Lukas Märtens holt sich den deutschen Rekord über 200m Rücken
- 17.04.2026
Der Trip nach Norwegen hat sich gelohnt für Olympiasieger Lukas Märtens. Beim Bergen Swim Festival verbesserte der 24-Jährige vom SC Magdeburg am Freitag den deutschen Rekord über 200m Rücken. In 1:55,85 Minuten blieb Sieger Märtens zwei Hundertstel unter der Bestmarke von Jan-Philip Glania aus dem Jahr 2012.
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Mit dieser Leistung erfüllte Märtens zudem natürlich auch die Qualifikationsnorm für die Europameisterschaften in Paris (FRA/31. Juli – 16. August). „Ich war schon ein paar Mal knapp dran, jetzt hat es endlich geklappt. Das freut mich natürlich“, sagte Märtens. In Norwegen tritt er in den kommenden Tagen noch über 200m und 400m Freistil an. Glania, inzwischen Zahnarzt mit eigener Praxis, gratulierte bei Instagram sofort persönlich und schrieb: „Einen würdigeren Nachfolger hätte es wohl kaum geben können.“
Auch Josha Salchow präsentierte sich in starker Form. Im Finale über 100m Freistil belegte der Heidelberger in 48,49 Sekunden den zweiten Platz. Mit dieser Zeit blieb er ebenfalls unter der geforderten EM-Vorgabe des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV).
Maya Tobehn meldet sich in Berlin zurück mit EM-Norm
Bei den Berlin Swim Open zauberte Maya Tobehn (Dresdner SC) sich am Freitag selbst ein großes Lachen ins Gesicht. Ein paar Tage vor ihrem 24. Geburtstag kraulte sie über 1:58,69 Minuten nicht nur der Deutschen Meisterin Nina Holt (SC Magdeburg/2:00,02 und damit unter U23-Norm) davon, sondern blieb damit deutlich auch unter der EM-Vorgabe des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV). Bleibt Tobehn zum Ende der Qualifikationsphase nächste Woche unter den deutschen Top vier, könnte sie ihre ersten internationalen Titelkämpfe im Elitebereich erleben.
Trotz Armbruch: Bereits acht EM-Normen für Oliver Klemet
„Das ist Wahnsinn. Paris hatte ich gar nicht auf der Rechnung“, jubelte Tobehn. Schon als Teenager galt sie als ein sehr großes Talent, doch während der Coronapandemie fiel sie in ein mentales Loch und verpasste die mögliche Olympiateilnahme 2021. Burnout und Sinnkrise waren die Folge, führten zu starken Gewichtsproblemen. Nach einer langen Pause vom Schwimmen und dem Umzug nach Dresden fing Tobehn vor zwei Jahren dann aber noch einmal neu an. „Ich will mir niemals vorwerfen müssen, es nicht noch mal probiert zu haben“, begründete sie ihrem Trainer Martin Dautz damals. Nun verbesserte sie schon mal ihre sieben Jahre alte Bestzeit.
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Schnell wie nie war auch Oliver Klemet (SG Frankfurt) unterwegs. Der 24-Jährige siegte in der deutschen Hauptstadt über 200m Freistil in 1:46,79 Sekunden. Nachdem sich der Olympiazweite bereits vier EM-Starts im Freiwasserschwimmen sicherte und letzte Woche in Stockholm schon die EM-Normen auf den drei langen Freistilstrecken unterbot, blieb er auch hier unter der Paris-Vorgabe fürs Einzelrennen (1:47,20). Theoretisch wären damit acht EM-Rennen möglich.
Jahrgangsrekord durch den Berliner Nils Nolte
„Was ich bei der EM dann alles schwimmen werde, muss man erst sehen müssen. Ich bin auf jeden Fall sehr froh über die persönliche Bestzeit“, meinte Klemet. Diese Saison hatte nach einem Armbruch bei einem Fahrradunfall sehr schwierig für ihn begonnen, wochenlang hatte er mit Gipsarm nur Beine trainieren können. Stehvermögen und Geschwindigkeit haben das offenbar aber gutgetan, wie man jetzt sehen konnte.
In Klemets Sog kraulte Nils Nolte (Berliner TSC) als Zweiter 1:48,03 Minuten. Damit blieb das Talent aus dem Jahrgang 2009 wie der Drittplatzierte Rudolf Bordas (SC Magdeburg/1:50,31) nicht nur deutlich unter der JEM-Norm, sondern verbesserte auch den zehn Jahre alten Jahrgangsrekord von Johannes Hintze um rund 1,5 Sekunden.
EM-Normen für Imoudu, Passek und Braunschweig
Melvin Imoudu war vor zwei Jahren schon Europameister und Olympiavierter, im kommenden Sommer will der 27-Jährige vom Potsdamer SV wieder im Kampf um Edelmetall mitmischen. Im Berliner Vorlauf blieb er in 59,64 Sekunden sechs Hundertstel unter der DSV-Norm, im Endlauf blieb er wieder in 59,87 ein weiteres Mal unter der Minuten-Grenze. Stark auch der Berliner Louis Hoffmann (SG Neukölln Berlin), der die JEM-Norm in 1:00,74 weit unterbot. Ebenso Lius Pepe Baumeister (SSG Leipzig/1:02,90).
Auch Vincent Passek (Berliner TSC) und Ole Braunschweig (SG Neukölln) haben das Thema EM-Norm schon abgehakt. In 24,63 beziehungsweise 24,70 blieben beide klar unter der DSV-Norm und könnten ohne Druck die Deutschen Meisterschaften angehen. Braunschweigs deutscher Rekord (24,57) könnte dabei fallen.
Schwarz nur wenig langsamer als Liebmann in Stockholm
Als WM-Zweiter ist Sven Schwarz (Waspo 98 Hannover) sogar gesetzt für die Europameisterschaften. Über 1500m Freistil blieb der 24-Jährige in 14:40,93 Minuten trotzdem nur knapp über der Weltjahresbestzeit, aufgestellt von Johannes Liebmann (SC Magdeburg/14:39,67) vorige Woche in Stockholm (SWE). Nächste Woche Sonntag treten beide bei der Schwimm-DM dann zum direkten Duell gegeneinander an. Leonie Märtens (SC Magdeburg) blieb auf der längsten Strecke in 16:23,57 Minuten unter der U23-Norm, empfiehlt sich damit auch für die Freiwasserstaffel.
Über 200m Schmetterling blieb Yara Fay Riefstahl (SC Chemnitz) in 2:12,43 Minuten unter JEM-Norm, aber auch die Norm für Paris scheint für sie nächste Woche noch erreichbar. Für München empfahlen sich auch Mira Helget (AMTV-WTB Hamburg) mit dem Sieg über 400m Lagen in 4:49,18 Minuten oder Juliana Buttler (SC Magdeburg) über 200m Freistil (2:00,77) Die erste JEM-Norm hatte übrigens Lara Vandenhirtz (SG Essen/Jahrgang 2010) geknackt, in Rotterdam hatte sie den Vorlauf über 50m Schmetterling in 27,18 Sekunden bestritten.
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