Fachtagung der Schwimmjugend legt Fokus auf „Gemeinsinn im Sport“

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- 30.09.2026
Unter dem Motto „Gemeinsam.Sicher“ lud die Deutsche Schwimmjugend am vergangenen Wochenende zur Fachtagung für zertifizierte Kursleitungen und Interessierte aus den Bereichen Säuglings- und Kleinkinderschwimmen (SKS) und Schwimmen Lernen (SL) nach Mainz ein. Rund 50 Teilnehmende nahmen das Angebot zur Fortbildung, zum Austausch und Netzwerken an.
Die Fachtagung fokussierte eine Vielzahl von Themen, die darauf abzielen den Bewegungsraum Wasser Kindern mit unterschiedlichsten Bedürfnissen zugänglich zu machen und das Bewegen im Wasser zu einer für alle kleinen und großen Nutzer*innen schönen und sicheren Erfahrung werden zu lassen.
Respekt, Fairness und Toleranz als wichtige Werte
Damit stellt sich die Deutsche Schwimmjugend als Jugendorganisation des Deutschen Schwimmverband (DSV) bewusst hinter die gemeinsam von DSV, Deutschem Behindertensportverband (DBS) und der Kontakt Stiftung getragene Initiative „Gemeinsinn im Sport“ und setzt sich für gegenseitigen Respekt, Achtsamkeit, Fairness, Toleranz und Zusammenhalt sowie einen wertschätzenden und menschenfreundlichen Umgang im Schwimmsport ein.
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„Der Schwimmsport bietet beste Voraussetzungen für Teilhabe- und Selbstwirksamkeitserfahrungen für Kinder und Jugendliche, wenn sie gemeinsam das Wasser erleben, erste Schwimmbewegungen erlernen und sich Herausforderungen wie einem Schwimmabzeichen stellen. Insbesondere für Kinder mit körperlichen Beeinträchtigungen bietet der Bewegungsraum Wasser zudem vielfältige Möglichkeiten, die sie an Land ggf. nicht haben“, zeigte sich Uwe Hermann, der als Vorsitzender der Deutschen Schwimmjugend ebenfalls bei der Fachtagung vor Ort war, vom Potenzial integrativer und inklusiver Schwimmausbildung überzeugt.
Inklusive und sichere Angebote sind übergeordnetes Ziel
Passend zur Aktion „SportWoche für Alle“ des Deutschen Behindertensportverbandes, die ebenfalls in dieser Woche stattfand, sollte die Fachtagung dazu beitragen, die Vertreter*innen aus Schwimmvereinen und -schulen dahingehend zu sensibilisieren, ihre Angebote (noch) inklusiver und sicherer für alle Kinder und Jugendlichen zu gestalten.
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Ein Vortrag beschäftigte sich beispielsweise mit dem Umgang mit Kindern mit Autismus-Spektrum-Störungen und den besonderen Herausforderungen und praktischen Lösungsmöglichkeiten im Schwimmen. Ein anderer Workshop sensibilisierte für Vielfalt im Verein und eine diversitätssensible Gestaltung von Schwimmkursen. Wieder andere hatten den Fokus auf den Kinderschutz im Schwimmsport, sichere Strukturen und den sensiblen Umgang mit Kinderfotos im Netz.
Vortrag in Gebärdensprache wurde übersetzt
„Auch wenn ich zu einigen Themen schon Vorkenntnisse und Erfahrungen hatte, konnte ich hier nochmal einige Impulse für mich und meine Schwimmkurse mitnehmen“, zeigte sich beispielsweise eine Teilnehmerin erfreut über die hohe Expertise der Referent*innen.
Der Workshop über das Schwimmen (lernen) mit Kindern mit Hörbeeinträchtigungen war dabei ein besonderes Highlight, wurde er doch von Gerda Reinhard (Abteilungsleiterin Schwimmen im Deutschen Gehörlosensportverband, DGSV) in Gebärdensprache gestaltet und simultan von Gebärdendolmetschenden für die Teilnehmenden übersetzt. Dabei lernten die Kursleitungen nicht nur etwas über die besonderen Bedarfe von Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen des Hörsinns und die Zusammenarbeit mit dem DGSV, sondern gleich auch eine ganze Reihe Gebärden für spezifische Begriffe aus dem Schwimmsport, die sie direkt ausprobieren und ggf. demnächst einsetzen können.
Barrieren und Berührungsängste werden abgebaut
Linda Hohmann, Jugendreferentin bei der dsv-jugend, führt weiter aus: „Leider erreichen uns immer noch eine große Anzahl an Anfragen von Familien, die in ihrer Umgebung kein Schwimmangebot finden, in dem körperliche oder geistige Beeinträchtigungen der Kinder und besondere Bedürfnisse Berücksichtigung finden. Wir wollen daher nicht nur unsere Kursleitungen für die inklusive Schwimmausbildung fit machen, Hemmungen, Berührungsängste und Barrieren abbauen, sondern auch bei unseren Veranstaltungen Inklusion leben sowie Sichtbarkeit und Repräsentanz schaffen. Daher haben wir uns sehr gefreut, dass Gerda Reinhard vom DGSV ihr Mitwirken an der Fachtagung sofort zugesagt hat und wir den Workshop mit Unterstützung der Gebärdendolmetschenden umsetzen konnten. Damit hat die Initiative „Gemeinsinn im Sport“ von Kontakt Stiftung, DSV und DBS bereits eine weitere Verbreitung gefunden.“
Die praxisorientierten Inhalte zum Aquafitness für Mütter mit Baby und dem Hütchenprinzip, bei dem mit Hilfe von Farben mehr Orientierung für Kinder in der Schwimmausbildung geschaffen wird, rundeten die Veranstaltung ab und demonstrierten zugleich, wie man mit neuen Ideen und kleinen Veränderungen Zugänge im Schwimmsport erleichtern kann.
Weitere Fortbildungsformat sind bereits in Planung
Das Fazit der Teilnehmenden fiel dementsprechend sehr positiv aus: „Der Input, aber auch der Austausch untereinander ist so wertvoll und wir profitieren gegenseitig von den unterschiedlichsten Erfahrungen aus der Praxis, die wir hier in diesem Rahmen miteinander teilen und dadurch voneinander lernen können.“
Dem Wunsch nach einer weiteren Vertiefung einzelner Themen wird die dsv-jugend gerne in der nächsten Zeit nachkommen und entsprechende Fortbildungsformate entwickeln, um den Schwimmsport gemeinsam noch einladender und sicherer für alle Menschen zu machen.














