Neue Meisterschaftsformate fürs Schwimmen bei den Finals 2026

Weltmeisterin Anna Elendt hält die deutschen Rekorde auf allen Bruststrecken. Bei den Finals ist sie damit natürlich Favoritin auf Sprint- und Lagentitel in dieser Schwimmart ©Jo Kleindl
- 27.02.2026
Der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) hat die Ausschreibung für die Deutschen Sprint- und Lagenmeisterschaften im Rahmen der Finals 2026 veröffentlicht. Die neuen Wettbewerbe werden vom 23. – 26. Juli innerhalb des Multisportevents in Hannover erstmals ausgetragen und erweitern das nationale Meisterschaftsprogramm im Beckenschwimmen.
Die Finals bündeln Deutsche Meisterschaften in mehr als 20 Sportarten und werden zentral im öffentlich-rechtlichen Fernsehen präsentiert. Für das Beckenschwimmen bedeutet dies eine stärkere Einbindung in das kompakte Veranstaltungskonzept.
>> Ausschreibung Die Finals: Deutsche Sprint- und Lagen-Meisterschaften
Sprinttitel im Eliminationsmodus
Premiere feiern die Deutschen Sprintmeisterschaften über die 50m-Strecken aller vier Schwimmarten. Die Titel werden in einem Eliminationsformat vergeben, das mehrere Rennrunden an einem Finalabend kombiniert.
Das Prinzip ist einfach: Zunächst treten alle acht qualifizierten Aktiven gegeneinander an. Nach dem ersten Lauf scheiden die zwei Langsamsten aus, nach dem zweiten Lauf folgen drei weitere Eliminierungen. Im dritten Lauf kämpfen schließlich die verbleibenden drei Aktiven um den Titel. Die Pausen zwischen den Rennen betragen lediglich wenige Minuten.
Das Format bündelt mehrere maximale Belastungen in kurzer Abfolge. Für die Aktiven bedeutet das wiederholte Sprintentscheidungen unter hohem Zeitdruck mit minimaler Regenerationszeit – Anforderungen, die auf den 50m-Strecken eine zentrale Rolle spielen. „Genau diese wiederholten Hochbelastungen unter Wettkampfbedingungen sind für die Sprintentwicklung entscheidend. Mit Blick auf Los Angeles 2028, wo erstmals alle vier 50m-Disziplinen olympisch ausgetragen werden, ist das Format für uns ein wichtiger Baustein“, sagt Bundestrainer Stephan Wittky.
Neue Lagen-Meisterschaften mit Kombinationswertung
Neben den Sprintentscheidungen führt der DSV Deutsche Lagenmeisterschaften ein. In die Wertung fließen jeweils die 100m- und 200m-Leistungen einer Schwimmart ein. Die Zeiten werden mithilfe der Punktetabelle des Weltverbandes World Aquatics ins Verhältnis zum aktuellen Weltrekord gesetzt und anschließend zu einer Gesamtwertung der jeweiligen Lage addiert. Die höchste Punktzahl gewinnt.
Damit wird innerhalb einer Schwimmart eine kombinierte Leistungsbewertung möglich, die die Vielseitigkeit der Aktiven stärker berücksichtigt. Im Freistil wird zusätzlich eine kombinierte Wertung über 400m und 800m angeboten. Hier verspricht insbesondere das mögliche Duell zwischen 400m-Olympiasieger Lukas Märtens und 800m-Europarekordler Sven Schwarz besondere Spannung – ein sportliches Highlight mit großer Strahlkraft.
„Wir freuen uns sehr auf die innovativen Formate in Hannover. Das wird ein Topevent, bei dem wir unsere Form Richtung EM ausprägen wollen“, sagt Christian Hansmann, Vorstand Leistungssport im DSV. „Zusätzlich bekommen neben unseren Top-Stars auch jene Talente einen mitreißenden Wettkampfhöhepunkt im Hochsommer, bei denen es noch nicht ganz für ein EM-Ticket reichte, die wir aber für Olympia 2028 und 2032 bereits im Blick haben.“
Eingebettet in die EM-Saison 2026
Die Europameisterschaften in Paris (FRA) finden als internationaler Saisonhöhepunkt vom 31. Juli bis 16. August 2026 statt, die Beckenwettbewerbe beginnen dabei am 10. August. Die Finals sind damit unmittelbar vor dem internationalen Saisonhöhepunkt optimal in die Saisonplanung integriert.
Die besten vier Aktiven der DSV-Bestenliste sind direkt für die Endläufe im Stadionbad gesetzt. Der Qualifikationszeitraum läuft vom 11. Juli 2025 bis 26. April 2026 und endet wie die EM-Qualifikation mit den Deutschen Meisterschaften Schwimmen in Berlin. Meldeschluss für die Finals ist der 02. Juli 2026 um 20:00 Uhr.
Mit den neuen Meisterschaftsformaten erweitert der DSV sein nationales Titelprogramm und entwickelt seine Wettbewerbsstruktur im Rahmen der Finals gezielt weiter. Die Premiere in Hannover bietet damit nicht nur zusätzliche Titelentscheidungen, sondern erprobt auch neue Wege der Wettkampfgestaltung im deutschen Schwimmsport.










