Angelina Köhler strahlt mit ihrer Medaille um die Wette

© Jo Kleindl

In den vergangenen Tagen hatte man Angelina Köhler bei den Europameisterschaften in Paris (FRA) ungewöhnlich ernst erlebt, oder sollte man besser sagen: hochkonzentriert. Alles war auf dieses eine Rennen ausgerichtet – das Finale über 100m Schmetterling, in dem sich die Schwimmerin der SG Neukölln Berlin ihren großen Traum von der ersten EM-Medaille erfüllen wollte. Als es am Freitagabend so weit war und der Traum Wirklichkeit wurde, sprudelten die Emotionen dafür umso mehr aus ihr heraus. „Ich habe alles geschafft, was ich mir vorgenommen habe. Es war knapp klar, aber es war so geil. Ich bin so gut rangekommen, habe so gefightet, es hat einfach nur Spaß gemacht“, jubelte sie.

Bei der Siegerehrung strahlte die 25-Jährige mit ihrer Medaille um die Wette. Es war das erste Edelmetall für eine deutsche Schwimmerin über 100m Schmetterling seit 33 Jahren, seit Silber und Bronze durch Franziska van Almsick und Bettina Ustrowski bei der EM 1993 in Sheffield (GBR). Schneller war in Paris nur die Belgierin Roos Vanotterdijk (56,08), die ihren Titel damit verteidigte.

 

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„Ich bin richtig stolz, das war ein tolles Rennen, ein phänomenales Rennen“, sagte Köhler. „Endlich habe ich auf den letzten Metern auch wieder meine Stärke ausspielen können, dieses Rankämpfen. Das bedeutet mir alles, mehr als die Medaille.“ Nachdem im Vorjahr vor allem die Schnelligkeit für die 50m im Fokus standen, waren sie und ihr Coach Lasse Frank in dieser Saison zurück zu den Wurzeln gekehrt und hatten im Training wieder deutlich mehr Kilometer geschrubbt. „Das Kernelement war auf jeden Fall die Grundausdauer. Vor allem halt diese harten Sets, diese zweite Bahn – die haben wir trainiert bis zum Abwinken“, so Köhler.

 

Positive Gedanken und veränderte Ernährung als Schlüssel zum Erfolg 

 

Auch in Sachen Ernährung stellte sie einiges um. „Ich bin ja schon so eine Süßmaus, sage ich mal. Ich esse sehr, sehr gerne Schokolade, Gummibärchen, süße Getränke, da bin ich nicht immer so ein gutes Vorbild. Aber da habe ich jetzt wirklich alles umgestellt und esse nur das Nötigste. Das hat sich jetzt ausgezahlt.“ Und auch mental war sie zum Finale topfit. „Wir sind meine Routinen durchgegangen. Wir haben gesagt: Du kannst das, du schaffst das – positive Bestätigung. Ich sage immer, ich muss gefühlvoll schwimmen und rational denken. In meinen gesunden Mustern bleiben. Die schlechten Gedanken zulassen, aber die einen nicht bestimmen lassen. Das Halbfinale war nicht ganz so, wie ich mir das erhofft hatte. Aber das konnte ich jetzt alles hinter mir lassen und frei drauflos schwimmen.“

Den verdienten Champagner zur Belohnung wird sie allerdings erst am Sonntagabend öffnen, schließlich steht vorher noch die Lagenstaffel an. „Da freue ich mich schon drauf, da wird der Pool noch mal richtig gerockt“, sagte sie und strahlte dabei schon wieder.

 

Anna Elendt bleibt nur knapp über ihrem deutschen Rekord

 

Ebenso wie Angelina Köhler wird am Schlusstag der Pariser Titelkämpfe auch Anna Elendt noch in der Lagenstaffel antreten, schon morgen außerdem über 50m Brust. Am Freitag kam die Frankfurterin über 200m Brust mit 2:23,81 Minuten auf Rang fünf, es siegte Evgeniia Chikunova (NAB) in 2:19,32. „Ich habe mir natürlich gewünscht nochmal ein bisschen schneller zu sein, aber vorne auf den ersten 50 habe ich auch gemerkt, dass ich noch ein bisschen zu langsam war. Ein bisschen zu vorsichtig, weil ich Angst hatte, dass ich es vielleicht hintenraus nicht ganz stehen kann. Im Endeffekt hatte ich hinten aber Luft“, sagte Elendt.

Und meinte weiter: „Wenn ich nochmal schwimmen durfte, würde ich es vielleicht etwas anders machen. Aber im Großen und Ganzen bin ich zufrieden mit meiner Zeit.“ Das darf sie auch, schließlich blieb sie damit nur eine Viertelsekunde über ihrem eigenen deutschen Rekord. Und das, obwohl sie diese Saison primär als ein Trainingsjahr betrachtet, auf dem Weg zu noch größeren Zielen bis Olympia 2028 in Los Angeles (USA).

 

EM 2026 in Paris: DSV-Ergebnisse am 14. August

Strecke

DSV-Starter*in

Zeit

Platz

Vorläufe ab 09:30 Uhr

     

50m Freistil Frauen

Julianna Bocska

00:25,03

16. (Q)

 

Nina Jazy

00:25,55

30.

50m Brust Männer

Melvin Imoudu

00:26,84

3. (Q)

 

Malte Gräfe

00:27,15

12. (Q)

 

Lucas Matzerath

00:27,48

24.

 

Subäjr Biltaev

00:27,48

24.

100m Rücken Frauen

Lise Seidel

01:00,72

10. (Q)

200m Schmetterling Männer

Björn Kammann

01:57,97

19.

