Isabel Gose mit dem vierten Gold die erfolgreichste Titelsammlerin der DM

© Jo Kleindl
- 26.04.2026
Am Schlusstag der Deutschen Meisterschaften in Berlin haben die Aushängeschilder des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) noch einmal geliefert. Isabel Gose (SC Magdeburg), Anna Elendt (SG Frankfurt) und Angelina Köhler (SG Neukölln Berlin) durften allesamt einen weiteren Titel und damit das jeweils 15. DM-Gold ihrer Karriere feiern. Zusammen führt das Trio damit die Liste der erfolgreichsten aktiven Athletinnen bei nationalen Titelkämpfen an.
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Während Elendt und Köhler in diesem Jahr je drei Mal Gold gewannen, war der Sieg von Isabel Gose über 800m Freistil bereits der vierte in 2026 – die Magdeburgerin krönte sich damit zur erfolgreichsten Teilnehmerin der diesjährigen Meisterschaften. „Das macht mich schon stolz, ich bin sehr happy über dieses Ergebnis“, sagte sie. Nach zuvor insgesamt schon 2,7 Kilometern im Becken der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE) an den vorherigen Tagen lieferte Gose über die 800m noch einmal eine Zeit von 8:24,18 Minuten ab. „Ein paar Körner haben heute schon gefehlt“, meinte sie – dennoch ist die Leistung gerade angesichts einer nicht optimalen Vorbereitung mit anhaltenden Schulterproblemen sehr stark. „Vielleicht kann ich damit auch ein Vorbild sein für den Nachwuchs, über mehrere Strecken im Freistilbereich an den Start zu gehen. Denn ich glaube, dass jede Strecke von den anderen profitieren kann.“
Angelina Köhler hebt sich den deutschen Rekord für die EM auf
Lange ausruhen kann sich die 23-Jährige nach ihrem goldenen Viererpack nicht. Bereits am kommenden Wochenende steht für sie der nächste Wettkampf an, dann im Freiwasser beim Weltcup in Golfo Aranci (ITA). Ein bisschen feiern wollte sie ihr vorher aber doch. „Ich gehe heute Abend mit Angie essen“, verriet sie.
Angie, also Angelina Köhler, gewann am DM-Sonntag über 50m Schmetterling, mit 25,61 Sekunden lag sie nur gut eine Zehntel über dem von ihr selbst gehaltenen deutschen Rekord (25,50) von den letztjährigen Weltmeisterschaften. Als WM-Vierte von Singapur war sie auf dieser Strecke ohnehin für die Europameisterschaften in Paris (FRA/31. Juli – 16. August) gesetzt – eine gute Zeit wollte sie aber trotzdem noch einmal abliefern. „Ich war gut drauf und hatte mit dem deutschen Rekord geliebäugelt. Das hat nicht geklappt, aber die Zeit ist super. Vor allem, weil ich die DM direkt aus dem Training bestritten habe. Ich bin megazufrieden. Und den Rekord hebe ich mir dann für die Europameisterschaften in Paris auf.“
Mit Blick auf den 15. Titel und die anderen beiden, die Gleiches erreicht haben, meinte die Berlinerin: „Wir sind ein tolles Trio. Anna, Isa und ich haben zusammen angefangen in der Jugendnationalmannschaft, und jetzt sind wir die drei Mädels, die da vorne alles rocken. Das ist schon sehr cool. 15 deutsche Meistertitel sind schon eine Menge. Aber ich hoffe, dass in den nächsten Jahren noch ein paar dazukommen.“ Der Nachwuchs deutete allerdings schon in diesem Jahr sein Potenzial an. Hinter Maya Tobehn (Dresdner SC/26,67) schwammen mit Yara Fay Riefstahl (SC Chemnitz/26,70), Lara Vandenhirtz (SG Essen/26,81) und neu Luisa Marie Herrmann (SG Bayer/26,92) gleich drei Talente die JEM-Norm.
Anna Elendt dominiert die Bruststrecken und lobt die junge Konkurrenz
Anna Elendt war am Schlusstag auch über 200m Brust nicht zu schlagen und machte damit wie schon im Vorjahr den Durchmarsch auf den Bruststrecken perfekt. „Jeder deutsche Meistertitel und jedes Rennen in Berlin machen mir immer viel Spaß“, meinte sie. Dieser hier in 2:24,77 Minuten offenbar ganz besonders – immerhin sprach Elendt nach der erfolgreichen Titelverteidigung von „meiner wertvollsten Zeit des Wochenendes“. Die EM-Norm für Paris, die sie auf dieser Strecke noch nicht erfüllt hatte, hakte sie souverän ab.
Begleitet wird sie in die französische Hauptstadt von Junioren-Europameisterin Lena Ludwig (SV Nikar Heidelberg), die in 2:27,27 auch in Berlin Zweite wurde. „Es macht mir so viel Freude, mit Lena zu schwimmen“, sagte Elendt. „Wir haben uns die ganze Zeit im Callroom unterhalten, ich musste sogar noch auf dem Startblock an sie denken, bis ich dann dachte: Okay, vielleicht sollte ich mich mal auf mein Rennen konzentrieren. Ich hoffe, dass wir uns gegenseitig weiter pushen können.“
Titelpremiere mit 17 Jahren für Mira Helget
Während Gose, Köhler und Elendt längst regelmäßiger Gast auf dem obersten Siegerpodest sind, sahen die 200m Rücken bei Abwesenheit der angeschlagenen WM-Achten Lise Seidel (SC Chemnitz) dort ein frisches Gesicht. Mira Helget (AMTV-WTB Hamburg) sicherte sich in 2:12,86 die Goldmedaille – mit 17 Jahren war sie in diesem Jahr die jüngste Titelträgerin. Mit ihrer Zeit knackte sie nicht nur die Norm für Jugend-Europameisterschaften vom 07. – 12. Juli in München, sondern blieb auch gerade einmal sechs Hundertstel über der U23-Norm für die „große“ EM.
„Das fühlt sich so unreal an. Jetzt habe ich ein paar Tage frei, da muss ich erstmal drauf klarkommen“, staunte sie selbst über ihre deutliche Steigerung. Diese ist auch ein Ergebnis des Wechsels aus Karlsruhe nach Hamburg, wo sie zwar weiterhin von Jonas Holzwarth betreut wird, aber eine neue Trainingsgruppe gefunden hat. „Das ist wie ein Neuanfang. Gegenüber der letzten Saison habe ich mich sehr gesteigert.“ Hinter Helget und Noelle Benkler (SV Nikar Heidelberg/2:13,92) erfüllte auch Laura Sophie Kohlmann (SG Essen) als Dritte mit 2:14,67 die JEM-Richtzeit. Die Titelkämpfe des Nachwuchses finden in diesem Sommer zum ersten Mal seit 40 Jahren wieder in Deutschland statt, Schauplatz ist die traditionsreiche Olympia-Schwimmhalle von 1972.
Die Deutschen Meisterinnen am Sonntag
50m Schmetterling: Angelina Köhler (SG Neukölln Berlin) 25,61
200m Brust: Anna Elendt (SG Frankfurt) 2:24,77
200m Rücken: Mira Helget (AMTV-WTB Hamburg) 2:12,86
800m Freistil: Isabel Gose (SC Magdeburg) 8:24,18
4x100m Freistil Mixed: SG Essen (Philipp Peschke, Finn Hammer, Julianna Dora Bocska, Nina Jazy) 3:31,69















