Lagen-Mixedstaffel glänzt mit dem nächsten deutschen Rekord

© Jo Kleindl
- 11.08.2026
Auch im dritten Staffelrennen der Europameisterschaften von Paris (FRA) hat es am Dienstag wieder einen deutschen Rekord gegeben. Kaii Liam Winkler (SG Neukölln Berlin/Rücken), Melvin Imoudu (Potsdamer SV/Brust), Angelina Köhler (SG Neukölln Berlin/Schmetterling) und Nina Holt (SC Magdeburg/Kraul) schwammen die 4x100m-Lagen-Mixedstaffel in 3:43,00 Minuten und blieben damit mehr als eine Sekunde unter der bisherigen Bestmarke (3:44,17), mit der Deutschland 2015 WM-Bronze geholt hatte. „Es hat richtig Spaß gemacht mit der Staffel und wir können stolz auf uns sein, das so zusammengezaubert zu haben“, meinte Schlussschwimmerin Holt. Und ordnete die Bedeutung guter Staffelauftritte richtig ein: „Die Staffeln zeigen, was das ganze deutsche Team draufhat, dass wir nicht nur ein, zwei Sportler sind, die erfolgreich sind, sondern ein gutes Team, das durch die Bank weg wirklich Erfolge bringt.“
>> Alle EM-Ergebnisse aus Paris
Am Montag hatten bereits die DSV-Männer über 4x200m Freistil EM-Bronze gefeiert, die Frauen waren Vierte geworden, beides ebenfalls mit deutschem Rekord. Diesmal wurde es für Deutschland Platz fünf. Es siegte Gastgeber Frankreich in 3:39,64 vor den Niederlanden (3:40,92) und den Neutralen Athlet*innen aus Russland (3:41,52), weshalb die Stimmung im Centre Aquatique Olympique regelrecht überkochte. „Ich weiß nicht, wann das bei einer Europameisterschaft das letzte Mal so krass war, das war wie bei Olympia. Ich hatte am ganzen Körper Gänsehaut“, meinte Angelina Köhler. Melvin Imoudu pflichtete ihr bei. „Es hat mega viel Spaß gemacht, man hat die Leute bei jedem einzelnen Brustzug schreien hören“, sagte er.
Melvin Imoudu wieder nur wenige Hundertstel von der Medaille entfernt
Der Potsdamer war zuvor bereits im Einzelfinale über 100m Brust mit 59,05 Sekunden Vierter geworden. Ein Top-Ergebnis, über das sich der 27-Jährige direkt nach dem Rennen aber nicht wirklich freuen konnte. „Es ist eine ähnliche Situation wie in Paris damals, mehr kann ich gar nicht sagen“, meinte er.
Bei Olympia hatten vor zwei Jahren nur sechs Hundertstel zu Bronze gefehlt, diesmal waren es 15 Hundertstel auf den Drittplatzierten Simone Cerasuolo (ITA/58,90). Dessen Landsmann Nicolo Martinenghi gewann in 58,58 den Europameistertitel, dagegen musste sich Olympiasieger Adam Ramsay-Peaty (GBR/59,10) mit Rang fünf begnügen. Auf den letzten Metern war Imoudu noch am Briten vorbeigezogen, was seinen Auftritt umso stärker machte.
