Ein Leben für den Schwimmsport: Der DSV dankt Dr. Klaus Rudolph

Persönliche Danksagung: Die Bundestrainer Dr. Alexander Törpel, Carsten Gooßes und Stephan Haumann beim Treffen mit Dr. Klaus Rudolph (2.vl.) ©DSV

 

Weltweit genießt Dr. Klaus Rudolph (Jahrgang 1940) Anerkennung. Mehr als 60 Jahre schon begleitet der Rostocker den Schwimmsport nicht nur mit großer Leidenschaft, sondern auch mit adäquatem Fachwissen. Der Doktor der Pädagogik lernte den Leistungssport dabei in all seinen Ebenen kennen. Zu DDR-Zeiten war er ab 1965 als Diplomsportlehrer an der Sportschule Rostock, später dann als Cheftrainer beim ASK und SC Empor Rostock und sogar als Verbandstrainer tätig. Kurz vor der Wiedervereinigung Deutschlands betreute er ein Jahr lang dann Chinas Nationalmannschaft.

 

Zwischen 1991 und 2005 war Rudolph als Leistungsdiagnostiker am Olympiastützpunkt Hamburg angestellt, wirkte aber weit darüber hinaus. So gestaltete er maßgeblich den Rahmentrainingsplan des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) mit, war bis 2013 auch als Lehrreferent Schwimmen aktiv. Zugleich formulierte Rudolph als Sportwissenschaftler Grundlagenwissen in neue Schwimmsport-Standardwerke. Dem Mangel an allgemeinverständlicher Fachliteratur begegnete er so auf die effektivste Art.

 

Zweifellos war es ihm dabei auch ein dringendes Bedürfnis, die durch die unterschiedlichen Terminologien in Ost und West immer wieder neu entstehenden Reibungsverluste beseitigen zu helfen. Auch deswegen entstanden Bücher wie das „Lexikon des Schwimmtrainings“ (2008/inzwischen als Schwimmlexikon auch online verfügbar) und „Wege zum Topschwimmer“, welche die heutigen Belastungszonen im Training im Ursprung definieren. Für den Nachwuchsbereich erschien 2014 auf der Grundlage von Elternbefragungen zudem „Mein Kind schwimmt“ (inzwischen unter Elternfibel online).

 

Zudem errechnete Rudolph ab 1992 jährlich die nach ihm benannte Punktetabelle neu, die dem Schwimmsport altersgerechte Leistungsbewertungen über die verschiedenen Strecken hinweg ermöglichte und über die folgenden Jahre hinweg über Deutschlands Grenzen hinaus immer mehr Anwendung und Anerkennung fand. Der DSV wird diese statistischen Auswertungen auch künftig nutzen können, beispielsweise für Kaderberufungen oder Qualifikationsgrundlagen. Denn alle Daten und Rechte an der Rudolph-Tabelle hat Klaus Rudolph zur weiteren Nutzung mittlerweile dem DSV übertragen.

„Wir sind Dr. Klaus Rudolph sehr dankbar für sein unermüdlichen Wirken zum Wohle des deutschen Schwimmsports, er schuf wichtige Leitplanken für den hiesigen Leistungssport“, betonte Christian Hansmann, Vorstand Leistungssport im DSV, unlängst anlässlich eines Treffens zur persönlichen Danksagung. Trainer-Sohn Nils Rudolph war übrigens 1991 zum Europameister über 50m Freistil und Weltrekordler über 50m Schmetterling aufgestiegen.

 

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