Lukas Märtens krault mit Weltklassezeit zum achten Meistertitel

Auch nach Olympiasieg und Weltmeistertitel sind für Lukas Märtens die Deutschen Meisterschaften immer noch eine Herzensangelegenheit, das zeigte der 24-Jährige vom SC Magdeburg zum Auftakt der diesjährigen Titelkämpfe in Berlin. Über seine Weltrekordstrecke 400m Freistil präsentierte Märtens dem Publikum auf den gut gefüllten Rängen ein absolutes Toprennen und sicherte sich in 3:41,76 Minuten seinen insgesamt achten nationalen Titel. Er kraulte damit die zweitschnellste Zeit weltweit in diesem Jahr.

 

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„Wir sind ein Land mit über 80 Millionen Menschen. Davon der Schnellste zu sein, das macht schon was mit einem, und das darf man ich nicht kleinreden. Wir haben nicht viele Wettkämpfe in Deutschland, deswegen muss man die auch nutzen. Ich hatte daher auch auf eine schnelle Zeit gehofft, war mir aber nicht sicher, ob das klappt“, freute sich Märtens.

 

Sven Schwarz schwimmt morgens EM-Norm und schont sich dann für Freitag

 

Seit Ende März war er schon in China und Norwegen sehr schnell geschwommen. Und legte trotz Reisestress und einer Erkältung zwischendurch beim Heimspiel nun noch mal eine Steigerung drauf. „Die Form so lange aufrecht zu erhalten, war gar nicht so leicht. Aber ich habe es ganz gut hinbekommen. Mal schauen, was am Freitag über 800 Meter noch geht. Das wird ein bestimmt ein sehr gutes Duell.“

 

Livestream der A-Finals am Freitag (24. April, ab 17:50 Uhr)

 

Rivale wird dann der WM-Zweite Sven Schwarz sein. Der 24-Jährige von Waspo 98 Hannover hatte sich am Donnerstag mit dem 400m-Vorlauf begnügt. Dort hatte er in 3:46,52 die Normzeit des Deutschen-Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) für die Europameisterschaften in Paris (FRA/31. Juli – 16. August) erfüllt, auf den Start im Finale am Abend aber verzichtet. „Wie im Vorjahr liegt die Konzentration voll auf den 800 Metern, dort will ich eine Topleistung zeigen“, begründete Schwarz. Seinen Europarekord von damals hatte er kürzlich an Landsmann Johannes Liebmann verloren. Die Antwort darauf soll es nun am Freitagabend (ab 17:50 Uhr im ZDF-Livestream) geben. Und auch Märtens, auf den 800m WM-Dritter 2025, will dabei ein Wörtchen mitreden. Spektakel ist damit garantiert.

 

Arbeitskollegen überraschen Sprintchampion Salchow

 

Enge Entscheidungen gab es aber auch am Donnerstag bereits einige. Über 100m Schmetterling flog Kaii Liam Winkler (SG Neukölln Berlin) in 51,82 Sekunden zu seinem allerersten Titelgewinn überhaupt. Nur drei Hundertstel dahinter schlug Titelverteidiger und Vereinskollege Luca Nik Armbruster (51,85) an, weitere drei Hundertstel danach Björn Kammann (AMTV-WTB Hamburg/51,88). Und Josha Salchow (SV Nikar Heidelberg/51,89) blieb mit sieben Hundertsteln Rückstand Rang vier. Eine unfassbar enge Entscheidung beim Anschlag also, aber alle vier Athleten erfüllten damit die EM-Norm für Paris. „Ich hatte auf den letzten Meter Schmerzen wie noch nie, aber so macht Racing halt richtig Spaß. Jetzt pushen wir uns gegenseitig hoffentlich dann auch mal unter die 51 Sekunden“, sagte Armbruster.

