Luca Armbruster sorgt für dritten deutschen Rekord beim EM-Auftakt
- 10.08.2026
Auch abseits der tollen Staffelauftritte mit Bronze und zwei neuen deutschen Rekorden über 4x200m Freistil zeigten die Aktiven des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) zum Auftakt der Europameisterschaften starke Leistungen. So erkämpften im allerersten Finale dieser Titelkämpfe Cedric Büssing (4:14,16 Minuten) und Finn Hammer (4:14,31/beide SG Essen) die Plätze vier und fünf über 400m Lagen. Gold ging nach der kurzfristigen Absage von Frankreichs Weltrekordler Léon Marchand diesmal an Ilia Borodin (4:08,17/NAB) vor Alberto Razzetti (ITA/4:10,40) und bereits 31 Jahre alten Max Litchfield (GBR/4:11,58).
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„Mit Finn dieses Finale zu schwimmen, hat richtig Spaß gemacht. Es war super anstrengend, aber schön“, meinte Büssing. Der 22-Jährige war dabei voll des Lobes über seinen Vereinskollegen, mit dem er seit der EM-Qualifikation Ende April viel gemeinsam trainiert hatte. „Die 400m Lagen sind nun mal unfassbar hart. Auf dieser Strecke zweimal am Tag eine ähnliche gute Zeit zu schwimmen, ist sehr schwer. Aber Finn und ich haben das geschafft, können damit sehr zufrieden sein.“
Finn Hammer glänzt pünktlich zum Saisonhöhepunkt
Das war Hammer tatsächlich. Der 20-jährige US-Student hatte im Vorlauf seine Bestzeit um gleich fünf Sekunden gedrückt und damit als erster Deutscher im EM-Pool ein positives Zeichen an die Mannschaft gesetzt. Nach dem ähnlich überzeugenden Finalauftritt sagte er dann: „Es wurde langsam Zeit für einen Sprung nach vorn. Bei den internationalen Meisterschaften konnte ich nie so abrufen, was ich vorher im Training gezeigt habe. Heute war das aber endlich mal der Fall.“
Gemeinsam wollen sich die beiden EM-Finalisten zu weiteren Höchstleistungen antreiben. Und wer weiß, vielleicht schaffen sie es ja 2028 dann gemeinsam ins Olympiafinale. Büssing war dies schon 2024 gelang, damals er Achter geworden. Den damaligen Sieger Marchand vermisste er diesmal nur bedingt. „Wenn er dabei gewesen wäre, dann wären wir vielleicht weiter hinten gelandet“, so Büssing. „Von den Spielen hatte ich noch in Erinnerung, dass bei irgendeiner 25-Meter-Markierung einfach die Halle leise wurde, weil er gerade unter Wasser war. Und dass es heute nicht so war, finde ich eigentlich ganz gut.“
Luca Armbruster steigert seinen eigenen nationalen Rekord deutlich
Im Halbfinale über 50m Schmetterling sorgte Luca Armbruster zuvor für den ersten deutschen Rekord bei dieser EM. In 22,71 Sekunden blieb der 24-Jährige von der SG Neukölln Berlin 13 Hundertstel unter seiner eigenen Bestmarke aus dem Vorjahr, mit der er in Singapur WM-Sechster geworden war. Als Schnellster der Halbfinals stellte Igor Kornev (22,36/NAB) sogar einen Meisterschaftsrekord auf.
„Ich bin sehr happy, sehr zufrieden. Ich kann es mir gar nicht besser ausmalen“, meinte Armbruster, der damit als Fünftschnellster ins Finale einzog. Er wollte mit Blick auf den Medaillenkampf am Dienstag aber keinen Druck auf sich laden: „Ich freue mich einfach nur aufs Feeling und aufs Finale generell, aufs Topfeld. Ich lasse mich überraschen, was dabei herauskommt.“ Mit dieser Herangehensweise hatte er sich schon bei der WM von Rennen zu Rennen steigern können, so soll es möglichst auch diesmal wieder laufen. Die Medaillenränge sind übrigens nur 18 Hundertstel entfernt.
Imoudu und Seidel folgen Gose und Werner ins Finale
Ebenfalls als Fünfter erreichte Melvin Imoudu den Endlauf über 100m Brust. „Die letzten Meter haben schon weh getan. Aber so soll es sein, dafür trainieren wir. Ich bin alles in allem sehr zufrieden bisher“, meinte der Titelverteidiger. Am Dienstag wird es im Finale (ab 18:30 Uhr im ZDF) wohl ähnlich eng zugehen wie im Olympiafinale 2024, wo dem Potsdamer nur wenige Hundertstel zu Gold fehlten. Auch deswegen steht die Taktik für ihn schon fest: „Auf sich fokussieren, nicht so sehr auf die anderen gucken.“
Ähnlich wird es auch Lise Seidel angehen. Die 19-Jährige vom SC Chemnitz beendete die Vorschlussrunde über 200m Rücken ebenfalls als Fünfte (2:09,43). Nach einer schwierigen Saison mit zuletzt sogar einer Nasen-OP mitten im Abistress zeigte Seidel dabei einen überraschend souveränen Auftritt. „Es geht jedenfalls viel schneller, als ich selbst erwartet habe“, so Seidel.
Um Edelmetall kämpfen am Dienstag auch Isabel Gose und Maya Werner (beide SC Magdeburg), die sich bereits am Vormittag über 800m Freistil fürs Finale qualifizierten. „Ich hatte nach dem Freiwasser nur wenig Zeit zur Regeneration. Und bin froh, dass ich nun noch mal 24 Stunden habe. Ich hangele mich von Tag zu Tag“, meinte Gose, die bereits zwei Goldmedaillen aus der Seine gefischt hatte. Und nun im Pool des Centre Aquatique Olympique gern noch weitere hinzufügen würde.


















