), Christoph Fildebrandt (SSG Saar Max Ritter/49,05) und Eric Friese (der in den USA lebende Potsdamer war dort vorige Woche ebenfalls 49,05 gekrault) wurde die Norm (3:15,50 Minuten) um genau eine Hundertstel unterboten. „Ich liebe es einfach, mit den Mannschaftskameraden in der Staffel zu schwimmen. Staffel habe ich schon immer gern gemacht, das macht immer Spaß“, freute sich Schmetterlingsspezialist Kusch.

Annika Bruhn (Neckarsulmer Sport-Union) war nach der erfüllten Norm über 200m Freistil offenbar ein Stein vom Herzen gefallen, beflügelt sicherte sie sich am Tag darauf über die halbe Distanz in neuer Bestzeit von 53,96 Sekunden ihren zweitem Einzelstart in Tokio. „Wenn es läuft, dann läuft’s! Es hat sich richtig gut angefühlt. Auf den letzten zwei Bahnen habe ich nochmal Vollgas gegeben und alles rausgeholt“, sagte die strahlende Siegerin. In ihrem Sog steigerten sich auch die anderen DSV-Sprinterinnen im Kampf um die Staffelplätze, zunächst im A-Finale Lisa Höpink (SG Essen) 54,65, Marie Pietruschka (SSG Leipzig) 54,73 und Isabel Gose (SC Magdeburg), womit sich letztere kurzzeitig auf Rang vier des Staffelrankings vorschob, unmittelbar danach schlug im B-Finale aber Hannah Küchler (AMTV-FTV Hamburg) mit neuem Jahrgangsrekord für 19-Jährige von 54,88 zurück.

Ramon Klenz als tragischer Held

Den meisten Beifall bekam an diesem Tag aber Ramon Klenz (SG Neukölln), und das ohne Olympianorm. Der 22-Jährige hatte nach einer Corona-Zwangspause im Januar am Donnerstag auch noch einen schweren Autounfall direkt gegenüber der Schwimmhalle wegstecken müssen. Trotz Schleudertrauma trat dann über die 200m Schmetterling an, verpasste im Alleingang in 1:56,64 Minuten um winzige 34 Hundertstel die Einzelnorm. „Ich fand es toll, wie ihn alle angefeuert haben. Alle haben es ihm so sehr gewünscht, einige hatten danach tatsächlich Tränen in den Augen, dass er die Norm so knapp verpasst hat. Diese Stimmung und diesen Zusammenhalt fand ich wirklich cool“, sagte Aktivensprecherin Köhler.

Für das letzte Weltklasse-Ergebnis des Tages sorgte Jacob Heidtmann (ST Stadtwerke Elmshorn), der über 400m Lagen in 4:14,00 Minuten glänzte. „Ich bin schon zufrieden, auch wenn ich mir sogar noch ein bisschen mehr vorgenommen hatte. Eine 4:14 ist gut für mich, aber mein eigener Anspruch liegt noch ein bisschen höher. In den zwölf Wochen bis Olympia will ich versuchen, dass es noch ein bisschen schneller geht. Ich will die Saison auf jeden Fall mit einer Bestzeit beenden. Und dann schauen wir mal, für wie weit nach vorne das reicht. Ich freue mich auf die Olympischen Spiele.“ Und das geht nach diesen April-Tagen vielen DSV-Aktiven so.

>> Alle Ergebnisse der DSV Olympiaqualifikation Beckenschwimmen

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Linda Roth wandelt in Paris auf den Spuren einer Schwimmlegende

Die große Franziska van Almsick war 24 Jahre alt, als sie 2002 ihre Bestzeit über 200m Freistil aufstellte: 1:56,64 Minuten, was damals Weltrekord bedeutete. Linda Roth ist jetzt 18 Jahre jung und bereits schneller, als es „Franzi“ auf dieser Strecke jemals war. 1:56,46 war die Magdeburgerin bei den Europameisterschaften in Paris (FRA) im Halbfinale geschwommen, einen Tag später konnte sie diese Leistung noch einmal bestätigen und kam im Endlauf mit 1:56,71 auf einem starken vierten Platz ein. Nach Gold bei der Junior*innen-EM in München auf dieser Strecke erreichte sie bei ihrer ersten EM in der offenen Klasse damit auf Anhieb ein Spitzenergebnis.

