Lea Boy schiebt sich im EM-Ranking im letzten Moment auf Rang zwei

Lea Boy war in Singapur WM-Fünfte im Knockout Sprint geworden, zeitgleich mit Staffel-Weltmeisterin Isabel Gose ©Jo Kleindl
- 10.03.2026
Bei der Qualifikation für die internationalen Saisonhöhepunkte im Freiwasserschwimmen wird in diesem Jahr ein neuer Ansatz verfolgt, die erste Phase dabei ist seit Samstag nun abgeschlossen. Bei Beckenwettkämpfen und vorab angemeldeten Time Trials entstand zuletzt ein nationales Ranking als Grundlage für die Nominierung für das 5km-Rennen bei den Europameisterschaften in Paris (FRA/31. Juli – 16. August). Die endgültigen Nominierungen erfolgen allerdings erst nach den Deutschen Meisterschaften im Beckenschwimmen in Berlin (23. – 26. April) als Höhepunkt des EM-Qualifikationszeitraums. Denn erst danach stehen laut den Nominierungsrichtlinien des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) die Besetzungen des Knockout Sprints und der Freiwasserstaffel fest.
Schnellste Schwimmerin blieb nicht unerwartet Isabel Gose (SC Magdeburg) mit ihrer 5km-Zeit von 56:15,61 Minuten bei den Norddeutschen Meisterschaften vor drei Wochen. Dahinter reihten sich bei videoüberwachten Time Trials im heimischen Trainingsbecken aber Lea Boy (SV Würzburg/56:24,49) und Julia Ackermann (SC Chemnitz/56:56,70) ein. Beide verdrängten so Leonie Märtens (SC Magdeburg/57:59,72) und Fabienne Wenske (SV Nikar Heidelberg/58:09,06) aus den Top drei. Pro EM-Disziplin werden vom Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) maximal drei Startplätze vergeben.
Lea Boy ist gut in Form vor einem Frühjahr mit vielen Wettkämpfen
„Eigentlich wollte ich meine Zeit schon bei den Süddeutschen Meisterschaften in Wetzlar schwimmen, habe mein Fünf-Kilometer-Rennen wegen einer leichten Erkrankung dann vorsichtshalber noch einmal um ein paar Tage auf vergangenen Freitag geschoben“, sagte Boy, die im Vorjahr WM-Fünfte im Knockout Sprint und Dritte des Gesamt-Weltcups geworden war. „Die erzielte Zeit zeigt, dass ich gut gearbeitet habe im Winter und schon ziemlich gut in Form bin vor den Weltcuprennen und dem insgesamt sehr herausfordernden Frühjahr.“
>> Zum Qualifikations-Ranking mit allen Zeiten und Platzierungen
Bei den Männern blieb es an der Spitze bei der Reihenfolge der Norddeutschen Meisterschaften, also Johannes Liebmann (SC Magdeburg/51:56,49) vor Oliver Klemet (SG Frankfurt/52:20,76) und dem bereits für die EM gesetzten Weltmeister Florian Wellbrock (SC Magdeburg/52:51,31). Dahinter reihten sich mit Moritz Erkmann (SC Chemnitz/53:48,91) und Finn Kleinheinz (SC Magdeburg/53:58,70) dann schon Aspiranten für die EM der Junior*innen in Ungarn (23. – 26. Juli) ein.
Bundestrainer wünscht sich künftig noch mehr Wettkampfduelle und weniger Time Trials
Insgesamt bestritten übrigens 104 Aktive die 5km-Rennen zu diesem frühen Saisonzeitpunkt, gut die Hälfte von ihnen in Time Trials. „Wir sind sehr erfreut über die guten Leistungen und die großen Teilnehmer*innenzahlen auch im jüngeren Bereich“, sagte Nachwuchs-Bundestrainer Stephen Bibow. „Der neue methodische Anreiz, schon früher im Saisonverlauf direkte Vergleiche zu schaffen, wird gut angenommen. Uns wird das künftig sicher bei der Leistungsentwicklung helfen, genauso die Vergleichbarkeit der Zeiten über verschiedene Jahre hinweg. In Zukunft wünschen wir uns aber noch mehr direkte Vergleiche im Wettkampf und weniger Time Trials.“
Weiter geht es beim Freiwasserschwimmen nun mit dem Weltcupauftakt in Soma Bay (EGY/27. – 28. März). Der ist dann wegweisend für die Vergabe der EM-Startplätze über 10km. Für Deutschland gehen bei den Frauen Isabel Gose, Lea Boy, Leonie Märtens und Fabienne Wenske an den Start. Die letztjährige WM-Teilnehmerin Jeannette Spiwoks (SG Essen) befindet sich nach einer schweren Verletzung im Vorjahr noch im Aufbautraining und verzichtet auf einen Start. Bei den Männern schwimmt neben Florian Wellbrock und Oliver Klemet, die als Weltmeister beziehungsweise WM-Vierter von 2025 auf dieser Strecke für die EM bereits gesetzt sind, noch Moritz Bockes (SG Stadtwerke München). In Ägypten kann man sich mit einem Rang in den Top zwölf der bereinigten europäischen Rangliste (also mit maximal drei Aktiven pro Nation) für das 10km-Rennen in der Pariser Seine empfehlen.