Luca Armbruster mit vollem Risiko auf Platz sechs
In einem weiteren Finale mit deutscher Beteiligung schmetterte Luca Armbruster (SG Neukölln Berlin) in 22,84 Sekunden wie schon bei der WM in Singapur auf Platz sechs. „Ich bin sehr zufrieden“, sagte der 24-Jährige, der am Vortag im Halbfinale mit 22,71 sogar deutschen Rekord geschwommen war und nun noch einmal so schnell schwamm wie die alte Bestmarke. „Am Anfang habe ich mich ein bisschen zu sehr geärgert über den Anschlag, aber das machen die 50er aus, das ist das Risiko, was man da gehen muss.“
Zumal das Niveau in Europa gerade unfassbar hoch ist. Bei den Weltmeisterschaften hatte es im vergangenen Jahr ein rein europäisches WM-Podium gegeben, und sogar sieben von acht WM-Finalisten stammten von dort. Während Weltmeister Maxime Grousset (22,54) diesmal Zweiter hinter Egor Kornev (NAB/22,52) wurde, gingen die beiden anderen Medaillengewinner aus Singapur – Thomas Ceccon (ITA/Vierter mit 22,72) und Noè Ponti (SUI/22,91) – leer aus, der Schweizer wurde gar nur Achter. „Normalerweise ist er ein Medaillenkandidat, jetzt war er hinten, das ist schon krass“, so Armbruster. „Beim 50er kann alles passieren. Einmal ein Kick zu wenig, eine Tauchphase nicht perfekt, und, zack, ist der Anschlag weg. Und darauf kommt es beim 50er natürlich an, das ist ein Wimpernschlag. Aber das macht das Rennen auch so spannend, das macht Spaß. Ich kann mich nicht beklagen und habe Bock auf mehr. Für die 100 Meter weiß ich jetzt, ich habe den Speed.“
Europarekord durch Hubert Kós schon im Halbfinale
So schnell wie 2026 noch nicht war in Paris auch Josha Salchow (SV Nikar Heidelberg) unterwegs, der im Halbfinale über 100m Freistil mit 48,28 Sekunden auf Platz zehn kam. „Ich bin zufrieden mit der Entwicklung. Beim Höhepunkt will man Saisonbestleistung schwimmen. Das ist das, was ich hier aktuell schwimmen kann“, sagte er.
Hinter dem Olympia-Sechsten liegt kein ganz einfaches Jahr, in dem vor allem abseits des Beckens viel passierte: Salchow schloss sein Studium ab, arbeitete bereits halbtags. Der EM-Auftritt mit einer erneuten Steigerung gegenüber dem Vorlauf war da aller Ehren wert. „Man sieht auch, wie stark die Dichte bei 100 Meter Freistil mittlerweile ist, dass du selbst in Europa unter 49 schwimmen musst, damit du ins Finale kommst“, so Salchow. Schnellster im Halbfinale war Weltmeister und Titelverteidiger David Popovici (ROU) mit neuem Meisterschaftsrekord von 46,72 Sekunden.
Sogar einen Europarekord zauberte im Halbfinale über 200m Rücken der Ungar Hubert Kós ins Becken. Mit jetzt 1:52,30 Minuten scheint im Finale auch der Weltrekord aus der Ära der Hightech-Anzüge (1:51,92) nicht außer Reichweite. Aber auch Cornelius Jahn (Ahrensburger TSV) zeigte mit 1:56,26 und Platz elf einmal mehr, welche Fortschritte er zuletzt gemacht hat. Jahn hatte am Montag bereits Bronze mit der Staffel geholt. „Nach gestern ist alles nur noch Bonus, es ist schon mehr, als ich mir vorgenommen hatte. Ziel war zwar, ins Finale zu kommen, aber mit den Zeiten, die die Jungs hier geschwommen sind, ist das einfach nur Weltklasse. Nach gestern nochmal eine Bestzeit zu schwimmen, da bin ich einfach super happy.“