„Ich bin super zufrieden“, freute sie sich. „Ich habe mich gestern auch schon so über den Einzug in das Finale gefreut und wollte heute dann einfach versuchen, es zu genießen, Spaß zu haben und Erfahrungen zu sammeln.“ Dabei ging sie das Rennen mutig an, hielt sich von Beginn an im Vorderfeld auf und ließ auch auf der zweiten Bahn nicht nach. Den Titel sicherte sich die Tschechin Barbora Seemanova mit neuem Meisterschaftsrekord von 1:54,38 Minuten, die sich auf den letzten Metern noch an Marrit Steenbergen (NED/1:54,65) vorbeischob. Bronze ging an Freya Colbert (GBR/1:55,81).

 

>> Alle EM-Ergebnisse aus Paris

 

Zum Van-Almsick-Vergleich meinte Linda Roth: „Sie ist in Deutschland ein sehr großes Vorbild. Und dass ich jetzt schon mit meinen jungen Jahren schneller als sie bin, macht mich auf jeden Fall umso glücklicher.“ Ebenso beeindruckend wie die schnellen Zeiten ist auch die Konstanz, mit der die Teenagerin diese in Paris ins Becken bringt. Die Grundlagen dafür hat sie in den vergangenen Monaten in Magdeburg gelegt. „Wir trainieren sehr hart. Wir trainieren auch darauf hin, viele Starts zu haben, immer voll da zu sein und immer alles zu geben“, erklärte sie.

 

Wechsel nach Magdeburg sorgte für Leistungsschub 

Zu Beginn der Saison war Roth dorthin in die Top-Gruppe von Bundestrainer Bernd Berkhahn gewechselt, trainiert dort seitdem mit Assen wie Lukas Märtens, Isabel Gose oder Florian Wellbrock. „Die Trainingsgruppe ist super. Ich habe mich auch echt schnell weiterentwickelt. Man merkt es mit den ganzen großen Namen, wie gut es ist, dass man sich auch mal im Training battlen kann. Sie geben mir so viel mit, auch wenn ich mal nervöser bin, und supporten mich als Küken der Trainingsgruppe sehr“, sagte Roth.

 

EM 2026 in Paris: Die DSV-Ergebnisse am 13. August

Strecke

DSV-Starter*in

Persönliche Bestzeit

Deutscher Rekord

Vorläufe ab 09:30 Uhr

     

200m Freistil Männer

Lukas Märtens

01:46,12

6. (Q)

 

Jarno Bäschnitt

01:46,45

11. (Q)

 

Timo Sorgius

01:47,35

22.

100m Schmetterling Frauen

Angelina Köhler

00:56,77

2. (Q)

 

Yara Fay Riefstahl

00:59,42

25.

50m Rücken Männer

Ole Braunschweig

00:24,90 (Swim-Off 24,81)

17.

 

Fritz Dietz

00:25,84

56.

200m Brust Frauen

Anna Elendt

02:25,56

4. (Q)

 

Lena Ludwig

02:27,89

11. (Q)

4x100m Freistil Männer

Josha Salchow, Cornelius Jahn, Julian Koch, Ole Eidam

3:15,35

8. (Q)

1500m Freistil Frauen

Isabel Gose

16:10,51

3. (Q)

 

Maya Werner

16:17,78

6. (Q)

       

Finals

     

100m Schmetterling Männer Finale

Kaii Liam Winkler

00:51,08

6.

50m Rücken Frauen Finale

     

200m Freistil Männer Halbfinale

Lukas Märtens

01:44,79

2.

 

Jarno Bäschnitt

01:45,76

10.

100m Schmetterling Frauen Halbfinale

Angelina Köhler

00:56,79

2. (Q)

50m Rücken Männer Halbfinale

     

200m Brust Frauen Halbfinale

Anna Elendt

02:23,60

5.

 

Lena Ludwig

02:28,89

14.

200m Brust Männer Finale

Lucas Matzerath

2:10,67

8.

200m Freistil Frauen Finale

Linda Roth

1:56,71

4.

4x100m Freistil Männer Finale

DSV

3:13,20

6.

 

Angelina Köhler schmettert als Zweite ins Finale

 

Nach diesem erfrischenden Auftritt werden die Frauen des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) auch am Freitag wieder in mehreren Entscheidungen vertreten sein. Angelina Köhler (SG Neukölln Berlin) als Zweite des Halbfinals über 100m Schmetterling und Anna Elendt (SG Frankfurt) als Fünfte über 200m Brust gehen dann ebenso mit Medaillenchancen ins Rennen wie über 1500m Freistil Isabel Gose und Maya Werner (beide SC Magdeburg), die bereits am Vormittag das Endlaufticket auf den Rängen drei (Gose/16:10,51 Minuten) und sechs (Werner/16:17,78) gelöst hatten.

