Wie Nele Schulze den frühen Abschied vom Leistungssport begründet
- 30.03.2026
Sie ist unlängst 22 Jahre alt geworden, das beste Alter als Schwimmerin stünde also erst noch bevor. Trotzdem hat Nele Schulze dieser Tage öffentlich das Ende ihrer Sportkarriere bekanntgegeben. Nach der Teilnahme an den Olympischen Spielen 2024 (Platz zehn über 4x200m Freistil) sowie Finalplatzierungen bei Welt- und Europameisterschaften mit den Staffeln hatte man die für die SG Neukölln startende Schwimmerin schon in der vorigen Saison in den Meldelisten vermisst. Nun bestätigte sie selbst jene Vermutung, dass eine Rückkehr in den Pool nicht mehr zu erwarten ist.
Schon längere Zeit ist Nele Schulze auf Social Media sehr aktiv. Als Sportlerin lange in englischer Sprache, ab sofort kommuniziert sie dort nun auf Deutsch. Hier schrieb sie ausführlicher über die Hintergründe ihrer Entscheidung. Und auch über ihren Umgang mit posttraumatischen Belastungsstörungen. Diese begleiteten Nele seit einem Trauma in ihrer Kindheit, stehen allerdings überhaupt nicht in Verbindung mit dem Schwimmsport.
„Ich muss sagen, dass es keinen direkten Moment gab, in dem ich mir dachte: „Okay, jetzt höre ich auf. Es war eher ein schleichender Prozess, der sich über eine lange Zeit entwickelt hat“, ist auf Instagram zu lesen. Der Gedanke ans Karriereende sei irgendwann ganz plötzlich gekommen, bei einem Frühtraining beim Beineschwimmen. Eine Zeit lang habe sie es dann ignoriert, weil sie es nicht wahrhaben wollte.
„Irgendwann habe ich dann mit meiner Familie darüber gesprochen. Ich habe viele Gespräche geführt, bevor ich diese Entscheidungen getroffen habe. Im Endeffekt habe ich gemerkt, dass ich einen neuen Weg gehen möchte und mich auch außerhalb vom Schwimmen weiterentwickeln will. Es ist (zum Glück) nichts Dramatisches passiert, das dazu geführt hat, dass ich aufgehört habe.“
Nele Schulzes sportlicher Weg hatte sie vom dänischen Haderslev (ihre Eltern zogen aus beruflichen Gründen dorthin, und sie selbst verbrachte einen Großteil ihrer Kindheit dort) über Flensburg und Hamburg nach Berlin geführt, wo sie seit 2022 als Sportsoldatin in der Topgruppe von Bundesstützpunkttrainer Lasse Frank trainierte. Schulze gehörte gleich in mehreren Schwimmarten zu den Besten des Landes, Deutsche Meisterin wurde sie im Freistil- und im Brustschwimmen.
Nun also der Abschied vom Schwimmen. Schulze zog sich erst einmal ins Ländliche nach Brandenburg zurück, suchte eine Arbeitsstelle im Einzelhandel und ging zuletzt auch den Führerschein an. Demnächst will sie dann noch andere, neue Pläne bezüglich ihrer beruflichen Zukunft schmieden. „Wir danken Nele Schulze für ihren Einsatz in der Nationalmannschaft und wünschen ihr alles Gute für das Leben nach dem Leistungssport“, sagte Christian Hansmann, Vorstand Leistungssport im Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV). Natürlich wird es auch noch eine feierliche Verabschiedung geben, und zwar im Rahmen der Deutschen Meisterschaften in Berlin (23. – 26. April).













