Eulenblick für die Lehrkräfte beim Schwimmunterricht

©pa/Barbara Gindl/APA
- 29.05.2026
Deutschlands Defizite beim Thema Schwimmfähigkeit sind seit geraumer Zeit bekannt: Jedes zweite Kind verlässt die Grundschule, ohne sicher schwimmen zu können. Da ist jeder Beitrag zur Verbesserung der Lage willkommen. So etwa die neu entwickelte Schwimm-Lehr-App EuViS, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Sie unterstützt Lehrkräfte bei der Planung, Vorbereitung und Durchführung der Schwimmausbildung in Schule und Verein.
Entstanden ist die App in rund zweieinhalbjähriger Zusammenarbeit der Deutschen Sporthochschule Köln und der Europa-Universität Flensburg, das Projekt wurde vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit rund 1,6 Millionen Euro gefördert. „EuViS – Die App zur Diagnostik von Lernausgangslagen und der Gestaltung von passgenauem Schwimmunterricht“ lautet der vollständige Name. EuViS steht dabei für die Eule und die Vermittlung im Schwimmen.
Räumliche Möglichkeiten und Material wird berücksichtigt
Eulenblick nennt sich das strukturierte Beobachtungsverfahren, bei dem mittels wissenschaftlich fundierter digitaler Diagnostik die Beurteilung des aktuellen schwimmerischen Könnens der Kinder erfolgt. Auf Basis der ermittelten Lernausgangslagen schlägt die App anschließend sofort passende und aufeinander aufbauende Übungsangebote für die Lehrpraxis vor. Eine Filterfunktion ermöglicht den Lehrkräften dabei auch, die räumlichen Gegebenheiten und das zur Verfügung stehende Material zu benennen, sodass nur auch tatsächlich durchführbare Übungen und Spielformen angeboten werden. Die zur Verfügung stehende Wasserzeit kann so dann besonders effektiv genutzt werden.
>> Mehr Infos und Hintergründe zur EuVis-App
Mithilfe der App entfällt die aufwändige Recherche nach geeigneten Übungen und erleichtert – insbesondere weniger erfahrenen Lehrkräften – die Vorbereitung. Darüber hinaus schult die App langfristig natürlich auch den diagnostischen Blick im Zusammenhang mit dem Schwimmenlernen und unterstützt die Dokumentation der individuellen Lernfortschritte der Lernenden. Die Stärkung der Vermittlungskompetenz ebenfalls eines der Ziele des Projektteams der Kölnerin Dr. Ilka Staub. „Wir begrüßen das Angebot sehr. Und wünschen uns, dass die App eine möglichst breite Nutzung erfährt. Das wird einen Beitrag zur Verbesserung der Schwimmfähigkeit leisten“, sagte Jan Pommer, der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV).












