Linda Roth wandelt in Paris auf den Spuren einer Schwimmlegende

© Jo Kleindl

Die große Franziska van Almsick war 24 Jahre alt, als sie 2002 ihre Bestzeit über 200m Freistil aufstellte: 1:56,64 Minuten, was damals Weltrekord bedeutete. Linda Roth ist jetzt 18 Jahre jung und bereits schneller, als es „Franzi“ auf dieser Strecke jemals war. 1:56,46 war die Magdeburgerin bei den Europameisterschaften in Paris (FRA) im Halbfinale geschwommen, einen Tag später konnte sie diese Leistung noch einmal bestätigen und kam im Endlauf mit 1:56,71 auf einem starken vierten Platz ein. Nach Gold bei der Junior*innen-EM in München auf dieser Strecke erreichte sie bei ihrer ersten EM in der offenen Klasse damit auf Anhieb ein Spitzenergebnis.

„Ich bin super zufrieden“, freute sie sich. „Ich habe mich gestern auch schon so über den Einzug in das Finale gefreut und wollte heute dann einfach versuchen, es zu genießen, Spaß zu haben und Erfahrungen zu sammeln.“ Dabei ging sie das Rennen mutig an, hielt sich von Beginn an im Vorderfeld auf und ließ auch auf der zweiten Bahn nicht nach. Den Titel sicherte sich die Tschechin Barbora Seemanova mit neuem Meisterschaftsrekord von 1:54,38 Minuten, die sich auf den letzten Metern noch an Marrit Steenbergen (NED/1:54,65) vorbeischob. Bronze ging an Freya Colbert (GBR/1:55,81).

 

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Zum Van-Almsick-Vergleich meinte Linda Roth: „Sie ist in Deutschland ein sehr großes Vorbild. Und dass ich jetzt schon mit meinen jungen Jahren schneller als sie bin, macht mich auf jeden Fall umso glücklicher.“ Ebenso beeindruckend wie die schnellen Zeiten ist auch die Konstanz, mit der die Teenagerin diese in Paris ins Becken bringt. Die Grundlagen dafür hat sie in den vergangenen Monaten in Magdeburg gelegt. „Wir trainieren sehr hart. Wir trainieren auch darauf hin, viele Starts zu haben, immer voll da zu sein und immer alles zu geben“, erklärte sie.

 

Wechsel nach Magdeburg sorgte für Leistungsschub 

Zu Beginn der Saison war Roth dorthin in die Top-Gruppe von Bundestrainer Bernd Berkhahn gewechselt, trainiert dort seitdem mit Assen wie Lukas Märtens, Isabel Gose oder Florian Wellbrock. „Die Trainingsgruppe ist super. Ich habe mich auch echt schnell weiterentwickelt. Man merkt es mit den ganzen großen Namen, wie gut es ist, dass man sich auch mal im Training battlen kann. Sie geben mir so viel mit, auch wenn ich mal nervöser bin, und supporten mich als Küken der Trainingsgruppe sehr“, sagte Roth.

 

EM 2026 in Paris: Die DSV-Ergebnisse am 13. August

Strecke

DSV-Starter*in

Persönliche Bestzeit

Deutscher Rekord

Vorläufe ab 09:30 Uhr

     

200m Freistil Männer

Lukas Märtens

01:46,12

6. (Q)

 

Jarno Bäschnitt

01:46,45

11. (Q)

 

Timo Sorgius

01:47,35

22.

100m Schmetterling Frauen

Angelina Köhler

00:56,77

2. (Q)

 

Yara Fay Riefstahl

00:59,42

25.

50m Rücken Männer

Ole Braunschweig

00:24,90 (Swim-Off 24,81)

17.

 

Fritz Dietz

00:25,84

56.

200m Brust Frauen

Anna Elendt

02:25,56

4. (Q)

 

Lena Ludwig

02:27,89

11. (Q)

4x100m Freistil Männer

Josha Salchow, Cornelius Jahn, Julian Koch, Ole Eidam

3:15,35

8. (Q)

1500m Freistil Frauen

Isabel Gose

16:10,51

3. (Q)

 

Maya Werner

16:17,78

6. (Q)

       

Finals

     

100m Schmetterling Männer Finale

Kaii Liam Winkler

00:51,08

6.

50m Rücken Frauen Finale

     

200m Freistil Männer Halbfinale

Lukas Märtens

01:44,79

2.

 

Jarno Bäschnitt

01:45,76

10.

100m Schmetterling Frauen Halbfinale

Angelina Köhler

00:56,79

2. (Q)

50m Rücken Männer Halbfinale

     

200m Brust Frauen Halbfinale

Anna Elendt

02:23,60

5.

 

Lena Ludwig

02:28,89

14.

200m Brust Männer Finale

Lucas Matzerath

2:10,67

8.

200m Freistil Frauen Finale

Linda Roth

1:56,71

4.

4x100m Freistil Männer Finale

DSV

3:13,20

6.

 

Angelina Köhler schmettert als Zweite ins Finale

 

Nach diesem erfrischenden Auftritt werden die Frauen des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) auch am Freitag wieder in mehreren Entscheidungen vertreten sein. Angelina Köhler (SG Neukölln Berlin) als Zweite des Halbfinals über 100m Schmetterling und Anna Elendt (SG Frankfurt) als Fünfte über 200m Brust gehen dann ebenso mit Medaillenchancen ins Rennen wie über 1500m Freistil Isabel Gose und Maya Werner (beide SC Magdeburg), die bereits am Vormittag das Endlaufticket auf den Rängen drei (Gose/16:10,51 Minuten) und sechs (Werner/16:17,78) gelöst hatten.

