Diese Deutschen starten in diesem Jahr beim Kurzbahn-Weltcup

Im nächsten Jahr werden beim Schwimm-Weltcup die ersten Olympia-Tickets für Los Angeles (USA) 2028 vergeben, die Wettkämpfe finden daher dann in 50m-Pools namhafter Metropolen Europas statt. Die diesjährige Kurzbahn-Ausgabe nutzt der Weltverband World Aquatics dagegen zur Erschließung sportlichen Neulands entlang der Seidenstraße. So findet der Weltcup-Auftakt diesmal in Aserbaidschans Hauptstadt Baku (01. – 03. Oktober) statt, es folgen Stationen in Usbekistans Kapitale Taschkent (08. – 10. Oktober) und Kasachstans Metropole Astana (15. – 17. Oktober).

 

>> Zum Weltcup-Livestream auf Eurovisionsport

 

Die Vorläufe beginnen um 08:00 Uhr, die Finals um 17:00 Uhr deutscher Zeit, Eurovisionsport überträgt alles kostenfrei im Livestream. Das Preisgeld von insgesamt 1,2 Millionen US-Dollar kann sich dabei sehen lassen, für Dreifach-Siege oder Weltrekorde sind zudem wieder 10.000 US-Dollar zusätzlich ausgelobt. Natürlich lockt solch ein Salär Topstars wie die Weltrekordler*innen Marrit Steenbergen (NED), Evgeniia Chikunova (RUS) und Cameron McEvoy (AUS) an, auch Europameisterinnen wie Roos Vanotterdijk (BEL) und Katarzyna Wasick (POL) und asiatische Stars wie Siobhan Haughey (HKG) und Qin Haiyang (CHN) haben gemeldet.

 

Weniger Stars: Früher WM-Termin in Budapest verkürzt die Saison

 

Die ganz große Stardichte vergangener Jahre wird in diesem Herbst aber nicht erreicht. So ist McEvoy als einziger Australier dabei, auch die USA schickt nur ein kleines Team ohne aktuelle Topleute. Mit Kate Douglass (USA), Léon Marchand (FRA) und Hubert Kós (HUN) fehlen die Gesamtsieger*innen der vergangenen beiden Jahre. Und das, obwohl sie in drei Wochen jeweils wieder rund 180.000 US-Dollar verdienen könnten. Geld ist im Schwimmen aber nicht alles in einer Saison, an deren Ende der Höhepunkt mit den Weltmeisterschaften in Budapest (HUN/10. – 18. Juli 2027) einen Monat eher ansteht als zuletzt.

 

Auch im Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) werden in der vorolympischen Saison größtenteils andere Prioritäten gesetzt, allein die EM-Medaillengewinner*innen Maya Tobehn (Dresdner SC) und Sven Schwarz (Waspo 98 Hannover) werden Schwarz-Rot-Gold im Aquatic Palace von Baku (6.000 Tribünenplätze) vertreten. Weltrekordler Johannes Liebmann (SC Magdeburg) beispielsweise absolvierte nach einem kurzen Urlaub im Anschluss an die erfolgreichen Europameisterschaften in Paris (FRA) im September dann erst einmal die für neue Sportsoldaten obligatorische Bundeswehr-Grundausbildung. Aufgrund des damit verbundenen Trainingsrückstands sind erste Wettkampfeinsätze daher erst für Dezember avisiert. Liebmanns Trainingspartner Florian Wellbrock und Oliver Klemet richten ihren Fokus dagegen lieber schon auf den Freiwasser-Weltcupauftakt in Cancún (MEX/06. – 07. November).

 

Sven Schwarz will eine gute Meldezeit für die Kurzbahn-WM

 

„Wenn es weitergehen soll auf großer internationaler Bühne, muss ich noch mehr Erfahrung sammeln: in verschiedenen Becken, bei unterschiedlichen Bedingungen“, sagte Tobehn. Nach vier Jahren Pause vom Leistungssport hatte die 24-Jährige in der vergangenen Saison bekanntlich ein tolles Comeback hingelegt, das mit EM-Staffelsilber gekrönt wurde. Diesen Weg will sie nun konsequent fortsetzen, trotz Studium (Foto und Mediendesign) und Nebenjob als Nachwuchstrainerin am Landesstützpunkt.

 

Auch Sven Schwarz wird nicht nur vom faszinierenden Kontrast aus orientalischer Geschichte, sowjetischem Erbe und futuristischer Architektur angelockt, den die frühere Heimat seines Trainers Emil Guliyev (startete zweimal für Aserbaidschan bei Olympia, bevor er nach Deutschland umsiedelte) zweifellos bietet. Der EM-Zweite über 800m Freistil will vor allem eine gute Meldezeit für die Kurzbahn-WM in Peking (CHN/01. – 06 Dezember) vorlegen.

 

In Budapest (HUN) 2024 hatte er mit seiner aktuellen Langbahn-Zeit nicht zu den Top acht der Meldeliste gehört und sein WM-Rennen ebenso wie Florian Wellbrock schon am Vormittag bestreiten müssen. Wohl auch deswegen hatte es dann nicht zu einer Medaille gereicht. „Morgens schwimmen zu müssen ohne direkte Konkurrenz, das macht einen großen Unterschied. Uns wurde zwar versprochen, dass es das so nicht wieder geben wird. Aber am Reglement hat sich bisher nichts geändert, daher möchte ich diesmal lieber auf Nummer sicher gehen“, so Schwarz.

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