Isabel Gose die Schnellste in einem furiosen DM-Finale über 200m Freistil

© Jo Kleindl

Die Frauen des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) präsentierten sich bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin auch am dritten Wettkampftag weiterhin in Bestform. Über 200m Freistil war das Niveau in diesem Jahr sogar so hoch, dass selbst eine erfüllte EM-Norm keinen automatischen Startplatz beim internationalen Saisonhöhepunkt in Paris (FRA/31. Juli – 16. August) bedeutete.

Gleich fünf DSV-Frauen blieben allein im Finale unter der für die Europameisterschaften geforderten Zeit, doch nur vier von ihnen werden dort auch wirklich in dieser Disziplin antreten können. In einem engen Finale war Isabel Gose (SC Magdeburg) die Schnellste, die sich in 1:57,69 Minuten knapp vor Nicole Maier (Athletic Club Palaio Faliro/1:57,85) den Titel sicherte. Bronze ging an Nina Holt (SC Magdeburg/1:58,11), Vierte wurde Maya Tobehn (Dresdner SC/1:58,73). Maya Werner (SC Magdeburg) als Fünfte (1:59,15) sowie Linda Roth (beide SC Magdeburg), die bei der Schwimm-DM auf dieses Rennen verzichtete und so ihre Quali-Zeit aus Stockholm (SWE/1:59,02) nicht mehr verbessern konnte, blieben somit im DSV-internen Ranking außen vor.

 

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„Ich habe den Tag über deutlich gemerkt, dass ich schon die 1500 Meter und zweimal 400 Meter in den Knochen habe. Umso glücklicher bin ich, dass es mit dem Titel geklappt hat“, sagte Gose. „Da bin ich ein bisschen stolz.“ Die 23-Jährige hatte die 200m Freistil nun schon länger nicht mehr absolviert, sie für Berlin aber wieder auf dem Plan. „Es ist nicht verkehrt, ab und zu die 200 ins Programm zu nehmen, um meine Grundschnelligkeit auch für die 400 und 800 Meter beizubehalten.“

 

14. DM-Titel für Isabel Gose und auch für Anna Elendt 

 

Für die Magdeburgerin war es bereits der dritte Titel in diesem Jahr. Insgesamt schraubte sie ihre Bilanz auf jetzt 14 Goldmedaillen – keine andere Schwimmerin, die bei dieser DM startet, ist erfolgreicher. Ebenfalls 14 Titel haben Anna Elendt (SG Frankfurt) und Angelina Köhler (SG Neukölln Berlin) zu Buche stehen – und alle drei sind am Sonntag noch einmal im Einsatz und können ihren Trophäenschrank weiter auffüllen.

 

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Anna Elendt sicherte sich am Samstag erwartungsgemäß den Sieg über 50m Brust in 30,45 Sekunden. Ganz zufrieden war die 100m-Weltmeisterin trotz erneuter EM-Norm allerdings nicht. „Irgendwie bin ich in den letzten Rennen immer so in die Leine reingeschwommen. Das sind so ein paar Sachen, an denen ich noch feilen muss, und beim 50er macht das wirklich viel aus“, sagte sie. Was vielleicht auch nicht ungewöhnlich ist, schließlich hatte die Frankfurterin in den vergangenen Monaten technisch einiges verändert – da dauert es ein bisschen, ehe die Automatismen greifen. „Das ist hier auch erst mein zweiter Wettkampf auf der Langbahn diese Saison. Im letzten Jahr hatte ich zu dem Zeitpunkt schon deutlich mehr Rennen gemacht“, so Elendt, die demnächst dann bei der Mare-Nostrum-Tour Rennerfahrung sammeln wird.

 

Linda Roth beherrscht die Lagen, Yara Fay Riefstahl freut sich übers erste Gold

 

Hochspannung boten einmal mehr die Lagenschwimmerinnen über 200m und rissen damit die Fans in der ausverkauftes Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE) von den Sitzen. Wie schon über die doppelt so lange Distanz lieferten sich Linda Roth und Noelle Benkler (SV Nikar Heidelberg) ein Kopf-an-Kopf-Rennen – und wie schon zum DM-Auftakt hatte Roth dabei das bessere Ende für sich. Die 18-Jährige gewann in 2:12,47 Minuten und löste so auch in dieser Disziplin das EM-Ticket für Paris, wobei sie ja auch noch bei den Jugend-Europameisterschaften vom 07. – 12. Juli in München startberechtigt ist. Benkler wurde in 2:13,14 Zweite, dahinter wurde mit Laura Sophie Kohlmann (SG Essen/2:15,45) ein weiteres großes Talent Dritte.

Vergangenes Jahr war Linda Roth aus Cannstatt an den Magdeburger Bundestützpunkt gewechselt und hat sich seither prächtig entwickelt. „Das ist eine der stärksten Gruppen auf der Welt. Mit Franzi (Franziska Hentke, Anm. d. Red.) und Bernd (Bernd Berkhahn, Anm. d. Red.) könnten wir keine besseren Trainer haben. Ich fühle mich dort sehr zu Hause“, so die Siegerin.

Noch enger war das Finale über 200m Schmetterling – 13 Hundertstel entschieden. Dort jubelte Yara Fay Riefstahl (SC Chemnitz) über ihren ersten Titel bei den Erwachsenen samt JEM-Norm in 2:12,42, fast noch mehr freute sich aber die Zweitplatzierte Alina Baievych (SC Magdeburg), die mit ihrer Zeit von 2:12,58 ebenfalls für München planen darf. „Das bedeutet so viel für mich“, sagte sie. Nach mehreren Verletzungen hatte Baievych einigen Trainingsrückstand und Selbstzweifel. „Noch im letzten Jahr habe ich dann beschlossen, ein bisschen runterzufahren und mich zu erholen, um dann umso stärker zurückzukommen. Das hier war mein Einstieg wieder, aber ich hätte nie gedacht, dass es so gut wird.“ Eine weitere JEM-Norm erfüllte über 200m Freistil als Siegerin des B-Finales Zarina Selimovic (SG Dortmund/2:01,32).

 

Die Deutschen Meisterinnen am Samstag

200m Freistil: Isabel Gose (SC Magdeburg) 1:57,69

200m Lagen: Linda Roth (SC Magdeburg) 2:12,47

50m Rücken: Viktoria Hoffmann (SG Lübeck) 29,05

50m Brust: Anna Elendt (SG Frankfurt) 30,45

200m Schmetterling: Yara Fay Riefstahl (SC Chemnitz) 2:12,42

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