EM 2026 in Paris: Die DSV-Ergebnisse am 11. August
| Strecke | DSV-Starter*in | Zeit | Platz |
| Vorläufe ab 09:30 Uhr | |||
| 50m Schmetterling Frauen | Angelina Köhler | 00:26,02 | 7. (Q) |
| Maya Tobehn | 00:26,86 | 35. | |
| Yara Fay Riefstahl | 00:26,96 | 37. | |
| 100m Freistil Männer | Josha Salchow | 00:48,35 | 9. (Q) |
| Kaii Liam Winkler | 00:48,56 | 20. | |
| 100m Brust Frauen | Anna Elendt | 01:06,74 | 6. (Q) |
| Lena Ludwig | 01:08,82 | 21. | |
| 200m Rücken Männer | Cornelius Jahn | 01:58,04 | 16. |
| Cedric Büssing | 02:01,94 | 35. | |
| 4x100m Mixed Lagen Staffel | DSV | 3:47,52 | 8. |
| 800m Freistil Männer | Johannes Liebmann | 07:41,87 | 1. |
| Sven Schwarz | 07:46,93 | 4. | |
| Oliver Klemet | 07:55,75 | 14. | |
| Finals ab 18:30 Uhr | |||
| 200m Rücken Frauen Finale | Lise Seidel | 02:08,86 | 4. |
| 50m Schmetterling Männer Finale | Luca Armbruster | 00:22,84 | 6. |
| 100m Freistil Frauen Finale | |||
| 100m Brust Männer Finale | Melvin Imoudu | 00:59,05 | 4. |
| 100m Brust Frauen Halbfinale | Anna Elendt | 01:05,92 | 5. (Q) |
| 200m Rücken Männer Halbfinale | Cornelius Jahn | 01:56,26 | 11. |
| 50m Schmetterling Frauen Halbfinale | Angelina Köhler | 00:25,85 | 7. (Q) |
| 100m Freistil Männer Halbfinale | Josha Salchow | 00:48,28 | 10. |
| 800m Freistil Frauen Finale | Isabel Gose | 08:18,44 | 2. |
| Maya Werner | 08:22,55 | 3. | |
| 4x100m Mixed Lagen Staffel Finale | DSV | 03:43,00 | 5. |
EM 2026 in Paris: Die DSV-Starts am 12. August
| Strecke | DSV-Starter*in | Persönliche Bestzeit | Deutscher Rekord |
| Vorläufe ab 09:30 Uhr | |||
| 200m Freistil Frauen | Nina Holt | 01:58,11 | 01:55,68 |
| Linda Roth | 01:57,52 | 01:55,68 | |
| Nicole Maier | 01:57,36 | 01:55,68 | |
| Maya Tobehn | 01:57,25 | 01:55,68 | |
| 100m Schmetterling Männer | Kaii Liam Winkler | 00:50,92 | 00:50,92 |
| Luca Armbruster | 00:51,21 | 00:50,92 | |
| Josha Salchow | 00:51,28 | 00:50,92 | |
| Björn Kammann | 00:51,70 | 00:50,92 | |
| 50m Rücken Frauen | 00:27,23 | ||
| 200m Brust Männer | Lucas Matzerath | 02:10,33 | 02:07,47 |
| Malte Gräfe | 02:13,34 | 02:07,47 | |
| Mathis Schönung | 02:11,77 | 02:07,47 | |
| 400m Lagen Frauen | Noelle Benkler | 04:39,01 | 04:36,10 |
| 4x100m Freistil Frauen | DSV | 3:31,83 | |
| Finals ab 18:30 Uhr | |||
| 200m Freistil Frauen Halbfinale | 01:55,68 | ||
| 200m Rücken Männer Finale | 01:55,85 | ||
| 50m Schmetterling Frauen Finale | Angelina Köhler | 00:25,50 | 00:25,50 |
| 100m Freistil Männer Finale | 00:47,80 | ||
| 100m Brust Frauen Finale | Anna Elendt | 01:05,19 | 01:05,19 |
| 200m Brust Männer Halbfinale | 02:07,47 | ||
| 50m Rücken Frauen Halbfinale | 00:27,23 | ||
| 100m Schmetterling Männer Halbfinale | 00:50,92 | ||
| 400m Lagen Frauen Finale | 04:36,10 | ||
| 800m Freistil Männer Finale | Johannes Liebmann | 07:37,94 | |
| Sven Schwarz | 07:37,94 | ||
| 4x100m Freistil Frauen Finale | 3:31,83 | ||
















