Lukas Märtens holt sich mit Staffelsilber den Boost fürs EM-Finale

© Jo Kleindl

Mit deutschem Rekord von 7:25,43 Minuten hat die 4x200m-Freistil-Mixedstaffel des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) mit Lukas Märtens (SC Magdeburg/1:46,73), Jarno Bäschnitt (Team Bochum/1:45,87), Linda Roth (SC Magdeburg/1:57,18) und Maya Tobehn (Dresdner SC 1898/1:55,65) am Samstag bei den Europameisterschaften in Paris (FRA) die Silbermedaille gewonnen. Gold im schnellsten EM-Rennen der Geschichte ging mit neuem Meisterschaftsrekord von 7:24,13 nach Großbritannien, Bronze an die Neutralen Athlet*innen aus Russland (7:26,35), die ebenfalls noch unter dem bisherigen Championship-Rekord blieben.

 

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Nachdem es tags zuvor im 200m-Einzelfinale nicht wie erhofft gelaufen war, tankte Lukas Märtens mit seiner nun schon zweiten Staffelmedaille in Paris noch einmal Selbstvertrauen vor seinem Hauptrennen über 400m Freistil am Sonntag. „Das war ein sehr ordentliches Rennen. Ich habe ja morgen noch eine kleine Aufgabe vor mir, deshalb bin ich super happy, dass mir das nochmal einen kleinen Boost geben konnte nach gestern. Wenn es beim Einzel nicht sein sollte, klappt es übers Team“, sagte Märtens. „Es macht mich unfassbar stolz, dass wir auch da mittlerweile so stark aufgestellt sind. Da brauchen wir uns nicht mehr zu verstecken.“

 

Zweite Staffelmedaille auch für Bäschnitt – Roth und Tobehn dürfen endlich jubeln

 

Auch für Jarno Bäschnitt war es nach Bronze zum Auftakt mit den 4x200m-Freistilmännern schon die zweite EM-Medaille von Paris. „Das ist wieder ein überwältigendes Gefühl“, meinte der Bochumer, der die schnellste Zeit des DSV-Quartetts ablieferte. „Ich muss mich bei Lukas bedanken, dass er in Führung liegend an mich abgegeben hat. Und ich hatte mir vorgenommen, dass, wenn er das tut, ich diese Position halte. Ich konnte das Rennen mit langen Zügen beginnen und hintenraus dann nochmal beschleunigen.“

Die deutschen Frauen hatten am Montag die Medaille über 4x200m Freistil noch hauchdünn um eine Hundertstel verpasst, umso größer war jetzt die Freude bei Linda Roth und Maya Tobehn. „Das ist meine erste EM-Medaille und ich bin superglücklich, sie mit dem Team zu ergattern. Das gibt Ansporn für morgen“, meinte Roth, die am Sonntag ebenfalls noch die 400m Freistil absolviert. Schlussschwimmerin Tobehn sagte: „Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht. Ich bin ein bisschen sprachlos, jetzt am Ende nach so vielen 200ern nochmal so ein Ding rauszuhauen. Besser geht’s nicht!“ Als Schlussschwimmerin konnte Tobehn die DSV-Staffel so noch von Platz drei auf den Silberrang nach vorne bringen.

 

Melvin Imoudu will nach EM-Platz sechs weiter Gas geben

 

Eine weitere Top-Platzierung in Paris erreichte Melvin Imoudu (Potsdamer SV). Über 50m Brust wurde er in 26,87 Sekunden Sechster, es gewann Nicolò Martinenghi (ITA) in 26,57.

Genau bei dieser Zeit liegt auch Imoudus deutscher Rekord, weswegen der Brandenburger mit seinem Ergebnis auch nicht ganz zufrieden war mit Blick darauf, das vielleicht noch mehr möglich gewesen wäre. „Es war ein schwieriges Rennen. Ein sechster Platz bei einer EM ist nicht so schlecht, aber ich habe mir mehr ausgemalt“, sagte er. Trotzdem geben die Auftritte in Paris – über 100m Brust war er zuvor Vierter geworden – Rückenwind in Richtung Olympia. „Ich werde weiterhin Gas geben. Es sind noch zwei Jahre bis LA, bis dahin gibt es noch einige Sachen, an denen wir arbeiten können.“ 2028 in Los Angeles (USA) werden die 50m-Distanzen dann erstmals olympisch. „Man sieht schon jetzt, wie das Niveau nochmal deutlich gestiegen ist“, so Imoudu.

 

Anna Elendt schwimmt ins dritte Pariser Finale

 

Im Finale über 50m Brust steht am Sonntag auch Anna Elendt (SG Frankfurt). Mit 30,34 Sekunden erreichte sie im Halbfinale die fünftbeste Zeit, Schnellste der Vorschlussrunde war Benedetta Pilato (ITA/29,84). Damit steht erstmals seit 2014 wieder eine Deutsche bei einer EM im 50m-Brust-Finale. Damals war Dorothea Brandt Fünfte geworden.