Gerade Köhler will sich von der Aussicht auf Edelmetall aber nicht verrückt machen lassen. „Ich muss rational bleiben und darf mich davon nicht zu sehr beeinflussen lassen. Ich muss jetzt straight geradeaus gucken und auf meine Handlungsziele achten und nicht so sehr auf die Medaillen abdriften – und dann schauen wir mal, was es morgen wird“, so die 25-Jährige, die über 50m Schmetterling EM-Sechste war, über die doppelt so lange Distanz 2024 aber auch schon Weltmeisterin.

Mit ihrer Zeit im Halbfinale von 56,79 Sekunden war sie jedenfalls zufrieden. „Das war super“, sagte die Berlinerin. „Ich bin ein bisschen verhalten angegangen, da muss ich morgen auf jeden Fall nochmal eine Schippe drauflegen, aber es hat ja easy gereicht. Deswegen bin ich zuversichtlich, dass morgen da noch was geht.“ Schneller als Köhler war in der Vorschlussrunde einzig Titelverteidigerin Roos Vanotterdijk (BEL), die mit 55,89 den Championship-Rekord von Sarah Sjöström (SWE) einstellte.

 

Anna Elendt kratzt im Halbfinale am deutschen Rekord

 

Über 200m Brust war Evgeniia Chikunova (NAB/2:20,71) bislang die Schnellste. Doch auch Anna Elendt war froh über ihren fünften Platz in 2:23,60 Minuten, immerhin blieb sie mit dieser Zeit gerade mal sechs Hundertstel über ihrem eigenen deutschen Rekord.

„Es war schon sehr schnell“, meinte sie. „Ich hatte auch Glück, dass ich Mona (die Irin Mona McSharry, Anm. d. Red.) neben mir hatte, die hat mich dann auf den dritten 50 Metern dann doch ganz schön gezogen. Es war sehr anstrengend, das war aber zu erwarten auf dem 200er. Mal schauen, ob da morgen nochmal ein bisschen mehr geht.“ Die kleine Enttäuschung vom 100m-Rennen, wo sie am Vortag Siebte geworden war, scheint also überwunden. „Ich hatte gestern ein bisschen Schwierigkeiten, das Kapitel mit den 100 Metern abzuschließen“, gab Elendt offen zu. „Aber meine Trainerin meinte, wenn ich bei den 200 jetzt nicht alles gebe, dann können wir ja gar nicht wissen, was wir verbessern sollen, und das hat mir nochmal geholfen, alles zu geben.“ Lena Ludwig (SV Nikar Heidelberg) landete mit 2:28,89 auf Rang 14.

 

Sara Curtis‘ Weltrekord hält nur einen Tag

 

Über 50m Rücken sorgte am Donnerstag die Italienerin Sara Curtis für einen weiteren Weltrekord. Nachdem sie am Vortag schon im Halbfinale 26,63 und damit 23 Hundertstel schneller als die alte Bestmarke von Kaylee McKeown (AUS) geschwommen war, legte sie im Finale noch einen drauf: 26,56 Sekunden leuchteten diesmal auf der Anzeigetafel und ließen das Publikum im Centre Aquatique Olympique abermals jubeln.

 

EM 2026 in Paris: Die DSV-Starts am 14. August

Strecke

DSV-Starter*in

Persönliche Bestzeit

Deutscher Rekord

Vorläufe ab 09:30 Uhr

     

50m Freistil Frauen

Julianna Bocska

00:25,04

00:23,73

 

Nina Jazy

00:24,91

00:23,73

50m Brust Männer

Melvin Imoudu

00:26,57

00:26,57

 

Lucas Matzerath

00:26,80

00:26,57

 

Malte Gräfe

00:26,95

00:26,57

 

Subäjr Biltaev

00:27,54

00:26,57

100m Rücken Frauen

Lise Seidel

01:00,64

00:59,77

200m Schmetterling Männer

Björn Kammann

01:56,66

01:55,04

200m Lagen Frauen

Noelle Benkler

02:12,19

02:11,33

 

Linda Roth

02:12,47

02:11,33

4x100m Freistil Mixed

   

3:24,87

1500m Freistil

Sven Schwarz

14:35,69

14:34,89

 

Oliver Klemet

14:39,03

14:34,89

 

Johannes Liebmann

14:39,67

14:34,89

       

Finals ab 18:30 UIhr

     

