Isabel Gose und Maya Werner: Zwei Freundinnen feiern auf dem EM-Podest

© Jo Kleindl
- 11.08.2026
Als sich Isabel Gose und Maya Werner in die Arme schlossen am Beckenrand des Centre Aquatique Olympique von Paris, bekam man es mal wieder gut zu sehen: Geteilte Freude ist doppelte Freude. Als Zweite und Dritte über 800m Freistil hatten die beiden Magdeburgerinnen am Dienstag die Medaillen 20 und 21 für den Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) bei den Europameisterschaften in Frankreichs Hauptstadt erkämpft.
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Gold ging in 8:15,55 Minuten an Simona Quadarella (ITA). Der Dauerrivalin hatte Gose (8:18,44) diesmal bis zur 600m-Wende einen heißen Kampf geliefert, dann zog die Weltmeisterin von 2024 aber davon. Dahinter verbesserte Werner ihre persönliche Bestzeit um gleich sieben Sekunden auf 8:22,55, die U23-Europameisterin des Vorjahres gewann damit ihre erste EM-Medaille auf der Langbahn in der offenen Klasse. Und so standen erstmals seit 24 Jahren nach Jana Henke und Hannah Stockbauer mal wieder zwei deutsche Langstrecklerinnen auf einem EM-Podest.
Umstellung nach Freiwasserrennen besser als erwartet
Gose gewann in den Tagen zuvor bereits zweimal Gold beim Freiwasserschwimmen in der Seine. Die Magdeburgerin zeigte sich trotz der kurzen Umstellungszeit am Dienstag voll auf der Höhe und blieb nur zwei Sekunden über dem deutschen Rekord von Sarah Köhler. „Ich bin super happy. Drittes Rennen, dritte Medaille mit der schnellsten Zeit in diesem Jahr“, sagte Gose. „Hinten haben mir ein paar Körner gefehlt. Ich habe schließlich schon einige Kilometer drin, das will ich aber nicht als Ausrede nutzen. Der Übergang vom Freiwasser ins Becken hat gut geklappt, besser als erwartet.“
Außerdem freute sich Harmoniemensch Gose auch darüber, dass die sportliche Rivalität mit Quadarella nicht mehr alles andere überlagert im Umgang. „Ich glaube, so langsam freuen wir uns auch, uns zu sehen, wenn wir im Vorstart sind. Wir tauen ein bisschen auf, das war am Anfang noch nicht so. Ich glaube, wir genießen das beide, so ein Kopf-an-Kopf-Rennen zu haben und den Fans da so ein cooles Battle zu bieten.“
Isabel Gose und Maya Werner haben noch zwei weitere Medaillenchancen
Eine Fortsetzung gibt es vermutlich schon in Paris in den weiteren Langdistanzrennen über 1500m und 400m Freistil. „Mal schauen. Ich hangele mich da jetzt wirklich von Rennen zu Rennen“, sagte Gose dazu. „Ich werde versuchen, in den Vorläufen nicht allzu viele Körner zu verpulvern, aber ich darf natürlich auch nicht zu sehr auf die Bremse treten. Ich denke, das ist mir im 800-Meter-Vorlauf ganz gut gelungen und das möchte ich bei den 1500 genauso machen. Die 400 Meter sind dann nochmal eine ganz andere Sache, da geht es mehr um Schnelligkeit, die jetzt natürlich die letzten Wochen etwas auf der Strecke geblieben ist, dadurch, dass ich jetzt wirklich immer sehr lange Rennen hatte. Aber ich freue mich drauf. Da muss dann alles rein, was noch da ist.“
