Sven Schwarz gewinnt das Gigantenduell gegen Lukas Märtens

©Jo Kleindl
- 24.04.2026
Schwimmsport vom Feinsten gab es auch am zweiten Tag der Deutschen Meisterschaften in Berlin zu bestaunen. Das Highlight bildete dabei das Duell der WM-Helden über 800m Freistil, das Sven Schwarz (Waspo 98 Hannover) in 7:41,14 Minuten knapp vor Lukas Märtens (SC Magdeburg/7:41,31) für sich entschied.
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Märtens war auf der ersten Bahn eine ganze Sekunde schneller angegangen, doch schon bald bekam das Publikum ein Synchronschwimmen in Maximalgeschwindigkeit geboten. Gekrönt von einem Endspurtduell, bei dem Schwarz dann das größere Stehvermögen bewies. Zum kürzlich von Youngster Johannes Liebmann aufgestellten Europarekord (7:37,94) fehlten am Ende zwar ein paar Sekündchen, dennoch sagte Schwarz zur drittschnellsten Zeit weltweit in diesem Jahr völlig zu Recht: „Das war gute Werbung für den Schwimmsport. Wenn man vorn anschlägt, ist das immer ein gutes Gefühl. Und wer weiß, vielleicht wird den Rekord ja einer von uns noch mal brechen.“
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Nach WM-Silber und -Bronze im Vorjahr dürfte das 800m-Rennen auch bei den Europameisterschaften in Paris (FRA/31. Juli – 16. August) eine Medaillenbank werden. „Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung. Nach den vielen Wettkämpfen zuletzt muss jetzt erst einmal ein bisschen trainieren, aber dieser Auftritt hier macht auf jeden Fall Lust auf mehr“, meinte auch Märtens.
Zweites Gold für Winkler, Jahn auch in der Freistilstaffel
Vorher hatte es bereits zwei tolle Sprintrennen gegeben. Über 100m Freistil kraulte Kaii Liam Winkler (SG Neukölln Berlin) in 48,16 Sekunden zu seinem zweiten Gold bei diesen Titelkämpfen. Der 20-Jährige ließ dabei den deutschen Rekordhalter Josha Salchow (SV Nikar Heidelberg/48,71) und Cornelius Jahn (Ahrensburger TSV/49,21) hinter sich. Letzterer hatte sich am Vortag erstmals das EM-Ticket als Rückenschwimmer gesichert, nun packte er gleich noch einen Startplatz in der 4x100m-Freistilstaffel drauf. Zum EM-Quartett gehört auch Timo Sorgius, der am Freitag zwei Staffeltitel mit dem SC Wiesbaden gewann und dort als Startschwimmer 49,15 Sekunden kraulte. In der Lagenstaffel hatte er am Morgen in 54,54 Sekunden zudem die U23-Norm über 100m Rücken erfüllt.
Über 100m Brust erwies sich Melvin Imoudu als klare Nummer eins im Land. In 59,33 Sekunden schlug der 27-Jährige vom Potsdamer SV deutlich vor Titelverteidiger Lucas Matzerath (Team Bochum) an. Der deutsche Rekordhalter blieb in 1:00,04 Minuten mehr als eine Sekunde über seiner Bestzeit und verfehlte damit auch die EM-Norm. „Das hat sich sehr gut angefühlt. Ich bin zufrieden mit der Zeit zu diesem Zeitpunkt“, sagte Imoudu zu seinem zehnten Meistertitel. Damit hat der Olympiavierte weiterhin zwei DM-Siege mehr als Schwarz und Märtens.
Paralympics-Sieger Taliso Engel schafft es ins B-Finale
Platz 15 belegte übrigens Paralympics-Sieger Taliso Engel (1. FCN Schwimmen). „Für mich ist immer ein großer Ansporn, mich hier mit noch schnelleren Schwimmern messen zu können“, sagte der stark sehbeeinträchtigte Engel. Seine Saisonplanung ist natürlich voll auf die World Series im Para Schwimmen in Berlin und den anschließenden Internationalen Deutschen Meisterschaften (IDM) an gleicher Stelle (07. – 12. Mai) sowie auf die Europameisterschaften im September in der Türkei ausgerichtet.
Die Deutschen Meister am Freitag
100m Freistil: Kaii Liam Winkler (SG Neukölln Berlin) 48,16
100m Brust: Melvin Imoudu (Potsdamer SV) 59,33
800m Freistil: Sven Schwarz (Waspo 98 Hannover) 7:41,14
4x100m Freistil: SC Wiesbaden 1911 (Timo Sorgius, Maurice Grabowski, Till Lasse Schröder, Adrian Eichler) 3:20,42
4x100m Lagen: SC Wiesbaden 1911 (Timo Sorgius, Urs-Laurin Bludau, Andrii Kovalenko, Bogdan Shelipov) 3:39,40 Minuten