100m Schmetterling Frauen Finale

Angelina Köhler

00:56,11

00:56,11

200m Freistil Männer Finale

Lukas Märtens

01:44,14

01:42,00

200m Brust Frauen Finale

Anna Elendt

02:23,54

02:23,54

100m Rücken Frauen Halbfinale

   

00:59,77

50m Brust Männer Halbfinale

   

00:26,57

50m Freistil Frauen Halbfinale

   

00:23,73

200m Schmetterling Männer Halbfinale

   

01:55,04

200m Lagen Frauen Halbfinale

   

02:11,33

50m Rücken Männer Finale

   

00:24,57

1500m Freistil Frauen Finale

Isabel Gose

15:41,16

15:41,16

 

Maya Werner

16:16,30

15:41,16

4x100m Freistil Mixed Finale

   

3:24,87

 

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Isabel Gose und Maya Werner: Zwei Freundinnen feiern auf dem EM-Podest

Als sich Isabel Gose und Maya Werner in die Arme schlossen am Beckenrand des Centre Aquatique Olympique von Paris, bekam man es mal wieder gut zu sehen: Geteilte Freude ist doppelte Freude. Als Zweite und Dritte über 800m Freistil hatten die beiden Magdeburgerinnen am Dienstag die Medaillen 20 und 21 für den Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) bei den Europameisterschaften in Frankreichs Hauptstadt erkämpft.

 

>> Alle EM-Ergebnisse aus Paris

 

Gold ging in 8:15,55 Minuten an Simona Quadarella (ITA). Der Dauerrivalin hatte Gose (8:18,44) diesmal bis zur 600m-Wende einen heißen Kampf geliefert, dann zog die Weltmeisterin von 2024 aber davon. Dahinter verbesserte Werner ihre persönliche Bestzeit um gleich sieben Sekunden auf 8:22,55, die U23-Europameisterin des Vorjahres gewann damit ihre erste EM-Medaille auf der Langbahn in der offenen Klasse. Und so standen erstmals seit 24 Jahren nach Jana Henke und Hannah Stockbauer mal wieder zwei deutsche Langstrecklerinnen auf einem EM-Podest.

 

Umstellung nach Freiwasserrennen besser als erwartet

 

Gose gewann in den Tagen zuvor bereits zweimal Gold beim Freiwasserschwimmen in der Seine. Die Magdeburgerin zeigte sich trotz der kurzen Umstellungszeit am Dienstag voll auf der Höhe und blieb nur zwei Sekunden über dem deutschen Rekord von Sarah Köhler. „Ich bin super happy. Drittes Rennen, dritte Medaille mit der schnellsten Zeit in diesem Jahr“, sagte Gose. „Hinten haben mir ein paar Körner gefehlt. Ich habe schließlich schon einige Kilometer drin, das will ich aber nicht als Ausrede nutzen. Der Übergang vom Freiwasser ins Becken hat gut geklappt, besser als erwartet.“

Außerdem freute sich Harmoniemensch Gose auch darüber, dass die sportliche Rivalität mit Quadarella nicht mehr alles andere überlagert im Umgang. „Ich glaube, so langsam freuen wir uns auch, uns zu sehen, wenn wir im Vorstart sind. Wir tauen ein bisschen auf, das war am Anfang noch nicht so. Ich glaube, wir genießen das beide, so ein Kopf-an-Kopf-Rennen zu haben und den Fans da so ein cooles Battle zu bieten.“

 

Isabel Gose und Maya Werner haben noch zwei weitere Medaillenchancen

 

Eine Fortsetzung gibt es vermutlich schon in Paris in den weiteren Langdistanzrennen über 1500m und 400m Freistil. „Mal schauen. Ich hangele mich da jetzt wirklich von Rennen zu Rennen“, sagte Gose dazu. „Ich werde versuchen, in den Vorläufen nicht allzu viele Körner zu verpulvern, aber ich darf natürlich auch nicht zu sehr auf die Bremse treten. Ich denke, das ist mir im 800-Meter-Vorlauf ganz gut gelungen und das möchte ich bei den 1500 genauso machen. Die 400 Meter sind dann nochmal eine ganz andere Sache, da geht es mehr um Schnelligkeit, die jetzt natürlich die letzten Wochen etwas auf der Strecke geblieben ist, dadurch, dass ich jetzt wirklich immer sehr lange Rennen hatte. Aber ich freue mich drauf. Da muss dann alles rein, was noch da ist.“