Nicht minder glücklich klang Werner. „Das Rennen hat sich sehr gut angefühlt. Ich habe gleich nach dem Start gemerkt, heute ist irgendwie der Rutsch da. Dass es so eine gute Zeit wird, hatte ich aber nicht erwartet. Daher bin ich umso glücklicher und auch dass es jetzt eine Medaille geworden ist, ist einfach toll im ersten Rennen. So kann es weitergehen.“
Lise Seidel überrascht sich selbst mit Rang vier
Und wer weiß, vielleicht bleibt es ja nicht das einzige Mal, dass sie zusammen mit ihrer Trainingskollegin auf dem Pariser Podest steht. Beide haben das gleiche Wettkampfprogramm bei diesen Titelkämpfen. „Wir sind Freundinnen im und außerhalb des Wassers. Ich denke, das ist was ganz Besonderes“, betonte Werner daher auch. „Und dass wir jetzt auch beide bei so tollen Wettkämpfen zusammen sind, zusammen starten können, die Vorbereitung zusammen machen können – das ist einfach schön.“
Ab kommender Saison wird auch Lise Seidel zur Magdeburger Trainingsgruppe von Bundestrainer Bernd Berkhahn gehören. Der 19-Jährigen vom SC Chemnitz gelang als WM-Achte über 200m Rücken schon im Vorjahr eine tolle internationale Premiere, nun legte sie beim Sieg von Katie Shanahan (GBR/2:06,13 Minuten) mit EM-Platz vier in 2:08,86 eine weitere Top-Platzierung nach.
Vor zehn Wochen lag sie noch im Krankenhaus
Und das nach einem schwierigen Frühjahr mit Rückenproblemen und einer chronischer Nasennebenhöhlenentzündung samt Operation. Zudem bedeuteten die Abiturprüfungen eine zusätzliche Herausforderung abseits des Beckens. Seidel staunte daher ein wenig über sich selbst.
„Vor zweieinhalb Monaten noch im Krankenhaus gelegen, jetzt so eine gute Zeit ohne viel Training. Ich bin so glücklich darüber. Ich hätte damit nie im Leben gerechnet. Der vierte Platz ist natürlich ärgerlich, aber das spornt einfach nur für die nächsten Jahre noch mehr an, dass ich irgendwann die Medaille hole.“
Anna Elendt diesmal nicht auf der Außenbahn, aber auch nicht Favoritin
Um Edelmetall kämpfen werden bereits am Mittwochabend (ab 18:30 Uhr in der ARD) Anna Elendt (SG Frankfurt) und Angelina Köhler (SG Neukölln Berlin). Über 100m Brust zog Weltmeisterin Elendt in 1:05,92 Minuten als Fünftschnellste ins Finale ein. Favoritin ist dort dann Angharad Evans (GBR), die in 1:04,97 Minuten schneller als Elendt beim WM-Triumph in Singapur war und damit wie schon im Vorlauf erneut einen Meisterschaftsrekord aufstellte. „Ich bin happy mit der Zeit. Ich denke, es wird schon ein Pluspunkt, wenn ich nicht auf der Außenbahn bin“, meinte Elendt, die in Singapur doch auf Bahn eins alle überrascht hatte.
Köhler erreichte mit ihren 25,85 Sekunden über 50m Schmetterling als Achte den Endlauf, Schnellste der Halbfinals war hier Weltrekordlerin Sarah Sjöström (SWE/25,12). Eine Steigerung scheint aber möglich, am Dienstag war Köhler zusätzlich ja noch beim deutschen Rekord der Lagen-Mixedstaffel gefordert.
