Warum die DM für Lena Hentschel diesmal eine ganz besondere ist

© Jo Kleindl
- 01.06.2026
Schon während ihres Studiums in den USA war Wasserspringerin Lena Hentschel (Berliner TSC) in den vergangenen vier Jahren anlässlich der nationalen Titelkämpfe immer wieder in Deutschland gewesen. „Meistens war ich dann aber immer nur kurz hier und danach direkt wieder weg. Das war jedes Mal ein ziemliches Hin und Her“, sagt sie. Das ist bei den diesjährigen Deutschen Meisterschaften vom 03. – 07. Juni in Berlin anders. Diesmal reiste Hentschel schon frühzeitig an und absolvierte den gesamten Vorbereitungslehrgang mit der Nationalmannschaft. „Das war wirklich schön, alle wiederzusehen und auch mal ein bisschen mehr Zeit zu haben und nicht nur aus dem Koffer zu leben“, so die 24-Jährige.
Der Grund für den entspannteren Zeitplan: Hentschel hat ihr Studium abgeschlossen, trotz Leistungssport sogar in Regelstudienzeit von vier Jahren. „Das macht mich stolz, weil es durchaus eine intensive Zeit war“, sagt sie. „Ich hatte in den USA eigentlich von Januar bis März durchgehend Wettkämpfe, und zwischendurch saß noch immer von Montag bis Freitag in der Vorlesung und habe viele, viele Stunden in der Bibliothek verbracht.“ Ab Herbst wird sie sich der Bundeswehr anschließen, zudem beabsichtigt sie ihren Master bei den Vereinten Nationen in internationalen Beziehungen und Diplomatie zu machen. Allerdings als Online-Studium, so dass sie in Berlin beheimatet bleibt.
Bei den Deutschen Meisterschaften steht sie jeden Tag auf dem Brett
Vorher warten auch bei der DM große Aufgaben. Hentschel wird dort an allen fünf Tagen im Einsatz sein – mit Starts vom 1m- und 3m-Brett, im 3m-Synchronspringen mit Jette Müller (Dresdner SC 1898) und im Mixed-3m-Synchronspringen mit Vereinskollege Luis Avila Sanchez. „Ich freue mich sehr drauf und möchte natürlich am liebsten auch bei der EM in Paris in allen Disziplinen an den Start gehen. Das ist mein Ziel.“
>> Zum DM-Zeitplan und allen Ergebnissen
Die Priorität liegt dabei auf den beiden olympischen Disziplinen vom 3m-Brett (Einzel und Synchron). Gerade in einem EM-Jahr sind für Lena Hentschel aber auch das 1m-Einzel und der Mixed-Wettkampf relevant, weil mit Blick auf eine mögliche Medaille chancenreich. Im Miex sind Avila Sanchez und sie sogar Titelverteidiger*innen, insgesamt holte die Berlinerin bei den Europameisterschaften 2025 in Belek (TUR) sogar vier Medaillen. Und sagt: „Daran würde ich gerne anknüpfen.“
Neuer Trainer, neue Motivation: Lena Hentschel hat ihren Weg gefunden
Auf dem Weg nach Paris (FRA) hat Hentschel einen neuen Trainer an ihrer Seite: Christian Picker. Seit Februar arbeiten die beiden zusammen; ein möglicher Wechsel nach Dresden, der ebenfalls im Raum stand, ist damit vom Tisch. „Berlin ist das richtige Umfeld für mich“, betont Hentschel. „Christian kenne ich noch aus seiner Zeit als aktiver Springer. Er ist noch ein junger Trainer, aber die Zusammenarbeit macht einfach Spaß. Das ist der Weg, den ich jetzt gehen möchte.“ Neuen Rückenwind bekam die Wasserspringerin aber auch schon im vergangenen Jahr durch ihren vierten Platz vom 3m-Brett bei der WM in Singapur. „Das war eine tolle Motivation, weil ich einfach gesehen habe, was möglich ist“, sagt sie.
Erst einmal muss sie sich bei den Deutschen Meisterschaften allerdings gegen die nationale Konkurrenz durchsetzen. Für die EM hat der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) pro Disziplin maximal zwei Startplätze (in den Synchrondisziplinen nur einen); dafür müssen in Berlin laut DSV-Nominierungsrichtlinien bestimmte Punktzahlen und Schwierigkeitsgrade vorgewiesen werden. Synchronpartnerin Jette Müller dürfte die ärgste Rivalin sein, aber auch Lotti Hubert (Berliner TSC) hat sich vor allem vom 1m-Brett zuletzt nochmal stark verbessert. „Und dann haben wir mit Emily Deml oder Emily Steinhagen auch noch jüngere Athletinnen, die ebenfalls auf einem sehr guten Weg sind. Beim Lehrgang habe ich gesehen, wie hart der Nachwuchs an sich arbeitet“, lobt Lena Hentschel. „Da muss ich, auf gut Deutsch, schon die Arschbacken zusammenkneifen und mich bei jedem Wettkampf aufs Neue beweisen, um an der Spitze zu bleiben.“
So kannst du alle Wettbewerbe im Livestream sehen
Wer nicht selbst in der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE) dabei sein kann: Sämtliche Wettbewerbe werden in diesem Jahr im Livestream von Sporteurope.TV übertragen. Der bekannte Online-Sportsender war August 2025 unter dem Namen Sportdeutschland.TV bekannt und bündelt immer mehr Bewegtbildangebote aus vielen verschiedenen Sportarten. Auch der DSV hat dort einen eigenen Kanal für seine Fans eingerichtet, um den Schwimmsport in Deutschland einer breiten Masse zugänglich zu machen.
>> Zum DSV-Kanal auf Sporteurope.TV
Alle Sprünge aus Berlin gibt es zum kleinen Preis. Tagespässe gibt es für je 3,99 Euro; noch günstiger wird es mit dem Streaming-Abo für die gesamte DM für 7,49 Euro. Die Wettkämpfe starten an allen Tagen um 09:30 Uhr, die Finalentscheidungen finden dann jeweils am Nachmittag statt.












