Fünf Medaillen für Deutschland bei der Gehörlosen-EM in Freiburg
- 03.11.2026
Das deutsche Gehörlosen-Schwimmteam hat den Heimvorteil bei den diesjährigen Europameisterschaften für sich genutzt. Mit drei Silber- und zwei Bronzemedaillen sowie zahlreichen persönlichen Bestleistungen und starken Platzierungen konnte die Mannschaft in der vergangenen Woche bei den Titelkämpfen in Freiburg überzeugen.
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Erfolgreichste Teilnehmerin für den Deutschen Gehörlosen-Sportverband (DGSV) war dabei Paula Pichier. Die 17-Jährige von den Wasserfreunden Spandau 04 gewann eine Silber- und zwei Bronzemedaillen. Insbesondere über 200m Schmetterling zeigte die Berlinerin ein herausragendes Rennen und verbesserte ihre persönliche Bestzeit auf 2:30,42 Minuten. Die Goldmedaille verpasste Pichier erst auf den letzten Metern und durfte sich am Ende über Silber freuen.
Insgesamt sechs Einzelfinals für die 17-jährige Pichier
Auch über 100m Schmetterling stellte die 17-Jährige ihre Klasse unter Beweis. Sie verbesserte ihren deutschen Juniorinnenrekord, den sie im vergangenen August bei den European Deaf Youth Games (EDYG) in Hannover aufgestellt hatte. Ihre neue Bestzeit beträgt 1:08,01 Minuten. Über 200m Lagen steigerte sie sich ebenfalls und verbesserte ihre persönliche Bestzeit auf 2:32,67 Minuten. Damit sicherte sie sich den dritten Platz und eine weitere Bronzemedaille. Über 50m und 100m Freistil sowie 50 m Schmetterling erreichte sie zudem den sechsten beziehungsweise siebten Platz.
Wegen des Hörverlusts bis zur absoluten Gehörlosigkeit, der bei Paula im Alter von drei Jahren diagnostiziert worden war, wurden ihr beidseitig Implantate eingesetzt, die mit Sprachprozessoren über den Ohrmuscheln verbunden sind und ihr im Alltag ein weitgehend normales Leben ermöglichen. Bei Wettkämpfen darf sie diese Prozessoren allerdings nicht tragen.
Zwei Medaillen und deutscher Rekord für Kochmann
Zudem gewann Lars Kochmann vom GSBV Halle (und im Bereich des Deutschen Schwimm-Verbandes für den SV Halle unterwegs) zwei Silbermedaillen über 50m und 100m Rücken. Darüber hinaus verbesserte er seinen eigenen deutschen Rekord über 50m Freistil um eine Hundertstelsekunde (24,67 Sekunden) und belegte damit einen hervorragenden sechsten Platz. Auch über 50m Brust zeigte er eine starke Leistung. Mit der zweitschnellsten Zeit seit längerer Zeit erreichte er den vierten Platz.
„Insgesamt fällt das Fazit zur Europameisterschaft sehr positiv aus. Sowohl mit den sportlichen Leistungen als auch mit dem gesamten organisatorischen Ablauf sind wir sehr zufrieden“, sagte Spartenleiterin Gerda Reinhard. „Herzlichen Glückwunsch an alle Schwimmerinnen und Schwimmer zu ihren tollen Leistungen, Ein großes Dankeschön gilt außerdem allen Beteiligten, Helferinnen und Helfern sowie Unterstützern, die dieses Team und die Teilnahme an der Europameisterschaft möglich gemacht haben.“
Erfolgreiche Mischung aus Jung und Alt
Mit seinen 39 Jahren war Phil Goldberg vom Dresdner GSV und USV TU Dresden der älteste Schwimmer bei diesen Titelkämpfen. Nach vielen Jahren kehrte er ins Wettkampfgeschehen zurück und schaffte auf Anhieb gleich zweimal den Einzug ins Finale. Über 100m und 200m Rücken belegte er den sechsten beziehungsweise achten Platz. Über 100m Schmetterling erreichte er außerdem einen starken neunten Platz.
Für Lilia Reinhard, mit 14 Jahren die jüngste Schwimmerin im deutschen Team, war es die erste EM-Teilnahme. Besonders über 50m Brust zeigte sie eine beeindruckende Leistungsentwicklung, verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um mehr als anderthalb Sekunden und belegte im Finale einen hervorragenden achten Platz. Auch über 200m Brust konnte sie ihre persönliche Bestzeit um vier Sekunden verbessern. Den Einzug ins Finale verpasste sie dabei denkbar knapp um lediglich 0,53 Sekunden und belegte den neunten Platz. Für Paula Pichier und Lilia Reinhard wartete am letzten EM-Tag noch die erste Teilnahme an einer EM-Staffel. Gemeinsam mit Lars Kochmann und Phil Goldberg erreichten sie dabei einen starken sechsten Platz.
Auch hinter den EM-Kulissen wurde tolle Arbeit geleistet
Der neue Bundestrainer Marcus Fellechner, der seit September 2026 im Amt ist, startete hochmotiviert mit dem Team in die Europameisterschaft. Unterstützt wurde die Mannschaft von der ehemaligen Nationalschwimmerin Victoria Agostini, die als Teamleiterin fungierte.
Auch hinter den Kulissen wurde hervorragende Arbeit geleistet: DGSV-Spartenleiterin Gerda Reinhard, DGSV-Vizepräsident Daniel Haffke, Fabian Hatwagner aus Freiburg und der DGSV-Technische Leiter Stefan Pichier waren Teil des Organisationsteams und trugen maßgeblich zum reibungslosen Ablauf der Europameisterschaften bei.














