Magdeburger Kraul-Triumphe und ein Herzschlagfinale am DJM-Donnerstag

© Tino Henschel

Bei den Erwachsenen sind die Kraulstrecken über 200m und 400m in Deutschland schon länger fest in Hand des SC Magdeburg – man denke nur an Isabel Gose oder Nina Holt. Aber auch bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften (DJM) in Berlin sind die Magdeburger Farben auf diesen Distanzen in diesem Jahr stark vertreten. Mit Juliana Buttler aus dem Jahrgang 2009 macht sich eine hoffnungsvolle Nachwuchsschwimmerin auf, in die Fußstapfen ihrer Vorbilder im eigenen Verein zu treten.

Am Donnerstag gewann Buttler über 200m Freistil in 2:01,76 Minuten bereits ihr drittes DJM-Gold bei den laufenden Titelkämpfen. „Ich bin sehr zufrieden, wie die ersten Tage gelaufen sind“, meinte sie. Ursprünglich stammt sie aus dem Ruhrgebiet, ihre schwimmerische Ausbildung genoss sie in Gladbeck. „Gladbeck hat mir sehr viel mitgegeben. Das haben sie sehr gut gemacht, dass sie mich behutsam Schritt für Schritt herangeführt haben“, würdigte Buttler, die im April auch schon in der offenen Klasse über 400m Freistil aufs DM-Treppchen schwamm, die Basisarbeit ihres Heimatvereins.

 

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Noch zwei Jahre jünger ist mit Eva Woitag (Jahrgang 2011) ein weiteres Magdeburger Talent. Auch sie war über 200m Freistil erfolgreich (2:05,76) und steht damit nun sogar schon bei vier DJM-Titeln in diesem Jahr – schon jetzt einer mehr als 2025. „Letztes Mal musste ich nach drei Rennen abbrechen. Dieses Jahr bekomme ich es mit der Regeneration viel besser hin, deshalb läuft es auch so gut“, sagte sie. Drei Wettbewerbe hat sie noch bis Samstag, „und ich hoffe, dass es so weitergehen wird.“ Sämtliche Rennen der DJM werden im Livestream bei Sporteurope.TV übertragen.

 

Zara Selimovic auf ihrer Lieblingstrecke die Schnellste 

 

Die schnellste Zeit des Tages auf dieser Strecke lieferte allerdings JEM-Starterin Zarina Selimovic (SG Dortmund/Jahrgang 2010) in 2:01,33 Minuten ab. Auf dieser Strecke hatte sie bereits im vergangenen Jahr den Titel geholt und im weiteren Saisonverlauf dann auch beim European Youth Olympic Festival (EYOF) mit Bronze geglänzt. „Die 200 Meter Kraul sind eine meiner Lieblingsstrecken. Das hat heute sehr viel Spaß gemacht“, verriet sie. Auch für sie war es das dritte Gold in diesem Jahr. In den kommenden Tagen wird Selimovic noch über die langen Freistilstrecken über 800m und 1500m an den Start gehen, wo sie ebenfalls jeweils als Titelverteidigerin antritt.

 

>> So lief der dritte DJM-Tag in der männlichen Jugend

 

Drei Goldmedaillen haben aber auch schon Pia-Marlene Spethmann (SC Delphin Ingolstadt) und Mia Marie Junga (Berliner TSC/2012) zu Buche stehen, beide aus dem jüngsten Jahrgang 2012. Spethmann war über 200m Freistil siegreich, Junga über 400m Lagen.

 

Helget siegt über 400m Lagen mit einer Hundertstel Vorsprung 

 

Auf dieser Strecke erlebte das Publikum in der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE) auch die knappste Entscheidung des Tages. Im Jahrgang 2009 lagen Siegerin Mira Helget (AMTV-WTB Hamburg) und die Zweitplatzierte Laura Sophie Kohlmann (SG Essen) beim Anschlag nur eine Hundertstel auseinander. „Ein so knappes Lagenrennen habe ich, glaube ich, noch nie erlebt“, meinte Helget. Nach der Rückenlage führte sie noch deutlich, auf der Brust-Teilstrecke schloss Kohlmann dann aber wieder auf. Seite an Seite schwammen sie die letzten 100 Meter – mit dem besseren Ende für die Hamburgerin. „Ich hatte diesen Rennverlauf schon erwartet. Es ist immer so, dass Laura bei Brust wiederkommt. Normalerweise kann ich auf Kraul am Ende dann nicht mehr mithalten, aber diesmal hat es geklappt“, freute sie sich.

Kohlmann haderte dagegen mit dem so knapp verpassten Titel. „Eine Hundertstel ist schon sehr bitter. Aber mit der Zeit bin ich zufrieden“, sagte sie. Nach fünf Siegen im Vorjahr wartet sie 2026 also weiter auf den ersten Erfolg. „Aber die DJM ist nur eine Zwischenstation. In vier Wochen wollen wir schnell schwimmen“, so Kohlmann. Dann startet sie ebenso wie Mira Helget bei den Europameisterschaften der Junior*innen in München (07. – 12. Juli).

 

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Die Vorfreude auf die JEM im eigenen Land ist auch bei Hannah Schneider (Hofheimer SC) schon riesig. Sie gewann am Donnerstag im Jahrgang 2008 auch die 100m Brust in 1:10,24 Minuten und kann morgen nun mit einem weiteren Sieg über 200m Brust den Durchmarsch auf den Bruststrecken perfekt machen – wie schon in den vergangenen vier Jahren. „Das wird mein letztes DJM-Rennen überhaupt und ich hoffe es bringt einen guten Abschluss“, sagte sie. Nach dem Triple in allen drei Brustwettbewerben greifen am Freitag auch Lia Hartmannshenn (SG Mönchengladbach/2012), Marlene Chrustowski (SG Heddesheim/2010) und Irmela Zeh (SV Nikar Heidelberg/2009).

 

Alle DJM-Siegerinnen des dritten Tages:

 

200m Freistil:

2012: Pia-Marlene Spethmann (SC Delphin Ingolstadt) 2:07,39

2011: Eva Woitag (SC Magdeburg) 2:05,76

2010: Zarina Selimovic (SG Dortmund) 2:01,33

2009: Juliana Buttler (SC Magdeburg) 2:01,76

2008: Cleo Hentschke (SG Essen) 2:03,68

100m Brust:

2012: Lia Hartmannshenn (SG Mönchengladbach) 1:11,08

2011: Charlotte Drenker (TV Ratingen) 1:12,18

2010: Marlene Chrustowski (SG Heddesheim) 1:11,72

2009: Irmela Zeh (SV Nikar Heidelberg) 1:10,34

2008: Hannah Schneider (Hofheimer SC) 1:10,24

400m Lagen:

2012: Mia Marie Junga (Berliner TSC) 4:57,87

2011: Meggy Messel (SV Nikar Heidelberg) 4:58,14

2010: Evelyn Wegrotzki SG HT16 Hamburg) 4:53,43

2009: Mira Helget (AMTV-WTB Hamburg) 4:40,90

2008: Valerie Höfl (SG Stadtwerke München) 4:55,78

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