Berliner Nils Nolte krönt DJM-Auftakt mit Jahrgangsrekord

Nils Nolte verbesserte im Frühjahr bereits den Rekord über 200m Freistil, nun holte er sich auch die 100m-Bestmarke ©Tino Henschel
- 09.06.2026
Die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften Schwimmen in Berlin begannen am Dienstag gleich mit einem Kracher. Im Jahrgang 2009 kraulte Nils Nolte (Berliner TSC) mit deutschem Jahrgangsrekord zum Titel über 100m Freistil. In 49,85 Sekunden bezwang der 17-Jährige nicht nur den bisherigen Überflieger Larus Thiel (SG Bayer/50,63), sondern verbesserte auch die sieben Jahre nationale Bestmarke des späteren Olympiastarters Artem Selin um zwölf Hundertstel.
>> Zur DJM-Seite mit allen Ergebnissen
„Als ich heute morgen aufgewacht bin, konnte ich an eine solche Zeit noch nicht denken. Wir haben die DJM nicht extra vorbereitet, sondern viele Kilometer geschrubbt für die JEM. Aber beim Einschwimmen hatte ich dann schon ein extrem gutes Gefühl. Da hatte ich mir schon erhofft, unter die 50-Sekunden-Marke zu kommen“, meinte Nolte. Für seinen Rekord bekommt er von DJM-Partner ONEflow Sports einen Gutschein über drei kostenfreie Trainingslagertage in Soma Bay in Ägypten geschenkt. Nolte kennt die Vorzüge der Anlage am Roten Meer bereits, mit Trainer Bastian Schulte hatte er da zuletzt bereits ein Trainingslager absolviert. Mit Erfolg, wie die Zeit in Berlin jetzt bewiesen hat.
Moritz Erkmann sichert sich das JEM-Ticket
Nolte gehört zu den für die Europameisterschaften der Junior*innen in München (JEM/07. – 12. Juli) nominierten Aktiven. Den Startplatz für die JEM „dahoam“ sicherte sich am Dienstag nun auch Moritz Erkmann. Der Chemnitzer war im Frühjahr von Schulterproblemen gebremst worden, den vom Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) geforderten Leistungsnachweis erbrachte er beim Sieg im Jahrgang 2008 über 1500m Freistil (15:23,15) eindrucksvoll.
>> Jetzt Ticket für die JEM 2026 in München sichern
„Ich habe mich gut gefühlt. Aber dass es direkt nach dem Trainingslager so eine gute Zeit wird, hätte ich nicht gedacht“, meinte Erkmann zur Titelverteidigung. Und schaute dann schon mal voller Vorfreude Richtung Süden: „Becken-JEM daheim, es gibt eigentlich nichts Besseres. Das wird mit dem Publikum megageil, wenn es voll wird. Da habe ich Bock drauf. Und mit der Zeit bin ich gar nicht mal so schlecht dabei, denke ich mal.“
>> Zum DJM-Livestream auf Sporteurope.tv
Dasselbe gilt dann auch für Mattheo Straßburger (STV Limbach-Oberfrohna), der als Sieger des Jahrgangs 2009 (15:23,05) Erkmann im Zielsprint niederrang. „Ich weiß jetzt, dass es gut läuft in Richtung JEM“, meinte der Sachse zu seiner neuen, um neun Sekunden verbesserten Bestzeit.
Jannis Kube beginnt auf einer neuen Strecke
Im vergangenen Jahr war Jannis Kube (Jahrgang 2011) mit sieben Siegen erfolgreichster DJM-Teilnehmer geworden. Wenig überraschend startete das Talent von den Wasserfreunden Spandau 04 am Dienstag wieder mit einer Goldmedaille, und zwar über 200m Schmetterling. Diese Strecke hatte im Vorjahr allerdings noch nicht zu seinem Portfolio gehört. Umso erstaunlicher, dass er in 2:03,64 Minuten nur wenige Zehntel über dem Jahrgangsrekord blieb.
