Besser geht es nicht: Gold und Silber mit Europarekord

© Jo Kleindl
- 12.08.2026
Zeitgleich zur Sonnenfinsternis begann am Mittwoch in Paris (FRA) ein neuer Stern des Schwimmsports golden zu leuchten. Und zwar jener von Johannes Liebmann. Mit neuem Europarekord über 800m Freistil (7:37,59 Minuten) kraulte der 19-Jährige vom SC Magdeburg am Mittwoch in überlegener Manier zum Europameistertitel im Centre Aquatique Olympique.
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Seit Aufnahme ins EM-Programm im Jahr 2008 hatte noch kein Deutscher auf dieser Strecke gewonnen. Diesmal gab es nun sogar einen Doppelsieg, denn Sven Schwarz (Waspo 98 Hannover) rang in 7:41,16 den Ungarn Zalan Sarkany (7:41,75) im Endspurt nieder und sicherte sich wie schon bei der WM 2025 Silber.
Liebmann hat bei der EM-Premiere die Ruhe weg
„Ich bin mega glücklich, das war ein richtig gutes Rennen. Mit der Goldmedaille habe ich geliebäugelt. Und bin jetzt froh, dass es geklappt hat“, sagte Liebmann. Und beschrieb dann auch seine besonderen Gefühle bei der Siegerehrung: „Es ist ein Megagefühl, da oben zu stehen und die Hymne für sich zu hören. Das ist unglaublich.“
Nach dem Gewinn mehrerer Silber- und Bronzemedaillen bei den kontinentalen Nachwuchs-Titelkämpfen war Liebmann kurz nach dem Einstieg in die Eliteklasse im April dieses Jahres zum Europarekordler aufgestiegen. Das gemeinsame Training mit Topstars wie Lukas Märtens oder Florian Wellbrock hatte ihn nach kurzer Zeit sehr schnell werden lassen. Der damit verbundenen Favoritenrolle wurde er bei den Titelkämpfen in Frankreich nun auf eindrucksvolle Weise gerecht. Seinem hohen und doch sehr gleichmäßigen Tempo konnte nach 500 Metern jedenfalls keiner der Rivalen mehr folgen.
Laut Schwarz war Liebmann an diesem Tag unschlagbar
„Ich war vor dem Rennen unglaublich ruhig. Das hat mir nicht Angst gemacht. Es hat mich selber ein bisschen gewundert, wie ruhig ich da rangehen kann“, erzählte Liebmann. Das sei bei seiner Nationalmannschafts-Premiere im Dezember bei der Kurzbahn-EM in Polen noch ganz anders gewesen. „Ich habe hier einfach die mit meinem Trainer Bernd Berkhahn besprochene Taktik durchgezogen. Ab 400 Meter hatte ich schon Momente, wo ich gedacht habe, hey, ich gewinne das hier heute. Ein bisschen Zuversicht gehört nämlich immer dazu.“
Auch Schwarz genoss den Doppelerfolg sehr. „Ich freue mich extrem. Man konnte Johannes heute nicht schlagen, er war einfach zu stark“, sagte der 24-Jährige. „Wir haben jetzt hier die Pflichtaufgabe erfüllt mit Gold und Silber. Gold wäre natürlich schön gewesen, aber man kann nicht immer alles haben.“ Beide treten bei dieser EM am Freitag (Vorlauf) und Samstag (Finale/vorbehaltlich Qualifikation) noch über die 1500m Freistil an. Und womöglich ist dann noch ein weiterer Doppelsieg möglich. „Natürlich würde mich das extrem freuen, wenn wir das über die 1500 nochmal machen. Noch mehr würde es mich freuen, wenn ich da oben stehen würde“, meinte Schwarz.