„Ich war ein bisschen hektisch, beim Anschlag ist auch noch was drin. Wenn morgen alles passt, kann mir vorstellen, nochmal ein bisschen schneller zu schwimmen“, sagte Elendt. Über 200m Brust war sie bei diesen Titelkämpfen bereits Fünfte, über 100m Brust Siebte. „Ich weiß nicht, ob ich genügend 50 trainiert habe für eine Zeit unter 30, aber bei den 50 Metern ist alles möglich“, sagte die Frankfurterin. Vielleicht sogar ihre erste EM-Medaille auf der Langbahn.

 

EM 2026 in Paris: DSV-Ergebnisse am 15. August

Strecke

DSV-Starter*in

Persönliche Bestzeit

Deutscher Rekord

Vorläufe ab 09:30 Uhr

     

50m Freistil Männer

Julian Koch

00:22,48

38.

200m Schmetterling Frauen

Yara Fay Riefstahl

02:12,87

12. (Q)

100m Rücken Männer

Cornelius Jahn

00:53,98

16. (Q)

 

Kaii Liam Winkler

00:53,92

15. (Q)

50m Brust Frauen

Anna Elendt

00:30,53

6. (Q)

 

Lena Ludwig

00:31,84

29.

200m Lagen Männer

Cedric Büssing

02:00,25

20.

 

Finn Hammer

01:59,89

17. (Q)

4x200m Freistil Mixed

Jarno Bäschnitt, Timo Sorgius, Nicole Maier, Maya Tobehn

07:32,07

3. (Q)

       

Finals ab 18:30 Uhr

     

200m Schmetterling Männer Finale

     

50m Freistil Frauen Finale

     

50m Brust Männer Finale

Melvin Imoudu

00:26,87

6.

200m Lagen Frauen Finale

     

50m Freistil Männer Halbfinale

     

50m Brust Frauen Halbfinale

Anna Elendt

00:30,34

5. (Q)

1500m Freistil Männer Finale

Oliver Klemet

14:40,64

3.

 

Johannes Liebmann

14:26,79 WR

1.

200m Schmetterling Frauen Halbfinale

Yara Fay Riefstahl

02:13,04

14.

200m Lagen Männer Halbfinale

Finn Hammer

01:59,52

11.

100m Rücken Frauen Finale

     

100m Rücken Männer Halbfinale

Kaii Liam Winkler

00:53,89

14.

 

Cornelius Jahn

00:53,84

15.

4x200m Freistil Mixed

Lukas Märtens, Jarno Bäschnitt, Linda Roth, Maya Tobehn

07:25,43

2.

 

Französin Moluh schwimmt wieder Europarekord

 

Für Yara Fay Riefstahl (SC Chemnitz/200m Schmetterling), Finn Hammer (SG Essen/200m Lagen) sowie Cornelius Jahn (Ahrensburger TSV) und Kaii Liam Winkler (SG Neukölln Berlin/beide 100m Rücken) war am Samstagabend jeweils im Halbfinale Endstation. Insbesondere Jahn mit neuer Bestzeit von 53,84 Sekunden und Lagenschwimmer Hammer, der mit 1:59,52 Minuten ebenfalls so schnell war wie nie zuvor, waren aber zu Recht sehr zufrieden mit ihren Leistungen in Paris. „Ich bin hier Bestzeit geschwommen über 200m Rücken, über 100m Rücken ebenfalls, dazu an Tag eins das Highlight mit der Staffelmedaille – ich bin super happy“, sagte Jahn.

Für einen weiteren Europarekord sorgte bei den Frauen auf der Rückenstrecke zur Freude des heimischen Publikums die Französin Mary-Ambre Moluh. Mit 57,94 Sekunden war sie über 100m Rücken nochmal fünf Hundertstel schneller als am Dienstag als Startschwimmerin der 4x100m-Lagen-Mixedstaffel.

 

EM 2026 in Paris: Die DSV-Starts am 16. August

Strecke

DSV-Starter*in

Persönliche Bestzeit

Deutscher Rekord

Vorläufe ab 09:30 Uhr

     

400m Freistil Frauen

Isabel Gose

04:02,14

04:02,14

 

Maya Werner

04:06,04

04:02,14

 

Linda Roth

04:06,89

04:02,14

400m Freistil Männer

Lukas Märtens

03:39,96

03:39,96

 

Oliver Klemet

03:42,81

03:39,96

 

Johannes Liebmann

03:44,59

03:39,96

 

Sven Schwarz

03:45,92

03:39,96

4x100m Lagen Frauen

DSV

 

03:55,79

4x100m Lagen Männer

DSV

 

03:28,58

       

Finals ab 18:30 Uhr

     

50m Freistil Männer Finale

   

00:21,81

50m Brust Frauen Finale

Anna Elendt

00:30,10

00:30,10

200m Lagen Männer Finale

   

01:55,76

200m Schmetterling Frauen Finale

   

02:05,26

100m Rücken Männer Finale

   

00:52,27

400m Freistil Frauen Finale

   

04:02,14

400m Freistil Männer Final

   

03:39,96

4x100m Lagen Frauen Finale

   

03:55,79

4x100m Lagen Männer Finale

   

03:28,58

 

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