Melvin Imoudu sprintet mit deutschem Rekord zum Titel

Mit einem deutschen Rekord über 50m Brust sorgte Melvin Imoudu (Potsdamer SV) für den Höhepunkt des dritten Wettkampftages der Deutschen Meisterschaften in Berlin. In 26,57 Sekunden verbesserte der 27-Jährige vom Potsdamer SV seine eigene Bestmarke aus dem Jahr 2024 um fünf Hundertstel. Hinter dem WM-Fünften des Vorjahres konnten mit Vereinskollege Malte Gräfe (27,29/im Vorlauf mit 27,19 sogar deutscher Jahrgangsrekord für 19-Jährige), Lucas Matzerath (Team Bochum/27,30) und Subäjr Biltaev (SV Cannstatt/im Vorlauf mit 27,54 unter U23-Norm) noch drei weitere Schwimmer die Qualifikationsvorgaben für die Europameisterschaften in Paris (FRA/31. Juli – 16. August) erfüllen.

 

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Imoudu ist in diesem Jahr das Motiv auf dem DM-Poster, am ausverkauften Final-Samstag lieferte der 1,98 Meter große Modellathlet dann auch die perfekte Show ab. „Nach dem guten Vorlauf war ich schon ziemlich selbstbewusst, dass ich den Rekord schaffen kann. Dann hieß es nur noch Kopf aus und die Automatismen umsetzen, die man im Training geübt hat“, meinte Imoudu. „International geht auf den 50-Meter-Strecken gerade richtig die Post ab, seit sie ins Olympiaprogramm aufgenommen wurden. Da braucht es einfach auch eigene Verbesserungen, um weiter vorn mitmischen zu können. Bei mir bleibt der Fokus trotzdem aber erst einmal weiter auf dem 100-Meter-Rennen, solange die 50 Meter so gut mitlaufen.“

 

Vincent Passek im Rückensprint vor Ole Braunschweig

 

Auf Platz sieben landete im Rekordrennen übrigens der sehbeeinträchtigte Taliso Engel (1. FCN Schwimmen/28,34). Im Vorlauf war der zweimalige Paralympics-Sieger mit 28,23 sogar unter seinem Weltrekord fürs Para Schwimmen geblieben. Allerdings werden Weltrekorde von World Para Swimming nur bei vorheriger Anmeldung als Para-Veranstaltung anerkannt.

 

Re-Live: Die A-Finals vom Samstag (25. April, ab 17:50 Uhr)

 

Auch in den anderen Rennen zeigte sich am Samstag, dass die Männer im Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) als großes Team nach Frankreich reisen wollen. Über 50m Rücken empfahl sich hinter dem neuen Champion Vincent Passek (Berliner TSC/24,85) und Ole Braunschweig (SG Neukölln Berlin/24,89) auch noch der Drittplatzierte Fritz Dietz (SG Frankfurt/25,20 und im Vorlauf sogar 25,17) für das EM-Rennen in der Olympiastadt. Passek zeigte sich sichtlich froh, dass er seinen im Vorlauf mit 24,75 noch drei Hundertstel schnelleren Trainingspartner Braunschweig im Finale dann überflügeln konnte. „Ich habe in diesem Jahr viel für die 100 Meter trainiert, deswegen konnte ich hier auf den letzten Metern auch besser gegenhalten als bisher“, meinte der 20-Jährige.

 

Jeremias Pock verteidigt Titel mit Schnauzbart als Mentaltrick

 

Drei EM-Tickets konnten auch über 200m Lagen bejubelt werden. Jeremias Pock (1. FCN Schwimmen) verteidigte in 1:59,69 Minuten seinen Titel aus dem Vorjahr mit neun Hundertsteln Vorsprung auf Cedric Büssing. Zudem schaffte auch Finn Hammer (beide SG Essen/2:00,44) erstmals den Sprung in die Nationalmannschaft.

 

US-Student Pock krönt damit seine Durchbruchsaison nach ersten internationalen Einsätzen bei Weltcup und Kurzbahn-EM. Der 23-Jährige berichtete aber auch, dass er sich auch wegen der vielen Wettkämpfe in diesem Frühjahr zuletzt mit Rückenschmerzen quälte und sich deswegen nun erst einmal einen Kurzurlaub in Griechenland gönnen wird, bevor er die EM-Vorbereitung startet. Geholfen habe ihm in Berlin aber der Mentaltrick mit seinem Schnauzbart, der unter den meist glatt rasierten Schwimmkollegen besonders ins Auge fällt. „Für mich ist der Bart ein Reminder, nicht alles superernst zu nehmen und auch ein bisschen Spaß zu haben. Dass nicht alles rasiert sein und perfekt laufen muss, sondern dass man es auch gelassen nehmen kann und sich nicht zu viel Druck macht“, erklärte Pock.

 

Timo Sorgius ist nun Meister in zwei Ländern gleichzeitig

 

Eine EM-Premiere wartet auch auf Björn Kammann (AMTV-WTB Hamburg), der in 1:56,66 Minuten über 200m Schmetterling triumphierte. „Ich habe mich mit dem Sprung in die Nationalmannschaft schwergetan. Nun bin ich superhappy“, sagte der US-Student, der in drei Wochen das Bachelor-Studium als Bauingenieur abschließt und dann in seine Heimatstadt Hamburg zurückkehrt. Und dann auch noch etwas mehr Zeit für den Sport hat. „Nur dabei zu sein, ist nicht mein Anspruch. Ich freue mich auf die Zukunft. Und darauf, noch härter zu trainieren, um auch um die Medaillen zu kämpfen“, sagte Kammann.

 

Das seltene Kunststück, gleichzeitig Meister Deutschlands und der Schweiz zu werden, vollbrachte Timo Sorgius (SC Wiesbaden 1911). Über 200m Freistil gewann der 22-Jährige in 1:46,17 Minuten vor Jarno Bäschnitt (Team Bochum/1:46,50). „Ich bin glücklich, dass ich das geschafft habe. Das hat mir auch einen Tick Motivation verschafft“, sagte Sorgius, der seit vergangenem Jahr beim SC Uster in der Schweiz trainiert und daher auch dort an den Titelkämpfen teilnehmen durfte. Beide Bestzeiten unter EM-Einzelnorm geben auch der 4x200m-Staffel Rückenwind für Paris. Inzwischen wurden die Normzeiten für alle neun Staffelwettbewerbe erfüllt. Insgesamt haben sich jetzt schon 40 Aktive (16 Frauen und 24 Männer) mit EM-Norm für Paris empfohlen.

 

Die deutschen Meister vom Samstag

 

200m Freistil: Timo Sorguis (SC Wiesbaden 1911) 1:46,17

200m Lagen: Jeremias Pock (1. FCN Schwimmen) 1:59,65

50m Rücken: Vincent Passek (Berliner TSC) 24,85

50m Brust: Melvin Imoudu (Potsdamer SV) 26,57 (DR)

200m Schmetterling: Björn Kammann (AMTV-WTB Hamburg) 1:56,66

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