Angelina Köhler strahlt mit ihrer Medaille um die Wette

© Jo Kleindl
- 14.08.2026
In den vergangenen Tagen hatte man Angelina Köhler bei den Europameisterschaften in Paris (FRA) ungewöhnlich ernst erlebt, oder sollte man besser sagen: hochkonzentriert. Alles war auf dieses eine Rennen ausgerichtet – das Finale über 100m Schmetterling, in dem sich die Schwimmerin der SG Neukölln Berlin ihren großen Traum von der ersten EM-Medaille erfüllen wollte. Als es am Freitagabend so weit war und der Traum Wirklichkeit wurde, sprudelten die Emotionen dafür umso mehr aus ihr heraus. „Ich habe alles geschafft, was ich mir vorgenommen habe. Es war knapp klar, aber es war so geil. Ich bin so gut rangekommen, habe so gefightet, es hat einfach nur Spaß gemacht“, jubelte sie.
Bei der Siegerehrung strahlte die 25-Jährige mit ihrer Medaille um die Wette. Es war das erste Edelmetall für eine deutsche Schwimmerin über 100m Schmetterling seit 33 Jahren, seit Silber und Bronze durch Franziska van Almsick und Bettina Ustrowski bei der EM 1993 in Sheffield (GBR). Schneller war in Paris nur die Belgierin Roos Vanotterdijk (56,08), die ihren Titel damit verteidigte.
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„Ich bin richtig stolz, das war ein tolles Rennen, ein phänomenales Rennen“, sagte Köhler. „Endlich habe ich auf den letzten Metern auch wieder meine Stärke ausspielen können, dieses Rankämpfen. Das bedeutet mir alles, mehr als die Medaille.“ Nachdem im Vorjahr vor allem die Schnelligkeit für die 50m im Fokus standen, waren sie und ihr Coach Lasse Frank in dieser Saison zurück zu den Wurzeln gekehrt und hatten im Training wieder deutlich mehr Kilometer geschrubbt. „Das Kernelement war auf jeden Fall die Grundausdauer. Vor allem halt diese harten Sets, diese zweite Bahn – die haben wir trainiert bis zum Abwinken“, so Köhler.
Positive Gedanken und veränderte Ernährung als Schlüssel zum Erfolg
Auch in Sachen Ernährung stellte sie einiges um. „Ich bin ja schon so eine Süßmaus, sage ich mal. Ich esse sehr, sehr gerne Schokolade, Gummibärchen, süße Getränke, da bin ich nicht immer so ein gutes Vorbild. Aber da habe ich jetzt wirklich alles umgestellt und esse nur das Nötigste. Das hat sich jetzt ausgezahlt.“ Und auch mental war sie zum Finale topfit. „Wir sind meine Routinen durchgegangen. Wir haben gesagt: Du kannst das, du schaffst das – positive Bestätigung. Ich sage immer, ich muss gefühlvoll schwimmen und rational denken. In meinen gesunden Mustern bleiben. Die schlechten Gedanken zulassen, aber die einen nicht bestimmen lassen. Das Halbfinale war nicht ganz so, wie ich mir das erhofft hatte. Aber das konnte ich jetzt alles hinter mir lassen und frei drauflos schwimmen.“
Den verdienten Champagner zur Belohnung wird sie allerdings erst am Sonntagabend öffnen, schließlich steht vorher noch die Lagenstaffel an. „Da freue ich mich schon drauf, da wird der Pool noch mal richtig gerockt“, sagte sie und strahlte dabei schon wieder.
Anna Elendt bleibt nur knapp über ihrem deutschen Rekord
Ebenso wie Angelina Köhler wird am Schlusstag der Pariser Titelkämpfe auch Anna Elendt noch in der Lagenstaffel antreten, schon morgen außerdem über 50m Brust. Am Freitag kam die Frankfurterin über 200m Brust mit 2:23,81 Minuten auf Rang fünf, es siegte Evgeniia Chikunova (NAB) in 2:19,32. „Ich habe mir natürlich gewünscht nochmal ein bisschen schneller zu sein, aber vorne auf den ersten 50 habe ich auch gemerkt, dass ich noch ein bisschen zu langsam war. Ein bisschen zu vorsichtig, weil ich Angst hatte, dass ich es vielleicht hintenraus nicht ganz stehen kann. Im Endeffekt hatte ich hinten aber Luft“, sagte Elendt.
