Pauline Pfeif und Moritz Wesemann dominieren bei der DM in Berlin

© Jo Kleindl
- 06.06.2026
Am vorletzten Tag der Internationalen Deutschen Sommermeisterschaften im Wasserspringen in Berlin (03. – 07. Juni) sind Pauline Pfeif (Berliner TSC) und Moritz Wesemann (SV Halle) ihrer Favorit*innenrolle gerecht geworden. Vizeweltmeisterin Pfeif siegte vom Turm mit 341,80 Punkten und erfüllte dabei in allen drei Runden – Vorkampf, Halbfinale und Finale – jeweils klar die EM-Norm. Auch Wesemann übertraf vom 3m-Brett mit 487,50 Punkten den Richtwert für die Europameisterschaften in Paris (FRA/31. Juli – 16. August).
Pfeif siegt im Turm-Finale vor den spanischen Europameisterinnen
Vor allem an ihrem Schraubensalto hatte Pauline Pfeif zuletzt gefeilt – die Fortschritte waren in Berlin deutlich erkennbar. Unter den Augen des Präsidenten des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) David Profit erhielt die WM-Zweite von Singapur für diesen Sprung in allen drei Runden hohe Punktzahlen. Auch die jüngste Bronzemedaille beim Weltcupfinale vor gut einem Monat hat der 24-Jährigen noch einmal viel Rückenwind gegeben.
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Dass sie sich vor der internationalen Konkurrenz nicht verstecken muss, bewies sie bei den Deutschen Meisterschaften erneut und verwies die beiden spanischen Gaststarterinnen Valeria Pacheco (328,80) und Ana Carvajal (319,05) – die im vergangenen Jahr zusammen Europameisterinnen im Turm-Synchronspringen geworden waren – auf die Plätze zwei und drei. „Die Spanierinnen haben hier viel Druck gemacht. Das ist gut und auch ein Fingerzeig in Richtung EM“, sagte Chef-Bundestrainer Christoph Bohm. Er freute sich aber auch über den Auftritt von Elena Wassen (Berliner TSC), die als Viertplatzierte mit 312,40 Punkten im Finale ebenfalls die EM-Norm übertraf. „Das war eine starke Leistung in ihrem ersten Turm-Einzelwettkampf seit der Verletzungspause“, so Bohm.
Wesemanns erfolgreicher Fokus auf die Sprungtechnik
Bei den Männern zeigte sich Moritz Wesemann nach seinem Patzer im Vorkampf bestens erholt und war sowohl im Halbfinale (488,50) als auch im Finale jeweils der Beste. Der Titelverteidiger siegte vor Juan Pablo Cortès Zapata (ESP/437,45) und Jonathan Schauer (SV Halle/412,15). Nach dem Europameistertitel 2023 und dem dritten Platz bei der EM im vergangenen Jahr darf sich Wesemann auch in Paris wieder einiges ausrechnen.
„Ich habe mein Studium beendet und damit jetzt den Kopf frei“, sagte der 24-Jährige. „In den letzten Wochen habe ich sehr viel an meiner Technik gearbeitet. Ich hatte ja weniger Wettkämpfe, weil ich mich nicht für das Weltcupfinale qualifizieren konnte, was natürlich schade war. Aber das hat mir gleichzeitig die Möglichkeit gegeben, wieder ein bisschen mehr auf die Technik zu achten, auf Kleinigkeiten, und nochmal einen Schritt zurückzugehen. Und das hat mir sehr geholfen.“
Drei Normen schon in den Vorkämpfen durch Eikermann, Rösler und Hentschel
Erste EM-Normen gab es am Samstag auch schon in den Vorkämpfen im Turmspringen der Männer sowie vom 3m-Brett der Frauen zu verzeichnen. Vom Turm übertrafen WM-Finalist Jaden Eikermann (SV Neptun Aachen) mit 464,45 Punkten und der letztjährige EM-Zweite Ole Rösler (WSC Rostock) mit 455,45 jeweils den Richtwert für Paris (450,00). Das Halbfinale und das Finale finden am Sonntag statt.
Gleiches gilt für den 3m-Wettkampf bei den Frauen, dort war Titelverteidigerin Lena Hentschel (Berliner TSC) mit 306,90 in der ersten Runde am stärksten. Die Berlinerin hat am letzten Tag damit beste Chancen auf ihre vierte DM-Goldmedaille in diesem Jahr.
DM als würdiger Rahmen zur Ehrung verdienter Athlet*innen
Am Rande der Veranstaltung wurden am Samstag auch einige verdiente Aktive des DSV in den sportlichen Ruhestand verabschiedet. Der Olympia- und WM-Bronzemedaillengewinner Lars Rüdiger, Olympiafinalistin Saskia Oettinghaus, Jana Lisa Rother und Alexander Lube gehörten in den vergangenen Jahren zu den besten Springer*innen hierzulande und glänzten auch international mit Top-Platzierungen. Ebenfalls verabschiedet wurden in diesem würdigen Rahmen Frithjof Seidel, der nach seiner Karriere im Wasserspringen auch noch im Synchronschwimmen Erfolge feierte, sowie Dr. Thomas Köthe vom Fachbereich Wasserspringen am Institut für Angewandte Trainingswissenschaften (IAT) in Leipzig, der die Nationalmannschaft über viele Jahre begleitet hatte.