Gerade Köhler will sich von der Aussicht auf Edelmetall aber nicht verrückt machen lassen. „Ich muss rational bleiben und darf mich davon nicht zu sehr beeinflussen lassen. Ich muss jetzt straight geradeaus gucken und auf meine Handlungsziele achten und nicht so sehr auf die Medaillen abdriften – und dann schauen wir mal, was es morgen wird“, so die 25-Jährige, die über 50m Schmetterling EM-Sechste war, über die doppelt so lange Distanz 2024 aber auch schon Weltmeisterin.

Mit ihrer Zeit im Halbfinale von 56,79 Sekunden war sie jedenfalls zufrieden. „Das war super“, sagte die Berlinerin. „Ich bin ein bisschen verhalten angegangen, da muss ich morgen auf jeden Fall nochmal eine Schippe drauflegen, aber es hat ja easy gereicht. Deswegen bin ich zuversichtlich, dass morgen da noch was geht.“ Schneller als Köhler war in der Vorschlussrunde einzig Titelverteidigerin Roos Vanotterdijk (BEL), die mit 55,89 den Championship-Rekord von Sarah Sjöström (SWE) einstellte.

 

Anna Elendt kratzt im Halbfinale am deutschen Rekord

 

Über 200m Brust war Evgeniia Chikunova (NAB/2:20,71) bislang die Schnellste. Doch auch Anna Elendt war froh über ihren fünften Platz in 2:23,60 Minuten, immerhin blieb sie mit dieser Zeit gerade mal sechs Hundertstel über ihrem eigenen deutschen Rekord.

„Es war schon sehr schnell“, meinte sie. „Ich hatte auch Glück, dass ich Mona (die Irin Mona McSharry, Anm. d. Red.) neben mir hatte, die hat mich dann auf den dritten 50 Metern dann doch ganz schön gezogen. Es war sehr anstrengend, das war aber zu erwarten auf dem 200er. Mal schauen, ob da morgen nochmal ein bisschen mehr geht.“ Die kleine Enttäuschung vom 100m-Rennen, wo sie am Vortag Siebte geworden war, scheint also überwunden. „Ich hatte gestern ein bisschen Schwierigkeiten, das Kapitel mit den 100 Metern abzuschließen“, gab Elendt offen zu. „Aber meine Trainerin meinte, wenn ich bei den 200 jetzt nicht alles gebe, dann können wir ja gar nicht wissen, was wir verbessern sollen, und das hat mir nochmal geholfen, alles zu geben.“ Lena Ludwig (SV Nikar Heidelberg) landete mit 2:28,89 auf Rang 14.

 

Sara Curtis‘ Weltrekord hält nur einen Tag

 

Über 50m Rücken sorgte am Donnerstag die Italienerin Sara Curtis für einen weiteren Weltrekord. Nachdem sie am Vortag schon im Halbfinale 26,63 und damit 23 Hundertstel schneller als die alte Bestmarke von Kaylee McKeown (AUS) geschwommen war, legte sie im Finale noch einen drauf: 26,56 Sekunden leuchteten diesmal auf der Anzeigetafel und ließen das Publikum im Centre Aquatique Olympique abermals jubeln.

 

EM 2026 in Paris: Die DSV-Starts am 14. August

Strecke

DSV-Starter*in

Persönliche Bestzeit

Deutscher Rekord

Vorläufe ab 09:30 Uhr

     

50m Freistil Frauen

Julianna Bocska

00:25,04

00:23,73

 

Nina Jazy

00:24,91

00:23,73

50m Brust Männer

Melvin Imoudu

00:26,57

00:26,57

 

Lucas Matzerath

00:26,80

00:26,57

 

Malte Gräfe

00:26,95

00:26,57

 

Subäjr Biltaev

00:27,54

00:26,57

100m Rücken Frauen

Lise Seidel

01:00,64

00:59,77

200m Schmetterling Männer

Björn Kammann

01:56,66

01:55,04

200m Lagen Frauen

Noelle Benkler

02:12,19

02:11,33

 

Linda Roth

02:12,47

02:11,33

4x100m Freistil Mixed

   

3:24,87

1500m Freistil

Sven Schwarz

14:35,69

14:34,89

 

Oliver Klemet

14:39,03

14:34,89

 

Johannes Liebmann

14:39,67

14:34,89

       

Finals ab 18:30 UIhr

     

100m Schmetterling Frauen Finale

Angelina Köhler

00:56,11

00:56,11

200m Freistil Männer Finale

Lukas Märtens

01:44,14

01:42,00

200m Brust Frauen Finale

Anna Elendt

02:23,54

02:23,54

100m Rücken Frauen Halbfinale

   

00:59,77

50m Brust Männer Halbfinale

   

00:26,57

50m Freistil Frauen Halbfinale

   

00:23,73

200m Schmetterling Männer Halbfinale

   

01:55,04

200m Lagen Frauen Halbfinale

   

02:11,33

50m Rücken Männer Finale

   

00:24,57

1500m Freistil Frauen Finale

Isabel Gose

15:41,16

15:41,16

 

Maya Werner

16:16,30

15:41,16

4x100m Freistil Mixed Finale

   

3:24,87

 

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