200m Lagen Frauen

Linda Roth

02:15,01

13. (Q)

 

Noelle Benkler

02:15,56

17.

4x100m Freistil Mixed

Josha Salchow, Julian Koch, Nicole Maier, Nina Holt

3:26,36

9.

1500m Freistil

Sven Schwarz

14:52,16

5.

 

Oliver Klemet

14:48,51

1. (Q)

 

Johannes Liebmann

14:50,83

2. (Q)

       

Finalsabschnitt

     

100m Schmetterling Frauen Finale

Angelina Köhler

00:56,39

2.

200m Freistil Männer Finale

Lukas Märtens

01:45,58

7.

200m Brust Frauen Finale

Anna Elendt

02:23,81

5.

100m Rücken Frauen Halbfinale

Lise Seidel

01:00,75

11.

50m Brust Männer Halbfinale

Melvin Imoudu

00:26,93

8. (Q)

 

Malte Gräfe

00:27,07

10.

50m Freistil Frauen Halbfinale

Julianna Bocska

00:24,83

13.

200m Schmetterling Männer Halbfinale

     

200m Lagen Frauen Halbfinale

Linda Roth

2:15,02

16.

50m Rücken Männer Finale

     

1500m Freistil Frauen Finale

Isabel Gose

15:49,31

2.

 

Maya Werner

15:52,50

3.

4x100m Freistil Mixed Finale

     

 

Melvin Imoudu sichert sein zweites Finalticket

 

Auch ein anderer Brustschwimmer aus dem Team des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) macht bei diesen Europameisterschaften mit schnellen Zeiten auf sich aufmerksam. Nach Platz vier über 100m Brust steht Melvin Imoudu (Potsdamer SV) jetzt auch über die halb so lange Distanz im EM-Finale. Mit 26,83 Sekunden erreichte er als Achter den Endlauf, sein Vereinskollege Malte Gräfe kam bei seiner ersten EM-Teilnahme auf Rang elf (27,07).

„Der Startübergang war nicht so bombig wie heute morgen, dafür hat der Anschlag ein bisschen besser geklappt. Aber der Start ist bei 50 einfach entscheidend. Ich habe mit ein bisschen mehr gerechnet, aber so sind die 50 Meter halt – sie sind ein bisschen unberechenbar. Ich bin froh, dass ich den Platz im Finale sichern konnte und werde morgen mein Bestes geben und um eine Medaille schwimmen“, sagte Imoudu. Favoriten sind dann die Italiener Simone Cerasuolo (26,23) und Nicolò Martinenghi (26,62).

 

Vorfreude auf die Lagenstaffel bei Lise Seidel

 

Im Halbfinale über 100m Rücken blieb Lise Seidel (SC Chemnitz) mit 1:00,75 Minuten nur eine Zehntel über ihrer Bestzeit und wurde Elfte. „Wir hatten versucht, die ersten 50 reinzusteigern, hinten hat es dann doch nicht gereicht. Das kommt auch einfach von den dreimal 200, die ich schon in den Knochen habe. Und da merkt man einfach, dass das Stehvermögen hintenraus einfach noch nicht reicht, Da zählt natürlich auch der ganze Trainingsausfall mit rein“, erinnerte Seidel an das schwierige Frühjahr mit gesundheitlichen Problemen und den Abiturprüfungen als zusätzlicher Herausforderung neben dem Sport. Auch sie wird am Sonntag übrigens noch die Lagenstaffel bestreiten und rechnet sich dort zum Abschluss nochmal einiges aus. „Staffelschwimmen ist nochmal was ganz anderes, da hat man noch viel mehr Adrenalin. Deswegen hoffe ich, dass es da einfach noch einmal ein bisschen schneller geht.“

 

EM 2026 in Paris: Die DSV-Starts am 15. August

Strecke

DSV-Starter*in

Persönliche Bestzeit

Deutscher Rekord

Vorläufe ab 09:30 Uhr

     

50m Freistil Männer

Julian Koch

00:22,62

00:21,81

200m Schmetterling Frauen

Yara Riefstahl

02:12,42

02:05,26

100m Rücken Männer

Ole Braunschweig

00:53,47

00:52,27

 

Cornelius Jahn

00:53,97

00:52,27

 

Kaii Liam Winkler

00:53,22

00:52,27

50m Brust Frauen

Anna Elendt

00:30,10

00:30,10

 

Lena Ludwig

00:31,35

00:30,10

200m Lagen Männer

Cedric Büssing

01:59,74

01:55,76

 

Finn Hammer

02:00,44

01:55,76

4x200m Freistil Mixed

DSV-Staffel

 

7:28,00

50m Freistil Para

     

100m Freistil Para

     
       

Finals ab 18:30 Uhr

     

200m Schmetterling Männer Finale

   

01:55,04

50m Freistil Frauen Finale

   

00:23,73

50m Brust Männer Finale

Melvin Imoudu

00:26,57

00:26,57

200m Lagen Frauen Finale

   

02:11,33

50m Freistil Männer Halbfinale

   

00:21,81

50m Brust Frauen Halbfinale

   

00:30,10

1500m Freistil Männer Finale

Oliver Klemet

14:39,03

14:34,89

 

Johannes Liebmann

14:39,67

14:34,89

200m Schmetterling Frauen Halbfinale

   

02:05,26

200m Lagen Männer Halbfinale

   

01:55,76

100m Rücken Frauen Finale

   

00:59,77

100m Rücken Männer Halbfinale

   

00:52,27

50m Freistil Frauen Para

     

100m Freistil Männer Para

     

4x200m Freistil Mixed

   

7:28,00

 

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