Nicht minder glücklich klang Werner. „Das Rennen hat sich sehr gut angefühlt. Ich habe gleich nach dem Start gemerkt, heute ist irgendwie der Rutsch da. Dass es so eine gute Zeit wird, hatte ich aber nicht erwartet. Daher bin ich umso glücklicher und auch dass es jetzt eine Medaille geworden ist, ist einfach toll im ersten Rennen. So kann es weitergehen.“

 

Lise Seidel überrascht sich selbst mit Rang vier

 

Und wer weiß, vielleicht bleibt es ja nicht das einzige Mal, dass sie zusammen mit ihrer Trainingskollegin auf dem Pariser Podest steht. Beide haben das gleiche Wettkampfprogramm bei diesen Titelkämpfen. „Wir sind Freundinnen im und außerhalb des Wassers. Ich denke, das ist was ganz Besonderes“, betonte Werner daher auch. „Und dass wir jetzt auch beide bei so tollen Wettkämpfen zusammen sind, zusammen starten können, die Vorbereitung zusammen machen können – das ist einfach schön.“

Ab kommender Saison wird auch Lise Seidel zur Magdeburger Trainingsgruppe von Bundestrainer Bernd Berkhahn gehören. Der 19-Jährigen vom SC Chemnitz gelang als WM-Achte über 200m Rücken schon im Vorjahr eine tolle internationale Premiere, nun legte sie beim Sieg von Katie Shanahan (GBR/2:06,13 Minuten) mit EM-Platz vier in 2:08,86 eine weitere Top-Platzierung nach.

 

Vor zehn Wochen lag sie noch im Krankenhaus

 

Und das nach einem schwierigen Frühjahr mit Rückenproblemen und einer chronischer Nasennebenhöhlenentzündung samt Operation. Zudem bedeuteten die Abiturprüfungen eine zusätzliche Herausforderung abseits des Beckens. Seidel staunte daher ein wenig über sich selbst.

„Vor zweieinhalb Monaten noch im Krankenhaus gelegen, jetzt so eine gute Zeit ohne viel Training. Ich bin so glücklich darüber. Ich hätte damit nie im Leben gerechnet. Der vierte Platz ist natürlich ärgerlich, aber das spornt einfach nur für die nächsten Jahre noch mehr an, dass ich irgendwann die Medaille hole.“

 

Anna Elendt diesmal nicht auf der Außenbahn, aber auch nicht Favoritin

 

Um Edelmetall kämpfen werden bereits am Mittwochabend (ab 18:30 Uhr in der ARD) Anna Elendt (SG Frankfurt) und Angelina Köhler (SG Neukölln Berlin).  Über 100m Brust zog Weltmeisterin Elendt in 1:05,92 Minuten als Fünftschnellste ins Finale ein. Favoritin ist dort dann Angharad Evans (GBR), die in 1:04,97 Minuten schneller als Elendt beim WM-Triumph in Singapur war und damit wie schon im Vorlauf erneut einen Meisterschaftsrekord aufstellte. „Ich bin happy mit der Zeit. Ich denke, es wird schon ein Pluspunkt, wenn ich nicht auf der Außenbahn bin“, meinte Elendt, die in Singapur doch auf Bahn eins alle überrascht hatte.

Köhler erreichte mit ihren 25,85 Sekunden über 50m Schmetterling als Achte den Endlauf, Schnellste der Halbfinals war hier Weltrekordlerin Sarah Sjöström (SWE/25,12). Eine Steigerung scheint aber möglich, am Dienstag war Köhler zusätzlich ja noch beim deutschen Rekord der Lagen-Mixedstaffel gefordert.

 

EM 2026 in Paris: Die DSV-Ergebnisse am 11. August

 

Strecke

DSV-Starter*in

Zeit

Platz

Vorläufe ab 09:30 Uhr

     

50m Schmetterling Frauen

Angelina Köhler

00:26,02

7. (Q)

 

Maya Tobehn

00:26,86

35.

 

Yara Fay Riefstahl

00:26,96

37.

100m Freistil Männer

Josha Salchow

00:48,35

9. (Q)

 

Kaii Liam Winkler

00:48,56

20.

100m Brust Frauen

Anna Elendt

01:06,74

6. (Q)

 

Lena Ludwig

01:08,82

21.

200m Rücken Männer

Cornelius Jahn

01:58,04

16.

 

Cedric Büssing

02:01,94

35.

4x100m Mixed Lagen Staffel

DSV

3:47,52

8.

800m Freistil Männer

Johannes Liebmann

07:41,87

1.

 

Sven Schwarz

07:46,93

4.

 

Oliver Klemet

07:55,75

14.

