Starker JEM-Auftakt in München: Nicht nur Linda Roth auf Medaillenkurs

Die Olympia-Schwimmhalle von München 1972 hat über die Jahrzehnte nichts von ihrem besonderen Zauber verloren. Das zeigte sich zum Auftakt der Junior*innen-Europameisterschaften im Schwimmen am Dienstag. Gleich am ersten Wettkampftag kochte die Stimmung bei zwei Weltrekorden und einem Europarekord für die maximal 18 Jahre alten Junior*innen so hoch, dass vom Soundcheck fürs anstehende „Tote Hosen“-Konzert direkt nebenan rein gar nichts zu hören war am Beckenrand. Ein Traumstart mit Doppelgold gelang dabei der Britin Amalie Smith. Aber auch das Team des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) glänzte mit absoluten Topleistungen und vielen persönlichen Bestzeiten.

 

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Auf Erfolgskurs liegt Linda Roth. Nach der feierlichen Eröffnung durch DSV-Präsident David Profit und Noam Zwi, dem Generalsekretär des Dachverbandes European Aquatics, kraulte die 18-Jährige vom SC Magdeburg in souveräner Manier ins Finale am Mittwoch (ab 18:00 Uhr, Livestream bei Sporteurope.TV). Ohne sich voll zu verausgaben, war Roth in 1:59,11 Minuten Zweite hinter Leva Jurkunaite (LTU/1:58,79). Dahinter reihte sich mit toller Bestzeit schon ihre Vereinskollegin Juliana Buttler (1:59,39) ein. „Ich habe gemerkt, dass die Litauerin neben mir ein bisschen Druck gemacht hat, aber ich habe mich nicht stressen lassen. Ich sehe noch ein bisschen Puffer“, sagte Roth. Und machte in der Interviewzone keinen Hehl um ihre Ambitionen: „Es geht natürlich um Gold. Ich probiere ganz vorne mitzukämpfen und schätze meine Chancen auch ganz gut ein.“

 

Juliana Buttler und Louis Hoffmann als Dritte ins Finale

 

Auch Buttler war mit dem Einstieg in den Wettkampf zufrieden: „Auf jeden Fall war es mein Ziel, diese Saison unter die zwei Minuten zu kommen. Aber ich konnte mir nicht vorstellen, dass es so gut läuft und ich im tiefen Bereich der 1:59 lande. Ich bin sehr zufrieden. Die Möglichkeit, ins Finale zu kommen, habe ich vor gar nicht wirklich gesehen. Jetzt schaue ich morgen einfach, was geht.“

 

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Auch in anderen Finals wird der deutsche Fanblock Aktive aus dem Gastgeberteam anfeuern können. Über 50m Brust schwamm Louis Hoffmann (SG Neukölln Berlin) zweimal persönliche Bestzeit und qualifizierte sich in 27,52 Sekunden als Dritter für den Endlauf. Vor ihm liegen nur Max Morgan (GBR) und Jan Foltyn (CZE), die beide in 27,18 neuen Meisterschaftsrekord schwammen – Foltyn im Vorlauf, Morgan im Halbfinale.

 

Auch Mitja Bauer nach zwei Bestzeiten im Finale

 

„In der Früh schon Bestzeit zu schwimmen, hat auf jeden Fall das Selbstbewusstsein gestärkt. Ich war aber nicht ganz zufrieden, weil der Anschlag nicht so gut war,

da geht noch was. Und die Reaktionszeit kann ich auch nochmal verbessern“, sagte Hoffmann. Nachdem er im Vorjahr die JEM wegen gesundheitlicher Rückschläge verpasst hatte, ist er nun um so mehr im Angriffsmodus. Und liebäugelt durchaus mit Edelmetall: „Ich habe es mir verdient, dass ich jetzt vorne mitkämpfen kann.“

 

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Ganz eng wird es sicherlich auch über 50m Rücken zugehen. Hier schwamm Mitja Bauer (SSG Leipzig) in 25,43 Sekunden Bestzeit und damit als Sieber ins Finale. Die Medaillenplätze sind für ihn so lediglich 27 Hundertstel entfernt. Schnellster war bislang Artsiom Yarmak (BLR/25,05). Auch Fabian Mager (SG Neuss) verbesserte sich auf 25,72, verpasste als Elfter den Finaleinzug damit nur knapp. Auch Viktoria Hoffmann (SG Lübeck) war im Rückensprint in 28,60 so schnell wie nie, als Neunte fehlten der Deutschen Meisterin nur sechs Hundertstel zum Finale. Schnellste war bislang Irene Ciercoles Galve (ESP/27,97). „Ich kann stolz auf mich sein“, meinte Hoffmann. Auch weil sie mit ihrer Zeit die Aufnahme in den Perspektivkader des DSV sicherte. Begeistert zeigte sich die Norddeutsche auch von der Stimmung in der Halle. „Das ist wirklich unfassbar, was hier für eine Stimmung ist. Das pusht einen nochmal, ist also ganz gut, dass alle so lautstark anfeuern. Da kamen schon Freudentränen.“

 

Dass sich bei einer so hochklassigen JEM nicht alle Wünsche erfüllen, das erfuhr unter anderem Laura Sophie Kohlmann (SG Essen). Als erste Deutsche war sie in ein JEM-Finale eingezogen, dort belegte sie in 4:52,09 Minuten am Abend dann Rang sieben. „Ich bin sehr zufrieden, das Finale erreicht zu haben, habe mir aber eine bessere Zeit erhofft. Vor allem, weil ich mit der Zeit von letztem Jahr einen besseren Platz gehabt hätte. Aber man kann nichts daran ändern. Ich bin trotzdem stolz darauf, Siebte in Europa zu sein“, sagte Kohlmann.

 

Im Vorjahr war die Essenerin in Samorin (SVK) in 4:44,48 Vierte geworden, das hätte diesmal zu Bronze gereicht. Überlegene Siegerin wurde Amalie Smith, die in 4:35,32 (JEM-Rekord) vor Vivian Jackl (HUN/4:37,47) und Viktoriia Blinova (AIN/4:45,78) gewann. Später triumphierte Smith noch mit der britischen Staffel über 4x100m Freistil, und das mit Junioren-Europarekord. Weitere Starts sind in München für sie nicht geplant, da sie noch bei den Commonwealth Games in Glasgow (GBR/24. – 29. Juli) und den Europameisterschaften in Paris (FRA/31. Juli – 16. August) schwimmen will. „Ich bin zufrieden, wie es hier lief. Ich wollte an meiner zweiten Rennhälfte arbeiten, das hat gut geklappt. Jetzt freue ich mich auf die kommenden Aufgaben“, sagte Smith.

 

Den Neutralen Athleten gelang mit Matvei Chekalev, Egor Proshin, Matvei Miliaev, Mikhail Shcherbakov bereits am Vormittag mit 3:14,72 Minuten ein neuer Junioren-Weltrekord über 4x100m Freistil. Im Finale am Abend wurde mit Bogdan Toropkin statt Chekalev die Zeit noch einmal auf 3:12,75 gedrückt.

 

 

 

 

 

 

 

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