Und meinte weiter: „Wenn ich nochmal schwimmen durfte, würde ich es vielleicht etwas anders machen. Aber im Großen und Ganzen bin ich zufrieden mit meiner Zeit.“ Das darf sie auch, schließlich blieb sie damit nur eine Viertelsekunde über ihrem eigenen deutschen Rekord. Und das, obwohl sie diese Saison primär als ein Trainingsjahr betrachtet, auf dem Weg zu noch größeren Zielen bis Olympia 2028 in Los Angeles (USA).
EM 2026 in Paris: DSV-Ergebnisse am 14. August
| Strecke | DSV-Starter*in | Zeit | Platz |
| Vorläufe ab 09:30 Uhr | |||
| 50m Freistil Frauen | Julianna Bocska | 00:25,03 | 16. (Q) |
| Nina Jazy | 00:25,55 | 30. | |
| 50m Brust Männer | Melvin Imoudu | 00:26,84 | 3. (Q) |
| Malte Gräfe | 00:27,15 | 12. (Q) | |
| Lucas Matzerath | 00:27,48 | 24. | |
| Subäjr Biltaev | 00:27,48 | 24. | |
| 100m Rücken Frauen | Lise Seidel | 01:00,72 | 10. (Q) |
| 200m Schmetterling Männer | Björn Kammann | 01:57,97 | 19. |
| 200m Lagen Frauen | Linda Roth | 02:15,01 | 13. (Q) |
| Noelle Benkler | 02:15,56 | 17. | |
| 4x100m Freistil Mixed | Josha Salchow, Julian Koch, Nicole Maier, Nina Holt | 3:26,36 | 9. |
| 1500m Freistil | Sven Schwarz | 14:52,16 | 5. |
| Oliver Klemet | 14:48,51 | 1. (Q) | |
| Johannes Liebmann | 14:50,83 | 2. (Q) | |
| Finalsabschnitt | |||
| 100m Schmetterling Frauen Finale | Angelina Köhler | 00:56,39 | 2. |
| 200m Freistil Männer Finale | Lukas Märtens | 01:45,58 | 7. |
| 200m Brust Frauen Finale | Anna Elendt | 02:23,81 | 5. |
| 100m Rücken Frauen Halbfinale | Lise Seidel | 01:00,75 | 11. |
| 50m Brust Männer Halbfinale | Melvin Imoudu | 00:26,93 | 8. (Q) |
| Malte Gräfe | 00:27,07 | 10. | |
| 50m Freistil Frauen Halbfinale | Julianna Bocska | 00:24,83 | 13. |
| 200m Schmetterling Männer Halbfinale | |||
| 200m Lagen Frauen Halbfinale | Linda Roth | 2:15,02 | 16. |
| 50m Rücken Männer Finale | |||
| 1500m Freistil Frauen Finale | Isabel Gose | 15:49,31 | 2. |
| Maya Werner | 15:52,50 | 3. | |
| 4x100m Freistil Mixed Finale |
Melvin Imoudu sichert sein zweites Finalticket
Auch ein anderer Brustschwimmer aus dem Team des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) macht bei diesen Europameisterschaften mit schnellen Zeiten auf sich aufmerksam. Nach Platz vier über 100m Brust steht Melvin Imoudu (Potsdamer SV) jetzt auch über die halb so lange Distanz im EM-Finale. Mit 26,83 Sekunden erreichte er als Achter den Endlauf, sein Vereinskollege Malte Gräfe kam bei seiner ersten EM-Teilnahme auf Rang elf (27,07).