       

Finals ab 18:30 UIhr

     

200m Rücken Frauen Finale

Lise Seidel

02:08,86

4.

50m Schmetterling Männer Finale

Luca Armbruster

00:22,84

6.

100m Freistil Frauen Finale

     

100m Brust Männer Finale

Melvin Imoudu

00:59,05

4.

100m Brust Frauen Halbfinale

Anna Elendt

01:05,92

5. (Q)

200m Rücken Männer Halbfinale

Cornelius Jahn

01:56,26

11.

50m Schmetterling Frauen Halbfinale

Angelina Köhler

00:25,85

7. (Q)

100m Freistil Männer Halbfinale

Josha Salchow

00:48,28

10.

800m Freistil Frauen Finale

Isabel Gose

08:18,44

2.

 

Maya Werner

08:22,55

3.

4x100m Mixed Lagen Staffel Finale

DSV

03:43,00

5.

 

EM 2026 in Paris: Die DSV-Starts am 12. August

 

Strecke

DSV-Starter*in

Persönliche Bestzeit

Deutscher Rekord

Vorläufe ab 09:30 Uhr

     

200m Freistil Frauen

Nina Holt

01:58,11

01:55,68

 

Linda Roth

01:57,52

01:55,68

 

Nicole Maier

01:57,36

01:55,68

 

Maya Tobehn

01:57,25

01:55,68

100m Schmetterling Männer

Kaii Liam Winkler

00:50,92

00:50,92

 

Luca Armbruster

00:51,21

00:50,92

 

Josha Salchow

00:51,28

00:50,92

 

Björn Kammann

00:51,70

00:50,92

50m Rücken Frauen

   

00:27,23

200m Brust Männer

Lucas Matzerath

02:10,33

02:07,47

 

Malte Gräfe

02:13,34

02:07,47

 

Mathis Schönung

02:11,77

02:07,47

400m Lagen Frauen

Noelle Benkler

04:39,01

04:36,10

4x100m Freistil Frauen

DSV

 

3:31,83

       

Finals ab 18:30 UIhr

     

200m Freistil Frauen Halbfinale

   

01:55,68

200m Rücken Männer Finale

   

01:55,85

50m Schmetterling Frauen Finale

Angelina Köhler

00:25,50

00:25,50

100m Freistil Männer Finale

   

00:47,80

100m Brust Frauen Finale

Anna Elendt

01:05,19

01:05,19

200m Brust Männer Halbfinale

   

02:07,47

50m Rücken Frauen Halbfinale

   

00:27,23

100m Schmetterling Männer Halbfinale

   

00:50,92

400m Lagen Frauen Finale

   

04:36,10

800m Freistil Männer Finale

Johannes Liebmann

 

07:37,94

 

Sven Schwarz

 

07:37,94

4x100m Freistil Frauen Finale

   

3:31,83

 

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Schwimm-DM in Berlin: Lukas Märtens glänzt mit Weltjahresbestzeit über 200m Freistil

Olympiasieger Lukas Märtens hat für ein weiteres Highlight bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin gesorgt. Über 200m Freistil siegte der 23-Jährige vom SC Magdeburg am Samstag in 1:44,25 Minuten. Diese Zeit liegt nicht nur deutlich unter der bisherigen Weltjahresbestzeit von Olympiasieger David Popovici (ROU/1:45,07), sie ist auch schneller als bei dessen Goldrennen in Paris (1:44,72).

>> Alle Ergebnisse der DM Schwimmen

„Ich habe mich wirklich sehr gut gefühlt heute und mir so eine Zeit deswegen gewünscht. Dass es so geklappt hat, ist ein Traum. Die Strecke bedeutet mir schon viel“, meinte Märtens hinterher. Im Olympiafinale war er in der Euphorie seines 400m-Triumphs etwas zu schnell angegangen und am Ende auf Rang fünf gelandet, weil im Endspurt die Kräfte ausgingen. „Mein Trainer und ich arbeiten jeden Tag hart dran, dass wir die Taktik optimieren und auch an die Gegner anpassen. Hier konnte ich ein bisschen was ausprobieren. Ich war relativ fix vorne, habe das aber gut durchgestanden.“

Neben seiner Weltrekordstrecke 400m Freistil ist Märtens nun auch für über 800m und 200m  für die Weltmeisterschaften in Singapur (11. Juli – 03. August) qualifiziert, am Sonntag könnte mit den 200m Rücken noch ein weiterer Einzelstart hinzukommen. „Da muss man abwägen, was man bei der WM dann macht. Das ist gar nicht so leicht“, so Märtens. Die Entscheidungen werden bis zur Nominierungssitzung am kommenden Donnerstag (08. Mai) ausdiskutiert und dort endgültig gefällt.

