Mit Josha Salchow: NADA startet neue Kampagne für sauberen Sport

Der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) ist ein konsequenter Verfechter des Anti-Doping-Kampfes und steht für fairen und sauberen Sport. Für Spitzenschwimmer Josha Salchow war es deshalb selbstverständlich, dass er sich für die heute (12. Mai) startende Kampagne „Dein Sport. Deine Entscheidung.“ der Nationalen Anti Doping Agentur Deutschland (NADA) engagiert.

Gemeinsam mit der ehemaligen Säbelfechterin und jetzigen Vizepräsidenten von Athleten Deutschland Léa Krüger und den früheren DDR-Spitzensportlern Andreas Krieger und Thomas Götze will Salchow ein Zeichen für Gesundheit, Fairness und Eigenverantwortung im Sport setzen. Ziel der Kampagne ist es, insbesondere junge Athlet*innen für die langfristigen Folgen von Doping zu sensibilisieren und den Wert eines sauberen Sports zu stärken.

 

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Hintergrund sind aktuelle Entwicklungen im internationalen Sport, in denen leistungssteigernde Substanzen zunehmend diskutiert und verharmlost werden. Formate wie die Enhanced Games, bei denen der Einsatz solcher Substanzen erlaubt sein soll, werfen wichtige Fragen im Hinblick auf Gesundheit, Fairness und die Werte des Sports auf. Die NADA-Kampagne greift diese Diskussionen auf und ordnet sie ein. Sie stellt die Perspektiven von Athlet*innen in den Mittelpunkt und macht deutlich, dass sportliche Leistung immer auch mit Verantwortung und bewussten Entscheidungen verbunden ist.

 

Klarer Widerspruch zu den Werten des Sports

 

Die geplante Durchführung der sogenannten Enhanced Games steht im klaren Widerspruch zu den zentralen Werten des Sports wie Gesundheit, Fairness und Integrität. „Wir befinden uns an einem Punkt, der für die Zukunft des Sports, wie wir ihn kennen, entscheidend ist. Im Kontext mit unserer Geschichte und Vorstellung von Sport und auch der Verantwortung, die wir Athletinnen und Athleten als Vorbilder einnehmen möchten, ist diese Bewegung eine Schande für den Sport. Die Verbände, der internationale Sport sowie Wirtschaft und Gesellschaft sind in der Pflicht Athletinnen und Athleten zu schützen, indem sie ein Umfeld schaffen, in welchem diese Art von Bewegungen keine Chance haben“, sagt Josha Salchow. Und bringt es dann in einem Videobeitrag auf YouTube auf den Punkt: „Aus meiner Sicht ist sicheres Doping absoluter Bullshit.“

In diesem und den anderen Videos der Kampagne treten ehemalige Dopingbetroffene aus der DDR mit aktiven und ehemaligen Athlet*innen in den Dialog. Andreas Krieger und Thomas Götze berichten daran eindrücklich über die langfristigen gesundheitlichen und persönlichen Folgen des staatlich organisierten Dopings in der DDR. Lea Krüger und Josha Salchow bringen ihre Sicht auf den heutigen Leistungssport und die damit verbundenen Entscheidungsräume ein.

 

Der Sport trägt die Verantwortung, seine Athlet*innen zu schützen

 

„Sicheres Doping gibt es nicht. Wir bekamen unterstützende Mittel vom Trainer und wurden damals medizinisch betreut. Und trotzdem bin ich krank geworden. Doping hat mein Leben nachhaltig verändert. Medikamente sollten dazu dienen Krankheiten zu heilen – nicht dazu missbraucht werden, um den Körper über seine Grenzen hinaus zu manipulieren. Für kein Geld der Welt bekomme ich meine Gesundheit zurück“, sagt auch Andreas Krieger, ehemalige Kugelstoßerin und Europameisterin von 1986 (damals noch als Heidi Krieger, bevor er 1997 eine Geschlechtsangleichung vollzog). Er ist einer der wenigen ehemaligen Spitzensportler der DDR, der öffentlich über die dortige Dopingpraxis spricht.

Ein zentraler Aspekt der Kampagne ist die Einordnung aktueller Debatten rund um leistungssteigernde Substanzen. Während viele Athlet*innen im DDR-System keine Wahl hatten, stehen Sportler*innen heute vor individuellen Entscheidungen, verbunden mit Verantwortung für die eigene Gesundheit. „Wer sich einmal in der Öffentlichkeit für Doping positioniert hat, hat im sauberen Sport nichts mehr zu suchen. Verbände und der internationale Sport tragen die Verantwortung, Athletinnen und Athleten sowie den sauberen Sport zu schützen. Dazu gehört auch, finanzielle Anreize zur Normalisierung von Doping nicht zuzulassen und zu verhindern, dass Athletinnen und Athleten zu Objekten und damit zu Laborratten gemacht werden“, findet Léa Krüger, die auch stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der NADA ist.

Mit „Dein Sport. Deine Entscheidung.“ schafft die Nationale Anti Doping Agentur Raum für offene Gespräche, persönliche Einblicke und gesellschaftliche Einordnung – und lädt dazu ein, sich bewusst mit den Werten des Sports auseinanderzusetzen.

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