„Der Startübergang war nicht so bombig wie heute morgen, dafür hat der Anschlag ein bisschen besser geklappt. Aber der Start ist bei 50 einfach entscheidend. Ich habe mit ein bisschen mehr gerechnet, aber so sind die 50 Meter halt – sie sind ein bisschen unberechenbar. Ich bin froh, dass ich den Platz im Finale sichern konnte und werde morgen mein Bestes geben und um eine Medaille schwimmen“, sagte Imoudu. Favoriten sind dann die Italiener Simone Cerasuolo (26,23) und Nicolò Martinenghi (26,62).
Vorfreude auf die Lagenstaffel bei Lise Seidel
Im Halbfinale über 100m Rücken blieb Lise Seidel (SC Chemnitz) mit 1:00,75 Minuten nur eine Zehntel über ihrer Bestzeit und wurde Elfte. „Wir hatten versucht, die ersten 50 reinzusteigern, hinten hat es dann doch nicht gereicht. Das kommt auch einfach von den dreimal 200, die ich schon in den Knochen habe. Und da merkt man einfach, dass das Stehvermögen hintenraus einfach noch nicht reicht, Da zählt natürlich auch der ganze Trainingsausfall mit rein“, erinnerte Seidel an das schwierige Frühjahr mit gesundheitlichen Problemen und den Abiturprüfungen als zusätzlicher Herausforderung neben dem Sport. Auch sie wird am Sonntag übrigens noch die Lagenstaffel bestreiten und rechnet sich dort zum Abschluss nochmal einiges aus. „Staffelschwimmen ist nochmal was ganz anderes, da hat man noch viel mehr Adrenalin. Deswegen hoffe ich, dass es da einfach noch einmal ein bisschen schneller geht.“
EM 2026 in Paris: Die DSV-Starts am 15. August
| Strecke | DSV-Starter*in | Persönliche Bestzeit | Deutscher Rekord |
| Vorläufe ab 09:30 Uhr | |||
| 50m Freistil Männer | Julian Koch | 00:22,62 | 00:21,81 |
| 200m Schmetterling Frauen | Yara Riefstahl | 02:12,42 | 02:05,26 |
| 100m Rücken Männer | Ole Braunschweig | 00:53,47 | 00:52,27 |
| Cornelius Jahn | 00:53,97 | 00:52,27 | |
| Kaii Liam Winkler | 00:53,22 | 00:52,27 | |
| 50m Brust Frauen | Anna Elendt | 00:30,10 | 00:30,10 |
| Lena Ludwig | 00:31,35 | 00:30,10 | |
| 200m Lagen Männer | Cedric Büssing | 01:59,74 | 01:55,76 |
| Finn Hammer | 02:00,44 | 01:55,76 | |
| 4x200m Freistil Mixed | DSV-Staffel | 7:28,00 | |
| 50m Freistil Para | |||
| 100m Freistil Para | |||
| Finals ab 18:30 Uhr | |||
| 200m Schmetterling Männer Finale | 01:55,04 | ||
| 50m Freistil Frauen Finale | 00:23,73 | ||
| 50m Brust Männer Finale | Melvin Imoudu | 00:26,57 | 00:26,57 |
| 200m Lagen Frauen Finale | 02:11,33 | ||
| 50m Freistil Männer Halbfinale | 00:21,81 | ||
| 50m Brust Frauen Halbfinale | 00:30,10 | ||
| 1500m Freistil Männer Finale | Oliver Klemet | 14:39,03 | 14:34,89 |
| Johannes Liebmann | 14:39,67 | 14:34,89 | |
| 200m Schmetterling Frauen Halbfinale | 02:05,26 | ||
| 200m Lagen Männer Halbfinale | 01:55,76 | ||
| 100m Rücken Frauen Finale | 00:59,77 | ||
| 100m Rücken Männer Halbfinale | 00:52,27 | ||
| 50m Freistil Frauen Para | |||
| 100m Freistil Männer Para | |||
| 4x200m Freistil Mixed | 7:28,00 |














