Schwimm-DM 2026 in Berlin: Das sind die Highlights am Donnerstag

Mit den Deutschen Meisterschaften in Berlin steigt in der kommenden Woche (23. – 26. April) die größte Schwimm-Show des Jahres hierzulande! Nun liegen auch die Meldelisten für alle 34 Einzeldisziplinen vor. Run 640 Aktive aus mehr als 150 Vereinen kämpfen demnach im schnellsten Pool der Republik um Medaillen und Tickets für die EM und JEM. Wir geben einen Überblick über die jeweiligen Höhepunkte an den vier Wettkampftagen (Beginn der A-Finals jeweils um 18:00 Uhr, am Sonntag bereits um 17:00 Uhr).

 

Lukas Märtens auf seiner Weltrekorstrecke im Duell mit Sven Schwarz

 

Gold für Deutschland gab es bei Olympia und WM zuletzt immer gleich zum Auftakt. Lukas Märtens‘ Weltrekordstrecke 400m Freistil bildet auch am ersten Tag der nationalen Titelkämpfe wieder den Höhepunkt. Der 24-Jährige vom SC Magdeburg kann hierbei risikofreudig aufs Tempo drücken, denn für die Europameisterschaften in Paris (FRA/31. Juli – 16. August) wurde er vom Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) bereits vorab gesetzt. Sven Schwarz (Waspo 98 Hannover), der in Singapur 2025 zweimal WM-Silber auf den Langstrecken erkämpfte, wird Märtens im Kampf um den Titel sicherlich zu einer Topzeit antreiben. Und sich selbst so einen der maximal vier EM-Startplätze pro Strecke sichern.

 

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Bei den Frauen möchte Isabel Gose gern das Triple auf den Langstrecken vom Vorjahr verteidigen. Die deutsche Rekordhalterin hat die EM-Norm fürs 400m-Rennen zwar zuletzt schon in Stockholm (SWE) unterboten, möchte sich aber sicherlich noch steigern. Gleiches gilt für die WM-Achte und U23-Europameisterin Maya Werner. Relevant sind die längsten drei Beckenrennen aber auch für die EM-Qualifikation beim Freiwasserschwimmen. Hier können sich Aktive wie beispielsweise Leonie Märtens nämlich noch für Knockout Sprint (alle drei Langstrecken fließen ein, die 400m bringen aber die meisten Punkte) und 4x1,5km-Staffel (hierfür zählt dann nur die 1500m-Zeit) in der Pariser Seine empfehlen.

 

Los geht es am Donnerstag jedoch erst einmal mit den 100m Schmetterling. Hier versucht Angelina Köhler (SG Neukölln Berlin), schneller zu sein als bei ihrem WM-Sieg 2024 mit deutschem Rekord (56,11 Sekunden). Und womöglich schafft sie es dabei sogar, als zehnte Frau weltweit unter 56 Sekunden zu bleiben. Daneben möchte Yara Fay Riefstahl (SC Chemnitz) sich als Erste endgültig den Startplatz für die Jugend-Europameisterschaften in München (07. – 12. Juli) sichern. Auf den Schwimmnachwuchs wartet schließlich ein „Sommermärchen dahoam“ in der Olympiaschwimmhalle von 1972. Aber auch die Paris-Norm ist für die Sächsin nicht mehr weit weg.

 

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Bei den Männern blüht beim Schmetterlingsrennen über 100m wieder ein Anschlagsduell, das wie im Vorjahr nur die elektronische Zeitnahme auflösen kann. Titelverteidiger Luka Nik Armbruster (SG Neukölln Berlin) hat mit Josha Salchow (SV Nikar Heidelberg) und Vereinskollege Kaii Liam Winkler gleich zwei fast ebenbürtige Herausforderer, ihre Bestzeiten liegen sehr eng beieinander. Die EM-Norm für die Europameisterschaften in Paris hat aber auch US-Student Björn Kammann (AMTV WTB Hamburg) schon mal unterboten.

 

Über 100m Rücken sind mit Lise Seidel (SC Chemnitz) und Cornelius Jahn (Ahrensburger TSV) die Titelverteidiger*innen erneut die Favoriten. Bei den für die Staffeln relevanten Strecken wie dieser ist aber nicht immer nur das Finale wichtig, denn für die EM-Qualifikation wird vom DSV laut dessen Nominierungsrichtlinien immer das Mittel aus Vor- und Endlauf herangezogen. Bei internationalen Titelkämpfen muss man schließlich auch schon am Vormittag sehr schnell schwimmen können.

 

Cedric Büssing kann den fünften Titel in Folge gewinnen

 

Über 400m Lagen konnte Noelle Benkler bereits im vergangenen Jahr Gold gewinnen, natürlich strebt die 18-Jährige vom SV Nikar Heidelberg hier nun die Titelverteidigung an. Das lange Vielseitigkeitsrennen ist auch so etwas wie die Zukunftsshow des DSV, denn mit Laura Sophie Kohlmann (SG Essen) und Linda Roth (SC Magdeburg) haben dabei noch weitere junge Toptalente Medaillenchancen. Kohlmann (Jahrgang 2009) und Roth (2008) sind für die Jugend-EM in München startberechtigt. Benkler hatte im Vorjahr übrigens JEM-Silber gewonnen und strebt in ihrer ersten Saison im Elitebereich nun gleich einen EM-Start an.

