Mit besonderem Dank an die Mama: Rafael Miroslaw erklärt Rücktritt

 Rafael Miroslaw mit seinem Nationalmannschaftskumpel Florian Wellbrock ©Jo Kleindl

Wenn im Herbst die neuen Kaderlisten vom Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) veröffentlicht werden, wird oft auch erst sichtbar, wer sich gerade aus dem Leistungssport verabschiedet hat. In diesem Jahr betrifft das neben der Freiwasser-Weltmeisterin Celine Rieder auch den einst schnellste Freistilsprinter im Land: Rafael Miroslaw.

 

Auf Instagram verkündete der 25-Jährige, der im Jahr 2022 als erster Deutscher die 100m unter 48 Sekunden gekrault war, am Samstag sein Karriereende. „Der Schwimmsport hat mir mehr gegeben, als ich mir jemals hätte vorstellen können. Er ermöglichte es mir, die Welt zu bereisen, andere Kulturen kennenzulernen, großartige Menschen zu treffen und Teil von Teams zu sein, die meine Denkweise und meine Einstellung zum Leben geprägt haben. Er lehrte mich Disziplin, Widerstandsfähigkeit, Beständigkeit und die Fähigkeit, auch dann weiterzumachen, wenn die Dinge einmal nicht nach Plan laufen“, schrieb Miroslaw.

 

Lebenstraum von Olympia erfüllte sich in Paris

 

Besonders stolz sei er darauf, dass er sich seinen Kindheitstraum erfüllen konnte: die Teilnahme an den Olympischen Spielen. Mit zwei Staffeln stand er in Paris 2024 in den Finals, schwamm dabei weitere deutsche Rekorde. Darauf werde er immer stolz sein. Schon für Tokio 2021 wäre Miroslaw ein Kandidat gewesen, damals bremste ihn aber eine Schulterverletzung aus. Auch würdigte Miroslaw seine Studienzeit in den USA, im auf der Kurzbahn beheimateten Collegesport konnte der WM-Fünfte von 2024 über 200m Freistil ebenfalls viele Erfolge feiern.

 

Miroslaw war bei der SG HT16 Hamburg herangewachsen, dort gehörte Veith Sieber (inzwischen Geschäftsführer beim Hamburger Basketball-Verband) zu seinen Trainern. Nach seinem Studium in Bloomington (Indiana) zog der Sprinter nach Arizona und baute sich dort als lizenzierter Luxus-Immobilienmakler ein berufliches Standbein auf. Zudem gab er als Schwimmtrainer im ganzen Land Workshops für Nachwuchstalente. Sein Lieblingssport werde auch in Zukunft immer eine Rolle in seinem Leben spielen, so Miroslaw.

 

 

Rafael Miroslaw hat im Schwimmsport viel fürs Leben gelernt

 

„Wenn ich zurückblicke, denke ich an die Rennen, die Ziele, die Siege und Niederlagen – vor allem aber an die Menschen und die Erlebnisse auf diesem Weg. Das sind die Dinge, die ich für immer in Erinnerung behalten werde“, betonte Miroslaw, der sich auf Reisen der Nationalmannschaft mitunter das Zimmer mit Florian Wellbrock teilte. Der Olympiasieger schrieb bei Instagram dann auch als einer der ersten einen mitfühlenden Kommentar.

 

„Der Schwimmsport hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Die Einstellung und die Lektionen, die ich daraus mitgenommen habe, werden mir auch in meinem weiteren beruflichen Werdegang von großem Nutzen sein. Ich bin stolz auf das, was ich erreicht habe, dankbar für alles, was mir der Schwimmsport gegeben hat, und bereit für das nächste Kapitel“, schrieb Miroslaw noch.

 

Förderung und Hilfe im Karriereverlauf war für Miroslaw nie selbstverständlich, das hört man auch beim Abschied heraus. „Danke an alle, die mich auf diesem Weg unterstützt haben. Ein besonderer Dank gilt meiner Mutter: Danke, dass du immer für mich da warst, an mich geglaubt und mich schon von klein auf gestärkt hast – und danke, dass du mich zu unzähligen Trainingseinheiten und Wettkämpfen gefahren hast. Ohne dich wäre ich heute nicht da, wo ich bin.“

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