Auch hinter Märtens‘ Einsatz in der 4x200m-Freistilstaffel steht bis dahin noch ein Fragezeichen. Empfohlen haben sich dafür außerdem Jarno Bäschnitt (Team Bochum/1:47,10) und Timo Sorgius (SSG Sorgius/1:47,29) auf den DM-Plätzen zwei und drei, wobei Sorgius dank seiner neuen Bestzeit im Vorlauf (1:46,88) sogar auf die bessere Durchschnittszeit aus Vor- und Endlauf kommt, die für die Besetzung maßgeblich ist. Nummer vier im Qualifikationsranking wurde Rafael Miroslaw (SG HT16 Hamburg). „Nach dem Vorlauf hatte ich sogar auf die Einzelnorm (1:46,30, Anm. d. Red.) gehofft, deswegen war ich mit dem Finale nicht zufrieden“, meinte Sorgius. Anders klang da Bäschnitt: „Nach dem Anschlag war da pure Euphorie“, gestand der 19-Jährige. „Ich kann mir noch gar nicht vorstellen, wie das in Singapur wird. Ich kenne die Jungs im Nationalteam ja auch noch gar nicht richtig.“

Drei Berkhahn-Athletinnen in der Frauenstaffel 

Bei den Frauen glänzte Nina Holt bei ihrem Triumph mit neuer 200m-Bestzeit (1:58,33), genauso wie ihre Magdeburger Vereinskollegin Maya Werner (1:58,81) auf Rang zwei. Beide bilden zusammen mit Isabel Gose (SC Magdeburg) und Julia Mrozinski (SCW Eschborn) damit das WM-Quartett. „Ich bin sehr froh über die Zeit und hätte nicht damit gerechnet, nochmal so viel schneller zu schwimmen. Es hat mich ziemlich gepusht, mit Maya zu schwimmen. Wir trainieren ja auch zusammen und hatten vorher um ein Eis gewettet“, sagte Holt und verriet: „Meine Lieblingssorte ist mit Karamell.“ Werner zahlt ihre Schuld sicher mit Freuden. „Ich bin happy, bei meiner ersten WM einen zweiten Start zu haben. Die harte Arbeit hat sich ausgezahlt“, sagte die 20-Jährige, die vor dieser Saison in die Magdeburger Trainingsgruppe von Bundestrainer Bernd Berkhahn gewechselt war.

Elendt, Imoudu, Seidel und Braunschweig gewinnen 50m-Sprints  

Die 50m-Strecken gehören ab 2028 alle zum olympischen Programm, das wertet diese Rennen nun unheimlich auf. Das war auch in Berlin zu spüren, wo am Samstag die ersten kurzen Sprints anstanden. Die Schnellsten im Brustschwimmen waren Anna Elendt (SG Frankfurt) in 30,48 Sekunden und Melvin Imoudu (Potsdamer SV) in 27,14. In Rückenlage schwammen Lise Seidel (SC Chemnitz/28,89) und Ole Braunschweig (SG Neukölln/24,83) zur Goldmedaille.

„Leider hat der Anschlag nicht so gut gepasst, da wäre mehr drin gewesen“, meinte Elendt, die im Vorlauf sechs Hundertstel schneller gewesen war und auch den deutschen Rekord (30,10) hält. Nach je zwei Einzel- und Staffelsiegen bislang startet die 23-Jährige am Sonntag nun noch über 200m Brust und könnte dabei zur erfolgreichsten Teilnehmerin dieser Titelkämpfte aufsteigen.

Eine tolle Show lieferten erneut Imoudu und Lucas Matzerath (SG Frankfurt) ab, die 0,04 Sekunden Unterschied zwischen den beiden am Ende der Bahn waren mit bloßem Auge kaum zu erkennen. „Dieser Titel war in den vergangenen Jahren schon meiner gewesen, den wollte ich mir nicht nehmen lassen. Und mit der Zeit bin ich auch zufrieden zu diesem Saisonzeitpunkt“, sagte Imoudu, der im 100m-Rennen Matzerath noch den Vortritt hatte lassen müssen. Ausgerechnet an dessen 25. Geburtstag drehte der Europameister den Spieß dann aber um. Im Vorlauf war Imoudu in 26,95 sogar unter 27 Sekunden geblieben.