EM 2026 in Paris: Die DSV-Ergebnisse am 12. August
| Strecke | DSV-Starter*in | Zeit | Platz |
| Vorläufe | |||
| 200m Freistil Frauen | Linda Roth | 01:57,60 | 3. (Q) |
| Maya Tobehn | 01:58,95 | 14. (Q) | |
| Nicole Maier | 01:59,19 | 22. | |
| Nina Holt | 02:00,03 | 29. | |
| 100m Schmetterling Männer | Kaii Liam Winkler | 00:51,38 | 6. (Q) |
| Luca Armbruster | 00:51,80 | 11. (Q) | |
| Josha Salchow | 00:51,87 | 13. | |
| Björn Kammann | 00:52,39 | 27. | |
| 50m Rücken Frauen | |||
| 200m Brust Männer | Lucas Matzerath | 02:11,22 | 14. (Q) |
| Mathis Schönung | 02:12,27 | 22. | |
| Malte Gräfe | 02.12,98 | 26. | |
| 400m Lagen Frauen | Noelle Benkler | 04:46,65 | 9. |
| 4x100m Freistil Frauen | Nina Holt, Nina Jazy, Julianna Bocska, Maya Tobehn | 3:38,80 | 8. |
| Finalabschnitt | |||
| 200m Freistil Frauen Halbfinale | Linda Roth | 01:56,42 (DJR) | 4. (Q) |
| Maya Tobehn | 01:58,22 | 13. | |
| 200m Rücken Männer Finale | |||
| 50m Schmetterling Frauen Finale | Angelina Köhler | 00:25,72 | 6. |
| 100m Freistil Männer Finale | |||
| 100m Brust Frauen Finale | Anna Elendt | 01:06,37 | 7. |
| 200m Brust Männer Halbfinale | Lucas Matzerath | 02:10,07 | 8. (Q) |
| 50m Rücken Frauen Halbfinale | |||
| 100m Schmetterling Männer Halbfinale | Kaii Liam Winkler | 00:51,34 | 5. (Q) |
| Luca Nik Armbruster | 00:51,73 | 14. | |
| 400m Lagen Frauen Finale | |||
| 800m Freistil Männer Finale | Johannes Liebmann | 07:37,59 (ER) | 1 |
| Sven Schwarz | 07:41,16 | 2. | |
| 4x100m Freistil Frauen Finale | Nina Holt, Linda Roth, Julianna Bocska, Nicole Maier | 3:36,90 | 7. |
Winkler und Matzerath ziehen ins EM-Finale ein
Nicht nur auf der Langstrecke konnten deutschen Männer am Mittwoch glänzen. Im Halbfinale über 100m Schmetterling erkämpfte sich Kaii Liam Winkler (SG Neukölln Berlin) einen Finalplatz für Donnerstag (ab 18:30 Uhr im ZDF): In 51,34 Sekunden schaffte der 20-Jährige die fünfbeste Zeit. Und ließ sich insbesondere bei der Wende noch einiges Steigerungspotenzial. „Ich bin nicht sonderlich gut zur Wand herangekommen, daran muss ich arbeiten“, sagte der deutsche Rekordhalter (50,92). Schnellster im Halbfinale war Noè Ponti (SUI/50,21).
Nachdem es auf seiner Paradestrecke 100m Brust nicht zum Finale gereicht hatte, holt Lucas Matzerath dies nun auf der doppelten Distanz nach. In 2:10,07 Minuten schaffte der 26-Jährige vom Team Bochum die achtbeste Halbfinalzeit. „Unser Sportpsychologe hat da einen sehr guten Vergleich aufgemacht. Ich habe bei der EM drei Starts, das sind quasi drei Kinder, und die muss ich alle gleich liebhaben. Auch wenn das eine vielleicht nicht so gut läuft wie das andere“, verriet Matzerath. Den Fokus zu halten, zahlte sich dann auch aus. Im Finale möchte Matzerath nun erstmals unter der 2:10er Marke bleiben.
EM 2026 in Paris: Die DSV-Starts am 13. August
| Strecke | DSV-Starter*in | Persönliche Bestzeit | Deutscher Rekord |
| Vorläufe ab 09:30 Uhr | |||
| 200m Freistil Männer | Lukas Märtens | 01:44,14 | 01:42,00 |
| Jarno Bäschnitt | 01:46,50 | 01:42,00 | |
| Timo Sorgius | 01:46,17 | 01:42,00 | |
| 100m Schmetterling Frauen | Angelina Köhler | 00:56,11 | 00:56,11 |
| Yara Fay Riefstahl | 00:58,23 | 00:56,11 | |
| 50m Rücken Männer | Ole Braunschweig | 00:24,57 | 00:24,57 |
| Cornelius Jahn | 00:24,99 | 00:24,57 | |
| Fritz Dietz | 00:25,17 | 00:24,57 | |
| 200m Brust Frauen | Anna Elendt | 02:23,54 | 02:23,54 |
| Lena Ludwig | 02:26,56 | 02:23,54 | |
| 4x100m Freistil Männer | DSV | 3:12,29 | |
| 1500m Freistil Frauen | Isabel Gose | 15:41,16 | 15:41,16 |
| Maya Werner | 16:16,30 | 15:41,16 | |
| Finals ab 18:30 UIhr | |||
| 100m Schmetterling Männer Finale | Kaii Liam Winkler | 51,34 | 00:50,92 |
| 50m Rücken Frauen Finale | 00:27,23 | ||
| 200m Freistil Männer Halbfinale | 00:27,23 | ||
| 100m Schmetterling Frauen Halbfinale | 00:56,11 | ||
| 50m Rücken Männer Halbfinbale | 00:24,57 | ||
| 200m Brust Frauen Halbfinale | 02:23,54 | ||
| 200m Brust Männer Finale | Lucas Matzerath | 2:10,07 | 02:07,47 |
| 200m Freistil Frauen Finale | Linda Roth | 1:56,46 | 01:55,68 |
| 4x100m Freistil Männer Finale | 3:12,29 |