 

Re-Live: Alle Finals vom Donnerstag im Video

 

Wenig später konnte Salchow dann doch noch jubeln. Denn über 50m Freistil sicherte er sich den Titel in 22,15 Sekunden vor Martin Wrede (Waspo 98 Hannover), der in 22,18 die U23-Norm für Paris knackte. „Schon beim Schmetterlingsrennen dachte ich, ich hätte gewonnen. Um so zufriedener bin ich, dass es hier dann mit der Titelverteidigung geklappt hat.“ Auf der Tribüne wurde Deutschlands schnellster Schwimmer – der als Werksstudent derzeit in Teilzeit bei einer großen Wirtschaftsberatungsfirma arbeitet – dabei von 15 Arbeitskolleg*innen gefeiert, die zu einer Teamwoche in der deutschen Hauptstadt weilen und allesamt Shirts mit seinem Konterfei trugen. „Ich wusste davon nichts bis kurz vor dem Rennen, eine tolle Aktion“, meinte Salchow.

 

Fünfter Titel in Folge für Lagenschwimmer Büssing

 

Bereits den fünften Titel in Folge sicherte sich über 400m Lagen Cedric Büssing (SG Essen). In 4:13,56 Minuten holte sich der Olympiaachte von Paris zugleich auch das EM-Ticket. Und freut sich nun auf die Rückkehr in Frankreichs Hauptstadt: „Dort möchte ich dann gern noch zweieinhalb Sekunden schneller sein. Die Rückkehr aus den USA war auf jeden Fall die richtige Entscheidung für mich“, sagte Büssing. Bei der Kurzbahn-EM im Dezember hatte er mit Bronze seine erste internationale Medaille gewonnen. Und würde so einen Coup im Sommer natürlich allzu gern wiederholen.

 

Und auch über 100m Rücken wurde eine weitere EM-Norm geknackt. Cornelius Jahn (Ahrensburger TSV) verteidigte in 54,07 Sekunden seinen Titel vor Vincent Passek (Berliner TSC/54,45) und Mitja Bauer (SSG Leipzig/54,91), die die EM-Norm beide schon eine Woche zuvor nachgewiesen hatten. Im DM-Vorlauf war Jahn am Vormittag in 53,97 Sekunden sogar erstmals unter der 54er-Marke geblieben. „Ich bin superhappy, dass ich nach drei Jahren wieder meine Bestzeit verbessern konnte“, jubelte der US-Student. „Jetzt freue ich mich, dass ich auch mal für die A-Mannschaft des DSV bei der EM starten darf.“

 

Erster Münchner schafft die Norm für die JEM dahoam

 

Bauer ist als 2008er-Jahrgang auch noch bei den Jugend-Europameisterschaften in München (07. – 12. Juli) startberechtigt. „Natürlich will ich da nun um die Medaillen mitkämpfen. Hinterher nach Paris, da wäre aber auch nicht schlecht“, meinte der Leipziger nach einem beachtlichen Leistungssprung in diesem Frühjahr. Die JEM-Norm erfüllten am Donnerstag mit Larus Thiel (SG Bayer) über 50m Freistil (22,52), Simon Brugger (SG Stadtwerke München) über 400m Freistil (3:54,00) und Jannes Schmidt (SC Wiesbaden) über 400m Lagen (4:26,69) noch drei weitere Schwimmer.

 

Alle Deutschen Meister von Donnerstag

100m Schmetterling: Kaii Liam Winkler (SG Neukölln Berlin) 51,82

100m Rücken: Cornelius Jahn (Ahrensburger TSV) 54,08

400m Lagen: Cedric Büssing (SG Essen) 4:13,56

50m Freistil: Josha Salchow (SV Nikar Heidelberg) 22,15 Sekunden

400m Freistil: Lukas Märtens (SC Magdeburg) 3:41,76 Minuten

4x100m Lagen Mixed: SG Frankfurt (Fritz Dietz, Anna Elendt, Ankush Yalgi, Pia Helli Henning) 3:54,46

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