„Ich bin sehr zufrieden mit diesem Start. Schon im Vorlauf habe ich meine Bestzeit um vier Sekunden verbessert, jetzt waren es noch einmal zwei Sekunden schneller“, meinte Kube. „Am Anfang der Saison lief es über 100 Meter Schmetterling ganz gut, deswegen sind wir im Training dann mehr in diese Richtung gegangen, haben nicht mehr so viel Kraul gemacht.“ Titelchancen rechnet er sich in der schnellsten Schwimmart trotzdem weiterhin aus. „Sieben Siege sind auf jeden Fall wieder das Ziel. Außerdem schwimmen wir auch noch eine Staffel. Mal sehen, was da geht“, so Kube. Alle DJM-Rennen sind auch am Mittwoch wieder im Livestream auf Sporteurope.tv zu sehen.
>> So lief der erste DJM-Tag in der weiblichen Jugend
Apropos Staffel. Die sind diesmal neu im DJM-Programm und werden jahrgangsübergreifend ausgetragen. Den ersten Sieg sicherte sich hier die SSG Leipzig über 4x100m Lagen. Auch deshalb führen die Sachsen nun bei der „Team Challenge powered by Aquafeel” mit 127 Punkten vor dem Potsdamer SV (109) und der SG Essen (105). Bei diesem Teamwettbewerb sammeln alle Finalist*innen Punkte für ihren Verein. Mit Unterstützung von Aquafeel als Premium Pool-Partner des DSV und exklusivem Ausstatter für Oberbekleidung der DSV-Teams werden die erfolgreichsten Teams der DJM am Ende mit Prämien im Gesamtwert von 5.900 Euro belohnt.
Am ersten Wettkampftag gab es mit Leonard Salan aus dem jüngsten DJM-Jahrgang 2012 sogar einen Doppelsieger. Das Talent vom Berliner TSC siegte über 1500m Freistil und 200m Schmetterling. Auf der Tribüne der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE) jubelte der Familientross inklusive Tante, Onkel und beiden Omas mit. „Das habe ich so nicht erwartet, bin also sehr zufrieden mit den Ergebnissen. Mein Ziel ist es, beim EYOF-Ersatzwettkampf dabei zu sein“, sagte Salan.
Alle DJM-Sieger des ersten Tages:
1500m Freistil:
2012: Leonard Salan (Berliner TSC) 16:55,66
2011: Akram Ammar (Wasserfreunde Spandau 04) 16:39,04
2010: Pedro Stier (SG Neukölln Berlin) 15:55,78
2009: Mattheo Straßburger (STV Limbach-Oberfrohna) 15:23,05
2008: Moritz Erkmann (SC Chemnitz von 1892) 15:23,15
200m Schmetterling:
2012: Leonard Salan (Berliner TSC) 2:11,42
2011: Jannis Kube (Wasserfreunde Spandau 04) 2:03,64
2010: Mika Leonhardt (SSG Leipzig) 2:03,81
2009: David Imasuen (SG Stadtwerke München) 2:03,56
2008: Rudolf Bordas (SC Magdeburg) 2:02,87
50m Brust:
2012: Philipp Honka (SG Mönchengladbach) 31,12
2011: Paul Kiehl (Potsdamer SV) 30,09
2010: Ferdinand Resch (Waspo 98 Hannover) 29,36
2009: Seungmin Oh (SG Essen) 28,75
2008: Louis Hoffmann (SG Neukölln Berlin) 28,05
100m Freistil:
2012: Lasse Palle Phielipeit (Celler Schwimm-Club) 54,92
2011: Hannes Petzold (Potsdamer SV) 52,85
2010: Jannik Hünniger (SG Bamberg) 52,11
2009: Nils Nolte (Berliner TSC) 49,85 (DJR)
2008: Felix Brandner (1.FCN Schwimmen) 50,27
4x100m Lagen:
SSG Leipzig (Mitja Bauer, Lius Pepe Baumeister, Ben Bodusch, Elias Himmelsbach) 3:45,82













