Eikermann und Avila Sanchez drehen Turm-Synchronfinale mit dem letzten Sprung

Luis Avila Sanchez und Jaden Eikermann verteidigen ihren Meistertitel vom Turm ©Jo Kleindl
- 03.06.2026
Deutschlands beste Wasserspringer*innen haben zum Start der Internationalen Deutschen Sommermeisterschaften vom 03. – 07. Juni in Berlin direkt Vollgas gegeben. Gleich vier Entscheidungen standen am Mittwoch auf dem Programm, so viele wie an keinem anderen der folgenden Tage bis Sonntag. Dabei bekam das Publikum in der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE) teils hochklassige Wettbewerbe geboten. Zum Beispiel im Turm-Synchronspringen der Männer, wo gleich zwei Paare die Norm für die Europameisterschaften in Paris (FRA/31. Juli – 16. August) überboten. Am Ende lagen dort die WM-Sechsten Jaden Eikermann (SV Neptun Aachen) und Luis Avila Sanchez (Berliner TSC) mit 422,55 Punkten vor den Rostockern Ole Rösler und Espen Prenzyna (408,75) und verteidigten damit ihren Vorjahrestitel.
„Das hat Spaß gemacht. Beide Paare haben sich hier auf einem sehr hohen Niveau präsentiert“, sagte Chef-Bundestrainer Christoph Bohm. Im Vorkampf hatten Rösler und Prenzyna noch knapp vorne gelegen (406,29 zu 402,03), auch im Finale führten die EM-Zweiten des vergangenen Jahres bis zur letzten Runde. Mit dem letzten Sprung schoben sich Eikermann und Avila Sanchez dann aber noch an ihnen vorbei – auch dank eines höheren Schwierigkeitsgrades sowohl in diesem Durchgang als auch insgesamt. „Konkurrenz belebt das Geschäft. Wir wollen sie schlagen, sie wollen uns schlagen. Aber wir haben eine freundschaftliche Beziehung und gönnen ihnen das“, sagte Prenzyna.
Bei den Frauen ging der Titel im Turm-Synchronspringen an das Berliner Paar mit Pauline Pfeif und Elena Wassen. Mit 306,84 Punkten setzten sie sich vor den spanischen Gaststarterinnen und Europameisterinnen des Vorjahres Ana Carvajal und Valeria Antolino (278,04) durch und erfüllten damit ebenfalls die EM-Norm. „Vor allem Elena hat sich sehr gesteigert. Pauline hat diese Leistung im Jahresverlauf ja schon mehrfach abgerufen, Elena im Synchronspringen in dieser Qualität aber noch nicht. Auch hier bin ich sehr zufrieden“, lobte Bundestrainer Bohm.
Die 1m-Titel gehen an Moritz Wesemann und Lena Hentschel
Nachdem er in den vergangenen Tagen sehr viel die von ihm entwickelte App zur Trainingsplanung, Dokumentation und Auswertung im Leistungssport beworben hatte, machte Moritz Wesemann (SV Halle) am ersten DM-Tag auch sportlich Werbung in eigener Sache. Der Europameister und WM-Sechste vom 1m-Brett wurde in dieser Disziplin seiner Favoritenrolle gerecht und sprang mit 420,60 Punkten zur Titelverteidigung vor seinen beiden Vereinskollegen Jonathan Schauer (393,15) und Lou Massenberg (364,05). Sowohl Wesemann als auch Schauer, der Junioren-Weltmeister von 2021, übertrafen damit die Norm für Paris.
„Insgesamt bin ich sehr zufrieden“, sagte Wesemann. „Vor allem mit dem dreieinhalbfachen Salto vorwärts im Vorkampf, der dann aber auch im Finale solide war – den habe ich im Wettkampf noch nicht so oft gemacht. Das war ein starkes Feld und ein geiler Wettkampf, der mir Mut gibt für die kommenden Tage.“
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Bei den Frauen gewann ebenfalls die Titelverteidigerin Lena Hentschel (Berliner TSC). Mit 265,95 Punkten lag sie zwar ganz knapp unter dem Richtwert für die Europameisterschaften (270,00). Sie konnte sich im Finale gegenüber dem Vorkampf aber deutlich steigern und zeigte einen sehr schönen zweieinhalbfachen Auerbachsalto, der als schwerster Sprung bei den Frauen gilt. „Mit dieser Leistung werden wir sie auf jeden Fall vorschlagen für die EM“, sagte Christoph Bohm. Stark präsentierte sich aber auch Emily Deml (SV Halle): Die Junioren-Europameisterin von 2025 holte mit 251,40 Silber, nachdem sie im Vorkampf mit 253,70 sogar die Beste gewesen war. Ihrer Serie fehlt aktuell noch etwas die Schwierigkeit, um ganz vorne angreifen zu können, dafür war die Ausführung umso besser. Das macht Mut für die anstehenden Jugend-Europameisterschaften in knapp drei Wochen in Budapest (HUN/22. – 28. Juni).