"Wir profitieren beide von dieser Dichte in der Spitze und können so sicher auch bei der WM in Singapur weit vorn mitmischen“

„Wir haben es spannend gemacht. Wir profitieren beide von dieser Dichte in der Spitze und können so sicher auch bei der WM in Singapur weit vorn mitmischen“, betonte Matzerath. Und verwies auf die spannende Entwicklung, die auf den 50m-Strecken in den kommenden Jahren noch ansteht: „Es wird sicher auch völlig neue Trainingsansätze geben, da man sich nun auch voll auf die ganz kurzen Distanzen konzentrieren. Das wird alles noch sehr spannend werden, nicht nur in den Rennen selbst.“

Über 50m Rücken triumphierte Routinier Ole Braunschweig (27) in 24,83 Sekunden, sein acht Jahre jüngere Trainingspartner Vincent Passek (Berliner TSC/24,93) sicherte sich mit einem Zehntel Rückstand Silber. Bei den Frauen glänzte Lise Seidel bei ihrem Sieg mit neuer Bestzeit (28,89). Die 18-Jährige kann am Sonntag nun den Goldhattrick auf den Rückenstrecken schaffen.

Lagen-Triumph von Jeremias Pock lässt sogar Taliso Engel jubeln

Am dritten DM-Tag sicherten sich außerdem Noelle Benkler (SV Nikar Heidelberg/2:13,80) und Jeremias Pock (1. FC Nürnberg Schwimmen/2:00,07) die Titel über 200m Lagen. „Mit dem zweiten Gold hier habe ich mich gegenüber dem Vorjahr noch einmal steigern können. Vor allem an der Schmetterlingstechnik habe ich mit meiner Trainerin Uta Brandl viel gearbeitet, das hat sich ausgezahlt“, sagte die erst 17-jährige Benkler, die Deutschland im Sommer noch einmal bei den Europameisterschaft der Junior*innen in Šamorín (SVK/30. Juni – 06. Juli) vertreten wird.

Pock ist seit vielen Jahre einer der Trainingspartner von Taliso Engel, der mit zwei Paralympics-Siegen und aktuell auch in der RTL-Tanzshow „Lets dance“ viel Aufmerksamkeit auf den Schwimmsport zieht. Die DM-Rennen seiner Vereinskollegen verfolgt Engel daheim am Livestream ganz genau – und jubelte bei Pocks Triumph aus der Ferne mit. „Ich bin sehr stolz auf ihn und freue mich riesig, dass er nun endlich mal gewonnen hat und sich die Arbeit ausgezahlt hat“, sagte Engel.

„Meine Tanz-Skills sind bei Weitem nicht so gut wie die von Taliso. Da kann ich nicht mithalten.“

Der seit Herbst in den USA studierende Sieger selbst formulierte es ganz ähnlich: „Ich bin so oft Zweiter und Dritter geworden. Der erste Titel fühlt sich daher großartig an“, sagte Pock, der mit seiner Zeit zugleich die Norm für die U23-EM ebenfalls in Šamorín (SVK/23. –29. Juni) erfüllte. Eine zweite Karriere in einer Tanzshow vermag er sich allerdings nicht vorstellen: „Meine Tanz-Skills sind bei Weitem nicht so gut wie die von Taliso. Da kann ich nicht mithalten.“

Für eine Überraschung sorgte am Samstag Leni von Bonin (Dresdner SC 1898) mit ihrem Sieg über 200m Schmetterling. In 2:13,15 Minuten distanzierte sie Titelverteidigerin Alina Baievych (SC Magdeburg) im Endspurt um acht Hundertstel. „Ich kann es gar nicht fassen und bin super happy, dass ich die JEM-Norm nochmal geschafft habe“, jubelte die Siegerin. Dabei war sie die erste der vier Bahnen noch verhalten angegangen, um dann zum Ende hin immer stärker zu werden. „Ich bin generell nicht der Typ, der vorn so schnell schwimmt. Ich versuche immer, nicht zu überpacen. Dass es hier heute so gut geklappt hat, ist super.“

Bei den Männern heißt der neue Meister über 200m Schmetterling Louis Schubert (SSG Leipzig), der sich in 1:58,44 Minuten durchsetzte. Über viele Jahre hinweg hatten mit David Thomasberger und Ramon Klenz zwei Leipziger diese Disziplin in Deutschland dominiert, diese Tradition setzt sich nun fort. „Der Titel bleibt in Leipzig. Ich wollte diesen Titel auch für David verteidigen“, betonte Schubert denn auch.

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Korbacher Straße 93
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Fax: +49 561 94083-15
info@dsv.de

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