EM 2026 in Paris: Die DSV-Ergebnisse am 11. August
| Strecke | DSV-Starter*in | Zeit | Platz |
| Vorläufe ab 09:30 Uhr | |||
| 50m Schmetterling Frauen | Angelina Köhler | 00:26,02 | 7. (Q) |
| Maya Tobehn | 00:26,86 | 35. | |
| Yara Fay Riefstahl | 00:26,96 | 37. | |
| 100m Freistil Männer | Josha Salchow | 00:48,35 | 9. (Q) |
| Kaii Liam Winkler | 00:48,56 | 20. | |
| 100m Brust Frauen | Anna Elendt | 01:06,74 | 6. (Q) |
| Lena Ludwig | 01:08,82 | 21. | |
| 200m Rücken Männer | Cornelius Jahn | 01:58,04 | 16. |
| Cedric Büssing | 02:01,94 | 35. | |
| 4x100m Mixed Lagen Staffel | DSV | 3:47,52 | 8. |
| 800m Freistil Männer | Johannes Liebmann | 07:41,87 | 1. |
| Sven Schwarz | 07:46,93 | 4. | |
| Oliver Klemet | 07:55,75 | 14. | |
| Finals ab 18:30 UIhr | |||
| 200m Rücken Frauen Finale | Lise Seidel | 02:08,86 | 4. |
| 50m Schmetterling Männer Finale | Luca Armbruster | 00:22,84 | 6. |
| 100m Freistil Frauen Finale | |||
| 100m Brust Männer Finale | Melvin Imoudu | 00:59,05 | 4. |
| 100m Brust Frauen Halbfinale | Anna Elendt | 01:05,92 | 5. (Q) |
| 200m Rücken Männer Halbfinale | Cornelius Jahn | 01:56,26 | 11. |
| 50m Schmetterling Frauen Halbfinale | Angelina Köhler | 00:25,85 | 7. (Q) |
| 100m Freistil Männer Halbfinale | Josha Salchow | 00:48,28 | 10. |
| 800m Freistil Frauen Finale | Isabel Gose | 08:18,44 | 2. |
| Maya Werner | 08:22,55 | 3. | |
| 4x100m Mixed Lagen Staffel Finale | DSV | 03:43,00 | 5. |
EM 2026 in Paris: Die DSV-Starts am 12. August
| Strecke | DSV-Starter*in | Persönliche Bestzeit | Deutscher Rekord |
| Vorläufe ab 09:30 Uhr | |||
| 200m Freistil Frauen | Nina Holt | 01:58,11 | 01:55,68 |
| Linda Roth | 01:57,52 | 01:55,68 | |
| Nicole Maier | 01:57,36 | 01:55,68 | |
| Maya Tobehn | 01:57,25 | 01:55,68 | |
| 100m Schmetterling Männer | Kaii Liam Winkler | 00:50,92 | 00:50,92 |
| Luca Armbruster | 00:51,21 | 00:50,92 | |
| Josha Salchow | 00:51,28 | 00:50,92 | |
| Björn Kammann | 00:51,70 | 00:50,92 | |
| 50m Rücken Frauen | 00:27,23 | ||
| 200m Brust Männer | Lucas Matzerath | 02:10,33 | 02:07,47 |
| Malte Gräfe | 02:13,34 | 02:07,47 | |
| Mathis Schönung | 02:11,77 | 02:07,47 | |
| 400m Lagen Frauen | Noelle Benkler | 04:39,01 | 04:36,10 |
| 4x100m Freistil Frauen | DSV | 3:31,83 | |
| Finals ab 18:30 UIhr | |||
| 200m Freistil Frauen Halbfinale | 01:55,68 | ||
| 200m Rücken Männer Finale | 01:55,85 | ||
| 50m Schmetterling Frauen Finale | Angelina Köhler | 00:25,50 | 00:25,50 |
| 100m Freistil Männer Finale | 00:47,80 | ||
| 100m Brust Frauen Finale | Anna Elendt | 01:05,19 | 01:05,19 |
| 200m Brust Männer Halbfinale | 02:07,47 | ||
| 50m Rücken Frauen Halbfinale | 00:27,23 | ||
| 100m Schmetterling Männer Halbfinale | 00:50,92 | ||
| 400m Lagen Frauen Finale | 04:36,10 | ||
| 800m Freistil Männer Finale | Johannes Liebmann | 07:37,94 | |
| Sven Schwarz | 07:37,94 | ||
| 4x100m Freistil Frauen Finale | 3:31,83 | ||
