 

Bei den Männern werden die 400m Lagen hierzulande schon seit mehreren Jahren von Cedric Büssing dominiert. Der 22-Jährige von der SG Essen kann auf dieser Strecke bereits zum fünften Mal in Folge (!) Deutscher Meister werden. Das würde entsprechend Rückenwind geben auf dem Weg nach Paris, wo er schon 2024 im Olympiafinale stand. Bei der EM 2026 wird die Paradestrecke von Frankreichs Topstar Léon Marchand dann übrigens die allererste Einzelentscheidung im Olympic Aquatics Centre sein. Und sicher ähnlich viel Trubel auf den Rängen auslösen wie bei den Spielen vor zwei Jahren.

 

Kampf der Generationen im Freistilsprint

 

Über 50m Freistil werden die schnellsten Schwimmer*innen des Landes gekürt. Im Vorjahr hatten es Nina Holt (SC Magdeburg) und Angelina Köhler (SG Neukölln) tatsächlich geschafft, nach einer Bahn zeitgleich anzuschlagen. Als Geheimtipp gilt zudem Nina Jazy (SG Essen). Die frühere Junioren-Europameisterin war zu Jahresbeginn aus Essen an die University of Virginia gewechselt und trainiert dort nun mit Sprintstars wie Claire Curzan (USA) oder Sara Curtis (ITA) zusammen. Zuletzt war Jazy auch am Triumph ihres Teams bei den NCAA Championships beteiligt. „Das war eine supercoole Erfahrung, auch vom Teamgeist her. Sechs Titel in Folge hatte noch niemand geschafft dort, dementsprechend groß war auch die Euphorie“, sagte Jazy. „Jetzt freue ich mich aber schon sehr auf die DM in Berlin. Ich habe jetzt drei Monate ein völlig anderes Training absolviert, als ich es bisher gewohnt war. Ich bin natürlich neugierig, wie es anschlägt und welche Zeiten ich nun schwimmen kann.“

 

Beim kürzesten Männerrennen könnte es zum Finale mit dem größten Altersunterschied dieser Titelkämpfe kommen. Denn hier ist mit Larus Thiel (SG Bayer/Jahrgang 2009) eine der großen Zukunftshoffnungen am Start. Und mit Stefano Razeto (ST Erzgebirge/Jahrgang 1986) ein Masters-Champion, der gerade 40 Jahre geworden ist. Spannend zu sehen, wer den Favoriten Kaii Winkler und Josha Salchow am besten folgen kann.

 

Erfüllte EM-Normen 

Erfüllte Normen Frauen

Frauen U23

Frauen

Strecke

Männer

Männer U23

Erfüllte Normen Männer

 

25,15

25,00

50m Freistil

22,10

22,25

 

Nina Holt 54,52

55,00

54,60

100m Freistil

48,90

49,20

Josha Salchow 48,49
Timo Sorgius 49,08 (U23)

Maya Tobehn 1:58,69
Linda Roth 1:59,02
Nina Holt 2:00,02 (U23)

2:00,10

1:59,60

200m Freistil

1:47,20

1:48,00

Lukas Märtens 1:45,67
Jarno Bäschnitt 1:46,61
Oliver Klemet 1:46,79
Timo Sorgius 1:47,07

Isabel Gose 4:04,51
Maya Werner 4:07,13

4:12,80

4:08,40

400m Freistil

3:46,60

3:48,60

Lukas Märtens (gesetzt)
Oliver Klemet 3:43,14
Johannes LIebmann 3:44,59

Isabel Gose 8:24,69
Maya Werner 8:31,08

8:36,50

8:32,20

800m Freistil

7:48,90

7:52,50

Sven Schwarz (gesetzt)
Lukas Märtens (gesetzt)
Johannes Liebmann 7:37,94 (ER)
Oliver Klemet 7:45,66

Isabel Gose 15:55,04
Maya Werner 16:16,30
Leonie Märtens 16:23,57 (U23)

16:28,70

16:17,30

1500m Freistil

15:04,70

15:14,10

Sven Schwarz (gesetzt)
Johannes Liebmann 14:39,67
Oliver Klemet 14:41,71

Angelina Köhler (gesetzt)

26,45

26,25

50m Schmetterling

23,45

23,60

Luca Nik Armbruster 23,29
Ole Mats Eidam 23,41
Josha Salchow 23,42

 

59,10

58,60

100m Schmetterling

52,00

52,30

 
 

2:12,00

2:11,00

200m Schmetterling

1:57,00

1:57,90

 
 

28,45

28,25

50m Rücken

25,15

25,35

Vincent Passek 24,63
Ole Braunschweig 24,70

 

1:00,80

1:00,40

100m Rücken

54,40

54,80

Vincent Passek 54,31
Mitja Bauer 54,61 (U23/DJR)

Lise Seidel 2:12,29 (U23)
Maya Werner 2:12,77 (U23)

2:12,80

2:11,80

200m Rücken

1:58,10

1:59,00

Lukas Märtens 1:55,85 (DR)

 

31,20

31,00

50m Brust

27,35

27,55

Melvin Imoudu 27,08

Anna Elendt (gesetzt)

1:07,30

1:06,80

100m Brust

59,70

1:00,20

Melvin Imoudu 59,64

Lena Ludwig 2:26,58 (U23)

2:27,20

2:26,10

200m Brust

2:10,90

2:11,90

 

Noelle Benkler 2:12,19

2:13,80

2:12,80

200m Lagen

2:00,60

2:01,50

Timo Sorgius 2:00,66 (U23)

 

4:44,60

4:43,50

400m Lagen

4:15,60

4:17,50

 

 

 

*Stand 19. April 2026

 

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